Review

Miami Vice

Standard, 3. 9. 2006, Nilz N Burger, 36 Kommentare

“ Ich hoffe ihr seid euch sicher.. „

miamiviceklein.jpgHerstellungsland: USA 2006
Regie: Michael Mann
Darsteller: Colin Farrell, Jamie Foxx, Gong Li

[rating:4.5]

Coolness ist ein rar gewordener Wert. Naja, vielleicht nicht vergessen, aber was ist aus der Zeit geworden in der Coolness nur eins sein sollte, nämlich cool? Heute halten die Leute Coolness für lächerlich. Also, wenn sie unverschnitten ist. Wenn sie ironisch gebrochen wird gilt sie wieder als ok. Wenn du das auch so siehst und dich auf keinen Fall von deiner Meinung abbringen lässt: Mach einen grossen Bogen um Kinosäle in denen Miami Vice läuft. Denn was in diesem Film bis aufs äusserste zelebriert, gefeiert, ja, man könnte sogar sagen glorofiziert wird, das ist sie. Die reine, echte Coolness. Und wie finde ich das? COOL!

Tubbs und Crockett verlieren einen Freund. Er war Informant für das FBI, hat eine Gruppe Dealer verraten und diese rächten sich dafür bei ihm, indem sie seine Frau umbrachten. Das hält er nicht aus, es macht ihn wahnsinnig und vor den Augen von Sunny und Rico bringt er sich um. Die ganze Geschichte scheint aber weiter zu reichen als gedacht: Ein FBI-Mann heuert die beiden Drogenfahnder an um zu ermitteln wo die undichte Stelle ist und wer hinter der ganzen Aktion steckt. Die beiden heuern verdeckt als Drogentransporter bei einem der grössten Kartellbosse, Jesus Montoya, an. Ab dann wirds kompliziert, vor allem wird jetzt sicher heftig gespoilert, also Achtung! Ich lass dir 3 Zeilen Bedenkzeit…

Sunny verguckt sich in die Frau und Buchhalterin von Jesus Montoya, Isabella, und auch sie ist Herrn Crockett nicht abgeneigt. Nach einem verlängerten Wochenede auf ihrer Heimat Kuba, merken die beiden das sie wohl ernsthafte Interessen aneinander haben. Vor Jesus kann sie es noch gut verstecken, aber Jesus Linke Hand, José Yero, bekommt von der Sache Wind. Er misstraut den besten Drogenkurieren, die es gibt und vermutet mehr dahinter, kann aber nichts beweisen. Während also Sunny und Tubbs fröhlich die grossen Pakete in die USA schmuggeln, und Isabella immer mehr Sunny verfällt, wird also versucht den beiden der Garaus zu machen. Mit gnadenlosen Methoden. Und das Kartell schreckt auch nicht davor zurück für ihre Ziele mit einer Bande durchgeknallter Nazis zu kooperieren…Der Showdown ist nicht mehr abzuwenden.
[Spoiler Ende]

Ich hoffe für die, die weitergelesen haben, nicht ZU heftig ins Detail gegangen zu sein. Ja, die Geschichte scheint mitunter etwas verwirrend, aber wenn man in dem Film sitzt hat man nicht das Gefühl nichts mehr mitzubekommen. Im Gegenteil: Die Story ist recht klar und es ist ebenso schnell einzuordnen wer die Guten und wer die Bösen sind. Überhaupt ist in dem Film vieles sofort sehr klar gezeichnet. Die Freundschaft von Sunny und Tubbs erzählt sich dadurch, das sie so wenig miteinander reden. Wie echte Männerfreundschaften halt so funktionieren. Der Chief der beiden steht felsenfest zu ihren Entscheidungen. Die Nazis sind skrupellose Marionetten, die Drogenmänner sind skrupellose Macher. Die Buchhalterin ist emotionaler als sie sich eingestehen will etc. etc. Man darf keine diffizil in Schattierungen von Grau gezeichneten Charaktere erwarten. Aber darum geht es auch gar nicht.

Die Serie „Miami Vice“ stand in den 80ern für eine neue Art des Fernsehermittlers. Man musste nicht mehr den lustigen Abschlussgag am Ende jeder Folge haben (vgl. Magnum), es wurden keine besonderen, nahezu übermenschlichen Fähigkeiten gebraucht (vgl. Mc Guyver, A-Team) und ein Ermittler durfte auch mal nur Probleme mit sich selbst haben anstatt immer nur für das Team da zu sein (vgl. Trio mit vier Fäusten). Sunny verzweifelte regelmässig an seinem Job und den Entscheidungen die er darin tragen musste, was aber nichts daran änderte das er der Überzeugung war das Richtige zu tun. Das war auch immer sein Motor. Weitermachen. Nicht aufgeben. Ich werde gebraucht. Polizisten liefen längst nicht mehr nur in doof aussehenden Uniformen rum, sondern waren optisch von denen die sie jagen, schwer zu unterscheiden.

