Classics

Ich bin Mr. Hyde

Standard, 27. 7. 2006, Renington Steele, 0 Kommentare

Tagchen auch, gestatten, mein Name ist Hyde. Mr. Hyde. Ich bin ein ziemlich grober und unangenehmer Zeitgenosse, sagt man mir nach. Was die Leute immer reden. Betrinken sich und huren herum, aber echaufieren sich, wenn man zu dem steht, was man tut. Ich bin Dein dunkles Herz, ich bin das furchterregende Biest in Deinem Herzen, das gerne dem Feuer zusieht, wenn es die Welt verwüstet.

Jekyll und Hyde gehört mit seinen fast 50 Variationen des Themas zu den meistverfilmten Stoffen der Filmgeschichte. Von Dr. Jekyll and Mr. Hyde bis hin zum verrückten Professor mit Eddie Murphy beeinflusste diese Geschichte vom Guten und Bösen im Menschen die Filmgeschichte.

Robert Lewis Stephenson schrieb diese Geschichte, noch bevor Freud seine Theorie vom Über-Ich und dem dem gegenübergestellten Es ins Leben rief, und greift Gedanken vor, auf die dann später auch Hermann Hesse im Steppenwolf kommt. Mit anderen Worten, Stephenson erschuff einen Archetyp, ähnlich Stokers Dracula oder Shelleys Frankenstein-Monster, jedoch mit einem gar nicht so kleinen Unterschied: kommt doch beim Jekyll und Hyde-Mythos die Bedrohung aus dem Innersten des Menschen selbst, und ist keine Bedrohung durch whatsoever von Außen durch ein dämonisches oder überirdisches Wesen.

Eine Geschichte also, die nicht weniger als den uralten Kampf im Herzen der Menschen reflektiert, die Entscheidung zu treffen zwischen der guten und der bösen Handlung. Hier die Stummfilmfassung von 1920 von John S. Robertson:

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