Shame on us (V): Nilz N. Burger

21 Comments

Man mag es kaum glauben. Auf jeder Party, wo man geht und steht unterhält man sich gerne über Filme. Während es im Unterbewusstsein aber nur rattert: “Hoffentlich wird nicht gesprochen über…”, denn sind wir doch mal ehrlich, Klassikerlücken hat wohl jeder vorzuweisen. Man kann ja auch nicht alles gesehen haben. Man sollte es aber zumindest versuchen. Nach den bereits schockierenden Geständnissen, hier nun meine Liste:

Mad Max: Mein ehemaliger Mitbewohner ist von der Klassikerstellung dieser Filme überzeugt (ausser dem mit Tina Turner, sagt er immer). Ich zwar noch nicht, bin mir aber bewusst das ich sie schon auch mal gesehen haben muss.

American Graffiti: Ich habe nur eine leise Ahnung um was es eigentlich gehen soll, ich habe aber eine laute Ahnung das ich diesen Film einmal unbedingt sehen muss.

Lynch: Bis auf “Wild at Heart”, den ich toll fand und “Mulholland Drive”, den ich als Beleidigung meiner Intelligenz empfand habe ich von Lynch gar nichts gesehen. Habe mir aber dann einfach immer gedacht das zwischen den beiden Filmen eh nichts vernünftiges zu Stande gekommen sein kann…

Raging Bull: Ich hasse Schwarz Weiss als Stilmittel. Ehrlich. Da muss mir niemand mit kommen. Den Film muss ich regelmässig nach 10 Minuten ausmachen.

Million Dollar Baby: Och, hör mir doch auf. Ich kann mich auch hier in Haidhausen 90 Minuten vor das Seniorenwohnheim setzen, dann seh ich auch Geschichten über das altern. Nur weil die Oscars hinterhergeworfen bekommen haben, muss das noch nicht toll sein. Gladiator hat auch ne Menge Oscars bekommen. q.e.d.

Gladiator: Wenn ich Russell Crowe sehe, dann würde ich am liebsten in die Leinwand springen, sie zerreissen und laut rufen “Niemand hat je gesagt das wir einen wie ihn brauchen! Niemand! Also scher dich zum Teufel!”

Braveheart: Diese Blau-Weisse Schminke…also ich weiss ja nicht…

Gandhi: Und das obwohl ich Biopics liebe. Aber dieses Brillegrinseglatzegesicht…Das sieht immer so ein bischen aus wie der nette Herr Glücklich.

Der Exorzist: Klar, ich weiss um was es geht, weiss das ihr Kopf sich um 360 Grad dreht, sie kotzt und schimpft. Jetzt, wo ich das alles weiss, muss ich den da noch sehen?

Trainspotting: Der kam zu einer Zeit wo mich nichts mehr gelangweilt hat, als BWL-Studenten die plötzlich meinten Heroin cool finden zu müssen, obwohl sie natürlich einen meilenweiten Bogen um das Zeug gemacht haben. Aber einfach zu behaupten, es wäre cool. Das fand ich verlogen und doof. Das hatten die aus Pulp Fiction, diese Meinung, und Trainspotting gab ihnen noch mehr Futter dazu. Deswegen habe ich mich dem immer verwehrt.

Und jetzt zereisst mich…oder die anderen, und zwar hier:
1. Mal Sehen
2. Batzman
3. Renington Steele
4. Dog Hollywood

In : Thema

About the author

  • http://www.al-x.org al:x

    Bei Russell Crowe geht es mir ähnlich. Aus diesem Grund habe ich auch lange Zeit A Beautiful Mind boykottiert, habe diesen nun aber kürzlich doch gesehen und verwende ihn jetzt als Ausnahme zur Bestätigung der Regel ;-)

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    Crowe hat nur einen anständigen Film gemacht, und zwar „The Insider“.

    Mad Max empfinde ich als persönliche Beleidung. Ein Klassiker, den man gesehen haben MUSS.

    Million Dollar Baby ist schon sehr gut und ums Altern gehts da auch gar nicht so dolle.

    Lynch versteh ich auch nicht, find ihn aber trotzdem gut. Irgendwie.