Jetzt liegt es ja nahe in den Film zu gehen und Reminiszenzen an die Serie zu suchen. Nur, man wird sie nicht finden. Sunny wohnt nicht auf einem Boot (oder vielleicht doch, man sieht gar nicht wo oder wie er wohnt) mit seinem Krokodil Elvis. Es werden nicht tagein tagaus Leinenanzüge getragen, die Kolleginnen müssen nicht als Prostituierte verkleidet ermitteln, die Hauptfiguren tragen nicht mal Schulterhalfter für ihre Waffen. Und dennoch schmeckt man die Serie wieder. Das liegt nicht nur an den Namen, die unverändert geblieben sind. Oder an der Tatsache das auch im Film recht viel Ferrari und Speedboat gefahren wird. Es liegt vor allem an der Coolness der beiden. In jeder Situation. Nie aus der Ruhe bringen lassen. Es wird nicht lustig kommentiert, wir sehen hier quasi die Negativversion von Murtaugh und Riggs. Die ernsthaftesten Polizisten die man seit langem im amerikanischen Kino gesehen hat. Und das ist verdammt mitreissend. Es geht um klassische, grosse Werte des US-Kinos. Um Männerfreundschaften. Um Ehre. Man könnte sagen, „Miami Vice“ ist ein Western der im Hier und Jetzt spielt. Ohne Ironie. Deswegen wohl auch der Wagen mit dem Pferdesymbol…

Ich bin kein Freund technischer Diskussionen, aber man sollte es bei diesem Film nicht auslassen zu erwähnen: Die Kadrage der Bilder, vornehmlich Handkamera, ist eine Wucht. Fast beiläufig werden Dinge erzählt, die man manchmal erst im Bild entdecken muss. Es wird viel Raum um die Protagonisten gelassen. Als Beispiel dient unter anderem die Szene, recht am Anfang, wo sie auf einem Hochausdach stehen und nebeneinander telefonieren. Sie stehen im rechten Bilddrittel, der Rest ist die Skyline von Miami. Man rechnet mit einer Titeleinblendung, kann man aber lange drauf warten, kommt nicht. Es wird einfach bildlich klar gemacht, wie eng die beiden zueinander stehen und, Interpretationsmaschine AN, was ihr Revier, ihre Welt ist. Der Zuschauer ist immer mittendrin im Geschehen, absolut nah bei den Figuren. Dabei wirkt das ganze nie aufgesetzt oder sich beim Musikfernsehen anbiedernd. Es ist ein eigener, konsequent durchgezogener Stil den der Film für sich beansprucht. Und er wird sich damit gerecht.

Einziger Kritikpunkt: Man muss sich schon sehr auf das alles einlassen, ich kann jeden verstehen der damit nichts anfangen kann. Zu oft muss der Film die gefährlichen Klippen der Unglaubwürdigkeit umschiffen, was er zwar schafft, wo man aber das Schiff schonmal gegenfahren und untergehen sehen kann. Und wenn man an dem Gedanken hängenbleibt…naja. Deswegen: Erinnerung an die eigene Bewunderung für Coolness anschalten und schon funktionierts. Anstrengend auch die vielen, eher langatmigen Sex-Szenen. Die sind weder sexy, noch spannend, noch narativ noch irgendwas. Kann man aber übersehen. Vor allem die perfekt getimte Parallelmontage am Ende des Films entschädigt für kleinere Schwächen. Bitte fortsetzen.

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36 Kommentare

  • Reply Batzman 3. 9. 2006 at 19:37

    4.5 Fucking Punkte für nen Poserfilm, bei dem du selber sagst, daß man den Kopf in Eimer werfen muß um dran Spaß zu haben..?

    *wegrenn*

  • Reply Nilz N Burger 3. 9. 2006 at 19:51

    für dich is das auch nix, batz. es geht nicht um kopf in eimer, sondern ums darauf einlassen und ich habe verzweifelt in den letzten jahren mal wieder auf einen film gewartet, der wirklich, wirklich, so richtig durch und durch cool ist. fast so was wie steve mc queen als film. deswegen verdient er 4,5 fucking coole punkte.

  • Reply Batzman 3. 9. 2006 at 19:57

    und wie berwertest du dann ein wirkliches meisterwerk?

    solide genrefilme die fans erfreuen sollten 3 punkte kriegen oder wenn sie sehr gelungen sind 3.5…

    von miami vice spricht in einem jahr doch keine sau mehr, selbst wenn er gute unterhaltung ist.

  • Reply Nilz N Burger 3. 9. 2006 at 19:59

    ein wirkliches meisterwerk bekommt 5 punkte. is doch klaro. und ob irgendwer von dem film in einem jahr noch spricht kümmert mich in meiner wertung erstmal nicht. das eine hat doch mit dem anderen gar nix zu tun?

