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Neil: “I hate it when they look like Tarzan but sound like Jane. “

Originaltitel: Mysterious Skin
Herstellungsland: USA 2004
Regie: Gregg Araki
Darsteller: Brady Corbet, Joseph Gordon-Levitt, Elisabeth Shue, Michelle Trachtenberg

★★★★½

Mysterious Skin

“Im Sommer, als ich acht war, verschwanden fünf Stunden aus meinem Leben. Weg. Spurlos verschwunden.”

So beginnt die Geschichte von Brian (Brad Corbet), einem introvertierten, unsicheren Jungen, der damit klar kommen, muß das ihm als Kind etwas zustieß, von dem er bis heute nicht weiß was genau passierte. Inspiriert von einem Bericht über “Entführung durch Ausserirdische” glaubt er darin einen Hinweis zur Lösung des Problems zu sehen.

Er nimmt Kontakt mit einer jungen Frau auf, die ebenfalls Opfer einer solchen Entführung zu sein glaubt. Mit ihrer Hilfe versucht er seine Erinnerungen zu rekonstruieren, in denen auch ein anderer Junge eine Rolle spielt, der damals mit ihm zusammen im Kinderbaseball-Team war.

Dieser Junge ist Neil, ein selbstbewusster, ich-bezogener 18jähriger, der sich mittlerweile als Stricher etwas dazuverdient und seit einer Affäre mit seinem Baseball-Coach deutlich auf ältere Männer fixiert ist. Er hat offenkundig keine Probleme mit sich, fühlt sich als Lokalmatador in seinem verschlafenen Kaff und jongliert souverän mit der Zuneigung seines ihn anhimmelnden Freundes Eric, seiner besten Freundin Wendy (Michelle “Buffys Schwester” Trachtenberg) und seiner Mutter (Elisabeth Shue) die was Kerle angeht ebenfalls nichts anbrennen lässt.
Just als Brian versucht Neil zu kontaktieren, in der Hoffnung mehr über jenen Abend und die verschwundenen Stunden zu erfahren, verschwindet Neil nach New York um dort sein Glück zu versuchen…

Greg Araki gelingt mit diesem Film ein kleines Wunder. Nicht nur ist es eine exzellente Umsetzung des kontroversen Romans von Scott Heim, es ist auch einer der besten Filme zum Thema Kindesmißbrauch, die in sehr langer Zeit erschienen sind. Im Gegensatz zum üblichen “TV-Movie of the Week”-Gedöns oder anderen Zeigefingerfilmen, geht er den differenzierteren aber auch schwereren Weg. Dafür wurde er in Amerika wie zu erwarten war von der christlichen Rechten angefeindet, erntete aber gleichzeitig sehr positive Besprechungen von der Filmkritik. Ähnlich wie der ebenfalls sehr gelungene, wie umstrittene Film “L.I.E.” weigert sich Mysterious Skin mit platten Charakterisierungen zu arbeiten, einfache Erklärungen anzubieten.

Araki war noch nie ein einfacher Regisseur, von seinen schrillen Anfängen mit “Totally Fucked up“, über “Nowhere” und “The Doom Generation” hat er immer Filme gedreht die polarisierten, die in ihrer Verbindung von klassischer Narration und Videoclip- und Fantasy-Einschüben das Publikum herausforderten und vor den Kopf stießen. Das war nicht immer gelungen, aber immer interessant.

Mit “Mysterious Skin” hat er erstmals einen wirklich fokussierten Film gedreht, der seine optischen Finessen zurückschraubt und konsequent in den Dienst der Geschichte stellt. Wenn wir jetzt Ausserrirdische und fliegenden Untertassen sehen, dann weil sie dem Kopf Brians entsprungen sind, der verzweifelt versucht mit seiner Vergangenheit klar zu kommen. Der Film erzählt, wie auch der Roman sehr treffend die Auswirkungen von sexuellem Mißbrauch und betrachtet die Auflösung von Brians Geschichte folgerichtig auch nicht als Spannungsmoment, das es möglichst geheimnisvoll zu enthüllen gilt. Es geht um Menschen und wie sie mit dem umgehen, was ihnen angetan wird. Mit Brian und Neil werden uns zwei Biographien gezeigt, die beide ähnliches erlebt haben, es aber völlig anders verarbeiteten.

