Omen, The (2006)

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There is nothing to be afraid of. I promise”Stimmt. Leider.

Originaltitel: Omen, The
Herstellungsland: USA 2006
Regie: John Moore
Darsteller: Liev Schreiber Mia Farrow, David Thewlis, Michael Gambon, Pete Postlethwaite

★★☆☆☆

The Omen Remake

Die Zeichen sind wie immer sehr deutlich, zumindest wenn man sie richtig hininterpretiert. Die Geburt von Satans Sohn steht bevor. Das merkt man zwar im Vatikan, sieht aber nicht ein irgendwas zu unternehmen. Derweil erblickt der Sprössling des Leibhaftigen denn auch mal wieder das Licht der Welt und man schafft es ihm dem Hiwi des amtierenden US-Diplomaten in Rom anzudrehen, indem man behauptet sein eigenes Kind sei bei der Geburt verstorben. Robert Thorne (Liev Schreiber), lässt sich auf den Deal ein und erzählt nichtmal seiner Frau (Julia Stiles), das sie irgendein fremdes italienisches Kind großziehen. Ein paar Jahre ziehen ins Land und pünktlich zum Sechsten Geburtstag werden beim kleinen Damien (Muffiges Kind) die Teufelsgene aktiv. In seinem Umfeld kommt es zu merkwürdigen Todesfällen, seine Super-Nanny ist ausgesprochen creepy und die Mutter beginnt Unheil zu wittern. Zudem taucht ein zugedrogter Priester auf, der Thorne warnt und ihm nahelegt Damien beizeiten den Garaus zu machen. Zusammen mit dem Fotografen Jennings (David Thewlis) beginnt er die seltsamen Vorzeichen und Bibel-Limmericks zu untersuchen und bald schon wird sein verdacht zur Gewissheit….

Was soll man zu dem Film sagen? Erstmal wohl dass John Moore anscheinend so gar keinen Bock drauf hatte. Anders lässt sich nicht erklären, wie man einen derartig faden 1:1 Aufguss eines soliden Gruselklassikers abliefern kann. Wer das Original kennt, dessen Drehbuch hier bis auf Unwichtigkeiten unverändert, übernommen wurde, der wird mit diesem Film keinen Spaß haben. Kein Schock, keine Szene die überrascht – höchstens dadurch dass sie hastiger und optisch langweiliger abgehandelt wird als in Richard Donners Fassung. Wie ein Beamter der mit dem Klemmbrett in der Hand Szenen abhakt, leiert Moore die bekannten Stellen herunter.

Es mag mangelnde Erfahrung oder einfach fehlendes Talent sein, aber optisch ist der Film absolut unspektakulär. Wer in einer Stadt wie London oder Rom dreht und es nicht schafft die dortigen Bauten in große, kinogemäße Bilder zu fassen, der versteht sein Handwerk einfach nicht. Moore scheut Totalen und flüchtet sich meist in eine lahme Fernsehoptik die so gar keine Spannung aufkommen lässt. Dialoge sind brav in Schuß/Gegenschuß immer schön brav über die Schulter guckend gefilmt. Liev Schreiber und David Thewlis mühen sich redlich ihren Rollen Leben einzuhauchen, aber gegen die fade Inszenierung kommen sie einfach nicht an. Selbst Parademimen wie Pete Postlewait und Michal Gambon können n ihren fast Cameo-Auftritten die verfahrene Situation nicht mehr retten.

Es gibt die Anekdote über George Lucas, einem weiteren Regisseur der sich nicht auf Schauspielführung versteht, dass seine einzigen Anweisungen an die Akteure stets “faster and more intense” gewesen seien. John Moore scheint sich daran zu halten, nur das er sich auf “mach hinne, ich will nach Hause” beschränkt. Jede dramatische Szene des Original wird inhaltlich identisch abgespult, nur ohne einen Funken Raffinesse, was Spannungsaufbau, Montage und Dramaturgie angeht. Das Einzige was ihm einfällt um das Publikum wenigstens Ansatzweise zu erschrecken, sind die abgedroschensten Buh-jemand-springt-ins-Bild-Momente die man in den letzten Jahren gesehen hat.

