
Früher war ja alles besser. Zumindest für Leute die mit Filmen Geld verdient haben. Wenn ein Filmhit auf DVD heutzutage innerhalb kurzer Zeit für ca. 10-20 Euro zu haben ist – zumeist mit Originaltonspur und Bonusmaterial, wurde in der Frühzeit der käuflichen Liebe -pardon Filme, noch eine etwas rustikalere Preisgestaltung gepflegt. Wer in den 80er Jahren seinen Lieblingsfilm fürs Heimkino kaufen wollte mußte ordentlich in die Tasche greifen.
Film war wertvoll, etwas besonderes. Auch wenn es Einnahmen versprach, mochte man sich bei den Labeln damals nicht dazu durchringen, eine Preisgestaltung vorzulegen, die es jedem Seppel erlauben würde seine Hollywoodhits dauerhaft für daheim zu erstehen. Ein Blick auf Kaufvideo-Anzeigen aus CINEMA-Heften des Jahres 1984 erinnert an die goldene Zeit der Rechtevermarkter.

Damals entstand die Idee der Videotheken, die 6-10 DM aufriefen wenn man einen Film ausleihen wollte, denn warum sollte es billiger sein, wenn man ihn auf dem 70cm Bildschirm anschaute, als im Kino. Zudem würden Kunden die einen Film wirklich mochten, öfter in die Videothek rennen um ihn auszuleihen. Wem das nicht reichte und wer auch nicht auf schrabbelige Kopien ausweichen wollte, der sollte eben zahlen.

Wer gar so kühn war und die Originalsprache hören wollte, durfte gleich nochmal um einiges mehr hinlegen.

Obendrein wurden höchst abstruse Filme zu Mondpreisen verkauft, die heutzutage selbst auf dem Grabbeltisch von 1 Euro DVDs nur schwerlich kunden finden. Wer bitte schön will einen Kinderfilm mit diesem Titel kaufen?

Was lehrt uns das? Nicht alles war früher besser. Aber wer die damaligen Preise sieht versteht vielleicht, warum die Label, die jahrelang im Eldorado gelebt haben und die mit Vollbildschrott aus den Archiven in VHS-Qualität Milliarden einnahmen, heutzutage trotz beständig steigender DVD-Verkäufe über zu wenig Einnahmen klagen. Wer einmal im Schlaraffenland gelebt hat, freundet sich nur widerwillig mit der Realität an. Selbst dann nicht, wenn die gutwilligen Kunden die ganzen Filme nochmal auf DVD gekauft haben, weil die alten Videokassetten inzwischen abgenudelt sind und nur noch Störstreifen zeigen.
Ach was solls, Leute.. Hier habt ihr noch mal eine Preisliste aus den 80er. Zum Träumen.
Der guten alten Zeit zuliebe.

- Batzman (Oliver Lysiak) •
- August 12th, 2006 •
- 11 Kommentare









































Pingback: plomlompom
Pingback: Arthur Schibetz
Pingback: Der Horror Filmkritik: Teil 1 - Cronenberg must die! - Die Fünf Filmfreunde