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“Ellie, warten Sie immer noch darauf, dass E.T. anruft?”

contactOriginaltitel: Contact
Herstellungland: USA 1997
Regie: Robert Zemeckis
Darsteller: Jodie Foster, Matthew McConaughey, David Morse, William Fichtner, Tom Skerritt

★★★☆☆

Ich schreibe über diesen älteren Film, da ich ihn vor kurzem erst wieder gesehen habe. Vor beinahe 10 Jahren habe ich “Contact” damals im Kino gesehen und bis heute hat der Film für mich nicht an Faszination verloren. Es ist die Art, wie die Geschichte erzählt, wie mit der Vorstellung von extraterrestrischen Leben umgegangen wird, sei es noch so kitschig, naiv und vorhersehbar.

Carl Sagan, der noch während der Dreharbeiten verstorben ist, zeichnet sich für die Novelle und das Drehbuch verantwortlich. Darin spielt er gekonnt mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, der stets auf der Suche nach Beweisen für außerirdisches Leben ist. Sei es um zu belegen, dass wir die einzige hochentwickelte Kultur zwischen hier und dem Pluto sind, oder um zu zeigen, dass wir nicht alleine im Universum leben und womöglich schon seit vielen Jahrmillionen beobachtet werden. Wie es wirklich ist, kann bis heute niemand sagen, außer vielleicht Erich von Däniken

Ihr Leben lang ist Dr. Ellie Arroway (Jodie Foster) auf der Suche nach außerirdischem Leben. Sie möchte sich nicht den Zweiflern hingeben und wie ihr Vater einst sagte: “Wenn wir die Einzigen sind, ist das eine ziemliche Platzverschwendung.” Mit allerlei technischem Zeugs überwacht sie mit ihren Wissenschaftlerkollegen den Sternenraum, in der Hoffnung auf ein Lebenzeichen.
Eines Tages empfängt sie tatsächlich schwache, sich wiederholende Signale aus dem All, die immer deutlicher herausgefiltert werden können. Ellie und ihre Freunde stellen fest, hinter dem kontinuierlich pulsierendem Geräusch steckt mehr als eine einfache Botschaft und dies ist nur der Anfang einer Reise, auf die sich die junge Forscherin begibt.

“Contact” war nicht das große Kinohighlight des Jahres 1997. Zu offensichtlich wird die amerikanische Flagge geschwenkt, zu hoch wird das Kreuz gehalten. Religiöse und allgemeine Lebensfragen werden im Laufe des Films immer wieder mit Schwung in den Raum geworfen. Glaube und Wissen werden betont konträr gegenübergestellt. Ist es wichtig alles zu wissen oder ist der Glaube ausreichend, um seinen Platz in der Gesellschaft wieder zu finden? Welche Rollen spielen diese Aspekte in unserem Leben? “Contact” bietet viel Gesprächsstoff, zum einen aus der Filmkritikerperspektive und zum anderen aus der Zuschauerperspektive, der sich nach dem Film womöglich die Frage stellt: “Sind wir auf der Suche nach außerirdischem Leben oder auf der Suche nach uns selbst?” Ich glaube man darf den Film nicht allzu ernstnehmen, für mich wirkt er wie ein modernes Science Fiction-Märchen und darauf lasse ich mich gerne ein. – Drei Sterne von ganz weit oben!

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1 Trackback

  1. 24.01.2007 - spree1's daily dime

11 Kommentare

  1. Für mich gehört Contact seit Jahren zu meinen Favoriten, und von meiner Seite verdient er 5 Sterne. Zumal ich den Film besser finde als das Buch, welches an einigen Stellen für mich etwas zu langatmig war.

    Im Hinblick auf die aktuellen Ereignisse auf der Welt, finde ich einige Aussagen im Film sehr schön: “Ihr seid interessante Wessen. Eine interessante Mischung. Ihr habt die Fähigkeit zu so wundabaren Träumen und zu so grauenhaften Albträumen.” oder “Auf unserer Suche nach allem was die Leere erträglich macht, haben wir bloß eines gefunden: Einander!”.

    Es ist vielleicht etwas zu pathetisch, aber ich glaube es würde um einiges besser in der Welt aussehen, wenn man nicht nur auf den eigenen Vorteil bedacht wäre.

    Auf jeden Fall ein sehr schöner Film, wirklich sehenswert. Und das immer wieder!

    Kommentar #1 von dudeinside am 15.08.2006 um 14:30 Uhr

  2. ein film der meiner meinung nach schön mit dem glauben an aliens und den erwartungen des zuschauers spielt ist k-pax. läuft der nicht sogar jetzt irgendwann im tv? sollte man mal gucken.

    Kommentar #2 von Nilz N Burger am 15.08.2006 um 14:30 Uhr

  3. kpax ist okay, contact ist okay. mir viel zu religiös gestrickt.

    der beste alien-film ist immer noch die unheimliche begegnung der dritten art, und e gibt noch so einen kleinen film, der von entführungen in UFOs handelt, der ist auch cool, ich komme aber nicht auf den namen.

    Kommentar #3 von Renington Steele am 15.08.2006 um 14:38 Uhr

  4. @Nilz: K-Pax lief bereits Samstag Abend bzw. Sonntag in der Wiederholung auf RTL. Auf jeden Fall einen Blick wert, die DVD ist nicht so teuer.