Die Musik von Marco Beltrami, die sonst auch nicht aus dem Tran kommt und belanglos dahindümpelt (und natürlich an keiner Stelle die düstere Intensität von Goldsmith-Originalscore erreicht) kreischt in diesen Buh-Momenten dann hysterisch los, als gelte es fehlende Spannung durch Lautstärke wettzumachen. . Bis auf ein Bild von Pete Postlewait der im Regen unter einer Brücke steht, ist wirklich kein schönes Bild, kein inspirierter Moment zu spüren. Selbst in Fernsehserien sieht man mittlerweile besser komponierte Bilder. Kameramann Jonathan Sela (zuletzt im verbotenen Kannibalen-Film Rhothenburg am Werk), hat so gar kein Händchen etwas ins rechte Licht oder Bild zu setzen. Die Entscheidung ihn mit diesem Regisseur zu koppeln, kann nur als fatal bezeichnet werden. Selbst im Versuch den Film als eigenständiges Werk zu sehen und ihn nicht mit dem Original zu vergleichen, fällt für das neue Omen wenig schmeichelhaft aus.
Der Film ist bis auf die paar Buh-Effekte einfach stinkend langweilig. Er schafft es nie eine permanente Bedrohung zu kreieren, die ungute Grundstimmung vom nahenden Weltende, die eine solche Story braucht um das Publikum bei der Stange zu halten. Mit der Subtilität einer Abrissbirne plärrt Moore seinen Zuschauern alle Fakten unelegant ins Gesicht, Keine Zeit für Andeutungen, Geheimnisse, Zweifel.
Das er zudem ein Kind gecastet hat, das außer einem quengelig-muffigen Gesichtsausdruck so gar keine Mimik hat, geschweige denn bedrohlich wirkt, hilft dem ganzen auch nicht wirklich. Es mag ja schwer sein, gute Jungschauspieler zu finden die sechs oder sieben sind, aber unmöglich ist dies nicht. Die Filmgeschichte ist voll von Beispielen in denen Kinder sehr überzeugend bösartige, bedrohliche Figuren gespielt haben, aber dieser neue Damien ist es einfach nicht. Das hatte ich schon bei der Ansicht des Trailers gedacht, hoffte aber das der fertige Film etwas mehr aus dem Knaben herausholen würde. In einer Szene fällt er seiner Mutter auf die Nerven, indem er ein lautlärmendes Videospiel zockt – hätten die Macher einen Hauch Humor gehabt, hätten sie ihn DOOM spielen lassen, aber so wird auch dieser Moment ein weiteres Moment biederer Langeweile.
Nichtmal die Mia “Rosemarys Baby” Farrow, die im Film eigentlich genauso durchgeknallt wirkt wie man sie aus den Interviews nach der Trennung von Woody Allen kennt (und die die letzte Person wäre, der man ein Kind anvertrauen möchte), schafft es wirkliche Spannung zu erzeugen. Sie wirkt als Supernanny zwar hinreichend creepy und ihre Frisur gibt dem Wort Spliss eine ganz neue Bedeutung, aber ihre Szenen sind viel zu kurz, als das man ihren Fanatismus wirklich spüren könnte. Egal ob sie Damien jetzt mit wilden, blutigen Erdbeeren füttert (eine Stuart Hagman/ Bergmann-Referenz? – Wahrscheinlich nicht, das traue ich dem Regisseur nicht zu) oder sie ihn in seinem “subtil” mit 666-Mustertapeten dekorierten Raum von einem Rottweiler beschützen lässt, steht’s ist die Szene vorbei, ehe sie ihr volles Potential ausspielen konnte. Die Todesszenen und Actionmomente werden genauso lieblos runtergespult, statt gutem Schnitt gibt es Kameragewackel und statt Suspense beim Ablauf der dämonischen Unfälle gibt es hastige Zack-Peng-Tote Momente.

Wurde im Original, ähnlich wie später in den “Final Destination”-Filmen, liebevoll aufgebaut wie sich ein Kette von Zufällen zur Tragödie steigert, so passieren die Sachen im neuen Omen einfach ohne großes Vorspiel. Das ist vielleicht im falle der Enthauptung Jennings eklig, aber wenig überraschend oder gar spannend.

Die Unlust Moores zeigt sich bis ins letzte Detail, das er den Film zwar heute spielen lässt, sich aber weigert das Drehbuch auch nur einen Jota an die heutige Zeit anzupassen. Als gäbe es im Profibereich keine Digitalkameras mit sehr hoher Auflösung muss Fotograf Jennings weiterhin seine ganze Bude mit analogen Abzügen zukleistern und benutzt um Details zu erkennen eine Lupe anstatt ein Bild einzuscannen und am Rechner zu vergrößern. Auf die Idee die Bibelreferenzen im Internet zu recherchieren kommen Thorne und Jennings ebenso wenig, wie sie ansonsten den gesunden Menschenverstand gebrauchen. Logische Fehler konnte man im Original verschmerzen, waren sie doch eingebettet in eine stimmungsvolle, unheilschwangere Atmosphäre, hier jedoch werden einem die Plotlöcher schmerzlich bewusst.

Fazit: Wer das Original kennt sollte sich das Remake schenken. Wer das Original nicht kennt, sollte sich das Remake auch schenken und das Original gefälligst gucken. Und John Moore sollte doch das nächste Mal wenn ihn ein Projekt so gar nicht interessiert lieber weniger ans Geld und mehr an die Zuschauer denken und uns mit diesem faden Einheitsbrei verschonen. The Omen ist neben The Fog der heißeste Anwärter auf das lausigste Remake eines Klassikers innerhalb der letzten 12 Monate. Wenn man den Film gesehen hat, versteht man warum er kaum beworben wurde: “Its the end of the world as we know it,and I feel bored.” Diesem Satz von Kritiker Scott Weinberg lässt sich wenig hinzufügen.

Als nächstes kommt dann ja wohl die Neuverfilmung von “Wenn die Gondeln Trauer tragen.”
Creutz.

In : Review

About the author

Batzman (Oliver Lysiak)
Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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