“Is that how you want to play it Brooke?”
Originaltitel: The Break-Up
Herstellungland: USA 2006
Regie: Peyton Reed
Darsteller: Vince Vaughn, Jennifer Aniston, Jon Favreau, Judy Davis





Die Luft ist raus bei Brooke und Gary. Vielleicht ist die Luft nicht ganz raus, aber der Sturm der sich da auftürmt ist auch nicht viel besser. Man kennt das, Beziehungen fahren sich fest, Männer sind unaufmerksam und plötzlich kann keiner mehr zurück. So geht es auch den beiden Helden dieses Films. Eigentlich gibt es keinen Grund zu klagen: Gary hat mit seinen zwei Brüdern ein mehr oder weniger erfolgreiches Unternehmen. Sie machen Touristentouren durch Chicago und Gary ist der beste Fremdenführer der Stadt. Sie träumen davon auch noch die beiden anderen Bereiche zu erobern: Führungen mit dem Boot und Führungen im Helikopter. Dann wären die drei Brüder die Tourismuskönige.
Brooke arbeitet in einer Galerie, sie ist charmant und schafft es somit nicht nur spielerisch die Kunst an den Mann zu bringen, sondern sich auch noch für ihre Chefin unentbehrlich zu machen. Sie hat es geschafft.
Wenn da nur nicht diese blöden Beziehungsprobleme wären, wenn doch Männer verstehen könnten, was Frauen ihnen versuchen zu sagen…
Gary bringt eines Abends nur 3 Zitronen mit nach Hause, statt 12 wie Brooke es wollte. Darüber entfacht ein Streit (sicher auch angetrieben durch Garys…naja…Unsensibilität) der darin mündet, das Brooke sich zu den folgenschweren Worten hinreissen lässt: Es ist aus. Das ganze ist dabei aber noch nicht so eiunfach wie es aussieht. Die schicke Wohnung in Manhattan haben die beiden sich damals zusammen gekauft und jetzt will natürlich keiner ausziehen. Und wie man den Freunden und Bekannten begegnen soll, ist auch noch unklar. Brooke und Gary giften sich an wo sie nur können. Innerhalb kürzester Zeit entfacht sich ein Rosenkrieg. Gary reagiert immer nur, er will sich rächen, nichts auf sich sitzen lassen. Brooke verfolgt mit ihren kleinen und grossen Gemeinheiten ein ganz anderes Ziel: Sie will Gary zurück.
Also irgendwie ist das ein erstaunlicher Film. Ich bin da rein gegangen mit der Erwartung: Naja, sicher ganz nett, Aniston die Friendserprobte, Vaughn das Frat Pack Mitglied. Was soll da schief gehen. Umso überraschter war ich als ich ein gewisses Unwohlsein in mir aufkeimen merkte. Was da lief war keine einfache Hey-Hey-Happy-Happy-Komödie. vielleicht übertreibe ich jetzt, aber das war meiner Meinung nach mehr. Die Art und Weise wie Beziehungen zwischen Mann und Frau in diesem Film dargestellt werden, die Detailverliebtheit beim inszenieren des Zitronenstreits, die Tatsache das man den ganzen Film über beide (!) Seiten und ihre Beweggründe nachvollziehen und verstehen kann, lassen einem mehr als einmal das Lachen im Hals ersticken. Hier wird kein lahmer Aufhänger für eine Komödie gesucht, hier wird gezeigt was der Knackpunkt des Pärchen-Daseins ist. Und das ganze angereichert mit ein bischen, immer schön gesetztem Humor. Skurile Nebenfiguren runden das Bild ab. Garys bester Freund Johnny zum Beispiel, der die ganze Zeit denkt das Brooke einen Neuen haben muss und diesen Mr. X verprügeln lassen will. Oder Brookes Schwester, die ihren Mann schon Handzahm gemacht hat.
Als Zuschauer sitzt man in diesem Film und sieht zu wie Stück für Stück das Glück zerbricht. Und weil man endlich einmal in der komfortablen Position ist, das Ganze von aussen zu sehen, denkt man sich: Nein, das darf doch nicht wahr sein, das ist doch alles so einfach! Und wenn man ein bischen was aus dem Kinosaal davon mitnimmt…wer weiss, vielleicht wirds nächstes Mal besser.
Übrigens: Das ist jetzt kein richtiger Spoiler, aber ich hatte das Gefühl ein Ende gesehen zu haben das noch schnell nachgedreht wurde, wahrscheinlich nach Testscreenings. Und es war ein Ende dem es nicht bedurft hätte, weil es eigentlich nichts relevantes erzählt sondern nur ein wenig nervig für den Gesamteindruck ist. Deswegen, wenn ihr euch den Film anseht: Geht raus wenn es in Chcago schneit. Wirklich. Ich freu mich schon auf die DVD mit dem Originalende…hehehe.
- Nilz N Burger •
- August 14th, 2006 •
- 14 Kommentare


























Stimmt, das Ende fand ich auch nicht so gut.
Aber der Film an sich war toll! Ich mag Jennifer Aniston eh sehr gerne, und dieser prügelsüchtige Johnny war auch prima :)
Kommentar #1 von katha am 14.08.2006 um 14:51 Uhr
Tatsächlich hast du Recht!
das Ende musste geändert werden, nachdem Testzuschauer nicht damit einverstanden waren, dass…
Scheiße, jetzt darf ich nichts verraten, nein?
Ach egal. Wer wissen will, was es mit dem Ende auf sich hat, der klickt bitte hier.
