Review

The Squid and the Whale

Standard, 27. 7. 2006, Batzman (Oliver Lysiak), 1 Kommentar

„Don’t be difficult „

Originaltitel: Squid and the Whale, The
Herstellungsland: USA 2006
Regie: Noah Baumbach
Darsteller: Jeff Daniels, Laura Linney, Jesse Eisenberg, Owen Kline, Halley Feiffer, William Baldwin

[rating:4.5]

Squid an dthe whale

New York 1986, die beiden Brüder Frank und Walt sind in privilegierten Verhältnissen aufgewachsen. Der Vater Literatur-Professor und Buchautor, die Mutter ebenfalls eine Intellektuelle die sich schriftstellerisch langsam emanzipiert. Familienoberhaupt Bernard Berkmann hat zu allem eine Meinung und kategorisiert Kunst oder Menschen rigoros. Die organisierte Welt bekommt jedoch Risse, als sich das Paar, nach Jahren unbewältigter Spannungen für die Kinder überraschend trennt.

Gegen ihren Willen werden der junge Frank und sein älterer Bruder Walt gezwungen sich auf eine Seiten zu stellen, versuchen beide Elternteile sie für sich einzunehmen und merken nicht, dass ihre „unkomplizierte Offenheit“ mit der sie über alle Probleme mit den Kindern reden, diese hoffnungslos überfordert. Jeder der beiden Jungen geht auf unterschiedliche Weise mit der Situation um, Frank beginnt zu trinken, irritiert in der Schule durch sexuellen Vandalismus, Walt versucht dem idealisierten Vater nachzueifern und scheitert, als dessen Heiligenschein zu verblassen beginnt.

Noah Baumbachs autobiographischer Film ist eine wunderbare, unspektakuläre und genau beobachtete Geschichte einer Mittelstandskatastrophe. Weniger laut als „Kramer gegen Kramer“, weniger rührseelig als der typische TV-Movie der Woche, werden hier hochintelligente Menschen vorgeführt, die trotz aller Bildung, trotz allem Einfühlungsvermögen nicht in der Lage sind mit den Widrigkeiten des Alltags und der Familie umzugehen.

Das angekratzte Ego Bernhards (überraschend differenziert und glaubwürdig verkörpert von Jeff Daniels), der mit dem Verlust seiner Autorität nicht klar kommt, der so an seine Überlegenheit gewöhnt ist, das er nicht mal gegen seinen jüngsten Sohn beim Tischtennis verlieren kann ohne zu diskutieren, wird ebenso fein herausgearbeitet, wie die Verwirrung der beiden Söhne, die sich plötzlich mit einer Situation auseinandersetzen müssen, die sie nur aus dem Freundeskreis kannten, aber bei ihren perfekten, lockeren, gebildeten Eltern nicht erwartet hätten. Vater Bernhards Standardsatz mit der er versucht alle Probleme wegzuschieben ist „Don’t be difficult“ Sei jetzt nicht schwierig.

Aber das Leben ist nun einmal schwierig, auch wenn man zur Bildungselite gehört, einige Dinge lassen sich eben nicht rein intellektuell erfassen.In ruhigen Szene, nur sporadisch mit Musik unterlegt (u.a. einer wunderbaren Coverversion von Pink Floyds „Hey you“) entfaltet sich eine unaufgeregt-anrührende, bisweilen tragikomische Geschichte, mit hohem Unterhaltungswert. Jesse Eisenberg (zuletzt in Wes Cravens Werwolf-Heuler „Cursed“ zu sehen) und Owen Kline, Sohn des Schauspielers Kevin Kline, als Walt und Frank überzeugen ebenso, wie Laura Linney als Mutter und William Baldwin als ihr neuer Freund.

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1 Kommentar

  • Reply Der Greenberg-Neurotiker-Test: Nur 35%??? | Die Fünf Filmfreunde 27. 3. 2010 at 12:59

    […] nochmal der Trailer zu, am 1.4. startenden “Greenberg” von Noah Baumbach, dessen “Der Tintenfisch und der Wal” ich ja ziemlich großartig fand […]

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