Es wäre fatal und einfach zu sagen: Ja schaut was aus Neil geworden ist, er ist ein Stricher, denn er erfüllt kaum die platten Klischees, die man aus Filmen zu dem Thema gewohnt ist. Er ist nicht daß, was man gemeinhin erwartet. Keine gescheiterte Existenz im klassichen Sinne, kein drogensüchtiges Wrack das von einem Schuß zum nächsten lebt.

Auf den ersten Blick ist Neil sogar beneidenswert. Er ist selbständig, sexy, hat etwas im Kopf, steht zu dem was er macht und ist. Er ist mit sich im Reinen, genießt sein Leben, hat echte Freunde und eine Mutter mit der er sich gut versteht. Er ist meilenweit entfernt, vom verschüchterten, ängstlichen Brian, der seit dem “Vorfall” an Blackouts leidet, ohne Vorwarnung Nasenbluten bekommt und bewusstlos wird. Der kein Verhältnis zu sich, seinem Körper oder gar zu Sexualität hat. Der Panisch reagiert, wenn ihm seine Leidensgenossin, die ebenfalls gestörte UFO-Entführte Avylin sexuelle Avancen macht.

Anfänglich könnte man meinen, der Film würde erzählen, das sexueller Mißbrauch (oder wie es der Täter vielleicht verbrämen würde: Verführung Minderjähriger) nicht immer fatale Folgen haben muß. Das es den einen zerstören kann, während ein anderer gestärkt und selbstbewusst daraus hervorgeht. Doch so simpel machen es sich Heim und Araki nicht. Auch Neil hat seinen Schaden davongetragen, egal wie selbstsicher er wirkt. Es ist nur eine andere Art von Knacks, die er hat, nicht weniger dramatisch als Neils Erfahrung, aber eben gänzlich anders.

Der Film geht viele Risiken ein, beschönigt wenig, arbeitet mit drastischen Bildern ohne je ins exploitationhafte abzugleiten. Er ist berührend ohne rührseelig zu sein, überspitzt ohne unrealistisch zu werden. Vor allem aber, entwirft er glaubhafte Figuren und will mehr sein als ein “Problemfilm”, eben kein “After-School-Special” sondern ein Film der neben seiner Hauptstory noch so viel mehr an Eindrücken vermittelt, so viel mehr über seine Figuren und Nebenfiguren erzählt.

Mit Brady Corbett und dem überragenden Joseph-Gordon-Levitt (der schon bald mit BRICK im Kino zu sehen sein wird) in den Hauptrollen, sowie ebenso sorgfältig wie exzellent besetzten Nebenrollen, wie Elisabeth Shue als Neils Mutter und Jeffrey Licon als Eric und nicht zuletzt Bill Sage in der schwierigen Rolle des “Coach”, umschifft Araki alle Klippen des Kitsches oder des Moraldramas und lässt seine Zuschauer mit vielen Gedanken und Fragen zurück.

“Mysterious Skin” ist bereits 2004 entstanden, fand aber erst jetzt den Weg nach Deutschland. Unverständlicherweise wurde die DVD von der FSK mit “Keine Jugendfreigabe” eingestuft, was nach der Bewertung von “Dear Wendy” einmal mehr die Frage aufwirft, nach welchen Kriterien die Gremien da die Freigaben auswürfeln.

Interview mit Greg Araki zu “Mysterious Skin”.

Die Buchvorlage “Mysterious Skin” auf deutsch lesen!

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17 Kommentare

  1. Hört sich nach einem sehr guten Film an. Wie findest Du eigentlich C.R.A.Z.Y? Fand ich super…

    Kommentar #1 von Renington Steele am 02.09.2006 um 20:25 Uhr

  2. Du meinst den kanadischen Film? Ich muß zugeben ich bin bis heute nicht dazu gekommen, den zu sehen. Steht aber auf meiner Liste… ich hab ja auch nur zwei Augen :)

    Kommentar #2 von Batzman am 02.09.2006 um 20:29 Uhr

  3. genau der, ist super und der soundtrack ist „awesome“! Bester Schwuppenflick bisher imho…