Kommentar #2 von Mal Sehen am 14.08.2006 um 15:03 Uhr
ich habe den film auch gesehen und ich muss sagen : man fühlt sich als frau verstanden ;)
nur würde ich mich wahrscheinlich daneben setzen und sport gucken oder zocken
aber ich mag die aniston gerne. mein liebster film ist natürlich”…und dann kam Polly”
Kommentar #3 von Silka am 14.08.2006 um 16:14 Uhr
Der Film hat ja sonst eher schlechte Kritiken bekommen. Vielleicht doch nochmal anschauen – zumindest auf DVD
Kommentar #4 von Der_Held am 14.08.2006 um 16:57 Uhr
@ silka: das tolle ist das man sich ja auch als mann verstanden fühlt…;) “…polly” ist natürlich ziemlich gut (wenn auch eigentlich nur eine light-version von “mary”), aber auch etwas anderes. nämlich eine reine komödie. das ist ja bei trnnung nicht wirklich so der fall. und ich mag aniston auch gerne. den kojak hätt ich ja zu gerne mal gesehen…;)
@ der held: auf jeden fall ein sehr sehr guter sonntag nachmittag dvd film. aber eben auch ein sehr guter sonntag abend kino “ach es läuft ja sonst eh nix ausser almodovar und den kann man ja nicht gucken weil penelope cruz und ihre kindchenschemavisage einen so aggressiv machen das man reinhauen möchte, obwohl man niemals, unter gar keinen umständen, nie einer frau ins gesicht schlagen sollte” – Film. suchs dir aus.
Kommentar #5 von Nilz N Burger am 14.08.2006 um 17:42 Uhr
Ha, endlich mal jemand, der mit Almodóvar auch nichts anfangen kann!
Kommentar #6 von Basti am 14.08.2006 um 20:52 Uhr
mmhh ich bin skeptisch – Dein Stil hier…entweder Deine Freundin sass beim schreiben direkt hinter Dir, oder Du bist gerade frisch und zaghaft verliebt, oder der Film ist vielleicht gut ;)
Ich leihe ihn mir heute abend mal aus, dann weiss ich mehr hehe
Kommentar #7 von Der_Held am 15.08.2006 um 18:35 Uhr
…oder liest deine Freundin hier ab und an mit? Jemand der Gefühlsfilme mag und Penelope Cruz hauen möchte … kann doch was nicht stimmen
Kommentar #8 von Der_Held am 15.08.2006 um 18:41 Uhr
also. freundin gerade negativ. frisch verliebt auch negativ. ja, ich mag gefühlsfilme und ja, mich macht penelope cruz aggressiv. eine innere zerissenheit, wobei cruz ja nicht gleichzusetzen ist mit gefühlsfilmen. sondern eher mit…äh…die war mal mit tom cruise zusammen.
und sind es nicht diese gegensätze die uns alle zu menschen, ja, die uns alle irgendwie liebenswert machen? ich höre auch gerne pantera und die carpenters. ich weine im kino und lache beim streiten. ich mag cola und hasse heissgetränke. etc.pp.
Kommentar #9 von Nilz N Burger am 15.08.2006 um 21:53 Uhr
p.s.: das ist wirklich ein schöner film, der überrascht wenn man sich drauf einlässt. man kann ihn aber auch erst, wie gesagt, auf dvd gucken. das erlebnis dürfte ähnlich sein…man muss halt nur länger drauf warten.
Kommentar #10 von Nilz N Burger am 15.08.2006 um 21:54 Uhr
Stimmt, der läuft ja noch im Kino.
Werde wohl reingehen oder in “Haus am See”.
Anschliessend dann nochmal “Kill Bill” auf DVD? Nein quatsch…
Ich fand Tom Cruise hat in “Krieg der Welten” den Anti-Helden und Loser, der für seine Tochter dann sogar zum Mörder wird, gut gebracht.
Mehr geht bei so einer Story kaum.
P.S.
Das mit dem Lachen beim Streiten kenn ich übrigens auch (scheiss Endorphine). Das wiederum macht wohl Frauen aggressiv – nur so ne Vermutung.
Kommentar #11 von Der_Held am 16.08.2006 um 14:11 Uhr
Stimmt, der läuft ja noch im Kino.
Werde wohl reingehen oder in “Haus am See”.
Ich fand Tom Cruise hat in “Krieg der Welten” den Anti-Helden und Loser, der für seine Tochter dann sogar zum Mörder wird, gut gebracht.
Mehr geht bei so einer Story kaum.
P.S.
Lachen beim Streiten kenn ich = Endorphine.
Kommentar #12 von Der_Held am 16.08.2006 um 16:29 Uhr
Ich fand diesen Film absolut unnötig und lästig. Wie eine Mücke die nachts ständig das Ohr umkreist. Am liebsten hätte ich mal kräftig mit der Klatsche drauf gehauen. Es ist mir mehr als schleierhaft wie der wirklich filminformierte Mr. Nilzenburger diesem Film eine derartig hohe Sternenzahl verleihen konnte. Die Story nervt, die Streits sind lahm und klischeehaft und Frau Aniston ist mal wieder unerträglich. Ich will mein Geld zurück!
Kommentar #13 von Maunamea am 18.08.2006 um 14:23 Uhr
Ich kann mich meinem Vorgänger nur anschließen. Der schlechteste Kinofilm, den ich in diesem Jahr gesehen habe. Meine weiteren Gedanken zu dieser PR-Posse können gerne unter heuteblog.de/2006/08/20/ nachgelesen werden.
Kommentar #14 von Strelon am 21.08.2006 um 15:14 Uhr