Sprachfehler #1: Wer hat die Kokosnuss geklaut?

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SprachfehlerIn der Serie Sprachfehler soll es in unregelmässigen Abständen um Freud und Leiden von Synchronfassungen gehen.

Ich weiß daß um dieses Thema ein Glaubenskrieg tobt, der verschiedene Ursachen hat. Auf der einen Seite stehen die entschiedenen Synchronfans, auf der anderen Seite die eingeschworenen O-Ton-Gucker. Wobei es dabei oft weniger um das eigentliche Thema dreht, sondern um irrationale Ängst und Vorwärtsverteidigung.

Die häufigst gehörten GegenReaktion, wenn jemand lieber die Originaltonspur hört, sind: “Sowas brauch ich nicht.”, “Du willst dich doch nur wichtig machen.” und “Da is doch eh kein Unterschied.”
Was auch schon den Kern des Problems meist ganz gut erfasst, nämlich ein Beschützem des eigenen Egos, weil derjenige der die Originalsprache nicht versteht sich angegriffen und bedrängt fühlt. “Ich gucke gerne O-Ton“, wird in dem Fall nicht als Interesse an der Originalfassung verstanden, sondern als: “Ich bin besser als du. Gebildeter. Intelligenter.” Wird dann noch angemerkt, daß viele Synchronfassungen von diskutabler Qualität sind, fühlt sich der Synchrogucker endgültig angegriffen und zum Doofmann abgestempelt. Trotzig und, wie gesagt zum Schutz des Egos, wird deshalb dann versucht, dem scheinbar besonderen und ausgefallenen, seinen Wert zu nehmen. “Sowas brauch ich nicht.”, “Da ist doch eh kein Unterschied.”

Das mag oft an dem Gestus der O-Ton-Gucker liegen, aber eben auch an diesem Gefühl des Angegriffen werdens. Viele Menschen reagieren so, wenn sie mit etwas konfrontiert werden, vom dem sie keine oder wenig Ahnung haben. Es wird als Bedrohung des Egos, des Selbstwertgefühls eingestuft und deswegen attackiert. Man kennt daß zum Teil von sich selbst.

Deswegen durchzieht fast alle Diskussionen um O-Ton vs. Synchro diese latent agressive Stimmung, die es schwer macht sich auf das eigentliche Thema zu konzentrieren. Deswegen gibt es die beiden Lager, die oftmals aufeinander herabschauen.

Ich befinde mich, auch wenn ich mittlerweile fast nur noch Originalfassungen sehe, irgendwo dazwischen, und will versuchen das ganze einmal ohne irgendwelche emotionalen Befindlichkeiten zu betrachten. Nehmen wir einfach an, daß O-Ton-Gucker tatsächlich Spaß an der Sprache und den Stimmen haben und es nicht machen, weil sie sich anderen überlegen fühlen wollen, sich abgrenzen oder heraushängen lassen wie toll sie fremde Sprachen verstehen – das es also ganz egiostische persönliche Gründe sind, die nichts mit Image und Coolness zu tun haben. Nehmen wir weiterhin an, daß Kritik an Synchronfassungen die aus Kenntnis der Originals herrührt nicht getätigt wird um die Synchrongucker als Doofköppe dastehen zu lassen, sondern weil bedauert wird, das ein wichtiger Teil des Originals verlorenging.

Das unterstellend, kann man überlegen, warum es überhaupt immer mal wieder diese Diskussion gibt und nicht jeder daß schaut was ihm genehm ist. Weil, und da kommt jetzt der Punkt der sich nur aus Kenntnis des Originals erschließt, Synchronisationen eben nicht immer halten was sie versprechen.

Man mag lange darüber lamentieren, daß in anderen Ländern außer Kindersendungen alle Filme und Serien mit Untertiteln ausgestrahlt werden, und z. B. die Menschen in Skandinavien dadurch meist viel besser Englisch können als hierzulande, im synchronsozialisierten Deutschland, dennoch muß man den Fakt akzeptieren, daß die meisten Deutschen eben nicht so besonders doll Englisch verstehen, von anderen Sprachen mal ganz zu schweigen (Auch wenn im ZDF-Nachtprogramm vor Jahren mal Filme im Zweikanalton kantonesisch/mandarin mit deutschen Untertiteln liefen).

Es gibt nun einmal die große Zahl von Leuten die keine Alternative haben. Wenn sie einen Film sehen wollen, sind sie auf die Synchronisation angewiesen. Untertitel werden zumeist als störend empfunden und lenken nicht unerheblich vom Bild ab, zudem müssen auch sie Inhalte oft gekürzt wiedergeben, sind also nicht unbedingt akurater als Synchronisationen.

Natürlich möchte ich als Fan von Originalfassungen, jedem Interessierten ermuntern sich ab und zu mal die Originalstimmen anzuhören. Wer ein wenig Englisch kann, der wird bei DVDs von Filmen die er eh schon kennt, sich vielleicht wundern, wieviel er versteht und wie leicht man sich doch nach einer Weile in englische Dialoge reinhören kann. Dazu kommt auch der Spaß an unterschiedlichen Dialekten, regionalen Einfärbungen die bei der Synchronisation zumeist auf der Strecke bleiben. Alleine England bietet eine breite Palette, vom edlen gepflegten English eines Patrick Steward, zum vernuschelten Schottisch eines Ewan McGregor in Trainspotting oder dem Durham-Einschlag der Figuren in Billy Elliot. Amerika, Neuseeland und Australien sind nochmal ein Thema für sich. Das alles bleibt auf der Strecke, denn es gibt bei der Eindeutschung kein adäqautes Mittel die sprachlichen Unterschiede wirklich deutlich zu machen (Und Gott sei es gedankt, hat man sich von der Idee deutsche Dialekte einzusetzen, bis auf wenige Ausnahmen, sehr schnell wieder verabschiedet).