    Kommentar #3 von Renington Steele am 02.09.2006 um 20:31 Uhr

  4. Werd ich nachholen :)

    Wobei “Mysterious Skin” würd ich nicht als Schwuppenfilm bezeichnen, weil daß eigentlich so gar nicht thematisiert wird.
    Brian ist hetero oder eher asexuell. Neil ist schwul und Eric auch, aber das ist eher nebensächlich…

    Kommentar #4 von Batzman am 02.09.2006 um 20:40 Uhr

  5. Naja, auch wenn der in Schwuppenkreisen so gehandhabt wird, war L.I.E. ja auch nicht “typisch” Schwuppenfilm m.A.n. (einer der Filme übrigens, bei denen ich bei der Synchro und dem Original vollkommen andere Eindrücke hatte…)

    “Mysterious Skin” klingt Deiner Review (Deinem?) nach gut, muss ich mir mal anschauen.

    Kommentar #5 von diaet am 03.09.2006 um 01:43 Uhr

  6. Beide Filme sind fantastisch.
    Hatte letztes Jahr beim “verzaubert” die Chance, beide sehen zu können.
    Mysterious Skin hat mich sehr bewegt. Hinterher Kloss im Hals. Und das passiert bei mir nur noch selten.
    C.R.A.Z.Y. ist sehr schön. Er hat alle Preise verdient, doch imho nicht so ergreifend wie erster.

    Zum Thema “typischer Schwuppenfilm”… was ist das? Da wär mal eine Definition gefragt… ein Film “für” eine Zielgruppe, oder ein Film “über” eine Zielgruppe… Mal so, mal so.

    Kommentar #6 von caliban am 03.09.2006 um 02:01 Uhr

  7. Sehr guter Film!

    Ich finde die KJ-Einstufung geht durchaus in Ordnung. Klar ist der Film nicht brutal im herkömmlichen Sinne und beschönigt oder verherrlicht auch nichts, aber trotzdem behandelt der Film Dinge, die 16-jährigen nicht unbedingt zugemutet werden müssen.

    Bei Dear Wendy kann ich die allgemeine Empörung über die Freuigabe auch nicht ganz teilen. Dear Wendy ist zwar kein Pamphlet für den Waffenbesitz oder -gebrauch wenn man ihn richtig versteht, aber das ist schon des Pudels Kern. Um die Aussage des Films richtig einzuordnen braucht man schon eine gewisse Reife, welche die FSK den 16jährigen allgemein (klar gibts Ausnahmen aber bei solchen Bewertungen gehts halt immer um den Durchschnitt) wohl nicht zuzusprechen scheint…

    Viel unverständlicher finde ich da die FSK 16-Freigabe von Silent Hill.

    Kommentar #7 von omahabitch am 03.09.2006 um 13:14 Uhr

  8. @diaet bzw dieter und caliban

    Bei L.I.E. auch Konsens. Wobei es bei vielen Filmen ja wünschenswert wäre, wenn sie auch von mehr Nichtschwuppen geguckt würden. Ich denke so einiges was bei GBLT-Filmfestials läuft hätte es auch verdient von einer breiteren Masse gesehen zu werden, aber da gibts einfach viele Berührungsängste. Ein Film wie Transamerica, C.R.A.Z.Y., But I’m a cheerleader, Raus aus Amal oder Cowboys & Angels aber auch die meisten Sachen von Araki sind ja nun keine monothematischen Problemfilme.Schwuppen schauen sich gewisse Filme einfach eher an, bzw. Heteros schrecken vor gewissen Themen eher zurück, dadurch entstehen dann solche Bezeichnungen.

    Ich mach mal irgendwann ein Special zu dem Thema :)

    @Omahabitch

    Ich find die Freigabe ausgesprochen daneben und frage mich in der Tat, ob es dieselbe Einstufung gegeben hätte, wenn dieselbe Geschichte mit Mädchen erzählt worden wäre. Warum sollten 16jr nicht in der Lage sein den Film zu verstehen, der ja genau ihre Altersgruppe betrifft? So komplex und arthausig erzählt Araki seine Story nun wirklich nicht. Und wenn es darum geht, das normale 16jr etwas nicht verstehen, müsste man wohl sehr viele anspruchsvolle Filme mit einer KJ versehen. Also worum geht es? Was befürchtet die FSK? Das dumme 16jr den Film in falschen Hals kriegen und denken es wäre cool mit ihrem Coach ne Affäre anzufangen? Wohl kaum. Und wie hoch ist die Chance, das sich viele Jugendliche das überhaupt ansehen? Die die sich den Film geben, wären mit hoher Wahrscheinlichkeit eh die die genug auf der Pfanne haben, um ihn einordnen zu können.

