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No Namby-pamby I’m disturbed because my mommy didn’t breastfeed me ’till i was fifteen nonsense with old Gormsby here!”

Originaltitel: Seven Periods With Mr. Gormsby
Herstellungsland: Neuseeland 2005
Buch / Regie: Danny Mulheron
Darsteller: David McPhail, Jason Hoyte, Thomas Robins, Paul McLaughlin

★★★★☆

Severn Periods with Mr. Gormsby

Eine Sitcom aus Neuseeland? Kommt denn irgendetwas von der grünen Insel, das nicht Peter Jackson heißt? Okay, es gab Das Piano und Whale Rider, aber im wesentlichen war es das bisher, mit weltweit bekannten Unterhaltungsexporten aus dem Stand-In für Mittelerde.
Jetzt gibt es noch etwas, für das man die Kiwis knuddeln möchte. Die bösartige, politisch völlig unkorrekte und so geistreiche, wie wahrhaftige Serie “Seven Periods with Mr. Gormsby “.
Angesiedelt an der fiktiven Tepapawai Boys’ High School, einer öffentlichen Schule in der Nähe Wellingtons, die durch den hohen Anteil von Maori-Schülern und um korrekten “du laß uns drüber reden”-Umgang bemühtem Lehrpersonal ständig vor dem Zusammenbruch steht, erzählt die Serie in sieben Episoden was passiert als der ultrakonservative, zum Teil reaktionäre und keineswegs auf Kuschelpädagogik eingestellte Vertretungslehrer Mr. Gormsby in die politisch überkorrekte Welt der Schule einbricht.

Gormsby soll die 5F übernehmen, die rebellische Problemklasse der Schule die fast nur aus “Kanaken” besteht, wie Gormsby sachlich feststellt. Nachdem die Klasse ihre letzte Lehrerin erfolgreich zurück in ihr Heimatland Indien vertrieben hat, wird es Zeit für die härtere Gangart. Während der Vertrauenslehrer (Nenn mich einfach) Steve, nach außen hin Verständnis heuchelt und ansonsten jede neue Lehrerin flachlegt die in Reichweite ist, bemüht sich Gormsby gar nicht erst irgendwelche Kumpelathmosphäre aufkommen zu lassen.

Nachdem ihm vom entsetzten Rektor das Verprügeln als nicht mehr zeitgemäßes Erziehungsinstrument untersagt wurde, droht er schonmal einem Schüler die Notzüchtigung an, um herauszubekommen wer für Tafelschmierereien verantwortlich ist.

Ob Gormsby nun ohne zu zögern den Musiklehrer als schwul outet und die Klasse 100x aufschreiben lässt “Mr. Morton lässt sich von hinten nehmen – und das ist in Ordnung so.” oder das geheiligte “Whale Rider”-Buch vor versammelter Klasse zerreisst und bemerkt, wenn die Schüler was über Wale lesen wollen, sollen sie gefälligst Moby Dick lesen – Gormsby macht sich wenig Freunde im Kollegium.
Schon bald versucht man ihn rauszuwerfen und seine Festanstellung zu verhindern, aber Gormsby weiß sich zu wehren.

Danny Mulheron, Ex-Peter Jackson Weggefährte, weiß was er aufs Korn nimmt und er schießt nicht mit Platzpatronen. Lacht man in den ersten Folgen noch über die unglaublich chauvinistisch, rassistische Art des rigerosen Lehrers, so weicht die Sichtweise auf Gormsby mit der Zeit einem differenzierteren Blick.

Gormsby ist beleidigend offen, seine Einstellung mag in einigen Bereichen altertümlich sein – etwa wenn er seine Zöglinge zu einer Schulveranstaltung eine Ministrel Show aufführen lässt – aber zumindest nimmt er seinen Lehrauftrag ernst. Er bezeichnet seine Maori-Schüler als Kanaken, aber im Gegensatz zum Rektor und Vertrauenslehrer Steve kann er ihre Namen korrekt aussprechen und will sie weiterbringen anstatt sie nur mit wohlmeinenden Worten zu verwahren.
So nimmt es nicht wunder, daß er sich nach und nach den Respekt der 5F erarbeitet. Zumindest wissen sie mit Gormsby woran sie sind. Und auch wenn er verletztend offen die Fehlentwicklungen der Schule benennt – die Schüler einen Aufmunterungsbrief für die von Steve geschwängerte Lehrerin schreiben lässt, die gerade von der Abtreibung kommt (“Liebe Miss Partington, wir hoffen die Abtreibung ist gut verlaufen… ihre 5F”) – Gormsby ist es nicht egal, was aus den Jungen wird.

Ob die Serie in absehbarer Zeit den Weg ins deutsche Fernsehen findet ist fraglich, immerhin war es ein Novum, daß das australische Free-TV Gormsby übernahm, aber wenigstens ist dieses giftige Kleinod aus Kiwi-Country mittlerweile auf DVD erhältlich. Erfreulicherweise war die Serie ein Erfolg, so das im kommenden Jahr weitere Sieben Vertretungstunden mit Mr. Gormsby zu erwarten sind.

1 Trackback

  1. 05.06.2007 - F5 - Die Fünf Filmfreunde

1 Kommentar

  1. Das mit der 5F ist ein Insiderwitz, oder? Hihihi…

    Kommentar #1 von Renington Steele am 31.07.2006 um 20:25 Uhr

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