  • Reply Batzman 3. 9. 2006 at 20:06

    5 punkte kriegt bei mir gar nix. das hieße ja das es nicht mehr besser ginge, das wirklich absolut jede nuance des films absolut perfekt ist, von der musik, über den schnitt und die besetzung…

    Der Reviewtext von dir deckt diese Bewertung irgendwie nicht wirklich ab, du schriebst ja selbst, daß man die Story den Hasen geben kann…

    http://www.rottentomatoes.com/m/miami_vice/

  • Reply Nilz N Burger 3. 9. 2006 at 20:15

    das hast du falsch verstanden: der witz an dem film ist ja das es nicht um die story geht. der plot ist straight, der funktioniert, es gibt aber keine grosse pointe oder überraschende wendung oder so. weil es darum nicht geht. es ist kein: „seht mal alle her wie toll und clever ich schreiben kann“ – film wie z.b. usual suspects oder so. die geschichte geht geradeaus, ohne umwege, ohne abzweigungen. sehr selten im modernen mainstream-krimi-kino, wie ich finde und schon deshalb eine angenehme „gegen den strich gebürstet“ – erfahrung. alle vermissen alte filme wie „bullit“ oder „deliverance“ etc. hier ist einer, der genauso funktioniert.

    und ich habe in der tat filme, die für mich ganz locker die 5 sterne erreichen. boogie nights zum beispiel, aber das ist eine andere geschichte…

  • Reply Lewe 3. 9. 2006 at 20:17

    Es gibt „XXX-COOL“ und „Heat-COOL“ – Miami Vice ist „Heat-COOL“ was meinesachtens ein wichtiger punkt in einer Kritik gewesen waere.

    Ich mag keine COOLen filme und aus Furcht vor ihr haben viele Menschen die ich kenne diesen Film gemieden – nun da ich ihn gesehen habe muss ich zugeben das er alles andere als COOL ist, sondern sogar richtig gut.

    Ich finde diese Kritik schuert genau das an ‚Miami Vice‘ vor dem alle potenziellen Kinogaenger Angst haben, obwohl der Film eigenlich sogar recht gut ist.

    Verwunderlicherweise spricht auch der Trailer diese irrefuehrende & uncoole Sprache der totalen COOLness, ich wundere mich wirklich warum…

  • Reply Nilz N Burger 3. 9. 2006 at 20:26

    das ist das problem mit dem umgang des begriffs cool durch die filme der letzten jahre…gerade die triple-x-coolness ist ja das was ich meine wenn ich von ironischer distanz vermischt mit coolness rede. das hat miami vice definitiv nicht. da gibt es keine ironie mit der versucht wird, coolness zu entschuldigen…heat-cool?ich würd das heat weglassen…

  • Reply Dog Hollywood 3. 9. 2006 at 20:28

    Ich habe ebenfalls schon 5-Sterne Filme gesehen. Bei „Miami Vice“ bin ich mir unsicher. Der Film interessiert mich genauso sehr wie „The Transporter“ oder „Bad Boys 2“, wenn ich mal wieder voll Lust auf einen Poseractionfilm habe. Dennoch würde ich dieser Art Filmen nie die Höchstwertung geben, wenn ich damit zugleich eine Empfehlung aussprechen müsste. Mittelmaß bis gehobenes Mittelmaß, um die Erwartungen der Leser nicht allzu hoch zu schrauben, was natürlich Geschmackssache ist, so würd ich das Poseractiongenre einstufen.

    Ich schalte meinen Kopf aus und gebe mich dem Film hin, d.h. Kopf aus und Kino an. Die Vorschau von „Miami Vice“ finde ich jedenfalls sehr geil und wenn sie da noch nicht die besten Szenen gezeigt haben, freue ich mich auf einen Poseractionfilm, unabhängig jeglicher Bewertung.

  • Reply Batzman 3. 9. 2006 at 20:41

    Für mich hatte der Trailer selbst auf großer Leinwand so gar nix. Weder visuelle Grandezza noch irgendwas wirklich originelles. Eher Slomo-Gepose nach Schema F, mit Figuren die mir schon bei der Serie am Allerwertesten vorbeigingen. Unironisches Gepose und echte Coolness muß man sich leisten können, aber in der Liga sehe ich weder Herrn Fox noch den Telefonzellenmann. Solide ja. Aber echte Leinwandpersönlichkeiten sehen anders aus und sind dann meist auch keine Schauspieler, die von einer Rolle in die andere schlüpfen sondern Ikonen wie Bogart, Wayne, Monroe… Travolta mag in seinen guten Momenten einen Hauch dieser unpeinlichen Coolness haben. Aber so Allerweltsgesichtern wie Foxx, Dingsbums oder Cage nehme ich das einfach nicht ab. Und da wirkt Gepose das sich selbst ernst nimmt auf mich immer hochgradig peinlich.

  • Reply omahabitch 3. 9. 2006 at 20:44

    Bei den meissten Reviews teile ich eure Meinung, hier kann ich leider überhaupt nicht zustimmen. In meiner Jugend hat mich die Serie total begeistert, und der Film hatte ausser coolen Autos und Klamotten absolut garnichts mit der Serie zu tun, vor allem fehlt leider das geile 80er Jahre Flair :(

    Für mich echt eine Enttäuschung.

  • Reply Binding 3. 9. 2006 at 20:52

    Ich bleibe dabei: Wie cool ist wohl eine schmierige Vokuhila-Matte mit Schnauzbart??? Eben! Cool geht heute einfach gar nicht mehr ohne Ironie – es sei denn, man heißt Tarantino (aber Tarantino ohne Ironie geht ja auch nicht!).

    Außerdem ist der „Miami Vice“-Film nur eine Wiederholung von Sachen, die Mann bereits in „Collateral“ viel besser gemacht hat.