Aber man muß eine Sprache ja nicht beherschen um Spaß an ihrem Klang zu haben. Selbst für jemand wie mich, dessen japanisch und thailändisch etwas eingerostet ist, ist es oft sehr spannend Filme aus dem asiatischen Sprachraum im Original zu sehen, zumal die Synchronisation dieser Sprachen auf Grund der völlig anderen Sprachstruktur extrem schwierig ist und meist nicht wirklich überzeugen kann.

Dennoch, viele Leute möchten beim Film einfach abschalten und weder lesen noch im Kopf übersetzen, da wir hierzulande einfach daran gewöhnt sind alles synchronisiert zu sehen. Deswegen bleiben die Eindeutschungen immer wieder ein kritisches Moment, daß im Zweifel nicht unerheblich dazu beiträgt wie der Film auf den Zuschauer wirkt, ob er ihn mag oder hasst.

Es soll in der Reihe Sprachfehler also nicht darum gehen, Synchronfassungen durch die Bank zu verdammen – denn es gibt viele Beispiele für sehr stimmige, gelungene Synchros -, sondern eher eine Diskussion um deren Qualität anzuregen. Diese hat über die Jahre in Deutschland verschiedene Phasen durchlaufen und sich weiterentwickelt, leider nicht immer zum besseren.

War es in den Gründerjahren der Republik noch an der Tagesordnung, daß gestandene Schauspieler mit Film – und Bühnenerfahrung für die Rollen verpflichtet wurden, oft unter gestrenger Aufsicht des Regisseurs, so übernahmen über die Jahre immer mehr Quereinsteiger und “Sprecher” deren Position. Wurde früher eher inhaltlich entschärft, wenn es politisch zu unbequem wurde (etwa in der ersten Casablanca-Synchro die jegliche Erwähnung der Nazis aus der Handlung tilgte), so kamen in späteren Jahren ganz andere Störfaktoren hinzu.

In den 70er Jahren wurden mit einem Mal die Spaß-Synchros modern, die bis zum heutigen Tag die Fan- und Hasserlager spalten. Nicht nur berühmte-berüchtigte Serien wie “Tennis, Schläger und Kanonen” und “Die Zwei” erhielten eine Synchronisation die die eigentliche Handlung vollkommen veränderte und verballhornte, sondern ein Großteil der Serien aus dieser Zeit wurde dieser Verlustigungs-Kur unterzogen.

Ob Captain Kirk seinen ersten Offizier beständig mit “Schlitzohr” und “Spitzohr” anredete und so aus der durchaus ernstgemeinten SF-Serie endgültig ein Kinderprogramm machte, ob Roger Moore sich als James Bond durch seine Agentenfilme kalauerte oder ob Bud Spencer und Terence Hill sich plötzlich statt in einem ernsten düsteren Western in einem Haudrauf-Klamauk wiederfanden (und der Film von “Sie verkaufen den Tod” mal flugs zu “Der Dicke und das Warzenschwein” umgetitelt wurde). Klamauk war cool, irgendwie war das alles sehr lässig und wen störte es schon, ob der eigentliche Inhalt oder die Intentionen der Macher dabei auf der Strecke blieben.

Das von dieser Klamaukisierung nicht nur unwichtige B-Filme und Serien betroffen waren,bei denen man sich bemüssigt fühlte sie “aufzugagen”, mag ein Ausschnitt aus dem Monty Python-Klassiker “Mony Python and the holy grail“, hierzulande besser bekannt als “Die Ritter der Kokosnuss“, deutlich machen.

Als Tonbeispiel hab ich mal die Eingangsszene des Films, König Arthus Anfrage am Schloß gewählt, die hier einmal auf deutsch und einmal in der Originalfassung zu hören ist.

Die Ritter der Kokosnuss – Erste Szene – Deutsche Synchronfassung

Die Ritter der Kokosnuss – Erste Szene – Originaltonspur

Während im Original in zeitgemässer Sprache und durchaus würdevoll gesprochen wird und sich die Komik aus der debilen Penetranz der Schloßwachen ergibt, die den König nicht respektieren und ihn mit abstrusen Theorien konfrontieren, anstatt ihrem Herrn die Ankunft des Königs der Briten zu melden, wird in der deutschen Version nur noch sinnfreies Zeug geredet. Es besteht kein sprachlicher Unterschied mehr zwischen dem König und den Schloßwachen, alle üben sich in schlechten Kalauern die zudem massiv gespickt sind mit Anspielungen auf die Realität der 70er Jahre, etwas was im Original an dieser Stelle überhaupt nicht vorkommt.
Im Gegenteil, der Witz im Original basiert gerade darauf, daß König Arthus die ganze Zeit seinen würdevollen Gestus beibehält und eben keine Witze reißt.

Weitere Humorperlen aus dem Film (jeweils natürlich völlig ohne Zusammenhang zum Originaltext):

“Wir stehen hier, weil Gott uns eine sehr heilige Aufgabe aufgebürstet hat.” (usw., usw.).

“Zusammen bildeten sie (die Ritter) einen Verein, der noch populärer war als der erste F. C. Bayern.”

“Wie bist du König geworden? Hast du den Titel beim großen Sprücheklopfen gewonnen, mit ´Mein Heim ist in Kassel´?”

(Der schwarzer Ritter, der merkt, dass ihm der Arm abgehakt wurde): “Mein Gott, Walter!”

Dies sind nur ein paar Beispiele von vielen, mag aber erklären warum Leute die nicht auf derartigen Klamauk standen mit dem Film wenig anfangen konnten.

Die Zeit der Klamauk-Synchros hat eine ganze Generation von Filmguckern geprägt, die oft überrascht sind, wenn sie erfahren worum es in Filmen oder Serien wirklich ging. Erstaunlich und nur zum Teil mit nostalgischen Kindheitsgefühlen lässt sich für mich jedoch die oft völlig unkritische Verteidigung dieser Synchronpraxis nachvollziehen. Es mag nicht in jedem Einzelfall einen Meilenstein der Filmgeschichte getroffen haben, aber dennoch wurden en Gros Filme so bearbeitet, daß sie mit den Absichten der Macher nur noch wenig zu tun hatten.

