Good Night and Good Luck

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Do you have no decency…

Good night and good luck

Good Night and good luck – USA 2005

★★★½☆

George Clooney zweite Regiearbeit nach "Confessions of a dangerous mind" erzählt die Story des Fernsehjournalisten Edward R. Murrow, der in den 50er Jahren den Kampf gegen Senator McCarthy und dessen fanatische Jagd auf vermeintliche Kommunisten aufnimmt und letztlich unterliegt, nachdem die Sponsoren seiner Sendung aus Angst anzuecken nach udn nach abspringen.
Im Gegensatz zum verspielten Erstling, setzt Clooney hier auf Minimalismus. Die strengen, stylishen schwarz/weiß-Bilder lassen keinen Platz für Experimente und Effekhaschrei. Fast dokumentarisch und in langen, sehr ruhigen Einstellungen erzählt er seine Geschichte. In sorgfältig ausgewählten Original-Aufnahmen spielt sich Joesph McCarthy quasi selber und gibt tiefe Einblicke in das Demkoratieverständnis dieses Mannes, der in vielen heutigen Politikern seinen geistigen Nachfolger fand. Als politisches Zeitdokument und Mahnung ist der Film gut gelungen, verschafft er doch einen Einblick in Vorgänge die heute unter anderen Vorzeichen wieder drohen oder schon Realität sind.
Was Clooney Werk, im Gegensatz zum ebenfalls hochpolitischen Syrianna, etwas anstrengend macht ist die reine Fokussierung auf die Fakten. Emotional lassen einen die Figuren alle seltsam kalt, da sie sich im wesentlichen über ihre Funktion definieren. Das Clooney auf reißerische Momente und dramatische Zuspitzungen verzichtet, macht den Film einerseits angenehm realistisch, verhindert aber auch, daß man wirklich mitfiebert. Eine zwingender Strudel, der einen in die Story zieht, entwickelt sich nicht, man schaut ihn sich eben aus Interesse an, nicht weil er einen wirklich packt.
Dennoch sehenswert, wenn man die nötige Konzentration mitbringt.


Renington meint:

Das ist doch wirklich mal Quatsch und 3 1/2 Sterne für so einen leisen und genialen Film wirklich mal sehr ungerecht.

Ganz im Ernst, nur weil der Film seine Figuren leise gestaltet, heißt das nicht, dass er “kalt” sei, im Gegenteil, die immer wieder eingestreuten Szenen im Jazz-Club lassen den Film und seine Handlung zutiefst menschlich erscheinen.

Dieser Film ist ein flammendes Plädoyer für die Freiheit, und wenn er seine Einstellung nicht herausbrüllt, dann vielleicht aus dem Grund, den schon Tracey Chapman wusste: „Talking about a Revolution sounds like a Whisper“

„Dieses Instrument kann lehren, es kann aufklären, ja: es kann sogar inspirieren. Aber das kann es nur in dem Maße, in dem Menschen entschlossen sind, es genau zu diesen Zwecken einzusetzen. Anderenfalls sind es nur viele Kabel und Leuchten. In einem Schrank. Gute Nacht, und viel Glück.”

★★★★½

In : Review

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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