    Nur die Kopfschuss-Szene ist wirklich „cool“!

  • Reply Batzman 3. 9. 2006 at 20:53

    *lach* Eure Meinung ist gut, ich versteh aber den Kritikpunkt, den ich so auch von verschiedenen Leuten gehört hab: Warum einen Miami Vice Film drehen, wenn man all das über Bord schmeißt, was die Serie ausgemacht hat… Die Storys waren ja damals wirklich nicht das originelle, sondern die Figuren und der Look.

    Düsteraussehende, sich ernst nehmende Copfilme gibts jedoch heutzutage wie Sand am Strand…

    die Kritik da liest sich ganz spannend:

    http://www.kansascity.com/mld/kansascity/entertainment/15137113.htm

    „Mann, who produced the pastel-and-pop-music ’80s TV show that inspired this film, wastes no time distancing himself from the original. In virtually every instance this “Vice” is the opposite of the tube version. Dark, gritty and deliberately unpretty, it hasn’t a sentimental moment or, for that matter, any characters we really care about.
    (…)
    And…and…well, and that’s about it. The film runs for more than two hours, but it has less plot than a 40-minute TV episode.
    (…)
    Mostly, though, “Miami Vice” goes nowhere slowly.“

  • Reply Nilz N Burger 3. 9. 2006 at 21:11

    ok. man sollte sich bewusst sein: dieser film hat mit den 80er jahren nix zu tun. er spielt hier und heute. da wäre 80er jahre flair fehl am platz gewesen. aber das sieht man ja auch schnell.

    ich halte deb style von farrell für sehr cool. vor allem für echt. nicht transportermässig immer den gleichen tollen geschniegelten anzug oder so. ein wenig schmierig, wie die typen gegen die er immer ermittelt, aber dennoch ein mann mit stil. so hab ich das gesehen.

    tarantino ist ja der grossmeister cooler ironie bzw. ironischer coolness. das hat mit miami vice ja tatsächlich überhaupt nichts gemein.

    und die figuren sind ja übernommen worden aus der serie. und die stimmung auch. sicher wurde der look in die jetztzeit transportiert und heutigen sehgewohnheiten angepasst, aber die tatsache das es so cool ist wie es einem damals vorkam, ist ja das erklärte ziel des films.

    das problem ist: miami vice macht es einem viel zu einfach ihn zu bashen. eben aus dieser verlorenen handhabe, coolness nur als cool zu akzeptieren. nichts anderes von ihr zu erwarten. darum gehts hier.

    „collateral“ war für mich eine ziemliche entäuschung. ich fand zwar die grauen haare gut, aber die figuren alle bemüht. zu bemüht.

    ferrell sehe ich schon als jemanden an, der stets totale coolness verkörpert. problemlos. weil er für mich, eben auch off-screen, schon eine persönlichkeit ist. vielleicht noch kein wayne, aber sicher schon ein mc queen. aua, nicht hauen!

    die kopfschussszene cool? naja. ich weiss ja nicht was du von coolness erwartest, es wäre für mich auch ohne gegangen.

    und da ich, als ich 11 war an karneval als sunny crpckett gegangen bin: wäre ich heute 11 und würde den film sehen (was ich sicher weder sollte noich würde, aber dennoch), würde ich sicher wieder sunny crockett sein wollen. als harry potter gehen doch alle…

  • Reply Renington Steele 3. 9. 2006 at 21:13

    Nilz, ich bin bei Dir, die haben doch alle keine Ahnung. So.

    Visuelle Grandezza hat Miami Vice en masse, nur eben nicht in Pastellfarben, sondern alles in düster. Das kommt super rüber, die Autos glänzen und sind schnell wie Sau und die Flugzeuge sind diese Katamarandinger von denen ich keine Ahnung hab, wie die heißen. Und die Speedboats natürlich. Das hat kein 80er Flair, das SIND die 80er. Und die Bilder sind in der Tat großartig, die Handkamera zwar etwas durch, aber egal.

    Außerdem ist der Film hart und schnell. Endlich mal wieder ein harter Copfilm, Batz, wo sind die denn alle, die harten Copfilme in letzter Zeit? Asien jetzt mal weggelassen. Entweder da gibt es nämlich nur wenige oder aber ich bin irgendwie doof.

    Und die Vokuhila-Schnauzerkombo ist derbe cool, Binding. Du bist soooo Neunziger.

    Aber 4.5 Sterne ist echt zu krass! 4 ist okay, wenn ich Batz wäre, gäbs nur 3.5. Aber der is ja auch krass, der Batz.

    Ihr habt doch alle keine Ahnung. So.

  • Reply Nilz N Burger 3. 9. 2006 at 21:22

    ich habe lange über den letzten halben stern nachgedacht. der kam ja auch aus einer euphorie heraus, weil ich den film gerade eben erste gesehen habe. der war quasi der bonus für härte und ernsthaftigkeit des films. ich will aber weder jemand damit ärgern, noch vor den kopf stossen, noch provozieren. ich denke ich habe relativ klar gemacht was ich an dem film so frisch und stark finde. dessen muss man sich bei lesen der wertung bewusst sein. es überfliegt ja auch niemand die reviews und urteilt nur nach den sternchen die er sieht, was gut ist und was nicht. das wäre ja quatsch. wenn man also angst vor reiner, purer, männlicher coolness hat, film bitte meiden.

    aber, als friedensangebot, den halben stern kann ich für euch wegnehmen.