Auch heute noch führt dies dazu, daß viele Leuten inhaltlichen Veränderungen oder Verfälschungen durch die Synchronisation relativ unbeteiligt gegenüberstehen. Was solls, ist doch egal, was die im Original gesagt haben.

Hat die massive schnitttechnische Verstümmelung von Horror-, Action- und Martial-Arts-Filmen schon in den 80ern Fans auf den Plan gerufen und dazu geführt, das UNCUT mittlerweile zum Gütesiegel geworden ist (und für die Vermarktung von DVDs kein unwesentliches Kaufargument), kümmert es immer noch relativ wenig Leute ob die Sprach- und Tonbearbeitung einem Werk gerecht wird. Filmfans die stolz auf ihre Sammlung verweisen, in denen hunderte Extended-Cut Fassungen und rare ungeschnittene Fassungen stehen, Leute die auf die Barrikanden gingen, als für eine FSK6-Freigabe über zwei Minuten aus “Harry Potter und die Kammer des Schreckens” entfernt wurde, lässt es herzlich kalt, wenn die Synchronisation sinnverfälschend oder albern ist.

Es geht nicht darum Synchronisationen zu verdammen. Aber das einzufordern, was Synchronisation sein sollte: Eine Annäherung an das Original, egal wie gut oder schlecht dieses sein mag. Kein Literatur-Übersetzer darf sich anmaßen einen Roman umzuschreiben, weil er meint, er habe bessere Ideen als der eigentliche Autor. Gleiches muß für Synchronbuchautoren gelten. Übersetzung ist eine schwierige Aufgabe, aber grade dem nicht der Originalsprache mächtigen Publikum ist man es schuldig, sich dem Original so weit es geht anzunähern, damit es sein eigenes Urteil fällen kann. Jede freie Synchro nimmt ihm diese Möglichkeit und ersetzt sie durch Ideen und Ansichten der Synchron-Produzenten.

Ob dies im Einzellfall eine bessere Idee gewesen wäre, halte ich für unerheblich. Es ist einfach nicht die Aufgabe einer Eindeutschung (bewußte Spaßsynchros wie Woody Allens “Whats up Tiger Lilly” oder Steve Oedekirks “Kung Pow” lasse ich als eigene Kunstform dabei bewußt außen vor.)

Gott sei Dank ist die Hochzeit der “ulkigen Synchronisation” wohl seit Hudson Hawk endlich vorbei, was nicht bedeutet, daß sich deren Qualität seitdem nur zum besseren entwickelt hat. Aber davon mehr in der nächsten Folge von “Sprachfehler”.

In Teil 2: Sparzwänge, Akkordarbeit und der Stimm-Notstand – Synchronarbeit in Zeiten der Filmflut.

In : Thema

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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  1. caliban

    Spannender Artikel. Freu mich auf das, was da noch folgen mag!
    Meine Argumentation für “Originalfassungen” ist noch ein wenig anders.
    Schauspielerei… woraus besteht sie? Nur aus dem bewegen der Arme und ein paar Blicken? Das war im Stummfilm noch so.
    Nur gehört zur Schauspielerei auch und nicht zuletzt die Stimme!
    Ein Beispiel war der Film “Walk the line”. Ich sah die deutsche Fassung – und es war mir völlig unverständlich, wie irgendjemand in diesem Film für einen Schauspieler-Oscar oder Golden Globe nominiert werden konnte. Dann habe ich mal Ausschnitte auf englisch gesehen! Und siehe da… JA, das IST Schauspielerei vom feinsten.
    Um die Kraft und Qualität eines Schauspielers einordnen zu können, muss man ihn zwangsläufig im Original sehen. Denn in der Synchro ist er eines seiner wichtigsten Inytrumente beraubt: Der Stimme!

    Währenddessen plädiere ich auf Untertitel. Du hast ganz Recht – es lenkt vom Bild ab. Aber das ist eine Frage des Trainings. Hat man mal eine Reihe von Filmen mit UT gesehen, fällt einem das gar nicht mehr auf, und man hat beides im Blick.

  2. Claas

    Spitzen Artikel! Endlich mal würde darüber eine öffentliche Diskussion entbrannt! Und ENDLICH weist mal jemand auf diese unsäglichen Spaß-Synchros hin, die sämtliche Monty Python Filme verunglimpft haben! Eine Schande, denn der Python Witz ist wirklich ein grandioser, aber mir scheint es, als kennen alle deutschen sog. Comedians NUR die deutsche Fassung und kalauern sich in ihren Sendungen im selben Stile durch, um dann im Interview behaupten zu können: Ich bin größter Python Fan.

  3. Der_Held

    Schöner Artikel, aber passt Monty Python wirklich zu diesem Thema?
    Fängt man erstmal an “sinnvoll” über Monthy Python zu diskutieren, findet man sich am Ende noch in einem ihrer Sketche wieder – der Python Fluch oder so.

    Dank der DVD kann jeder die einzelnen Versionen direkt vergleichen.

    Weiss jemand, ob mehrere Tonspuren da eigentlich von Anfang an geplant waren, oder hatte irgendeine Gruppe (finanzielles?) Interesse nur die jeweilige Synchro auf die Scheibe zu brennen? Die Länge von Audio CD’s ist ja auch nicht willkürlich gewählt.

    Um ehrlich zu sein, habe ich keine Ahnung wer eigentlich die Synchro in Auftrag gibt und wie die Rechte da liegen. Nur das es ab und an sogar eine Art “Qualitätskontrolle” der eigentlichen Filmemacher gibt. Den Machern scheinen die Snychronfassungen ja genauso egal zu sein, wie den UNCUT Fans aus Deinem Artikel.

