Heinz Erhardt hat mal etwas sehr sehr schlaues gesagt: “Die Jugend ist was wunderbares! Schade nur, dass sie an den Kindern verschwendet wird!”. Versteht mich nicht falsch – ich mag Kinder. Ich war selbst lange Zeit eins!
Und gerade im Rahmen unserer aktuellen Verlosung denke ich zurück und mir wird bewusst, dass ich oft das Kindsein nicht ausgiebigst genossen habe. Das sind dann die Momente, in denen ich an meine Kindheitshelden zurück denke: Colt (Saber Rider & The Star Sheriffs), Goose (Galaxy Rangers), ALF (ALF), Splinter (Teenage Mutant Hero Turtles) He-Man (He-Man and The Masters of the Universe) und viele mehr, die ich liebend gerne aufzählen würde, aber dazu reicht die Zeit nicht.
Nur was ist aus unseren Helden geworden? Sind sie auch so erwachsen wie wir, oder schwirren sie in einem Nirwana des Schreckens, bis jemand sich erbarmt eine neue Kinderserie mit ihnen zu drehen? Die fünf Filmfreunde haben keine Kosten und Mühen gescheut ein paar eurer Kinderhelden ausfindig zu machen. Also Kinder, bleibt dran – nach einem Werbespot für feuchtes Klopapier in kunderbunten Dosen mit aufgedruckten hallozenogenen Fröschen, geht es weiter…
Max Wright aka Willie Tanner.
Wer erinnert sich nicht an den Ziehvater des haarigen Katzenfressers von Melmac (1986-1990)? Seine Anwesenheit diente eigentlich nur dazu eine kleine Pause zwischen ALFs derben Sprüchen zu schaffen, damit wir Kinder vor Lachen nicht ersticken. Was ist aus ihm geworden? Hochdotierte Stelle bei der NASA? Oscarnominierungen? Galamoderationen?
Falsch! Unser Max Wright, laut dem National Enquirer, fing an Crack zu nehmen und fiese Hardcorestreifen zu drehen. Zwar ist das NE nicht gerade für siene Seriösität bekannt, aber diese Bilder sprechen wohl für sich.
RIP Willie Tanner!
Eine Serie, die mich durch meine frühe Kindheit begleitete, war “Happy Days” (1974-1984). Fonzie, Richie, Potsie, Jonie (im Nachhinein betrachtet eine recht simple Namensfindung der Akteure) und wie sie nicht alle hießen. Die Serie weckte in meinem jungen Körper eine unvergleichliche Sehnsucht nach den 50ern, wie es ein 5-jähriger nie erlebt hatte. Gut, kann aber auch an der generellen Grausamkeit der 80er gelegen haben.
Was ist nun aus den Happy Days geworden? Hier zwei Beispiele, die Hoffnung machen: Henry Winkler (Fonzie) und Ron Howard (Richie Cunningham). Nach dem Einstellen der Serie (1984) hielt sich Winkler mit kleineren TV-Rollen über Wasser. Er arbeitete zudem als TV-Produzent an zahlreichen Projekten mit.
Populären Auftrieb gab es für Ron Howard, der sich als Regisseur und Produzent einen großen Namen gemacht hat. Der erste große Filmerfolg ließe sich mit “Cocoon” (1985) und Willow (1988) verzeichnen. Daraufhin folgten unter anderem “Apollo 13″ (1995), “A Beautiful Mind” (2001) und zuletzt “The Da Vinci Code” (2006).
Ein weiteres Beispiel wäre Richard Dean Anderson. Der Mann, der die Welt mit Cola und Trockeneis vernebeln konnte (der einzige Trick den ich mir gemerkt habe). MacGyver war es möglich sich aus den brisantesten Situationen allein mit Gehirnschmalz anstatt Muskelkraft retten und zeigte mir wie wichtig es ist ein Schweizer Taschenmesser mit sich zu führen. Die Serie lief von 1985-1992. Um der Idee den letzten Saft zu rauben, kam es 2003 zu einem Revival: “Young MacGyver” (Jared Padalecki) löste seinen Onkel ab, genaueres kann ich dazu nicht sagen, weil der Film bisher nicht bei uns lief.
Heute versucht sich Richard Dean Anderson mit der Stargate-Serie als Colonel/ Captain/ General und nun Major Jack O’Neill in unser Gedächtnis zu brennen. Die weiteren TV-Rollen des 56-jährigen bleiben von geringerer Bedeutung.
Nicht zu vergessen sei vor allem Lynda Carter alias Wonder Woman, meine erste große Liebe. Die Frau war taff, sah nicht albern aus in ihrem knappen Dollhouse-Dress (zumindest aus den Augen eines 5-jährigen Kindes) und konnte Männer mit ihrem Lasso um den Finger wickeln. Besonders beeindruckend fand ich ihr unsichtbares Flugzeug mit dem sie von Krisenherd zu Krisenherd flog, um hilfsbedürftigen Menschen zu helfen und bösen Buben das Fürchten zu lehren. Die Serie lief mit mäßigem Erfolg im englischen Fernsehen (1975-1979) und reißt mich heute eigentlich nicht mehr vom Hocker. Ich warte nur noch auf ein Remake fürs Kino, vielleicht mit Sarah Michelle Gellar in der Hauptrolle?