    Ich fühlte mich etwas an Pro7s Umgang mit “Queer as Folk” erinnert, das auch nur weil es um schwule Szenen ging auf nen Mitternachtssendeplatz verbannt wurde, während die Lesbenserie L-Word oder SATC die ebenfalls gut zur Sache gehen um 22.00 Uhr laufen dürfen.

    Bei Dear Wendy, den ich nicht besonders gut fand, teile ich dennoch die Irritation der Macher, das der Film auch hier den Leuten die es betrifft nicht zugänglich gemacht wird. Der Film ist elegisch, langatmig und extrem arthausig. Waffen werden nicht auf eine coole Art und Weise glorifiziert, das ganze hat eher eine neurotische Komponente, der Film ist nicht stylish und schick genug um als Poser-Tableau zu taugen. Diejenigen die sich da freiwillig durchquälen sind auch in dem Fall eher die, die ihn einordnen können.

    Kommentar #8 von Batzman am 03.09.2006 um 15:05 Uhr

  9. Ich befürchte bei MS wahrlich auch keinen Nachahmungseffekt, und es geht auch nicht ums “verstehen” (da habe ich mich wirklich etwas unglücklich ausgedrückt) sondern die allgemeine Wirkung die dieser Film hat. Auf mich persönlich wirkte er schon recht verstörend, vor allem die Szene auf dem Halloween-Umzug am Anfang und die Vergewaltigung.

    Und diese verstörende Wirkung dürfte bei 16-jährigen um einiges deutlicher ausfallen, zumindest ist das eine durchaus vertretbare Prognose der FSK. Und gerade dass der Film das Thema eben nicht im Sinne einer seichten TV-Produktion abhandelt, sondern durchaus ernst an den Stoff rangeht spielt da mit eine Rolle.

    Und ich glaube auch nicht dass die Freigabe eine andere wäre, wenn der Protagonist weiblich wäre, der Film erzielt seine Wirkung eher durch seinen Unterton.

    Ich sage ja nicht dass man den Film auf garkeinen Fall ab 16 hätte freigeben sollen/dürfen, aber sooo unverständlich finde ich die Entscheidung nun auch wieder nicht.

    Und dass Queer as folk auf einem sospäten Sendeplatz lief liegt denke ich eher an der geringen Massenkompatibilität. Mag sein dass Filme/Serien über Lesben vom Publikum einfach unvoreingenommener und allgemein besser aufgenommen werden als Filme/Serien über Schwule, das ist aber eher ein gesellschaftliches Problem, Pro7 denkt eben primär an die Quote.

    Ich kann mir da auch vielleicht kein Urteil erlauben, weil ich bisher von beiden Serien erst eine Folge gesehen habe, bei QaF scheinen mir die Sexszenen aber schon detaillierter dargestellt gewesen zu sein.

    Beide Serien sind von der FSK auf DVD übrigens ab 16 freigegeben.

    Zurück zu Mysterious Skin, ich denke wie gesagt nicht dass der Film seine hohe Freigabe für die Behandlung von Homosexualität verdient, wohl aber für die doch sehr pessimistische und destruktive (zumindest habe ich das so wahrgenommen) Grundstimmung.

    Kommentar #9 von omahabitch am 03.09.2006 um 15:49 Uhr

  10. @oma :)

    Naja mit Verstörung ist das ja so eine Sache, das ist eher subjektiv. Berührt hat mich der Film auch und am Ende nen Kloß im Hals hatte ich auch, aber ich denke schon daß es nichts ist, was nen 16jr absolut überfordert. Der Film lässt ihn ja nicht wirlklich alleine damit, sondern löst die Spannung ja auch wieder. Und es gibt eben genug andere Filme die emotional auch intensiv zur Sache gehen und die keine KJ bekommen.

    Ich schätze das ganze war mal wieder ne Montagsentscheidung der fSK. Ist ja bekannt, daß sie Montags wenn sie frisch aus dem WE kommen härter bewerten, als am Freitag, wenn sie alle nach Hause wollen. Bei Wendy wohl ähnlich.