    Mal gespannt auf Teil 2 und 3 …

  4. Abspannsitzenbleiber » Freud und Leid der deutschen Tonspur

    […] Sehr interessante und überlegte Gedanken (mit Tonbeispielen) zum leidigen Thema Synchronfassungen macht sich die neue Reihe “Sprachfehler” im von mir erst ganz frisch entdeckten und empfehlenswerten Blog Fünf Filmfreunde. Abgelegt unter: geklickt […]

  5. Batzman

    @Caliban

    Untertitel sind leider schon anstrengender, auch wenn ich bei nicht-englischsprachigen Filmen darauf angewiesen bin. Je nachdem wie opulent die Filme optisch sind, verpasst man doch immer etwas, wenn man die texte mitließt. Auch wenn man sich natürlich daran gewöhnt mit der Zeit. Grade Asia-Filme wie die Lippenbewegungen einfach nicht auf deutsche Sätze passen, ist mir die O-Fassung deutlich lieber.

    @Claas

    In der Tat ist die “Holy Grail”-Synchro absolut indiskutabel. Ich würde daß jedoch von den Eindeutschungen von “Life of Brian” und “Meaning of Life” nicht behaupten. Trotz einiger Schwächen (Die “Kurz nach der Sportschau”-Einblendung zu Beginn ist sicherlich deplaziert) finde ich die Übersetzung der übrigen Python-Filme recht gelungen und auch gut stimmlich treffend besetzt. Selbst bei der TV-Serie die für Sat.1 synchronisiert wurde hat man sich beim Dialogbuch Mühe gegeben, auch wenn es grade bei Wortwitzen nie eine verlustfreie Umsetzung gibt.

    @Held

    zu den angesprochenen Themen werd ich in der nächsten Folge etwas schreiben.

  6. Anke

    Schöner Artikel. Ich gucke inzwischen alles im Original, was geht, auch wenn ich kein Wort Spanisch oder Chinesisch spreche. Die Stimmung im Film ist einfach eine andere, wenn man den Originalton hört.

    Mein Lieblingsbeispiel für eine danebengegangene Synchronisation ist “Forrest Gump”. Inhaltlich war die Übersetzung sogar okay — also kein Vergleich zu dem üblen Monty-Python-Ausschnitt –, aber die fiese deutsche Stimme von Tom Hanks hat aus einem meiner Meinung nach wirklich herzzerreißend-naiven Helden einen debilen Trottel gemacht. Obwohl er die gleichen Worte sagt wie im Original.

  7. SirDregan

    wunderbarer Artikel, danke dafür!
    Bin gespannt auf die nächsten Teile.

  8. Binding

    Ich bin jetzt mal ganz radikal und sage: Sprache im Film ist generell uncineastisch und sollte möglichst vermieden werden!

    Die Domäne der Sprache ist die Literatur, das Radio und das Theater – Film ist aber ein vor allem visuelles Medium, und genau das macht auch die eigentliche Filmkunst aus. Als der Tonfilm kam, war das also ein künstlerischer Rückschritt! Natürlich gibt es auch audiovisuelle filmische Kunstwerke, aber auch das hat in der Regel nichts mit Sprache zu tun. Ich erwähne hier nur mal stellvertretend “Bin Jip”, der auf hervorragende Weise mit Bildern und fast völlig ohne Sprache seine Geschichte erzählt. Genau das ist ja auch die eigentliche Herausforderung für die Regisseure.

    Und zur Debatte mit den Originalfassungen: Um einem Film gerecht werden zu können, sollte man sich idealerweise immer zuerst den synchronisierten Film ansehen, um zunächst dem Film an sich volle Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen. Danach kann man ihn irgendwann nochmal im Original (eventuell mit Untertiteln) sehen, um sein Augenmerk – nee, nee, eher sein Ohrenmerk! – dann auf diesen Aspekt zu lenken.

    Ich selbst leide oft extrem wegen Untertiteln, weil ich mich davon total vom Filmbild abgelenkt fühle. Ich muss sogar dann noch reflexartig nach unten schauen, wenn ich die Sprache verstehe – ganz einfach, weil sich da immer wieder was neu bewegt. Ich empfinde das als absolut störend, und es bereitet mir richtiggehend Stress. Beim Fantasy-Filmfest hatte ich gerade erst kürzlich bei wortintensiven Filmen manchmal sogar den Eindruck, ich lese die Geschichte nur, und im Hintergrund bewegt sich halt noch ein bisschen was als Beigabe.

  9. Batzman

    “Sprache im Film ist generell uncineastisch und sollte möglichst vermieden werden!”

    Sorry, aber das halte ich für Gedöns. Nicht böse gemeint. Sicher ist es schön, wenn man seine Geschichte in Bildern erzählen kann, aber nur weil Film bewegte Bilder bietet zu behaupten der Ton wäre unwichtig und Sprache solle vermieden werden, ist eine Aussage die keinen Sinn macht. Selbst wenn man sich darauf versteifen will, daß Film nur als reines Spektakel funktioniert und für inhaltliche oder gar intellektuelle Aussagen nicht taugt, ich möchte den Popcornfilm sehen, der ohne Ton oder nur mit Musik nicht an Wirkung verliert. Pauschalaussagen wie diese bringen eine Diskussion auch nicht wirklich weiter. Filme sollten im Idealfall eine Synthese aus Sprache, Musik und Bild darstellen die sich ergänzen. Was wäre ein V for Vendetta ohne seine sprachliche Wucht, die für die Filmwirkung ebenso verantwortlich ist wie die optische Inszenierung.

