“Wo seid ihr meine Freunde…?”
Originaltitel: Jerry Cotton
Herstellungsland: Deutschland 2010
Regie: Cyrill Boss / Philipp Stennert
Buch: Boss, Stennert. Andreas Gaw
Darsteller: Christian Tramitz, Christian Ulmen, Mónica Cruz, Christiane Paul, Heino Ferch, Joram Voelklein, Jürgen Tarrach, Janek Rieke, Herbert Knaup, Moritz Bleibtreu






Jerry Cotton (Christian Tramitz), der beste Mann des FBI soll den Mord an einem dubiosen Unterwelt Sammy Serrano (Moritz Bleibtreu) aufklären. Er ist gar nicht begeistert, als ihm nach dem schweren Unfall seines letzten Partners, der ebenso übereifrige wie unerfahrene Phil Decker (Christian Ulmen) zur Seite gestellt wird. Doch das ist nur das geringste seiner Probleme…
Cottons Jerry, in dem Christian Tramitz markant posend auf den Spuren George Naders wandelt, bleibt leider ein eher halbgares Vergnügen. Viel Potential, musikalische Referenzen auf die legendäre Original-Musik von Peter Thomas und ein sehr gelungenes Intro trösten leider nur bedingt über den insgesamt sehr durchwachsenen Gesamteindruck weg.
Das Drehbuch bietet schon einige gute Gags, doch das Timing sowohl in Spiel als auch Schnitt hängt ständig durch. Immer verweilt die Kamera einen Tick zu lange auf der Action und viel zu oft scheinen die Darsteller Lachpausen zu lassen, anstatt die Dialoge einfach schnell und natürlich abzuliefern. Was Stennert und Boss beim zweiten Teil von Der Wixxer und in wenigen Folgen der Pro7-Märchenstunde noch gelang, mit todernster Miene extrem alberne Scherze zu servieren, gleitet hier leider oft in die Regionen des unwitzigen TV-Klamauks ab, bei dem nach Gags schonmal das Pointengesicht aufgesetzt werden darf.
Die Optik schwankt ebenfalls zwischen gelungenen Einfällen und Bildern die trotz des unzweifelhaften Aufwandes doch irgendwie “klein” wirken. Natürlich könnte man das als Referenz auf die alten Filme lesen, denn auch dieser Jerry Cotton entstand wie sein 60er Jahre Vorgänger hauptsächlich in Deutschland und nicht in New York, viel näher liegt aber die Interpretation, das die beiden Regisseure sich einfach mit dem ganz großen Kinobild doch ein wenig schwer tun (ein Umstand der sich ebenfalls bereits in Neues vom Wixxer abzeichnete).
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