Trick

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“Como a te gusta me pinga?.”

Originaltitel: Trick
Herstellungsland: USA 1999
Regie: Jim Fall
Darsteller: Christian Campbell, John Paul Pitoc, Tori Spelling, Brad Beyer

★★★½☆

Trick

Eigentlich sollte es ja einfach sein, einen Platz zum Vögeln zu finden, sollte man meinen. Erst recht in einer Riesenstadt wie New York. Aber, ginge es um Realismus gäbe es keinen Film und das ganze hieße nicht Trick sondern „Prick“, würde 10 Minuten dauern und hätte eine andere Altersfreigabe.

Doch halt, der Reihe nach, es geht dann ja doch um einen Spielfilm, genauer eine “Romantic Comedy”. Und weil es eine schwule solche ist, spielen eben auch nicht Tom Hanks und Meg Ryan mit sondern zwei adrette junge Männer von denen man bisher nichts gehört hat. Christian Campbell treibt als Gabriel ein erfolgloser Nachwuchs Musical-Schreiber durch Manhattan – sein Coming Out ist noch nicht so lange her und irgendwie wirkt er noch immer etwas scheu und verklemmt. Seine beste Freundin Kathrin eine erfolglose Nachwuchsschauspielerin, hinreißend laut und nervig gespielt von der Berufstochter Tori Spelling, hofft eines Tages in dem von ihm verfassten Muscial die Hauptrolle zu ergattern – bei einer Probeaufführung, wird Gabriel von einem älteren Kollegen deutlich auf seine Mankos hingewiesen: Seine Lieder und Figuren klingen hölzern, die Emotionen unglaubwürdig – nicht zuletzt deswegen weil Gabriel selbst kaum emotionale Erfahrungen von stürmischer Liebe und heißem Verlangen kennt.

Also beschließt er dem abzuhelfen, zieht mal wieder durch die Szene – doch die platten Anbaggereien und Einladungen zu Gruppensex findet er doch eher befremdlich. Erst auf dem Rückweg in der U-Bahn ergibt sich dann doch etwas… der schnuffige GoGo-Boy Mark, gespielt von John Paul Pitoc erhascht seine Aufmerksamkeit… und überrumpelt Gabriel in seiner offenen Art. Also ein One-Night-Stand – doch wohin nur gehen?

In Gabriels Wohnung ist derzeit sein heterosexueller Wohngenosse dabei seine jüngst aus Paris zurückgekehrte Freundin zu beglücken… und Mark wohnt angeblich zu weit weg um dort schnell hinfahren zu können… Die Odyssey auf der suche nach einem ungestörten Platz für die Zweisamkeit beginnt und ermöglicht den beiden sich näher kennenzulernen… der verhinderte Quick-Fick als Chance auf ein Gespräch.

Trick – im amerikanischen der Ausdruck für eine schnelle Nummer – von Regiedebütant Jim Fall ist eine im besten Sinne leichtfüßige und harmlose Komödie. Die Zeit, da schwule Filme sich bedeutungsschwer gaben scheint eindeutig vorbei – hier darf es lustbetont lustig zugehen. Die Hauptdarsteller sind nicht nur augenfreundlich sondern können auch spielen und machen aus dem nächtlichen Paarungsverortungstrip eine amüsante Abendunterhaltung.

Eigentlich passiert nicht so viel weltbewegendes, es geht um Pointen und Gefühl – die schwule Szene gibt einen farbenfrohen Background für diese absehbare Romanze ab. Lediglich die teilweise etwas holprige Synchronfassung birgt einen kleinen Wermutstropfen – sollte einen aber nicht davon abhalten sich diesen Film zuzulegen oder auszuleihen.

Trick auf DVD

In : DVD, Review

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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