    Kommentar #4 von Dog Hollywood am 15.08.2006 um 14:43 Uhr

  5. Für mich bleibt leider die Mitwirkung von WETA als Effektfirma, das einzig wirklich erwähnenswerte an dem Film. Ansonsten ist er mir auch zu esoterisch. Ich krieg wirklich Magenschmerzen, wenn Außerirdische immer als Religionsersatz herhalten müssen. Ich muß dann immer an Mars Attacks denken, dort werden die ganzen Heilssucher und Erleuchtungsanhänger zünftig zerstrahlt…

    Kommentar #5 von Batzman am 15.08.2006 um 15:00 Uhr

  6. “Contact” ist meiner Meinung nach einer der wichtigsten und besten Science-Fiction-Filme der Neunziger gewesen. Allein die zuerst stumme und dann sich mehr und mehr mit Audioschrott anfüllende Anfangssequenz (oder war es genau andersrum?), die die Distanz zum Sonnensystem der Aliens verdeutlichen soll, ist schon genial – vor allem auch künstlerisch und konzeptionell.

    Und legendär auch die Sequenz, in der die verschlüsselte Audiodatei der Aliens decodiert wird – inklusive dem supergeilen Gag-Ausspruch von James Woods: “Ich wusste doch, dass die Nazis dahinterstecken” (oder so ähnlich).

    Den Kitsch-Vorwurf – vor allem im Hinblick auf die Kontakt-Sequenz am Ende am Strand – finde ich übrigens haltlos, weil ja erklärt wird, dass die Aliens sich die menschliche Vorstellung zunutze machen, um die niedere Humanspezies nicht zu überfordern. Genau deshalb ist es ja dann auch gar nicht wirklich der Vater der Protagonistin.

    Kommentar #6 von Binding am 15.08.2006 um 15:14 Uhr

  7. @ Renington Steele, etc.: Ist es vielleicht “Die Besucher” (“Communion”) mit Christopher Walken? Ich bin mir nicht sicher, aber ich habe auch mal so einen Film gesehen, in dem es darum ging, dass einem total traumatisierten Alien-Entführungsopfer nicht geglaubt wurde, und die Szenen mit ihm als Versuchskaninchen im Raumschiff waren der absolute Terror.

    “Unheimliche Begegnung der dritten Art” ist natürlich Kult, aber Spielberg hat doch damals – gelinde gesagt – eine etwas kitschig-naive Vorstellung von Aliens gehabt. Seine diesbezügliche Kehrtwende mit “Krieg der Welten” finde ich da schon interessanter. By the way: Wer außer mir findet eigentlich “Signs” gut – Mel Gibson jetzt mal ausgeblendet?

    Und zum Schluss ein Tipp für die Funsplatter-Fraktion: Demnächst erscheint “Evil Aliens” auf DVD. Den hab’ ich auf dem Fantasy-Filmfest 2005 gesehen. Er ist inhaltlich absoluter Trash, aber effektemäßig hammerhart, ziemlich ekelhaft und witzig – zum Beispiel werden Aliens da sogar mit einem richtigen Mähdrescher überfahren und niedergemetzelt, und das sieht man schön blutig-bratzlig von oben.

    Kommentar #7 von Binding am 15.08.2006 um 15:28 Uhr

  8. Kein neuzeitlicher Aliensplatter schlägt “Bad Taste”. Die Zeiten sind vorbei. Ne, dann lieber “Contact”

    Kommentar #8 von Der_Held am 15.08.2006 um 15:43 Uhr

  9. @ binding: ich liebe signs. damit steht man aber immer sehr alleine da. ich liebe aber auch “unheimliche begegnung…” und weiss gar nicht ob es eine naive vorstellung von aliens geben kann, weil man sich ja quasi alles vorstellen kann. ausserdem ist truffaut so toll in dem film.

    Kommentar #9 von Nilz N Burger am 15.08.2006 um 16:45 Uhr

  10. Ich meinte den Umstand, dass Spielbergs Alienfilme “Unheimliche Begegnung …” und “E.T.” filmhistorisch gesehen als Ablösung der gesellschaftskritisch-pessimistischen Science-Fiction-Film-Welle der Siebziger (“Soylent Green”, “Planet der Affen”, etc.) eingestuft werden, weil bei ihm die Außerirdischen grundgütig sind und alles halt ziemlich in die Richtung Friede, Freude, Eierkuchen geht.

    Bei der Gelegenheit aber auch mal eine grundsätzliche Beschwerde an die Fantasie der Filmemacher: Mich stört immer total, dass die Außerirdischen in teuren Mainstream-Produktionen von der Anatomie her so menschlich aussehen! Beispiele: “Mission to Mars”, “Artificial Intelligence”, “Krieg der Welten” und sogar größtenteils die “Star Wars”-Filme (selbst Jabba hat ja Hände und benimmt sich wie ein Mensch!). Das ist eigentlich auch eine ziemlich naive Vorstellung von Aliens.

    Kommentar #10 von Binding am 15.08.2006 um 19:24 Uhr

  11. Da sticht dann ja wieder ”Die Körperfresser kommen“ hervor. Die Pflanzen-Idee fand ich schon immer sehr grandios und Abel Ferraras Remake ist unverdient gefloppt.

    Kommentar #11 von Renington Steele am 16.08.2006 um 13:09 Uhr

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