    Trainspotting musst Du Dir ansehen, auf die Toilettenszene wirst Du stehen. Wie hamse eigentlich den Job bei VIVA gekriegt ohne Trainspotting? Ich frag ja nur.

    Und ja. Exorzist musst Du sehen. Unbedingt. Jetzt.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    American Graffiti ist vielleicht der einzige ernstzunehmende Film den Lucas und Ron Howard in ihrer Vita haben :)

    Ghandi und Trainspotting solltest du mal eine Chance geben. Letzterem alleine der Musik wegen. Und dem Beweis, das Danny Boyle doch gute Filme drehen kann….

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    Stimmt, Danny Boyle hat tatsächlich nach Trainspotting nix mehr hinbekommen. Und kommt mir keiner mit „28 Days”!

  • Der_Held

    na vielleicht wird man eines Tages bei wikipedia lesen, dass “28 Days” das Genre der Endzeitfilme wiederbelebt hat. Aber dafür müsste wohl erst noch der entsprechende Hollywood A-Film gedreht werden.

    Trainspotting …

    Ich glaube es gibt zwei Typen von Menschen die man diesen Film vielleicht nicht zeigen sollte. Der erste hat niemals, also wirklich niemals nie in seinem Aschenbecher nachgesehen, ob da eventuell noch irgendetwas rauchbares drin sein könnte. Noch nichtmal darüber nachgedacht, oder auch nur gehört, dass da eventuell irgendjemand darüber nachgedacht haben könnte (ums mal vorsichtig zu formulieren).
    Der zweite ist der direkt betroffene. Der Gerade noch vom Löffel gesprungende.

    Wenn Du irgendwo dazwischen sein solltest, ist der Film vielleicht was für dich.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Nilz N Burger

    also, lieber rene. bei viva war ich scchon längst als trainspotting ins kino kam. wer musste denn immer born slippy ansagen? eben.
    und 28 days later ist ein genialer film. vom anfang bis zum ende. schon alleine die tatsache, das die militanten tierschützer an allem scchuld sind, finde ich genial. doofe tierschützer, doofe. geniale moral. und das am schluss keine zombies…verzeihung “infizierte” mehr auftauchen sondern sich nur noch die menscchen untereinander bekämpfen hat mir auch ausserordentlich gut gefallen. ein spitzen film, der einen platz in meinen all time faves hat.

    bei allen anderen filmen habt ihr wahrscheinlich recht. nur von trainspotting, da habt ihr micch nicht überzeugt. die toiletenszene kennt doch scchon jeder, alter hut. und ich fand sie nicht witzig. nicht originell. nicht ekelhaft. einfach nur doof. so.

  • Binding

    @ Renington: Waaaaaaaaas??? Ich fand wirklich JEDEN Danny-Boyle-Film entweder absolut genial oder doch mindestens überüberüberdurchschnittlich interessant und gut (gemacht). Das gilt selbst für seinen Kinderfilm “Millions”! Und wie kann man nur was gegen “28 Days later” haben? Der ist doch stilistisch saugut und hat auch das Zombie-Thema auf ein neues Level gehievt, weil er der erste Film war, in denen die wie Raubtiere rumgerannt sind. Absoluter Wahnsinn!

  • Binding

    Zur Nilzenburger-Liste: “American Graffiti” ist das einzige für George Lucas Oeuvre völlig untypische Werk, und ich finde nicht, dass er aus filmischer Sicht irgendeine Relevanz hat – sehr wohl aber aus filmhistorischer, und außerdem gibt es darin auch einen frühen Auftritt von Harrison Ford, noch bevor er Superstar wurde.

    “Braveheart”, der ziemlich geile “Gladiator” und der total überschätzte “Million Dollar Baby” (Eastwoods “Erbarmungslos” und “Mystic River” sind beide hunderttausendmal genialer!!!) sind meiner Meinung nach noch zu jung, um sie in der Liste aufzuführen.

    Aber alle anderen von Dir genannten Filme sind absolute Kinoklassiker, filmgeschichtlich superduperelevant und auch unbedingt sehenswert! Da musst Du leider noch nachsitzen.