Lynda Carter ist mittlerweile 54 Jahre alt und spielt in der Serie “Law and Order” die Lorraine Dillon. Des Weiteren arbeitete die Dame als Synchronsprecherin für verschiedene Computerspiele und war mitunter im Remake von “The Dukes of Hazzard” zu sehen.
Erinnert ihr euch noch an “Saber Rider and the Star Sheriffs” (1987-1989)? Die Zeichentrickserie lief erstmals auf Tele 5, zu einer Zeit als noch niemand an blödes Quizfernsehen und langweilige Massenunterhaltung dachte. Mit “Saber Rider” und “Galaxy Rangers” kamen die ersten Animes auch nach Deutschland. Mal und ich waren in ständiger Diskussion wer nun wen spielen durfte. Colt, die coole Sau, war sehr beliebt bei uns und wer hätte gedacht, dass die Figur damals von Christian Tramitz synchronisiert wurde? Heute bekannt als Comedian und weiterhin als Synchronsprecher trat er 8 Jahre nach seiner Zeit als Colt mit Michael “Bully” Herbig und Rick Kavanian in der “Bullyparade” auf. Mittlerweile gehen Tramitz und Co getrennte Wege. Zwischendurch versuchte er mit “Tramitz and Friends” zu überzeugen, was jedoch nicht wie erhofft verlief. Dennoch gelang es ihm sich fest in der Unterhaltungsbranche zu etablieren.
Mein Lieblingshelden der frühen Jahre waren Scott Bakula und Dean Stockwell. Die beiden Schauspieler übernahmen die Hauptrollen in der großartigen Serie “Zurück in die Vergangenheit“, die damals Sonntags auf RTL ausgestrahlt wurde. Dr. Sam Beckett (Scott Bakula) experimentierte mit Zeitreisen und nach einem unvorhergesehen Zwischenfall blieb Sam im Zeitfluss gefangen. Wieder und wieder fuhr er in die Körper anderer Menschen der Zeitgeschichte ein, um dort die Dinge zu regeln, die zuvor fehl liefen. Sein einziger ständiger Begleiter war Al, die holographische Projektion seines Arbeitskollegen und guten Freundes, die nur der Doktor sehen konnte. Al versorgte Sam mit allen wichtigen Daten mit Hilfe seines Taschenrechners, der nie so recht wollte, so durchstreiften sie die Geschichte innerhalb von 96 Episoden (1989-1993) und ich bin mir nicht sicher ob ich jemals die letzte Folge gesehen habe. Hat es Dr. Sam Backett wieder nach Hause geschafft? Zu großen Stars sind Scott und Dean jedenfalls nicht aufgestiegen. Scott Bakula versuchte sich zuletzt als Captain Archer in einem weiteren Star Trek-Ableger und Dean Stockwell stieg bei “Battlestar Galactica” (2006) ein.
Soeben erreichte uns die Meldung, dass noch für dieses Jahr ein Special der Serie “Zurück in die Vergangenheit” angekündigt wurde, zumindest für das amerikanische Fernsehen. Vielleicht erfahren wir nun was aus Sam und Al geworden ist.
An wen könnt ihr euch erinnern? Wer hat euch in eurer Kindheit begleitet?
Mal Sehen fragt nachträglich:
Ich habe jetzt eine Frage an euch. Bei der Recherche für diesen pullitzermäßigen Beitrag, ist mir eine Serie eingefallen, die ich immer als 5-jähriger gesehen habe. Leider weiß ich nicht, ob sie in Deutschland ausgestrahlt wurde und ich erinnere mich nur bruchstückhaft. Folgende Eckpfeiler sollten hoffentlich eine Hilfe sein:
Hauptdarsteller der Serie war ein Mann in einem seltsam, blau-leuchtenden Kostüm, da er aus Elektronen bestand. Lediglich sein Kopf war “real”.
Sein Partner hieß im Englischen “Wally”
Sein Auto sah sehr sportiv aus. Vielleicht eine Art Lamboghini, in demselben Blau wie er. Es war scheiße schnell und fuhr in exakten 90°-Winkeln um die Kurve. Es bremste und beschleunigte von 0 auf schnell in 0 Sekunden. So schnell, dass Wally jedesmal gegen die Scheibe gedrückt wurde.
Derjenige, der mir den Namen der Serie nennen kann, wird belohnt!!!
Ich muss mich endlich erinnern!
- Mal und Dog •
- September 21st, 2006 •
- 59 Kommentare










































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