The Fog (2005)

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"What the F..og???"

Originaltitel: Fog, The
Herstellungsland: USA 2005
Regie: Rupert Wainwright
Darsteller: Tom Welling, Maggie Grace, Selma Blair

★★☆☆☆

What the fog?

Das Leben ist nicht sehr nett zu John Carpenter und mittlerweile scheint er sich auch daran gewöhnt zu haben. Immerhin leiht er diesem Gurkenremake seines Klassikers "The Fog " seinen Namen als Co-Producer. Wie sagt er in Interviews: "Solange Sie mich bezahlen, ist es mir egal."
Wenn man sieht wie die Filmindustrie ihn behandelt, kann man die Verbitterung und den Zynismus nachvollziehen.

Die "Handlung", wenn man das denn so nennen will: Irgendwann haben die Vorväter der heutigen Inselbewohner von Antonia Bay (Oder Antonia Island? – Der Film scheint sich da nicht sicher zu sein) mal die Bewohner einer Leprakolonie auf See ausgesetzt. Die haben das bis heute nicht verknusen können und machen nun unterstützt vom titelgebenden Nebel Jagd auf die Nachkommen der Vorväter. Oder so ähnlich.  Im Wesentlichen wumbelt beständig Nebel durchs Bild, macht Scharaden und ab und zu kommt ne Leprahackfresse und macht Buh! –  aber nicht zu doll Buh! denn der Film wurde ja für ein PG13-Rating produziert und ist deswegen auch nur halb so spannend wie ein Klassenausflug ins Landesmuseum.

Die Besetzung besteht, passend zur avisierten Zielgruppe (12jr mit Schlafstörung) aus irgendwelchen 08/15-Gucki-Visagen aus dem Fernsehen. Tom Welling der Superbubi aus Smallville ist dabei, genau wie eine Tante aus Lost und ein lustiger Nebenrollenneger, der einem schon bald auf den Sack geht. Vieleicht haben die Schauspieler ja Talent, aber mit dem was ihnen das Drehbuch statt Dialogen offeriert können sie wenig anstellen.
Rupert Wainwright, vorbestraft wegen der mutwilligen Inszenierung des unterirdischen Stigmata (und des – erinnert sich noch wer dran? – M.C. Hammer Films ), hat dieses Remake ohne einen Funken Inspiration und Gespür für Situationen und Bilder heruntergedreht. Es kommt einfach  partout keine Spannung auf. Selbst die genretypischen Buh-Effekte, untermalt von kreischiger Musik sind so meilenweit absehbar, das auch extrem schreckhafte Personen gefahrlos weiterdösen werden. Das Ende des ganzen macht dann überhaupt keinen Sinn mehr, genausowenig wie hinter den Attacken der LepraGeister irgendeine Kontinuität oder innere Logik steckt. Mal reicht eine Berührung von ihnen aus um einer älteren Dame nachhaltig den Teint zu ruinieren, mal verursachen sie nur langsames wegschimmeln oder nutzen herumliegende Gegenstände um ihre Opfer zu verjenseitigen. Die "Hinweise" auf des Rätsels Lösung werden zwar über den Film verstreut, lassen aber so bald erahnen wo der Hase hinläuft, das nicht ein Futzel Suspense aufkommen mag.
Alles wirkt zusammengestusselt ohne das es je ein ganzes ergibt. Selbst die musikalische Untermalung dümpelt ohne einen Hauch von Originalität dahin. Ich war schon kein großer Fan des Originals, er zählt für mich eindeutig zu Carpenters schwächsten Frühwerken, aber immerhin wußte er wie man Spannung erzeugt und einzelne Tableaus gruselmaximiert. Auch seine Besetzung, allen vorran Adrien Barbeau war um ein vielfaches glaubwürdiger als die geleckten Teenie-Kleiderständer, denen man kaum abnimmt rauhe, eigenwillige, wettergebeutelte Bewohner einer Insel zu sein.
Was bleibt ist ein im wahrsten Sinne des Wortes blutleeres Remake, eines leidlich spannenden Gruselklassikers. Überflüssig wie ein Schuß ins Knie und wirklich nur als Ersatz für Johanniskrauttropfen zu empfehlen.

Remakes müssen keien Totalausfälle sein – Carpenter selbst hat das mit seinem bis heute unübertroffenen Remake von "The Thing" bewiesen. aber nach dieser Gurke sehe ich den angekündigten Neuverfilmungen von "Halloween", und "Evil Dead" mit einigen Magenschmerzen entgegen.

Und bitte: Irgendjemand soll Rupert Wainwright doch bitte die Umschulung zum… ähh es wird doch irgendwas geben was er kann, und was nicht mit Film zu tun hat.. zahlen.

__
Interview mit John Carpenter zum The Fog Remake

In : Review

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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    officialgaygeeks:

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    11/16/14

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    pennyfornasa:

    Putting The Cost Of The ESA’s Rosetta Mission In Perspective

    "So what do we get for our €1.4bn? Rosetta is both an astounding feat of engineering (catapulting a tonne of spacecraft across millions of kilometres of space and ending up in orbit around a comet just 4 km across) and an extraordinary opportunity for science (allowing us to examine the surface of a lump of rock and ice which dates from when the Solar System formed).

    Like a lot of blue-skies science, it’s very hard to put a value on the mission. First, there are the immediate spin-offs like engineering know-how; then, the knowledge accrued, which could inform our understanding of our cosmic origins, amongst other things; and finally, the inspirational value of this audacious feat in which we can all share, including the next generation of scientists.

    Whilst those things are hard to price precisely, in common with other blue-skies scientific projects, Rosetta is cheap. At €1.4bn, developing, building, launching and learning from the mission will cost about the same as 4.2 Airbus A380s—pretty impressive when you consider that it’s an entirely bespoke robotic spacecraft, not a production airliner. On a more everyday scale, it’s cost European citizens somewhere around twenty Euro cents per person per year since the project began in 1996.

    Rosetta has already sent us some stunning images of Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko and today’s landing will, with any luck, provide us with our first close-up glimpse of the chaotic surface of this dirty snowball. If you’re a sci-fi fan, then, you might consider the mission to have been worth its price tag just for the pictures. The total cost for the Rosetta mission is about €3.50 per person in Europe; based on the average cinema ticket price in the UK (€8.50), it has cost less than half of what it will cost for you to go to see Interstellar.”

    Via Scienceogram: http://scienceogram.org/blog/2014/11/rosetta-comet-esa-lander-cost/

    Find Out How Budget Cuts Canceled NASA’s Own Comet Landing Mission: http://www.penny4nasa.org/2014/11/11/how-budget-cuts-canceled-nasa-own-rosetta-comet-landing-mission/

    11/15/14

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    10/20/14

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