    Die Wahrnehmung das der Sex bei QaF detaillierter gezeigt wird, ist glaub ich rein subjektive Wahrnehmung. Man neigt dazu Sex zwischen Männern immer eher als Hardcore einzustufen, als dasselbe zwischen Mann und Frau oder zwischen Frauen. Liegt einfach am Widerwillen, den viele Leute gegen solche Szenen haben. Ich meine, viele Zuschauer haben sich bei den harmlosen Szenen in Sommersturm mokiert, das sie das “schwer erträglich” fanden.

    Das Pro7 die Serie so ganz unter den Teppich kerht ist denke ich eher Feigheit. In Amerika hatte die Serie 50% Heterozuschauer und wurde als Event vermarktet, man muß die Leute eben auch mal herausfordern und nicht nur den kleinsten gemeinsamen Nenner suchen. Wenn ich mir angucke, was Pro7 an Serien dieses Jahr schon in den Sand gesendet hat, von Vegas über Rome, Nip/Tuck und Greys Anatomie – da könnte man ja fast spitzfindig sagen, die Zuschauer mögen keine Hetero-Serien ;)

    Kommentar #10 von Batzman am 03.09.2006 um 16:03 Uhr

  11. Dass QaF in den USA 50% Heterozuschauer hatte überrascht mich ehrlich gesagt (ich glaubs dir aber natürlich ;) ).

    Aber ich denke generell ist es halt schon so dass sich Heteros lieber Lesbenszenen anschauen, als Sex unter Männern, die Zielgruppe bei L-Word würde ich daher schon höher einschätzen.

    Bei vielen Männern dürfte das neben der Homophobie (die sicher auch vorhanden ist) auch daran liegen, dass zwei Frauen die miteinander rummachen vom Heterostandpunkt aus gesehen einfach interessanter sind als zwei Männer ;)

    Kommentar #11 von omahabitch am 03.09.2006 um 16:14 Uhr

  12. Unterschätze mal nicht das interesse von Frauen an gutaussehenden Männern, die Serie hat sehr viele Heteras als Fans. Auch in Deutschland. Zudem erzählt sie wirklich gute Stories, im Gegensatz zu zB SATC gehts bei QaF nicht nur um Ficken und Schuhekaufen.

    Was das rummachen angeht und das Hetero-Männer da lieber Lesben sehen, naja… ich find Sexszenen die nicht Handlungsbegründet sind eh meist stinkelangweilig, egal ob nun Homo oder Hetero. Wenn ich Leute beim Klöppeln sehen will, schau ich mir nen Porno an.

    Insofern würd ich mir von Heteros einfach etwas mehr Neutralität wünschen. Bei einer hetero-Sexszene, bei der sie die Akteure nicht attraktiv finden, wird das ja auch nichta als Grund angegeben, warum man den Film nicht sehen will. Genausowenig beschweren sich Schwuppen, wenn sie überall Mann/Frau Knutsch- und Fickszenen vorgesetzt bekommen, solange die Handlung stimmt.

    Kommentar #12 von Batzman am 03.09.2006 um 16:53 Uhr

  13. Ich stimme dir da zu, aber das ist ja das Problem. Ich selbst habe auch kein Problem mit schwulen Sexszenen wenn sie in den Film passen aber ich denke doch mal dass viele da leider doch etwas reserviert sind, wohl einfach weil es so ungewöhnlich ist. Sieht man ja auch in den Medien, vor allem in der Werbung. Zwei Frauen, die sich in nem Bett räkeln gehen heute problemlos als Werbeträger für ne Deomarke durch, ohne dass sich einer gross drüber aufregt, zwei Männer wären da sicher was anderes.

    Ich finds ja auch nicht gut aber schwuler Sex scheint in der Öffentlichkeit eben noch nicht so “normal” zu sein wie lesbischer oder heterosex. Aber vielleicht irre ich mich da auch, ist halt meine Empfindung.