    Die Aussage “immer zunächst die Synchronisation sehen” kann ich so auch nicht unterschreiben. Zum einen schaue ich doch zu 70% Filme in Sprachen die ich mühelos verstehen kann, da besteht also kein Grund sich die Synchronfassung anzuschauen. Zum anderen und darum geht es in dem Artikel, stellt nur eine wirklich gelungen Synchronisation sicher, daß ich tatsächlich das erlebe, was die Filmemacher beabsichtigt haben.
    Ein schlechtes Dialogbuch, unpassend besetzte Stimmen, eine nachlässige Dialogregie und schlechte Abmischung verfälschen den Eindruck den man von einem FIlm haben kann sicherlich mehr, als die Ablenkung die man durch Untertitel erfährt.

    Es geht ja wie gesagt auch darum, für gute Synchronisationen zu plädieren indem man die Schwächen von Schlechten aufzeigt.

  10. Binding

    @ Batzman: Gegen Ton generell bin ich keinesfalls – und auch der Stummfilm war ja nie wirklich stumm, denn es gab vor dem Tonfilm ja immer auch schon echte Orchester im Kino. Aber ich finde aus radikal cineastischer Sicht wirklich, dass Sprache (als Mittel der Erzählweise) unfilmisch ist und möglichst sparsam verwendet werden sollte. Bei Mainstream-Filmen ist das natürlich ein Problem, aber aus künstlerischer Sicht ist die Forderung berechtigt. Als Filmkritiker sehe ich zum Beispiel immer in erster Linie genau auf diesen Aspekt, um einen Film zu bewerten – sonst würde es für mich keinen Sinn ergeben. Aber wie gesagt: Das ist “nur” der künstlerische Aspekt. Es gibt natürlich auch andere Zugänge zu Film – zwischen denen auch ich munter hin- und herwechsle. Als der Tonfilm kam, gab es übrigens damals eine Riesendiskussion um die Entwertung der (stummen) Filmkunst! Aber das führt jetzt erstmal zu weit. Vielleicht ein ander mal mehr dazu.

  11. Peter

    In dem Zusammenhang auch zu erwähnen, daß teilweise die deutsche Synchro den Inhalt abänderte, um eine Altersfreigabe für den Film zu bekommen. So wurden aus den Kannibalen im Orginal von “The Hills have Eyes” kurzerhand Außerirdische.

  12. Der_Held

    “Forrest Gump” finde ich auch ein gutes Beispiel. Ist die Frage woran es gelegen hat. Das ist eine Multimillionen-Dollar Produktion. Da lässt man doch eigentlich Dialog Regie nicht so viel Interpretationsspielraum, sollte man meinen. Also Absicht, oder war einfach nur jemand mit entsprechender Verantwortung so sensibel wie ein Stück Brot?

  13. barbara

    … hier werden sehr viele Facetten des „Problems“ auf einmal „abgearbeitet“…

    Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass die meisten Kinogänger und Fernseh-Gucker a) über keine wirklichen weiteren Sprachkenntnisse verfügen und b) auch nicht willens sind, sich einfach mal auf das Sehen von O-Ton-Filmen einzulassen.

    Wann und wo sollte man das auch „üben“ können?

    In einer Kleinstadt wie unserer mit nur einem Kino und vier Sälen hat man schon Mühe genug, auch diejenigen Filme zu sehen, die nun nicht unbedingt als Kassenknüller daher kommen. „Brokeback Mountain“ oder „Klimt“ werden nur im „Mittwochs-Kino“ gezeigt und dieser Name ist Programm: nur Mittwochs, nur um 20:00 Uhr und wer da nicht kann, hat Pech gehabt. Punkt.

    Wenn also diese Streifen mit erhöhtem „Denk-mal-drüber-nach-Faktor“ schon ein Schattendasein fristen, wie leer würden dann erst die Kino-Reihen aussehen, wenn man nun auch noch den einen oder anderen Film im Original-Zustand plus Untertitel anbieten würde? Jeder Kino-Betreiber arbeitet „auch“ für Geld und unterliegt wirtschaftlichen Zwängen, erst recht in Zeiten wie diesen und erst recht in einem kleinen Nest. Da müssen halt die Block-Buster gezeigt werden und zwar bitte so viel wie möglich, um überhaupt über die Runden zu kommen. Mit anderen Worten: O-Ton-Film zu zeigen, ist ein wirtschaftliches Risiko…

    Als Alternative bleibt da nur noch die heimische Flimmerkiste.

    Aber wann und wo werden da die Filme gezeigt, die ohne unsere Muttersprache daherkommen? Egal, ob nun mit Untertitel oder dem gesprochenen Wort? – Antwort auf „wann“: tief in der Nacht. Und Antwort auf „wo“: auf Programmen, die die meisten Zuschauer auf ihrer Fernbedienung nicht unbedingt auf Tasten von eins bis neun abgelegt haben werden. Auch hier die gleichen wirtschaftlichen Zwänge wie beim Kino-Betreiber: die Quote macht’s. Welche Talfahrt würde diese erleben, wenn Samstag abends zur besten Sendezeit auf RTL, Sat1 oder Pro7 „The Maltese Falcon“ gezeigt würde? „Nur“ in Schwarz-Weiß wäre ja noch zu ertragen, aber dann auch noch nicht einmal synchronisiert? Bitte, wer würde sich das anschauen? Und was sagt die große weite Firmenwelt mit ihren teuer produzierten und teuer bezahlten Werbe-Spots dazu? Und wenn man den für heute Abend verordneten Streifen namens „Rush Hour 2“, der actionreich und dazu noch in Farbe daherkommt, im Original-Zustand über den Sender schicken würde, könnte schon jetzt darauf gewettet werden, dass ab halb neun das Telefon-Netz des Senders zusammenbricht, weil nicht alle Zuschauer wirklich willig sind, sich einen amerikanisch sprechenden Jackie Chan anzuschauen, geschweige denn anzuhören.

    Was lernen wir daraus?