    Gut, “Gandhi” ist eher ein konventioneller Mainstream-Schinken, aber er lohnt sich allein schon wegen Ben Kingsley in der Titelrolle, der den Protagonisten so genial verkörperte, dass die Menschen an den Drehorten vor Ehrfurcht ganz leise wurden und total ergriffen waren. Abgesehen davon ist es auch ein wichtiger politischer Film über die Menschenrechte, den erstmal jeder sehen sollte, der einen Popcorn-Schmarrn wie “V wie Vendetta” revoluzzermäßig findet. Hallo? “Gandhi” zeigt das echte Leben und echte Unterdrückung, und vor allem auch, wie man gewaltlos (!) dagegen vorgehen kann.

    Der Rest von der Liste besteht unzweifelhaft aus echten Müsser-Filmen. Zu “Mad Max” würde ich unbedingt noch den zweiten Film empfehlen, der auf andere Art genauso genial ist (der dritte ist dagegen wirklich nur Pipifax). “Raging Bull” muss man mindestens aus zwei Gründen sehen: De Niros Wandlungsfähigkeit und die Boy-Szenen. Alle Lynch-Filme und “Der Exorzist” sind sowieso Pflicht. Und “Trainspotting” war damals sowas von innovativ und geil, dass man es kaum beschreiben kann. Außerdem lohnt er sich auch wegen den Schauspielern – vor allem wegen Ewan McGregor und Robert Carlyle, die man damals das erste Mal bestaunen durfte.

  • Binding

    Äh, kleine Korrektur, damit sich niemand wundert und nachfragen muss: Bei “Raging Bull” meinte ich natürlich die Box-Szenen (nicht “Boy”-Szenen). ;-)

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    Pfff. Zu Danny Boyle sage ich nur „The Beach“. Klar, seine Sachen sind über dem Durchschnitt, aber das macht die Filme nicht zu richtig guten Dingern. Und Zombies die rennen: Pah!

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    das Pfff zu Danny Boyle möchte ich auch nochmal mit Nachdruck unterstreichen :)

    Millions war ganz nett, aber da guck ich mir ehrlich gesagt lieber nochmal St. Ralph an.

    28 days later hat einen starken Anfang, auch wenn der Look etwas billig aussieht (Endzeitstimmung durch Farbfilter die den Himmel eintinten, gehen einfach nicht mehr!) spätestens wenn der Film London verlässt fällt er aber dramaturgisch auseinander. Und nochmal, daß waren keine Zombies. Zombies sind lebende Tote, daß in 28 days waren infizierte. Die haben auch kein Menschenfleisch gefressen, die waren lediglich mies drauf.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    Infizierte, die rennen. Pah!

  • http://marcus-filmseite.blogspot.com/ Marcus kleine Filmseite

    @ nilz

    würde Dir auch mal raten, doch “Million Dollar Baby” eine chance zu geben. ein film, der nicht wegen sondern TROTZ oscars so gut ist *g*

    und russell crowe ist ein exzellenter schauspieler. kann mich an keinem ausfall von ihm erinern, im gegenteil: “the insider” war sein meisterstück, nicht “gladiator”, jedenfalls ist das meine meinung.

    viva hin oder her, “trainspotting” ist ein riesenspaß (teilweise aber auch sehr beänsgtigend)!

  • Binding

    Jetzt hilf mir doch bitte mal einer weiter: Was sind denn Zombies jemals anderes gewesen als Infizierte? Wenn ein Zombie einen Menschen beißt, wird der doch auch zum Zombie! Wie anders als durch Infizierung soll das denn funktionieren?

    Und jetzt sage keiner: “Die sterben ja erst noch und werden danach zu Zombies, weil sie als Tote wieder auferstehen.” Das ist nämlich keine Erklärung für den Grund! Und solange mir keiner eine stichhaltige Erklärung dafür bringt, warum die Toten in den Zombie-Filmen wieder “leben”, bleibe ich dabei: Zombies sind Infizierte!

