Am 31. August kommt Prinzessin Diana während eines tragischen Autounfalls in Paris ums Leben. Die Welt war entsetzt und viele Millionen Menschen trauerten um die “Königin der Herzen”. 2,5 Milliarden Zuschauer verfolgten die Beerdigung am Fernseher. Vor dem Buckingham Pallace in London füllte sich ein Meer von Blumen und rund 290.000 Menschen trugen sich in die Kondolenzbücher der Verstorbenen ein, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Am Tag ihrer letzten Bettung singt Elton John “Candle in the Wind”, ihm gelingt dadurch ein weiterer Welthit mit traurigem Hintergrund.
All jene Dinge verlieren an Glanz und Authentizität, wenn ich die Vorschau zu Stephen Frears “The Queen” sehe. Die Tage nach Dianas Ableben werden wie ein Thriller inszeniert. Die taffe Royal Family und der lässige Premierminister Tony Blair im Konflikt, wenn es darum geht wieviel die Öffentlichkeit von der Tragödie erfahren soll. Ein mitreißender, scheinbar spannungsgeladener Film, dessen Handlung ich in der Realität ganz anders in Erinnerung habe.
Es fällt mir schwer zu glauben, dass es sich vor knapp 9 Jahren so zugetragen haben soll. Wenn man die Mitglieder der königlichen Familie in den Nachrichten sieht, erscheinen sie weit weniger erreichbar als in diesem Film. Frears versucht offensichtlich eine Queen zum anfassen, zum nachfühlen zu erschaffen. Ob ihm das gelungen ist, kann ich nach sehen der Vorschau nicht beurteilen. Dennoch bleibt ein Gefühl der Ungläubigkeit. Erschuf der Regisseur mit seinem Werk ein neues Genre, den Reality-Thriller, oder sehen wir hier nicht mehr als Science Fiction?


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