    Nicht synchronisierte Filme sind aller Wahrscheinlichkeit nach nur etwas für „Exoten“.
    Und dies in mehrfacher Hinsicht: zum einen ist man schon deshalb „etwas exotisch“, weil man vom Thema „Film“ nie genug bekommen kann und ohne mit der Wimper zu zucken, mindestens 30 Filme aufzählen kann, die es wert sind, gesehen zu werden und es dabei keine Rolle spielt, ob der Streifen vor 60 oder 6 Jahren gedreht wurde, aber zum „Doppel- und Dreifach-Exoten“ wird man, wenn man seinen Mitmenschen auch noch von der schönen Erfahrung berichtet, dass es einen Unterschied macht, ob man sich einen Film „in Deutsch“ oder z. B. „in Englisch“ anschaut. Innerhalb von Augenblicken mutieren dann Mitglieder der Spaß-Gesellschaft zu überdrehten Workaholics: „Mein Gott, die Zeit hätt’ ich gar nicht!“ Und es droht fast schon die Zwangseinweisung in die Klappsmühle, wenn man als Frau noch anfügt, dass vorzugsweise beim Wegbügeln gleich mehrerer Wäschekörbe immer wieder gern die Original-Tonspur im DVD-Menu angeklickt wird. (Ein „Double-your-time“- Effekt ist da nicht von der Hand zu weisen…)

    Doch zurück zum Thema:
    Film-Schauen ohne Film-Hören – undenkbar. (Auch der Stummfilm war nicht wirklich stumm, denken wir an die dazugehörigen Orchester.) Es ist doch: ein SCHAU—Spieler gebraucht seinen GANZEN Körper als Instrument, um einer Rolle Ausdruck zu geben und dazu gehören natürlich AUCH seine Stimmbänder, eben: SEINE Stimme. Vielleicht ist sie sogar sein wichtigstes Medium, um an seiner Darstellung überhaupt Anteil zu nehmen.
    Und nur so lässt sich erklären, wieso Synchronisation – manchmal – gelingen kann. Dann kann man sogar beides lieben: das Original UND den synchronisierten Film. O.E. Hasses ausgeliehenes Stimm-Instrument als „deutsch-sprechender“ Captain Queeg in „Die Caine war ihr Schicksal“ steht gleichwertig neben dem im Original (The Caine Mutiny) gekonnt vor sich nuschelnden Bogart. Arnold Marqis „passt“ sowohl gleich zu mehreren Haudegen: John Wayne, Robert Mitchum, Charles Bronson, Lino Ventura, etc….

    Was fällt dabei auf?

    Wir SEHEN ein Gesicht und HÖREN gleichzeitig die dazu passende Stimme. In unserem Hirn wird das wohl immer nur in einer Datei abgespeichert, niemals getrennt. Umso größer dann das Entsetzen, wenn in frühen Sean Connery-Filmen der noch junge Connery „in Deutsch“ nicht so markant daher kommt, wie z. B. in „Jagd auf Roter Oktober“. Und noch schlimmer kommt es, wenn man sich quälende zwei Minuten beim Schauen einer Geschichts-Dokumentation über den Zweiten Weltkrieg fragt, warum man jetzt ausgerechnet an Robert de Niro denken muss… Geradezu unerträglich wird es aber,
    wenn mir neuerdings Hannibal Lectors „deutsche Stimme“ günstige Darlehenszinsen aufschwatzen will, oder ich Robert Redford vor mir sehe, nur weil ein nagelneues Auto über den Bildschirm flitzt. Wobei man sich durchaus vorstellen kann, dass Redford by himself im amerikanischen Werbefernsehen auch dem einen oder anderen Produkt stimmlich „behilflich“ ist und der Zuschauer in Kansas oder Texas wird mit ähnlichem Vorstellungs-Wahnsinn gequält.

    Insofern hat es auch Vorteile, ein „Mehr-Sprachen-Gucker“ zu sein. je nach Gusto kann man wechseln. Robert de Niro mal „mit“ oder mal „ohne“ Christian Brückner. Dann zu entscheiden, welche Version nun die „Bessere“ ist und warum und wieso, steht auf einem ganz anderen Blatt und bedeutet mindestens stundenlangen Gesprächsstoff. Aber nur für
    die „Exoten“…

    Weiter so.

  14. Abspannsitzenbleiber

    Barbara: Du hast recht, im Kino (abseits der Großstädte) und im Fernsehen finden Originalfassungen praktisch nicht statt. Wird wohl auch so bleiben, aber es gibt ja zum Glück die DVDs. Ich glaube und hoffe sehr, dass das Medium DVD auch an der Einstellung von Leuten etwas ändern kann, die sich erstmal nicht an OF oder OmU rantrauen. Hier kann man mal unverbindlich antesten, und wenn man zu wenig versteht, immer noch umschalten.

    Es wird schon seine Gründe haben, dass DVDs ohne Original-Tonspur, die in den Anfangsjahren des Mediums noch häufiger angeboten wurden, kaum noch aufgelegt werden. Die Nachfrage scheint also da zu sein.

  15. Achim

    Wunderbarer Artikel und sehr treffendes Tonbeispiel! Vielen Dank dafür.

    Meine Schlüsselerlebnisse, die mich zum O-Ton-Gucker gemacht haben, waren die Synchros von “Highlander” (von den Schnitten in der deutschen FSK-16-Fassung ganz zu schweigen) und die der alten Star-Wars-Trilogie (in der das Raumschiff von Han Solo einmal der “Rasende Falke”, einmal der “Millennium Falke” und einmal der “Millennium Falcon” war).