  • Reply Batzman 3. 9. 2006 at 21:24

    Guck mal in den DtV-Bereich, da landen die ganzen Copsachen. Und das zurecht. Edgy und gritty und voll hart will doch heute jeder Zweite Film aussehen und ich bekomme langsam wirklich ne Aversion gegen Zeitlupen. Der nächste Film der Patronenhülsen in Zeitlupe auf den blaubeleuchteten Asphalt pläddern oder irgendwen in SloMo vor ner Explosion weghechten lässt und das Ernst meint, der kann sich warm anziehen…

    Schnauzbart und Vokuhila geht in der Tat gar nicht. Ging nie. Sah auch bei Magnum und Heinrich Lenhardt Scheiße aus, aber die haben das ja irgendwann auch gemerkt… Wo soll das Enden? Am Ende will man uns noch so Schmuddelpenner wie Thomas Milan als Toni Maroni oder wie der hieß, als cool verkaufen?

    Und Collin Ferrel ist nicht cool. Er issen durchschnittlich sympathsicher Schauspieler, aber cool sieht anders aus. Wer eine Stunde in einer Telefonzelle stehen bleibt, weil ihn Kiefer Sutherland anruft kann nicht cool sein. Und ehrlich gesagt, wenn bei einem Film nicht vorne dran steht, daß er dabei ist erkenne ich den nichtmal wieder…

    Achja Collateral mochte ich. Trotz Cruise und wegen Foxx. Zumindest fürn netten Videoabend ist der okay. Aber wo genau das visuelle Genie von Mann, welches ja immer so betont wird liegen soll, hab ich nie kapiert… Schon damals bei Blutmond nicht. Die Filme sheen okay aus, die Optik erfüllt ihren Zweck, aber ich hatte nie das gefühl wirklich etwas sehr inspiriertes oder neues zu sehen.

  • Reply Renington Steele 3. 9. 2006 at 21:29

    Bei Mann ist es eine ziemlich subtile Angelegenheit, das mit dem visuellen Genie. Das ist keine Haudrauftechnik wie bei Sam Raimi sondern die hartgezeichnete Optik, die distanzierte Kamera, ungewöhnliche Einstellungen, Reflexionen, Farbgebung. All das macht er wie Soderberg eher subtil und macht daraus keine Orgie.

    Doch, Rotzbremse und Vokuhila sind der Hit. Ihr seid so… Neunziger eben.

    Hatte ich schon erwähnt, das ihr keine Ahnung habt?

  • Reply Enzo 3. 9. 2006 at 21:34

    Ich dachte meine Meinung zum Thema Miami Vice-2006 wäre gefaßt. Jedoch nach diesen Kommentaren werde ich sehr wahrscheinlich etwas äußerst uncooles tun… ich schau mir das Ding mal an.

  • Reply Nilz N Burger 3. 9. 2006 at 21:36

    miami vice tritt eben nicht ins fettnäpfchen des hart und gritty sein wollens, sondern er ist es. und anders als DtV-Sachen mit jedem frame. desweiteren wird die zeitlupe in dem film, so weit ich mich erinner, nur einmal eingesetzt, bei einer explosion. kann aber auch echtzeit gewesen sein, bin ich nicht mehr so sicher. das ist es ja eben auch: die waffen in dem film zum beispiel wirken alle so unheimlich echt. sie wirken schwer, sie krachen nicht so laut wie bei bruckheimer. und ich habe nicht eine patronenhülse in dem ganzen film gesehen.

    aber: sag mal welche filme du meinst, die wirklich hart sind oder sein wollen. narc? geschenkt. running scared? sehenswert aber hat ein anderes ziel. also, mir fällt auch nicht ein was du mit den massen an harten filmen meinst…

    hab ich schon erwähnt das rene recht hat?

  • Reply Batzman 3. 9. 2006 at 21:36

    Sam Raimi hat aber auch hoffentlich nie jemand als visuelles Genie bezeichnet oder?

    Ich meine bei allem Respekt für Evil Dead und die Shaky-Cam, mehr als sehr routiniert war Raimi ja wohl nie und einen wirklich durchgängig eignen Stil würd ich ihm auch nicht unterstellen.

    Soderbergh ist auch ein Routinier, er macht Filme die ganz gut aussehen, aber wirklich beeindruckt haben mich deren Werke visuell nie. Sachen in dem Stil sieht man doch heutzutage in jeder besseren TV-Serie…

  • Reply Renington Steele 3. 9. 2006 at 21:55

    Mit subtilen visuellen Mittels hast Du’s nicht so, gell Batz? Sam Raimi ist ein haudrauf-visualisierer mit natürlich eigenem Stil. Man merkt doch sofort, wenn man in einem Raimifilm sitzt, ebenso Soderbergh.

