The Squid and the Whale

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“Don’t be difficult “

Originaltitel: Squid and the Whale, The
Herstellungsland: USA 2006
Regie: Noah Baumbach
Darsteller: Jeff Daniels, Laura Linney, Jesse Eisenberg, Owen Kline, Halley Feiffer, William Baldwin

★★★★½

Squid an dthe whale

New York 1986, die beiden Brüder Frank und Walt sind in privilegierten Verhältnissen aufgewachsen. Der Vater Literatur-Professor und Buchautor, die Mutter ebenfalls eine Intellektuelle die sich schriftstellerisch langsam emanzipiert. Familienoberhaupt Bernard Berkmann hat zu allem eine Meinung und kategorisiert Kunst oder Menschen rigoros. Die organisierte Welt bekommt jedoch Risse, als sich das Paar, nach Jahren unbewältigter Spannungen für die Kinder überraschend trennt.

Gegen ihren Willen werden der junge Frank und sein älterer Bruder Walt gezwungen sich auf eine Seiten zu stellen, versuchen beide Elternteile sie für sich einzunehmen und merken nicht, dass ihre “unkomplizierte Offenheit” mit der sie über alle Probleme mit den Kindern reden, diese hoffnungslos überfordert. Jeder der beiden Jungen geht auf unterschiedliche Weise mit der Situation um, Frank beginnt zu trinken, irritiert in der Schule durch sexuellen Vandalismus, Walt versucht dem idealisierten Vater nachzueifern und scheitert, als dessen Heiligenschein zu verblassen beginnt.

Noah Baumbachs autobiographischer Film ist eine wunderbare, unspektakuläre und genau beobachtete Geschichte einer Mittelstandskatastrophe. Weniger laut als “Kramer gegen Kramer”, weniger rührseelig als der typische TV-Movie der Woche, werden hier hochintelligente Menschen vorgeführt, die trotz aller Bildung, trotz allem Einfühlungsvermögen nicht in der Lage sind mit den Widrigkeiten des Alltags und der Familie umzugehen.

Das angekratzte Ego Bernhards (überraschend differenziert und glaubwürdig verkörpert von Jeff Daniels), der mit dem Verlust seiner Autorität nicht klar kommt, der so an seine Überlegenheit gewöhnt ist, das er nicht mal gegen seinen jüngsten Sohn beim Tischtennis verlieren kann ohne zu diskutieren, wird ebenso fein herausgearbeitet, wie die Verwirrung der beiden Söhne, die sich plötzlich mit einer Situation auseinandersetzen müssen, die sie nur aus dem Freundeskreis kannten, aber bei ihren perfekten, lockeren, gebildeten Eltern nicht erwartet hätten. Vater Bernhards Standardsatz mit der er versucht alle Probleme wegzuschieben ist “Don’t be difficult” Sei jetzt nicht schwierig.

Aber das Leben ist nun einmal schwierig, auch wenn man zur Bildungselite gehört, einige Dinge lassen sich eben nicht rein intellektuell erfassen.In ruhigen Szene, nur sporadisch mit Musik unterlegt (u.a. einer wunderbaren Coverversion von Pink Floyds “Hey you”) entfaltet sich eine unaufgeregt-anrührende, bisweilen tragikomische Geschichte, mit hohem Unterhaltungswert. Jesse Eisenberg (zuletzt in Wes Cravens Werwolf-Heuler “Cursed” zu sehen) und Owen Kline, Sohn des Schauspielers Kevin Kline, als Walt und Frank überzeugen ebenso, wie Laura Linney als Mutter und William Baldwin als ihr neuer Freund.

In : Review

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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    officialgaygeeks:

    That lightsaber sound lol


    Get the My Neighbor Groot shirt http://buff.ly/1EFUcA2 http://ift.tt/1BEBgm8

    11/16/14

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    pennyfornasa:

    Putting The Cost Of The ESA’s Rosetta Mission In Perspective

    "So what do we get for our €1.4bn? Rosetta is both an astounding feat of engineering (catapulting a tonne of spacecraft across millions of kilometres of space and ending up in orbit around a comet just 4 km across) and an extraordinary opportunity for science (allowing us to examine the surface of a lump of rock and ice which dates from when the Solar System formed).

    Like a lot of blue-skies science, it’s very hard to put a value on the mission. First, there are the immediate spin-offs like engineering know-how; then, the knowledge accrued, which could inform our understanding of our cosmic origins, amongst other things; and finally, the inspirational value of this audacious feat in which we can all share, including the next generation of scientists.

    Whilst those things are hard to price precisely, in common with other blue-skies scientific projects, Rosetta is cheap. At €1.4bn, developing, building, launching and learning from the mission will cost about the same as 4.2 Airbus A380s—pretty impressive when you consider that it’s an entirely bespoke robotic spacecraft, not a production airliner. On a more everyday scale, it’s cost European citizens somewhere around twenty Euro cents per person per year since the project began in 1996.

    Rosetta has already sent us some stunning images of Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko and today’s landing will, with any luck, provide us with our first close-up glimpse of the chaotic surface of this dirty snowball. If you’re a sci-fi fan, then, you might consider the mission to have been worth its price tag just for the pictures. The total cost for the Rosetta mission is about €3.50 per person in Europe; based on the average cinema ticket price in the UK (€8.50), it has cost less than half of what it will cost for you to go to see Interstellar.”

    Via Scienceogram: http://scienceogram.org/blog/2014/11/rosetta-comet-esa-lander-cost/

    Find Out How Budget Cuts Canceled NASA’s Own Comet Landing Mission: http://www.penny4nasa.org/2014/11/11/how-budget-cuts-canceled-nasa-own-rosetta-comet-landing-mission/

    11/15/14

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    meatbicyclevevo:

    i never wanted this to end

    10/20/14

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    iambluedog:

    Life is too short to be holding on to old grudges

    10/20/14

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    10/09/14