  16. baehr

    Ja, mein Liebling, der eigentlich schon alles sagt, ist: “Spiel mir das Lied vom Tod”. Da ärgerte ich mich immer: Wieder so ein Fall, wo ein guter Originaltitel durch einen blöden reißerischen Deutschen ersetzt wurde. Haben halt ne Dialogzeile genommen, die ihnen passte, die Verleiher. Aber immerhin: Eine sehr wichtige aus einer Schlüsselszene, wenn Frank dem jungen Harmonica die Harmonica zwischen die Zähne drückt, und nicht völlig wahllos wie sonst so häufig. Dann, die Originalversion: Wo Frank im Off auf deutsch den schwerwiegenden Sat spricht, sagt er im Original: Nichts. Gar nichts, er schweigt. Die Synchro hat hier nicht schlecht oder verzerrt übersetzt , sondern eine Dialogzeile komplett hinzuerfunden. Und sie dann zum Titel des Films gemacht. Das ist, naja, irgendwie schon wieder groß. Etwas zu groß, vielleicht.

  17. Nilz N Burger

    ich finde de niros deutsche stimme viel besser als seine echte. schon allein deswegen, ja zu deutscher synchro- verpatzte übersetzungen kann man sich auch denken beim sehen, und sich dann im kopf umformulieren. so wie beim synchronpatzer bei “trennung mit hindernissen”: vince vaughn erklärt aniston, das wohl michelangelo auch nicht gestört wurde, als er in der sechzehnten kapelle malte. wer sich da nicht denken kann, das im original sixteenth ähnlich zu sixtinian klingt, der soll doch einfach dumm und glücklich seiner wege gehen.

    kein grund sich aufzuregen.

  18. 20summers

    mein erweckungserlebnis war ja “reality bites”. nicht nur im hinblick auf winona. ethan hawke geht in der wg ans telefon und meldet sich im original mit “welcome to the winter of our discontent” – in der deutschen fassung (und da muss man sich jetzt so eine pseudoschwule naeselstimme dazudenken)mit so was aehnlichem wie “herzlich willkommen im katholischen maennerwohnheim”. das geht nicht. nein.

  19. ukzg

    “Monty Python and the Holy Grail” is natürlich ein Extrembeispiel, zeigt aber gut, wie aus einer Komödie das gemacht wurde, was man heute “Comedy” nennt: übertrieben lokalbezogener Quatsch. (Ich hab den Film irgendwann mal auf Deutsch gesehen und nach ca. 5 Minuten abgeschaltet. Viele Empfehlungen später war ich dann glücklicherweise so vernünftig, die DVD zu holen und das ganze mal auf Englisch zu schauen – seitdem nie wieder deutsche Tonspur bei britischen Sachen.) [Der schlimmste mir bekannte ist allerdings die “Scheibenwelt”-Buchreihe: Viele der dortigen Fehler hätten zu Schulzeiten die Versetzung gefährdet… aber ich schweife ab.]

    Beide Seiten der Synchromedaille zeigt imho die Fernsehserie “Scrubs”: Man merkt, wie die Übersetzer versucht haben, mit der deutschen Sprache dem Original so nah wie möglich zu kommen. Allerdings werden auch einige Gags (vermutlich) übersehen.

    Ein ähnliches Thema sind deutsche Filmtitel… oder bessergesagt Titel der deutsche Versionen (allein das Python-Bespiel “Die Ritter der Kokosnuss” geht gar nich).

  20. Affenheimtheater » Reservoir Granny: This Shit Is Bananas!

    […] Wenn die Oma zuviele Quentin Tarantino Filme guckt, könnte es beim nächsten Kaffee und Kuchen Gespräch mit den Enkelkindern zu folgendem Dialog kommen. Und wenn die lieben Kleinen anschließend mit Papa Cowboy und Indianer spielen…könnte das ins Auge gehen Zwei sehr geile Spots zu dem Reservoir Dogs Videospiel. Gefunden bei den Fünf Filmfreunden. Bei denen läuft gerade unter dem Thema “Sprachfehler” auch eine interessante Diskussion über das für/wenn und aber von Synchronisationen. […]

  21. Channel Hopping » Der wohl undankbarste Medienberuf

    […] Wie ich drauf komme? Anke verlinkt die fünf Filmfreunde, die eine Serie mit populären Übersetzungsfehlern angefangen haben. Teil 1: Die Ritter der Kokosnuss. Da werde ich mitlesen und sicherlich auch noch die eine oder andere falsche Synchro beisteuern können, sollte ihnen das Material ausgehen. […]

  22. jAnsen

    mir fällt dann immer wieder die schlechte (weil nicht umsetzbare) slang-übersetzung ein. mein favorit:
    englischer titel des films: mo´ money
    deutsch titel des films: meh´ geld

    meh´ geld? MEH´ GELD? jetzt mal im ernst, das ist ganz grosser schwachsinn.
    (einige würden sogar soweit gehen, zu sagen, daß es kundenverarsche oder aber schlicht weg dummheit ist…)

    und meine meinung zur schlechten deutsche synchro hab ich eben im Cars-bericht der filmfreunde hinterlassen:
    http://www.fuenf-filmfreunde.de/2006/09/01/cars-2/

  23. Haderlump

    Ich schau mir Filme meist im O-Ton und in der deutschen Synchronisation an. Peter Matics Stimme, mit Ihrem unterdrückten Wiener Akzent ist einfach besser, wie dir Orginalstimme von Ben Kingsley – von Robert de Niro wollen wir hier erst gar nicht sprechen. Leider hat man vor allem in den 80iger stark an der Synchronisation gespart, wodurch manche Filme einfach nur verhunzt wurden. Es gibt aber auch ein paar “positve” Synchronisationen. Die Serie “Die Zwei” floppte in allen Ländern, ausser in Deutschland. Als die deutschen Synchronsprecher ihren Text zum ersten Mal lasen, war Ihnen bewusst, dass die Dialoge sehr, sehr schlecht waren. Daraufhin reimten die Jungs sich aus dem Stegreif was zusammen, wodurch die Serie zum absoluten Erfolg wurde. Da das Ding aber sonst überall floppte, gibt es nur eine einzige Staffel davon.

