“Wooooowwww”

The Fantastic Four – USA 2005





Einer der Filme deren Trailer schon so nichtssagend war, das ich mir den Film für einen
DVD-Abend aufhob. Vier Astronauten wollen irgendeine Radioaktive Wolke im Weltraum beobachten, etwas geht schief, sie mutieren nach und nach zu Elastikmann, Unsichtbare Frau, Streichholzmann und Ziegelwandmann. Achja ihr Auftraggeber hat auch was abbekommen und wird kurz vor Schluß des ereignislosen Films zu Dr. Kapuzenmännchen und will die Weltherrschaft oder Pfandwertbriefe oder was Superbösewichte halt so wollen.
Was ist es eigentlich mit Stan Lee-Comics, das sie so wahnsinnig tiefgründig sein soll? Vielleicht muß man amerikanische Maßstäbe anlegen, aber die meisten Stories der Comiclegende sind doch genau genommen ziemlich doof. Gegen die Backgroundstories von Spider-Man, Hulk und Fanta4 wirken doch Superman und Batman wie Shakespeare.
Der ganze Film ist einer der unspektakulärsten Blockbuster die ich gesehen habe. Nichts dagegen das in einem Superheldenfilm auch mal geredet wird, X-Men sind ein gutes Beispiel für interessante Charakterzeichnungen in dem Genre, aber bei den Fanta4 passiert wirklich nix. Das ganze sieht aus und fühlt sich an wie ein Samstagmorgen-Cartoon.
Die Tricks sind absolut unterdurchschnittlich, das Ding alias Ziegelwandmann sieht in jeder Sekunde aus wie ein Schauspieler im Gummikostüm, keien Spur von Gravitas und echtem Stein.. und Elastomann darf einige der hingepfuschtesten Morph-Stretcheffekte der letzten 10 Jahre vorführen. Wo auch immer die 100 Millionen Dollar-Budget hinverschwunden sind – auf der Leinwand sieht man nichts davon, vielleicht sollte man mal prüfen, ob einige der Beteiligten jüngst größere Anschaffungen getätigt haben.
Inhaltlich wird Fanta4 locker von der Disney-Familienkomödie Sky High in die Tasche gesteckt, die zudem auch die interessanteren Bilder und Hauptdarsteller aufweisen kann.
Die meiste Zeit des Films entdecken die Figuren das sie jetzt Superkräfte haben. Und reden darüber.. und stellen fest das sie imme rnoch Superkräfte haben. Und machen flache Witzchen, das es die Sau graust.
Wenn ich bei den “Youre hot“-Sprüchen von Streichholzmann im Trailer schon dachte, das es blöder nicht geht, dann habe ich die Imagination der Autoren deutlich unterschätzt. Phasenweise setzt die spärliche Handlung dann auch gern mal ganz aus, um mit Soundtrack-Pop unterlegt Montagen zu zeigen, in der die Superhelden herumkaspern. Haha Elastomann sitzt auf dem Klo und das Papier ist alle.. aber er hat ja superlange Arme! Hui, Unsichtbare Frau steht nackt im Bad aber man sieht nix! Lustig! Jaha! Das Ding macht versehntlich irgendwas kaputt. Und kaputt und kaputt.. und kaputt.
Das ist wie die Titten-hüpfen-in-Zeitlupe-Szenen aus Baywatch, nur ohne Titten.
Der einzige Schenkelklopfer auf dem man unerklärlicherweise verzichtet ist das Elastoman sagt: Zieh an meinem Finger – aber wahrscheinlich spart man sich den Brüller für die Fortsetzung.
Regisseur Tim Story, der bisher irgendwelche belanglosen Rasierstubenklamotten gedreht hat, hat absolut kein Gespür für Bilder und kurbelt die Story herunter wie eine TV-Special. Nahaufnahme an Nahaufnahme. Dummer Witz an dummer Witz. Captain Kalau und seine Bande.
Danke, Sie können jetzt gehen.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Juli 28th, 2006 •
- 5 Kommentare
- Schlagwörter: Comics, Fantastic Four, Review
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