  • Reply Batzman 3. 9. 2006 at 22:11

    Es mag Marotten geben die Raimi hat, aber wenn ich mir das komplette Werk von ihm angucken über die Evil Dead-Sachen zu Dark Man, A simple Plan und Spider-Man, dann wüßte ich nicht was da so spezifisch sein sollte. Grad Spider-Man ist recht uninspirierter Action-Inszenierung die man in jedem Renderfilm sieht…

    Und Soderbergh variiert seinen Look, Sex & lies and Videotape sieht anders aus als Erwin Bronkowitsch oder Traffic oder Solaris oder Oceans 11-99. Die Sachen sind okay, zum Teil ein netter Look, aber doch wirklich keine Offenbarung. Bei Soderbergh überzeugt mich bei den Filmen die ich von ihm mag in erster Linie die Story, die Inszenierung und die Schauspielführung. Wenn ich originelle Bilder sehen will, denke ich eher an Leute wie Luhrmann, Welles, Gilliam, Fritz Lang oder an Filme wie Der Dritte Mann, Die Nacht des Jägers…
    irgendwas wo man beim ersten Schauen wirklich beeindruckt war. Mann und Soderberg drehen slick aussehende Filme, aber grade bei Mann merkt man das er vom Musikvideo kommt.. was ja damals bei Miami Vice auch gelobt wurde, daß er diese Video-Optik auf den Film übertragen hat.

  • Reply Marcus kleine Filmseite 3. 9. 2006 at 23:10

    @ nilz

    kann Dir voll und ganz zustimmen, MV ist eine wucht, auf die man sich sicher auch einlassen muss. finde besonders den passus aus Deiner kritik so zutreffend, wo Du auf die beiläufigkeit auf das selber entdecken über die bilder eingehts. genau, auf dem silbertablett kriegt man nur coole posen geliefert, dahinter zu blicken, ist die aufgabe des zuschauers. und dahinter gibt es viel zu entdecken.

    habe an anderer stelle die umschreibung als „liebesfilm“ gelesen, was wohl genauso zutreffend ist, als wenn man MV als cop-thriller betrachtet. michael mann hat mich wieder. denn von „collateral“ war ich ebenso wie Du doch enttäuscht.

    PS: falls es Dich oder jemand anders interessiert, auf meinem blog gibt es meine kritik/sichtweise zum film.

  • Reply Anke 4. 9. 2006 at 8:09

    Ich fand den Film ja eher doof (sorry für die Eigenwerbung), aber ich mag an deiner Kritik diese Begeisterung, die entsteht, wenn man direkt nach dem Kino anfängt, wild draufloszutippen.

  • Reply DraMaticK 4. 9. 2006 at 13:19

    Toll is der nicht. Wäre nach Doom beinahe mal wieder im Kino eingeschlafen, ob der langweiligen Geschichte. Allerdings mag ich den/das Look-and-feel. Typisch Mann; würde man Heat nochmal mit auch in MV und Collateral verwendeten HD-Kameras drehen sehe er genau so aus. Würde allerdings besseren Plot und Darsteller bieten.

    Die einzige Reminiszenz an das orgininal Miami Vice sind die Sportwagen und Speedboote und die sind im Grund auch hier nur Staffage und Festival für Product Placement.

    Den Showdown fand ich übrigens recht gut; muß Nils Recht geben. Geräusche und Waffen wirken sehr echt.

  • Reply Khesrau 4. 9. 2006 at 15:22

    @ Batzmann:

    Du kannst es dir aber auch nicht verkneifen, bei jeder Gelegenheit auf den armen Cage zu hauen ;)

    Zur Review:

    4,5 Punkt sind schon enorm viel für so einen Film. Er hat einige gute Szenen, unter die ich auch im Gegensatz zu dir die Sexszene zwischen dem Farell und der Buchhalterin zähle, und vor allem einen mitreißenden Anfang. (Jay Z und dieses „Hineinwerfen“ und dann die – von dir zurecht erwähnte – Szene auf dem Dach.)

    Allerdings büßt der Film von seiner Coolheit nach kurzer Zeit schon relativ böse ein. Nicht nur, dass einem hier das erstaunlich einfallslose Gesicht von Herrn Foxx‘ nervt (inklusive Arsch), sondern auch deshalb, weil sich „cool“ in diesem Film immer noch durch die Kleidung und die Aufmachung definiert und in erster Linie auch durch die Kameraführung, die zugegebenermaßen einige grandiose Momente hat. Auch ging mir die viel zu lange Beschreibung der Beziehung von Farrell und der Buchhalterin nach ner Zeit gehörig auf die Nerven. Für so eine geradlinige und vorhersehbare Story wird hier meiner Meinung nach zu sehr einer auf „Charakterfilm“ gemacht.

    Also: Miami Vice war für mich ein Popcornfilm, gemixt mit ein paar Gefühlen und rauher, harter Action am Ende. Ein Genrevertreter, den man sich anschauen kann.

    Allerdings nicht muss. Und 4,5 ist schon beinahe perfekt. Und das ist Miami Vice nicht einmal in seinem gegebenen Genrerahmen.

