…und es blieb nichts, als ein kleines Häuflein Asche übrig

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Dieser Worth1000-Contest, in dem Bilder aus Phantastik-Klassikern nachcoloriert werden sollten, zeigt, was den meisten modernen Gruselfilmen fehlt: Fantasie, Hang zu Melodramatik, diese morbide Poesie. Einfacher gesagt, mir fehlt die Kunst im Grusel- oder allgemeiner Phantastik-Genre.

Der letzte nennenswerte Vertreter eines unheimlichen Films mit künstlerischem Anspruch war „Sixth Sense“ mit seinen Close-Ups und diesem leisen, bedrohlichen Ton (natürlich kann es sein, dass mir da der ein oder andere Film entgangen ist, sei’s drum, der Kern meiner Kritik ist dennoch – glaube ich – berechtigt). Splatter- und Horrorfilme lasse ich hier ganz bewußt unter den Tisch fallen, da sie andere Zielsetzungen haben, als eine unheimliche Atmosphäre zu erschaffen. Mir fehlt das Spiel mit den leisen Tönen, das Nicht-Zeigen des Ungreifbaren, die einfachen Effekte, die einen Film wie „Bis das Blut gefriert“ bis heute zu einem meiner absoluten Genre-Favoriten machen. Mir geht der Comic-Stil von Filmen wie „Underworld“, „Van Helsing“ oder „Blade“ volle Granate auf den Sack. Die Asiaten haben zwar mit „The Ring“, „Dark Water“ und „The Grudge“ ordentliche Vertreter hingelegt, diese beschreiben jedoch allesamt eine urbane, modernisierte Form der Bedrohung, die ja eher eine Gesellschaftskritik darstellt, denn ein Spiel mit Urängsten.

Ich will wieder viktorianischen Goth-Grusel, ich will keine CGI-Wölfe, ich will halbausgeleuchtete Fratzen aus dem Dunkel auftachen, ich will wieder klassische Vampire, ich will großes, unheimliches, farb-ungesättigtes Gruselkino. Postmodernismus geht mir mittlerweile völlig am Arsch vorbei, ich will Pomp, langsame Filme, die sich Zeit nehmen! Ich will den Schrecken nicht sehen, ich will ihn spüren. Ich will die langsame Gänsehaut, nicht lederbemäntelte Supervampire mit Eichenpflock-Uzi. Zeigt doch mal etwas mehr Stil, ihr damlichen Filmemacher. „King Kong“ war ein Anfang, der trotz der Effektorgie im Mittelteil ein grandios romantisches Gruselmärchen war. Und jetzt weiter!

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  1. Skahrn

    wo, du recht hast..
    Gut, ich kenne die alten Klassiker sicher nicht so gut wie du. Aber vor ein paar Jahren bin ich auf ein paar VHS Kassetten meiner Eltern gestoßen und hab mir mal den ersten Alien reingezogen(ja, ich weiß nicht das beste Beispiel -.-) und dort gab es eben dieses erahnen des Schreckens den mein heutzutage vergeblich sucht.

    Doch was mich viel mehr stört ist.. das sich kein Schocker mal traut ein wenig weiter, als nur mit den Figuren, aus der Realität rauszutreten. Eine künstlerisch angehauchte Umgebung mit ein wenig mehr Fareb wäre sicher auch mal nicht ganz uninteressant.

  2. Fabsterman

    Dem kann ich nur beipflichten, diese CGI überladenen Effektfilme denen man jede Sekunde ansieht dass mit ihnen nur Geld verdient werden will koste es was es wolle langweilen …. Ich habe nichts gegen ordentliche Action-, Horror-, und Splatterfilme… aber wie angesprochen gibt es keine Subtilität mehr die mir im Kinosessel oder daheim wirklich Angst und Bange werden lassen…

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