  24. Batzman

    Oh jeh :)

    Ich hab nur drauf gewartet, daß irgendjemand mit “Die Zwei” ankommt. Ich möchte mir kein Urteil darüber anmaßen wie gut oder wie schlecht die Serie im Original gewesen ist, vertrete aber dennoch die Meinung eine Synchro hat nicht die Aufgabe eine Serie zu verändern. Genau diese Art von “Lustiger” Synchronisation ist für solche debilen Texte wie im o.a. Monty Python-Film verantwortlich. Egal wie lausig eine Serie ist, der Synchronautor soll die Pfoten davon lassen und einfach seinen Job machen. Das eine Serie floppt hat übrigens nur bedingt etwas mit der Qualität zu tun. Es gibt genug Serienklassiker die nach wenigen Staffeln abgesetzt wurden.

    Klar es gibt gute Synchronstimmen und Synchronschauspieler keine Frage. Aber wie diese geführt und besetzt werden liegt nicht in ihrem Ermessen. Und die Synchronsprecher haben an den Texten i.d.R. gar keinen Anteil und viel zu wenige weigern sich, lausige übersetzungen zu sprechen, was auch am harten Konkurrenzkampf in der Branche liegt.

  25. Tim-P

    Hallo Batzman,

    warte dringlichst auf den angekündigten 2. Teil!
    Kannst Du eine ungefähre Einschätzung geben, wann der gepostet werden wird?

    Liebe Grüße, Tim-P

  26. Batzman

    Die Serie wollte ich eigentlich schon
    fortgesetzt haben, aber da sich die zweite Folge hauptsächlich mit dem
    Synchronbuchautor der Simpson beschäftigen sollte und “Die Akte
    Combrinck” betitelt war, habe ich das erstmal verschoben, nachdem Ivar
    Combrinck ja leider im Herbst verstorben ist und ich es unangebracht
    fand gleich drauf nochmal eine Auflistung seiner Fehler zu bringen, denn als Sprecher und Synchronregisseur war er ja durchaus fähig.

    Die zweite Folge kommt wohl erst Ende Februar, davor steht mit Berlinale und Reviews erstmal zuviel auf der To-Do-Liste leider…

  27. k n

    k n…

    shit-happens 3042656 Variants of k n….

  28. F5 - Die Fünf Filmfreunde

    […] aus Minderwertigkeitskomplexen resultierenden Snobismus-Vorwurf hatt ich ja vor einem Jahr schon im Artikel Sprachfehler zusammengefasst und ausdrücklich versucht eben nicht polemisch an das Thema heranzugehen, sondern […]

  29. Stecki's Blog

    Anti-Pro-Synchro, oder: Eine Lanze für die englische Tonspur…

    Bei den Fünf Filmfreunden lästert Renington Steele in seinem Beitrag Pro Synchro darüber ab, wie versnobt es sei, Originalfassungen statt der ganz tollen Synchronfassungen von Filmen zu sehen:
    Dennoch ziehe ich – vielleicht nicht jede, aber doch…

  30. Dominik Jungowski

    Kommt Teil 2 denn nun noch irgendwann? ;) Find das eigentlich ganz interessant.

    Auch wenn ich voll und ganz deiner Meinung bin, bin ich schon froh, dass es bei “Die Zwei” die Spaßsynchro gibt (die dann übrigens auch rückübersetzt wurde iirc), die Originalserie ist doch eher sehr mau, erst durch die Synchro kann man sie sich überhaupt anschauen

  31. klaus

    @1 “Spannender Artikel. ”
    Quatsch. Agatha Christies Romane mögen spannend sein, aber doch nicht der Aufsatz hier. Es gibt reichlich passendere Adjektive.

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    officialgaygeeks:

    That lightsaber sound lol


    Get the My Neighbor Groot shirt http://buff.ly/1EFUcA2 http://ift.tt/1BEBgm8

    11/16/14

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    pennyfornasa:

    Putting The Cost Of The ESA’s Rosetta Mission In Perspective

    "So what do we get for our €1.4bn? Rosetta is both an astounding feat of engineering (catapulting a tonne of spacecraft across millions of kilometres of space and ending up in orbit around a comet just 4 km across) and an extraordinary opportunity for science (allowing us to examine the surface of a lump of rock and ice which dates from when the Solar System formed).

    Like a lot of blue-skies science, it’s very hard to put a value on the mission. First, there are the immediate spin-offs like engineering know-how; then, the knowledge accrued, which could inform our understanding of our cosmic origins, amongst other things; and finally, the inspirational value of this audacious feat in which we can all share, including the next generation of scientists.

    Whilst those things are hard to price precisely, in common with other blue-skies scientific projects, Rosetta is cheap. At €1.4bn, developing, building, launching and learning from the mission will cost about the same as 4.2 Airbus A380s—pretty impressive when you consider that it’s an entirely bespoke robotic spacecraft, not a production airliner. On a more everyday scale, it’s cost European citizens somewhere around twenty Euro cents per person per year since the project began in 1996.

    Rosetta has already sent us some stunning images of Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko and today’s landing will, with any luck, provide us with our first close-up glimpse of the chaotic surface of this dirty snowball. If you’re a sci-fi fan, then, you might consider the mission to have been worth its price tag just for the pictures. The total cost for the Rosetta mission is about €3.50 per person in Europe; based on the average cinema ticket price in the UK (€8.50), it has cost less than half of what it will cost for you to go to see Interstellar.”

    Via Scienceogram: http://scienceogram.org/blog/2014/11/rosetta-comet-esa-lander-cost/

    Find Out How Budget Cuts Canceled NASA’s Own Comet Landing Mission: http://www.penny4nasa.org/2014/11/11/how-budget-cuts-canceled-nasa-own-rosetta-comet-landing-mission/

    11/15/14

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    meatbicyclevevo:

    i never wanted this to end

    10/20/14

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    iambluedog:

    Life is too short to be holding on to old grudges

    10/20/14

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    10/09/14