Die Älteren erinnern sich noch wehmütig an die 70er und 80er Jahre.
Damals als Filmdialoge zugunsten “flotter Sprüche” auf ein Minimum an Sinngehalt verkürzt wurden und per Gesetz vorgeschrieben war, das ein Filmtitel zum einen “schweinelustig” sein musste und zum anderen im wesentlichen die Story zusammenfassen sollte.
So entstanden dann Filmtitel wie “Die unglaubliche Entführung der verrückten Miss Stone“, “Der Große mit seinem außerirdischen Kleinen“, “Es kracht und zischt, zu sehen is nischt” oder “Zwei Superpflaumen in der Unterwelt“.
Wehmütig fragt man sich manchmal warum Filme heute meist den Originalnamen behalten oder einen anderen ebenfalls englischen Titel bekommen. Wieviel schöner wäre Amelie gewesen, hätte sie bei uns “Die süße Verträumte mit dem leichten Knall” geheissen.
Oder der jüngst noch einmal bei uns so leidenschaftlich diskutierte Matrix wäre doch sicher als “Der digitale Oberhammer und seine virtuellen Spießgesellen” ein noch größerer Erfolg gewesen.
Oder Lost in Translation mit einem zünftigen deutschen Titel: “Scheissedrauf im Schlitziland – Die kleine Dröge mit dem engen Schlübber“.
Und als Reminiszenz an alte Zeiten, wäre es doch schön wenn “The Aviator” stattdessen: “Der tollkühne Spinner mit seiner fliegenden Kiste” hiesse.
Wo sind all die genialen Texter geblieben? Was passierte mit den Rainer Brandts dieser Welt? Haben Sie ihr Abitur nachgemacht und einen anständigen Job als Abdecker bekommen? Singen Sie lustige Lieder in Fussgängerzonen? Haben sie sich bei Ebay ne Tube Humor ersteigert und sind doch noch vollwertige Mitglieder der menschlichen Rasse geworden?
Sie sind immer noch unter uns, wie man beim Blättern in Presseankündigungen feststellt. Demnächst kommen wieder zwei Filme auf uns zu, die deutlich machen, daß die Titelgeneratoren der deutschen Marketingszene nichts von ihrem Können eingebüsst haben.
Die gar nicht so klamaukige Komödie “Accepted” bekam nich nur einen auf Haudrauf-Humor zusammengekürzten deutschen Trailer verpasst, sondern auch noch den unseeligen Titel “S.H.I.T. – Die High-School-GmbH“. Das soll die debile Masse ins Kino locken, die eh nicht weiß was der Unterschied zwischen High-School und College ist. Also genau wie die Texter.
Im nächsten Fürhjahr erwartet dann die vielversprechende Will-Ferrell-Fantasy “Stranger than fiction” eine Eindeutschung, die wohl ebenfalls alle Zuschauer mit mehr als zwei funktionierenden Gehirnzellen von der Kinokasse verschrecken dürfte: “Krasser als Fiktion”
Creutz. Aber was erhofft man sich von Leuten die glauben drittklassige deutsche Soapdarsteller wären ein adäquater Synchronersatz für amerikanische A-Mimen.
Dazu gibts demnächst mehr, im zweiten Teil der Reihe Sprachfehler.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- September 30th, 2006 •
- 28 Kommentare









































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