    Ich lasse solange höchstens gelten, dass es Zwei-Klassen-Zombies gibt: Die erste Generation, die aus den Gräbern kommt, und die zweite, die gebissen wird. Sah man denn überhaupt schon einmal einen normal Sterbenden (also einen nicht von Zombies malträtierten Menschen), der dann trotzdem zum Zombie wird? Ich kann mich da wirklich nur an Gebissene erinnern!

  • Binding

    Zu Danny Boyle: Man mag von seinen Filmen inhaltlich denken, was man will. Aber er ist einer der wenigen Filmemacher jüngeren Datums, der visuell echt was drauf hat, neue Ideen einbringt und auch experimentiert!

    Zu “28 Days later”: Ich finde zwar auch, dass Romeros Zombies es nicht nötig haben, schnell zu sein und dass “Land of the Dead” trotzdem noch ziemlich geil war und sich nicht vor modernen Horrorthrillern verstecken braucht. Aber was man doch zugeben muss, ist, dass die schnellen Zombies (von mir aus auch Infizierte) die Spannungsschraube auf ein Höchstmaß anziehen und das ganze Genre damit einen ziemlichen Adrenalin-Push bekommen hat. Übrigens: Das allseits hochgelobte “Dawn of the Dead”-Remake – ich finde es auch genial – hat ja auch schnelle Zombies im Angebot.

  • http://bildband.blogspot.com/ Dr.Sno*

    Die Oscars bei Million Dollar Baby waren echt der Hammer. Dass Morgan Freeman da fürs Rumsitzen und zwei, drei Textzeilen einen Oscar für die Beste Nebenrolle gekriegt hinterher geworfen bekommen hat, fand ich schon erstaunlich.

  • Der_Held

    Binding, in “Land of the Dead” werden Tote -ohne vorher gebissen worden zu sein- automatisch zu Zombies. Wird in der DC Version sehr ausführlich gezeigt.

    Infizierte sind Kranke. Vielleicht sogar heilbar. Jedenfalls besteht (zumindest unbewusst) immer Hoffnung. Untote, die aus Gräbern auferstehen und Menschen fressen, sind eine Gefahr, die rational nicht erklärt werden kann und stehen für Urängste, bzw. sollen diese in uns auslösen. Keine Heilung. Kein Ende – stirbst du, wirst du selbst zum Zombie. Keine Immunität, kein Heilmittel, keine Impfung = Zombies. Schlafen nie. Empfinden keinen Schmerz. Kennen kein Erbarmen und machen bei ihren Opfern keine Unterschiede. Kein anderes “Monster” im Horror-Genre flöst Menschen mehr Angst ein. Ziemlich kranke Scheisse halt.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    Warum findet die Zombie-Diskussion eigentlich ausgerechnet bei Nilz statt? Ich will die haben, die Zombie-Diskussion! menno!

  • Der_Held

    …falls das noch keinen überzeugt hat – “28 days later” schau ich mir en passant an. Bei “Land of the Dead” muss entweder der Hund oder die Katze mit ins Bett.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    @Binding

    Kleine Ergänzung zu den Ausführungen vom Held. Zombies sind immer lebende Tote. Und sie fressen immer Menschen. Die komischen infizierten greifen Menschen an, aber nicht als Nahrungsquelle. Und wie richtig gesagt wurde, es gibt evtl Aussicht auf Heilung. Ein Zombie ist tot, da gibts nix zu heilen. Wenn man ihn von seinem Zombiesein erlöst, bleibt er tot.

    und Russel Crowe soll ein guter Schauspieler sein? *hust* Ohne Ausfälle?
    Ich möchte da mal ganz vorsichtig an sein grimmassierendes Knallchargieren in “A beautiful mind” erinnern… Das es ein Ron Howard-Film war lasse ich als Entschuldigung alleine nicht durchgehen. die Performance von Russel war ein Totalausfall, der eigentlich wegen der denunzierung geistig Kranker gerügt werden sollte.

  • jAnsen

    “American Graffiti ist vielleicht der einzige ernstzunehmende Film den Lucas und Ron Howard in ihrer Vita haben”

    FALSCH! howard the duck ist auch ein meilenstein der beiden gewesen!

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