Queer Duck – The Movie

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“Im gay as a goose!”

Originaltitel: Queer Duck: The Movie
Herstellungsland: USA 2006
Regie: Xeth Feinberg
Darsteller: Kevin J. Bullock, Conan O’Brian, David Duchovny, Billy West, Maurice LaMarche

★★★☆☆

Sagte man Bugs Bunny schon immer nach, das er als Zicke par Excellence mehr als nur ein bißchen schwules Gehabe an den Tag legte (von seiner Vorliebe für Frauenkleider mal ganz zu schweigen), so trat mit Queer Duck ein entfernter Verwandter von Bugs Bunnies Kollegen Duffy Duck auf den Plan, um vollends zu beweisen, das Cartoonfiguren durchaus nicht asexuell sein müssen.

Queer Duck

Queer Duck, der aussieht wie eine Mischung aus Plucky von den Tiny Toons und Schwester Stefanie ist eine Schwuppe wie sie im Buche steht: Zickig, ironisch, bösartig, geistreich.  Zusammen mit seinem Boyfriend dem OpenlyGaytor, der Oscar Wilde Cat und dem Bi-Polarbear besteht er die Widrigkeiten des homophilen Alltags. Coming Out bei den Eltern, den KuKluxKlan vor der Tür, Überfallbesuche bei Barbra Streisand, Aufpassen auf den nervigen Neffen, Besuche beim Mardi Gras und lernen wie man aus einer Beerdigung eines Freundes eine Party macht.

Nachdem es einige Jahre ruhiger um den Vogel war, wurde jetzt "Queer Duck – The Movie" veröffentlicht. In einer wilden Tour-de-Force verlässt Queer Duck seinen Lebensabschnittspartner Openly Gator ("Wir sind jetzt sei 18 Monaten zusammen" – "Das ist Silberhochzeit für Schwule..") um in bester "Sunset Boulevard"-Manier mit einer alternden Bühnendiva zusammenzuleben, ja sie sogar zu heiraten. Ihr zuliebe versucht er sich sogar umpolen zu lassen, was kurzfristig zu erfolg führt.
Der ganze Film ist, wenn man sich mit der limited Animation anfreunden kann, ein einziger Schnellfeuerbeschuss mit Anspielungen, Musicalnummern und Pointen. Ob Queer Duck seine "Quentin Crisp"-Chip aus der Tüte futtert oder sein Kumpel Oscar Wildecat in einem Judy Garland-Memorabilia-Shop arbeitet, jede Szene bietet Zitate, Seitenhiebe auf Promis und natürlich doppeldeutige Kommentare. Nicht von ungefähr erinnert die Gagdichte in ihren besten Momenten an die Simpsons.

Hinter Queer Duck steht nämlich kein Unbekannter: Mike Reiss, der nach seiner Anfangszeit bei der legendären Satire Truppe Harvard Lampoon, bereits an etlichen Comedy-Shows fürs US-Fernsehen, als Autor und Produzent mitwirkte (u.a. für die Garry Shandling Show, Die Simpsons und Alf) und Xeth Feinberg. Am bekanntesten dürften hierzulande die Simpsons sein, für die Reiss bis heute als Ausführender Produzent tätig ist – vielleicht nicht ganz zufällig auch eine sehr liberale Serie mit einer durchgehenden schwulen Figur: dem Leibdiener von Mr. Burns, Waylon Smithers.
Obwohl der Autor Reiss bekennender Heterosexueller und verheiratet ist – Queer Duck fand dank seiner witzigen Zickereien auch unter Schwulen viele Fans. Zwar wird mit Tuntenklischees gespielt, werden die Handgelenke angewinkelt und mancher Scherz mit dem Dampfhammer serviert, aber fällt schwer nicht zu grinsen, wenn Queer Ducks nerviger kleiner Neffe Lucky zu Besuch kommt,  einen Film namens „Poke-a-Man“ in den Videorecorder schiebt und sich dann wundert, das es nicht um Pikachu und Konsorten geht. Und spätestens bei Referenzen an doch eher schwulenspezifische Dinge (Wir haben Unmengen Dr.Poppers, ähh Dr. Peppers getrunken.“) wird klar, das Reiss weiß worüber er schreibt.  
Hier können Homos und Heten getrost zusammen lachen – wenn vielleicht auch über unterschiedliche Dinge.

Die 20 Original-Mini-Folgen die der Pay-TV-Sender Showtime als Begleitprogramm der Serie „Queer as Folk“ zeigte, sind  immer noch im Netz zu sehen. Sie sind liebevoll, wenn auch limited animiert und prominent besetzt: Festes Castmitglied ist Cartoon-Allroundtalent Billy West, der auch schon Bugs Bunny, Ren & Stimpy oder dem Helden Fry aus Futurama seine Stimme lieh – und das eingängige Titellied (und eine Gaststimme) stammt von niemand geringerem als der Drag-Queen Institution Ru Paul.

Zur Queer-Duck-Homepage mit allen 20 Folgen

Ein Ausschnit aus “Queer Duck – The Movie” gibts hier zu sehen:

In : Review

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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    pennyfornasa:

    Putting The Cost Of The ESA’s Rosetta Mission In Perspective

    "So what do we get for our €1.4bn? Rosetta is both an astounding feat of engineering (catapulting a tonne of spacecraft across millions of kilometres of space and ending up in orbit around a comet just 4 km across) and an extraordinary opportunity for science (allowing us to examine the surface of a lump of rock and ice which dates from when the Solar System formed).

    Like a lot of blue-skies science, it’s very hard to put a value on the mission. First, there are the immediate spin-offs like engineering know-how; then, the knowledge accrued, which could inform our understanding of our cosmic origins, amongst other things; and finally, the inspirational value of this audacious feat in which we can all share, including the next generation of scientists.

    Whilst those things are hard to price precisely, in common with other blue-skies scientific projects, Rosetta is cheap. At €1.4bn, developing, building, launching and learning from the mission will cost about the same as 4.2 Airbus A380s—pretty impressive when you consider that it’s an entirely bespoke robotic spacecraft, not a production airliner. On a more everyday scale, it’s cost European citizens somewhere around twenty Euro cents per person per year since the project began in 1996.

    Rosetta has already sent us some stunning images of Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko and today’s landing will, with any luck, provide us with our first close-up glimpse of the chaotic surface of this dirty snowball. If you’re a sci-fi fan, then, you might consider the mission to have been worth its price tag just for the pictures. The total cost for the Rosetta mission is about €3.50 per person in Europe; based on the average cinema ticket price in the UK (€8.50), it has cost less than half of what it will cost for you to go to see Interstellar.”

    Via Scienceogram: http://scienceogram.org/blog/2014/11/rosetta-comet-esa-lander-cost/

    Find Out How Budget Cuts Canceled NASA’s Own Comet Landing Mission: http://www.penny4nasa.org/2014/11/11/how-budget-cuts-canceled-nasa-own-rosetta-comet-landing-mission/

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    10/09/14