    (Ich gehöre dabei übrigens zu denen, die Collateral super fanden. Wegen Foxx, der mir hier in diesem Film im wahrsten Sinne des Wortes das Hinterteil zeigt.)

  • Reply webseeings » Blog Archive » Miami Vice 4. 9. 2006 at 15:30

    […] Update: Hier fand man’s übrigens auch mal gut! […]

  • Reply Der_Held 4. 9. 2006 at 16:23

    Typen die nicht mal auf die Idee kommen, sich über das Äussere von anderen zu unterhalten und diese sicher nicht in „cool“, „uncool“ und „lächerlich“ einordnen? Typen die sich einfach nur mal mit ihrem eigenen Scheiss befassen und „never stop until the job is done“?

    Wie cool ist das denn?

    Ohne Dein review wäre ich sicher nicht rein und laut Anke ist dieser Film ja eher so was wie die männliche Konterrevolution und gehört verbrannt.

    Muss ich sehen. Am besten mit einer Freundin, die mir meine kleine Allüren lässt und hinterher mit mir zusammen darüber lacht, ohne dabei böse zu werden :)

    @Batzman
    http://www.rottentomatoes.com/m/descent

  • Reply Binding 4. 9. 2006 at 17:57

    Uff, da kam ja einiges zusammen …

    Danke für die Aussage, dass Vokuhila und Schnauzbärte noch nie gingen! So ist das einfach. Es sei denn, man mag 80er-Prolls oder junge südländische Discoboys (Vokuhila), oder man frequentiert einschlägige Schwulen-Bars mit Leder-S/M-Kundschaft (Schnauzer). Übrigens bin ich total eightiesmäßig drauf – weil ich ja damals meine Teeniezeit hatte! Was heute gemeinhin als modischer Eighties-Style galt und verlacht wird, fand ich aber auch damals schon scheiße – es gab da ja schließlich auch noch die grau-schwarze Alternativ-Fraktion der kritisch-angepunkten (New-)Waver.

    Michael Mann und „Miamai Vice“: In „Collateral“ benutzte er erstmals die High-Definition-Digicams, die ihm die Nachtdrehs erlaubten, und insofern hat „Collateral“ das „Miami Vice“-Remake zumindest ästhetisch-stilistisch bereits vorweggenommen. Der Rest des neuen Films ist aber so typisch Michael Mann, dass es auch nix Neues mehr ist. Damit meine ich sowohl die Schießereien als auch die ganzen Männergeschichten – und die Story sah man in den letzten Jahren in mindestens zehn anderen Cop- und Drogenkrimi-Filmen auch so ähnlich schon. Was ich an der Kopfschuss-Szene „cool“ fand, war die forsch-fiese Art, wie sie (dem „Opfer“ gegenüber) ein- und durchgeführt würde. Ich finde die Idee, einen total konträren visuellen Gegenentwurf zur Serie zu bringen, übrigens genial – das hat den Film aber leider trotzdem nicht besser gemacht.

    Sam Raimi: Das ist unbedingt eines der größten visuellen Genies der Filmgeschichte!!! Die entfesselte Kamera in den beiden „Evil Dead“-Filmen (speziell die Kamerafahrten durch den Wald und die Hütte) zählen zum faszinierendsten, was ich im Kino jemals gesehen habe. Kein besserer als er konnte übrigens die „Spider-Man“-Filme machen, weil von den „Evil Dead“-Kamerafahrten eine direkte Entwicklungslinie zu den visuell äußerst beeindruckenden Spinnfaden-Schwüngen von Spider-Man führt (ich könnte mir die Endlosschleife des DVD-Menüs von Teil 1 stundenlang und immer wieder ansehen!). Raimi hat sich nämlich als Zwischenstufe vorher als 2nd-Unit-Director beim Coen-Brüder-Film „Hudsucker“ um die Wolkenkratzer-Fallsequenzen gekümmert, die – wie könnte es anders sein – ebenfalls absolut genial sind.

  • Reply Batzman 4. 9. 2006 at 18:26

    Ich hatte die (durch Zufall entstandene) Shaky-Cam von Raimi ja durchaus gewürdigt, aber einen Visionär würd ich ihn dennoch nicht nennen, was Bilder angeht. Das er ein Wichsbruder der Cohens ist stimmt, aber von deren optischen Virtuosität könnte er noch einiges lernen. Bei A Simple Plan hat er sich ja auch deutlich bei Fargo inspirieren lassen…

    Ich mag Raimi, zumindest bis zu Spider-Man 1, aber eine optische Offenbarung isser nicht… Wenn er bei ED Geld für ne Steady-Cam gehabt hätte, wäre die Waldszene auch so nicht entstanden.. also eher Zufall dann Eingebung.

    Und die ganzen Spinnen-Schwinger sind glaub ich deutlicher von der Zeichentrickserie und Videogames beeinflusst… wobei sie letztlich auch so aussehen wie dort.

