Die Stories um Roger Corman-Filme sind Legende. Er der es immer schaffte auch mit Minimalstbudgets Filme zu stemmen, von denen viele zu Recht als Mini-Klassiker und Trash-Perlen verehrt werden. Ungezählt die Regisseure und Schauspieler die ihre Karriere bei Corman begannen oder beendeten. Von Boris Karloff, Vincent Price, Peter Cushing und Jack Nicholson bis Joe Dante, James Cameron bis Bruce Dern.

Eine der am häufigsten Nacherzählten Anekdoten rankt sich um "Little Shop of Horrors", der angeblich nur gedreht wurde, weil Corman eine Kulisse rumstehen sah, die ihm gefiel. Diese sollte aber abgerissen werden. Er handelte einen Deal aus, dass er innerhalb einer Woche einen kompletten Film schreiben und in zwei Tagen drehen könnte, der diese Kulisse nutzte.
Es klappte (fast – aber die Erwähnung von Nachdrehs würde die Anekdote zerstören) und binnen Rekordzeit wurde die abstruse Geschichte rund um einen schüchternen Blumenverkäufer und seine fleischfressende Lieblingspflanze geboren: Little Shop of Horrors.
Seymour Krelboined entdeckt eine seltsame neue Venusfliegenfallenart, die immer dann enomrn wächst, wenn man ihr Blut zu fressen gibt. Erst durch Zufall, später bewusst verfüttert Seymour Einbrecher und Nachbarn an die unersättliche Pflanze, die nichts geringeres als die Weltherrschaft anstrebt.
Der billige kleine Streifen, der bewusst auf Übertreibung und absurd-schwarzen Humor setzte, fand sein Publikum und wurde, wie so viele Corman-Produktionen, zum Kultfilm. Mittlerweile ist auch er ins Public Domain gefallen und kann deswegen kostenlos im Internet angesehen und heruntergeladen werden.

Jahre später entdeckten die späteren Disney-Hauskomponisten Alan Mencken und Howard Ashman "Little Shop of Horrors" neu und nahmen ihn als Grundlage für das gleichnamige Broadway-Musical.
Dies war derartig erfolgreich, daß sich Frank Oz und der Plattenmogul David Geffen zusammentaten um die wirklich gelungene Filmversion des Musicals zu drehen. Vom Film zur Bühne und zurück.
Mit Starbesetzung: Steve Martin, Rick Moranis, Bill Murray, John Candy und die göttlich kieksende Ellen Green (von der sich Uma Thurman in “The Producers” einiges hätte abgucken können).
Unvergessen bleiben die Auftritte des singenden sadistischen Zahnarztes, die swingenden Erzählerinnen die einen Griechischen Chorus abgaben und die auch heute noch unglaublich gut animierte, rockende, rollende, fressende und groovende Pflanze Audrey II. Ein in Zeiten von Computeranimation wohl nie wieder erreichtes Meisterstück des animatronischen Puppenspiels.
Einziger Wemutstropfen des Films ist das Happy-End, welches nach entäuschenden Testvorführungen das aufwendige Originalende ersetzte. Seit Jahren kursieren Gerüchte, dass David Geffen plane, den Film nocheinmal zu überarbeiten und dann mit dem eigentlichen apokalyptischen Ende wieder in die Kinos zu bringen. Der untenstehende Rohschnitt, vermittelt einen ungefähren Eindruck davon, was man verpasst hat.
Bis dahin bleiben einem dank Cormans-Imagination zwei schwarze Kultklassiker, die beide das wiederholte Ansehen lohnen.
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- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Juli 28th, 2006 •
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- Schlagwörter: Classics, Little Shop Of Horrors, Roger Corman
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