    Kommentar #13 von omahabitch am 03.09.2006 um 19:59 Uhr

  14. Du irrst dich nicht, aber ändern könnten es grade die Medien eben nur, wenn sie die Leute einfach öfter damit konfrontieren, bis sich der Novitätsfaktor einfach abnutzt. Wer regelmässig Queer as Folk sieht, der wird weil die Serie mit dem Sex so selbstverständlich umgeht es irgendwann einfach als normal ansehen und nicht mehr groß befremdet sein. Leider traut man sich ansonsten, selbst wenn Schwuppen irgendwo mitspielen nicht Sex (oder auch nur Knutschszenen) so einzusetzen, wie man es bei Heteropärchen auch macht. Wenn man es einfach überall so sieht wie Heterosex, würd sich der “Ihgiit”-Faktor auch sehr schnell abnutzen. Solange die Qualität der Stories stimmen, könnten dann auch Heteros einfach so drüber weggucken und sich auf die Handlung konzentrieren. Dazu bedürfte es aber bei den Programmachern einen gewissen Mut, aber daran fehlt es einfach. Dem Mainstream meint man Schwuppen nur asexuelle zumuten zu können, wie in Philadelphia oder In & Out.

    Kommentar #14 von Batzman am 03.09.2006 um 22:42 Uhr

  15. Dieses Problem haben ja leider auch so v e r m e i n t l i c h e Blockbuster wie “Alexander”. In Hollywood wurde ja so ziemlich alles getan, damit Homosexualität nicht wieder in dieser Art von Filmen so en passant dargestellt wird. Oliver Stone -und allen potentiellen Nachfolgern- wurde deutlich gemacht, dass man so was in den USA nicht gerne wieder sehen würde. Zumindest nicht in dieser Art von Film.
    Womit das ganze auch schon wieder in die Problemfilmecke abgeschoben wurde.
    Ob “Alexander” ansonsten ein guter Film war, sei mal dahingestellt.

    Kommentar #15 von Der_Held am 04.09.2006 um 17:14 Uhr

  16. Zur FSK: Da hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Zum ersten Mal fiel es mir bei “Alien 4″ (ab 16) und “Starship Troopers” (ab 18) auf, wo ich über die Einstufungen und das Nicht-Kürzen so positiv ausgeflippt bin, dass ich es kaum fassen konnte. Das Muster der FSK ist seitdem so, dass sie die Entscheidungen vom Realitätsgehalt der Filme abhängig machen: Die vom Splattergehalt her ultrabrutalen “Silent Hill” und “Underworld: Evolution” bekommen genau deswegen eine 16er-Freigabe, weil die Geschichten nicht realistisch sind, sondern es dabei um Monster- und Dämonen-Welten geht. “Dear Wendy” schien den FSK-Leuten aber im Gegenteil wohl zu lebensecht zu sein, sodass er vorsichtshalber eine 18er-Freigabe bekam.

    Die Diskussion um die 12er-Entscheidungen der vergangenen Jahre finde ich allerdings wesentlich wichtiger, weil hier offensichtlich halbwegs harte Mainstream-Filme wie “Jurassic Park”, “Der Herr der Ringe”, der letzte Bond oder “Star Wars – Episode III” einem größeren (Kinder-)Publikum zugänglich gemacht werden sollen. Und seit man zudem schon Sechsjährige in 12er-Filme mitnehmen darf, finde ich das wirklich mehr als bedenklich!

    Kommentar #16 von Binding am 04.09.2006 um 18:15 Uhr

  17. Ich bleib trotzdem dabei, es ist bei der FSK immer auswürfeln. Underworld 2 mag mit einer 16er davongekommen sein, der pupsige erste Teil wurde mit 18 eingestuft.

    Klar es tut sich was, wie man der legendären Begründung zur Einstufung des sehr splattrigen Final Destination 2 sieht, aber dennoch hängt es immer noch stark von der Tagesstimmung der Bewerter ab.. und nicht unerheblich ob ein Mayor oder ein Indilabel den Film einreicht. Was man Fox durchgehen lässt, darf ein Arthausfilm noch lange nicht…

    Ob nun hier oder in den USA. Was ein schönen Hinweis auf den neulich von René entdeckten “this films hat not been rated” erlaubt, der sich genau damit beschäftigt.

    Die Montagsentscheidungen sind übrigens auch bekannt. Ein Freund von mir hat ne Weile bei der FSF gearbeitet und dort auch nähere Einblicke in die FSK-Entscheidungen gehabt..

    Kommentar #17 von Batzman am 04.09.2006 um 18:31 Uhr

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