Mein Name ist Maximus Decimus Meridius. Kommandeur der Truppen des Nordens, Tribun der spanischen Legion, treuer Diener des wahren Imperators Marcus Aurelius. Vater eines ermordeten Sohnes, Ehemann einer ermordeten Frau und ich werde mich dafür rächen. In diesem Leben oder im nächsten.
Originaltitel: Gladiator
Herstellungsland: England/ USA 2000
Regie: Ridley Scott
Darsteller: Russell Crowe, Joaquin Phoenix, Connie Nielsen, Oliver Reed, Djimon Hounsou u.a.






Es gibt Filme, die man im Kino gesehen haben sollte. Bildgewaltige Hollywoodblockbuster, die man sich ansieht und vollkommen darin versinkt, wie “Der Herr der Ringe”, “The Matrix” oder “Gladiator“. Leider war es mir nicht vergönnt eben diesen im Kino zu sehen. Ich weiß noch wie mir Mal Sehen voller Begeisterung davon erzählte, die Wiederbelebung des Sandalenfilms, wie es so schön hieß. Ich habe sie verpasst, aber immerhin war “Gladiator” die allererste DVD, die ich mir 2001 gekauft habe. Mittlerweile sind 2 weitere DVD-Version erhältlich. Diese Rezension bezieht sich ausschließlich auf die seit 2001 erhältliche Collector’s Edition.
Man schreibt das Jahr 180 nach Christus, die Römischen Truppen sind dabei die letzten germanischen Stämme aus dem Weg zu Räumen. Kaiser Marc Aurel (Richard Harris), hochgeschätzt und gern gesehen unter seines Gleichen hat mittlerweile neben Ruhm und Ehre ein stattliches Alter erreicht und sorgt sich um die Fortführung seines Imperiums.
Sein Lieblingsfeldherr Maximus (Russell Crowe) soll den kaiserlichen Thron nach ihm besteigen. In den Augen seines Sohnes Commodus (Joaquin Phoenix) eine Schande, wäre dieser doch rechtmäßiger Thronerbe und so sieht Commodus nur einen einzigen Ausweg, er tötet seinen geliebten Vater und krönt sich selbst zum Kaiser.
Maximus ahnt, dass etwas nicht stimmt… die kaiserlichen Truppen sollen sich um ihn kümmern, doch bevor man den vermeintlichen Verräter exekutieren kann, gelingt ihm die Flucht. Ungewollt taucht der ehemalige Tribun in die Welt der Gladiatoren ab, um sich dort auf einen gnadenlosen Rachefeldzug gegen den neuen, unrechtmäßigen Kaiser vorzubereiten.
Mit Maximus war 2000 ein neuer Spartacus geboren und das Sandalenfilm Genre zu neuem Leben erweckt. Es war zudem der Beginn fulminanter Massenschlachten, die Dank computergestützter Techniken sensationell in Szene gesetzt wurden. Der Erfolg von Ridley Scotts Machwerk war riesengroß: Allein am Eröffnungswochenende spielte der Film mehr als 34,000,000 $ ein.
Mich begeisterte vor allem die Rolle des Gladiators, angeleitet von Wut, Trauer, vielleicht auch Angst – das Gefühl der Rache, den Mann zur Rechenschaft zu ziehen, der ihm mehr als nur den Job nahm.
Die Collecotr’s Edition DVD konnte schon damals überzeugen, unter anderem durch die hochwertige Bild- und Tonqualität. Der DTS-Sound ließ es ordentlich krachen, besonders während der Actionsequenzen.
Auch wenn man daheim meist auf eine große Leinwand verzichten muss, bekommt man mit dieser DVD dennoch großes Kino geboten.
Die Extras zeigen sich vielfältig und bieten neben Audiokommentaren (untertitelt) von Ridley Scott (Regie), John Mathieson (Kamera) und Petro Sclaia (Schnitt) ein ausführliches Making Of, entfallene Szenen mit Regiekommentar, eine Doku über Gladiatoren, Storyboadvergleiche und vieles mehr.
Die Doppel-DVD ist mittlerweile schon für wenig Geld zu haben:
Gladiator – Collector’s Edition bei Amazon kaufen!
…oder gleich zur Extended Special Edition greifen.

Batzman ergänzt:





Meine Wertung für Gladiator würde etwas geringer ausfallen, teile ich doch nicht ganz die allgemeine Begeisterung für Ridley Scotts slick gefilmte, aber inhaltlich für meinen Geschmack doch etwas fragwürdige Rächer-Story.
Zum einen vermochten mich die an Fussballübertragung gemahnenden, sehr leicht als Digitalshots auszumachenden Arenen-Szenen nicht wirklich zu überzeugen, zum anderen habe ich so einige Probleme mit der Russel Crowe-Figur, die dort glorifiziert wird ohne sie zu hinterfragen.
Böser Phoenix, heldenhafter Crowe der am Ende dem Schurken mal zeigt wo der Bartel das Blut holt.
Blöde Schwarz-Weiß Zeichnung wäre ja noch ganz erträglich, wenn der Film etwas leichtfüssiger daherkäme und den naiven Charme alter Steve-Reeves Sandalenfilme mitbrächte. Aber Gladiator will ja A-Ware sein, Hochglanz, authentisch und mit emotionalem Anker und so. Da leistet man sich keine cheesigen Momente, da ist kein Augenzwinkern, kein Buster Keaton dem “etwas komisches auf dem weg zum Forum” passierte, beim Gladiator da wird nicht gelacht, da gehts kerlig zur Sache.
Mich stören nichtmal die historischen Ungenauigkeiten, ich erwarte nicht unbedingt eine akurate Geschichtsstunde, wenn ich einen solchen Film sehe, aber ich erwarte Figuren die irgendeine Form von Persönlichkeit haben die über ein Attribut hinausgeht.
Mal im Ernst: Warum soll ich um Crowes Maximus zittern, der als Befehlsempfänger hunderte Leute auf einem Eroberungsfeldzug abgeschlachtet hat? Nur weil man seine Familie massakrierte? Er mag nicht so offenkundig den Bösewicht heraushängen lassen wie Phoenix, aber ein Kind von Traurigkeit ist auch Maximus nicht. Das Ganze sülzige Gerede vom Leben nach dem Tod, wo man in einem “Hedwig Courths-Maler”-Tableau mit seinen Lieben wiedervereint wird, sieht für mich eher nach einem der inneren Kreise der Hölle aus. Gefangen im Hummel-Figuren-Universum. Da weiß man doch, warum die Leute so ungern sterben.
Insgesamt lässt mich auch der Look des Films ausgesprochen kalt. Er wirkt halt hochglanzig, ohne daß ich ein visuelles Konzept sehe, daß mich wirklich überzeugt. Viele CGI-Bauten, viel überlange Establishing-Shots, bei denen mir eigentlich nur noch die Einblendung “Meanwhile back at the Circus Maximus” fehlte, aber kein echtes Aha-Erlebnis. Ähnlich wie Scotts ebenfalls ziemlich uninspirierter und fader Hannibal, bietet Gladiator für meinen Geschmack viele glatte Bilder, denen es letztlich genau wie der Story und den Figuren deutlich an Tiefe gebricht.
Lieber noch dreimal Ursus im Tal der Pappmacheefelsen oder Vampire gegen Herakles, als noch einmal diesen humorlosen Big-Budget-Boliden, den sie Gladiator nennen.
- Dog Hollywood •
- September 11th, 2006 •
- 6 Kommentare



















Mh, mich hat “Gladiator” damals ziemlich beeindruckt – vor allem ästhetisch. Die germanische Schlacht am Anfang im Winter, die Kämpfe im Schneegestöber und die Weizenfeld-Traumsequenzen zählen zu meinen Alltime-Favorite-Szenen im Kino überhaupt. Und wie sich die Kerle zusammen in der Arena verteidigen, ist auch total spannend und genial.
Kommentar #1 von Binding am 12.09.2006 um 14:58 Uhr
Also erzwungen witzige Szenen, damit halt auch noch nen Lacher drin ist, wären ja das Letzte, was ich in so einem Film brauchen würde.
Kommentar #2 von Michael_DF am 12.09.2006 um 22:34 Uhr
Ganz meine Meinung, der Nachtrag. Gladiator ist und bleibt ein peinlicher Ekel-Pathos-Schinken der mir genau aus dem Grund im Halse steckenbleibt, weil er MEHR als das sein will, vielschichtig und emotional im Herzen des amerikanischen God&Country-Herzen verankert. Pfui Spinne.
Da lob ich mir doch 300 (“…tonight we dine in hell!”). Das ist wenigstens ehrlich dreckig (und ehrlich überzeichnet) und nicht so ein heuchlerischer Dreck.
P.S.: Warum hat eigentlich nicht gleich Ralph Möller die Hauptrolle gespielt?
Kommentar #3 von Sebrock am 25.04.2007 um 16:32 Uhr
Egal. Ridley Scott ist jedenfalls ein genialer Mann – auch wenn nicht alle seine Filme immer die gleiche Qualität aufweisen! Und “Gladiator” bewegt sich in seinem Oeuvre auch zumindest irgendwo im oberen Mittelfeld. Ansonsten steht alles schon in meinem ersten Beitrag.
Kommentar #4 von Binding am 25.04.2007 um 17:27 Uhr
meiner meinung nach macht einzig und allein joaquin phoenix den film sehenswert, wohingegen ich crowe betreffend nur gehofft habe, dass dieser endlich den geist aufgibt. ich finde, dass seine rolle viel zu sehr den rächer und ach so armen helden raushängen lässt, sodass man wirklich schon nach einigen minuten wünscht er würde von einem löwen oder ähnlichem zerfetzt werden!!
Kommentar #5 von magma am 19.08.2007 um 15:52 Uhr
Ich muss magma zustimmen.
Crowe hat mich einfach nicht überzeugt, ganz im Gegensatz zu Joaquin Phoenix. Seine Figur war emotionaler, nachvollziehbarer und allgemein mit einer besseren Story ausstaffiert. Am Ende hegte ich mehr Mitgefühl für Commodus als für Mr. “ich muss meine Familie rächen und bin ja so meeeegaaa-gut”-Maximus (wie Batzman schon sagte: “ein Kind von Traurigkeit” ist auch er nicht).
3 1/2 Sterne von mir, da mich die Story nicht ganz überzeugt, die Effekte und der (meiner Meinung nach) großartige Joaquin Phoenix das Ganze aber wieder realtiv erfolgreich rausgerissen haben.
P.S.: Komisch.. Ich hab den Film in drei verschiedenen Ausführungen auf DVD (da hat mich Phoenix wohl sehr überzeugt xD)
Kommentar #6 von ese am 17.05.2008 um 12:17 Uhr