  • Reply Gerriam 13. 9. 2006 at 4:15

    Bin grad erst auf die Seite und damit auch auf die Review gestossen, deshalb erst jetzt ein Kommentar:
    Jetzt mal ganz ehrlich, man sollte die Casting-Truppe köpfen! Erstens mag Jamie Foxx ja ein überdurchschnittlicher Schauspieler sein, aber deswegen muss man aus Ricardo Tubbs keinen Träumer machen.
    Und warum zum Teufel Colin Farrell als Sonny? Als ich den Trailer das erste Mal gesehen hatte dachte ich mir noch: „Super, geile Besetzung!“ (wahrscheinlich ähnlich wie die Casting-Abteilung). Aber spätestens nach einer halben Stunde des Films ging mir diese schmal-birne von Farrell so extrem gegen den Strich, dass ich ihm den blöden Porno-Rahmen (nen Balken isset ja nicht wirklich) am liebsten mit nem Rasenmäher abgesäbelt hätte. Und ausserdem hatte ich seit „Nicht Auflegen“ vergessen, wie blöde er aussieht, wenn er leidend guckt. Da rücken dann die Brauen so nah aneinander und hoch, dass sie fast mit dem Haaransatz verwachsen. Schrecklich.
    Vorletzter Punkt: Ich hab seit langerlanger Zeit (genauer, dieser schreckliche „End Of Days“ Film, mit Schwarzenegger) keine so platten und unglaublich dummen Dialoge mehr gehört. „Denk daran was Trudy (btw.: was is das bitte für’n Name für ne Schwarze?) immer gesagt hat: (lange dramatische Pause) DAS IST KEIN SPIEL“ Geschrieben mag sich das zwar cool anhören, aber gesprochen wirkt es irgendwie nur albern und aufgesetzt.
    So, zu guter Letzt zur Coolness-Diskussion: Wenn ich an Coolness in Poser-Actionfilmen denke fällt mir an sich Nur Bruce Willis in den „Die Hard“-Filmen ein. So, Ende ;-)

  • Reply MC Winkels weBlog » Blog Archive » Filesharing rosé 18. 9. 2006 at 0:09

    […] Also kurzerhand runtergeladen, diese Software. Installiert, der Firewall Bescheid gegeben, ein paar Einstellungen am Router vorgenommen und schon kann’s losgehen. Kaum zu glauben: hier gibt es ja Filme, die gerade erst im Kino laufen. Also sowas! Aber gut, was gibt’s denn gerade so für sehenswerte Filme, für die ich gleichwohl nicht bereit bin, 20€ Kinogeld auszugeben? Kurz mal nachgeschaut: Na klar, MIAMI VICE! Habe ich früher oft, gerne und mit großer Bewunderung gesehen. Ich berichtete doch bereits, in üblen Zeiten Träger dieses NoGo-Sakkos mit pink/aquamarinfarbenem Ärmelabschluss gewesen zu sein. Damals ging wirklich nichts über Crockett und Tubbs, die zusammen mit Ihren Partnern Zito und Switek im Auftrage Ihres Chefs Castillo allwöchentlich Miamis Drogenszene aufmischten. Sonny war natürlich damals ein prägendes Rolemodel für den lütten MC; lebt da mit so einem Krokodil auf einer Luxus-Yacht, raucht täglich 4 Schachteln Luckies ohne Filter, trinkt vormittags Jack&Coke zu seinen Kelloggs Smacks und läuft die 100m trotzdem unter 10 Sekunden. Wechselweise bimst er Kollegin Gina oder Trudy – gerne auch mal eine Kronzeugin oder halt irgendwas Anderes mit Doppel-X. Von wegen Gangsta-Rap, Sonny Crockett war es, der “Bitches ain’t shit but hoes and tricks” revolutionierte – da lass’ ich mir doch nichts erzählen! […]

  • Reply Sebastian Sachse 18. 9. 2007 at 13:49

    Ich habe mir gestern noch mal die Hülle angesehen und verstehe, warum viele den Film nicht mögen. Er wurde einfach als Actionfilm beworben. Es ist kein Actionfilm. Für mich lag der Schwerpunkt aber auch nicht auf der Coolness, sondern einfach im „Gesamtfeeling“. Er ist ungefähr so, wie ich mir Heat gewünscht habe, vor allem von der Länge. Und dann diese Bilder.

    Und eine Remineszenz an die Serie gab es wohl: Das Stilmittel, die Motorgeräusche auszublenden, aber die Dialoge laufen zu lassen. Das habe ich außer in der Serie und hier noch nirgendwo gesehen. Anschaulich in der legendären In the Air tonight-Szene in der Pilotfolge.

    http://youtube.com/watch?v=-Tnyp9tRXRo

  • Reply itsMagic64 19. 8. 2009 at 23:13

    hab mir den film aufgrund der guten bewertung angesehen und bin ziehmlich enttäuscht. habe jetzt erst das komplette review + comments gelesen und stimme Batzmann in allem 100% zu. der film hatte NICHTS mit Miami Vice zutun, war langweilig und ALLES ANDERE ALS COOL (musste sogar ein paar mal schmunzeln über Haarfrisur und „schlechte schiessereien“, welche ja das a und o bei so einem film sind)

  • Reply Cymain 6. 2. 2010 at 3:56

    Durch die Bank weg, alle keine Ahnung ;D
    Ich stimme dem geschätzen Autor absolut zu, verdiente 4.5 für diesen unterkühlten, superCOOLen Copthriller!

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