Anlässlich der gerade gestarteten Frankfurter Buchmesse, wage ich mal ein Experiment. Ich rede heute mit euch über… Bücher!
Kinder, was soll ich sagen? Ich bin nicht nur Filmfreund, sondern verschlinge (wenn die Zeit es zulässt) monatlich beinahe tausende von Seiten u.a. von Bukowski, Gavalda, Schätzing und seit ein paar Tagen auch Ruffs “Ich und die Anderen”. Dieses Buch gehört zu einem meiner Lieblinge des Jahres 2006, weil es so bildlich geschrieben ist, wie ein Buch zu sein hat: Ein Film in meinem Kopf.
Seit Der Herr der Ringe den Status “Unfilmbar” verloren hat, geht mir durch den Kopf welche Bücher man noch verfilmen könnte, welche Hauptrollen durch wen zu besetzen wären, Musik, Kamera, Regiesseur. Ich habe mal meine drei Lieblingsbücher der letzten 12 Monate zusammengetragen, in der Hoffnung, dass ein findiger Produzent über diese Seite stolpert und sich denkt: “Mensch, der Mal hat Recht, das wird ein Knaller!”
Ich und die anderen.
Matt Ruff
688 Seiten
Verlag: Dtv (Mai 2006)
ISBN: 3423208902
Andy Gage ist niemals einsam, denn er wohnt in einem Haus zusammen mit seinem Vater, seinen Freunden und seinen restlichen Verwandten an einem See mitten im Nichts. Wobei “Nichts” nicht ganz richtig ist, denn das Haus befindet sich in dem Kopf von Andy Gage. Andy ist einer von dutzenden Persönlichkeiten, die sich im Laufe des Lebens von Andy (jetzt fängt es an kompliziert zu werden, ich weiß!) entwickelt haben. Er ist die letzte Persönlichkeit, die von seinem Vater aus dem See gerufen wurde, um sein Werk zu übernehmen. Mit Hilfe der Psychaterin Dr. Grey errichtete der Vater vor langer Zeit ein Haus dorthin, wo vorher nur Schwärze war.
Eines Tages lernt Andy Julie kennen, die eine Softwareschmiede eröffnet hat und mit Andys Hilfe ein Virtual Reality Programm auf den Markt bringen will, der es in sich hat. Julie weiß von Andys Persönlichkeiten und hält es deswegen für eine gute Idee eines Tages “Mouse” einzustellen, die ebenfalls unter Multipler Persönlichkeit leidet. Nur weiß sie es noch nicht.
Das Buch hat mich gleich von der ersten Seite gepackt. Die Art und Weise wie Ruff schriebt hat mich dermaßen gefesselt, dass ich das Buch sogar im Fitnessstudio vor mir her schleppe und nicht mit dem Lesen aufhören kann! Die Verfilmung würde mich in sofern reizen, alsdass ich gerne sehen würde, wie ein Regiesseur die Verbindung des geistigen Hauses, mit den Persönlichkeiten, mit der “realen Welt” schaffen würde. Außerdem wäre die Rolle von Andy für jeden Schauspieler eine Herausforderung. Es würde nämlich nicht reichen einfach nur zappelig zu werden, wenn Jake den Körper übernimmt oder herrisch, wenn es der Vater tut. Die gesamte Erscheinung müsste sich dermaßen verändern, dass man der Meinung ist ein vollkommen anderer Mensch steht dort.
Mögliche Schauspieler für die Rolle des Andy Gage:
Jim Carrey, Tobey Maguire, Elijah Wood
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Ilium
Dan Simmons
827 Seiten
Verlag: Heyne (Juli 2004)
ISBN: 3453878981
Drei Geschichten, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, verknüpfen sich nach und nach zu einem konstrukt, der bis zur letzten Seite den Leser (also mich) dermaßen fesselt und staunen lässt, dass es nicht möglich war das Buch in mehr als einer Woche durchzulesen! Ilium teilt sich in drei Geschichten auf, die sich später auf unglaublicher Art und Weise miteinander verknüpfen.
Da wäre zum Beispiel die Geschichte von den beiden Moravecs Orphu von Io und Mahnmut, biomechanische Wesen, die auf einem Jupitermond leben. Zusammen mit einem Haufen anderen Moravecs werden sie gebeten einer unerklärlichen Anamolie nachzugehen, die auf dem Mars stattfindet.
Oder die Geschichte von Daeman, Ada und Harman, ihreszeichens Nachmenschen auf einer Erde, die mit nur noch exakt 1.000.000 Menschen besiedelt ist. Das Leben, bestehend aus Sex, Partys und Fressgelagern, scheint durch nichts getrübt zu sein, bis sie die “ewige Jüdin” finden.
Mein Lieblingsstrang des Buches handelt von Thomas Hockenberry, einem ehemaligen Historiker und Homer-Profi, der nach seinem Tod von griechischen Göttern zum Leben erweckt wurde und nun als “Scholiker” den Musen Berichte über den Verlauf des Trojanischen Krieges liefert. Faszinierenderweise bewirken die Götter keine Wunder, sondern bedienen sich diverser Gerätschaften, die Quantenphysiker die Tränen in die Augen treiben würde!
Ich glaube fest daran, dass Simmons Ilium und das Nachfolgewerk Olympos eines Tages verfilmt werden wird, auch wenn ich mir nicht vorstellen möchte wieviel aus diesen Büchern verloren gehen wird! Mit zwei Filmen wird es definitiv nicht getan sein!
In der Rolle des Thomas Hockenberry könnte ich mir sehr gut Robin Williams vorstellen. Das Bild von Brad Pitt als Archilles werde ich sowieso nie wieder los, Odysseus soll doch bitte Clive Owen spielen und irgendwie habe ich Viggo Mortensen im Kopf!
Als Ada sähe ich gerne Kate Blanchett und Daeman könnte gut von Christian Bale gespielt werden (Gewicht rauf, Gewicht runter…)
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Eine Billion Dollar
Andreas Eschenbach
734 Seiten
Lübbe; Auflage: 5., Aufl. (September 2001)
ISBN: 3785720491
Reden wir über den Lottojackpot. 35 Millionen? Ein Witz verglichen mit dem was John Fontanelli sein eigen nennen darf. Dass er überhaupt geerbt hat, liegt auch nur daran, dass sein Vorgänger bei dem Erwähnen des zu erbenden Betrages stumpf den löffel abgegeben hat. Fontanelli kann mithilfe seines Erbes nicht nur seine läppischen tausend Dollar Schulden abbezahlen, sondern gleich die ganze Welt kaufen, denn er besitzt von nun an eine Billion Dollar (ca 754657700000€). Spontan wird sich einfach mal mir nichts, dir nichts ein Ferrari gekauft, ein Häuschen hier, eine Jacht dort. Wie das nun so ist, wenn man gerade soviel Geld geerbt hat, dass man quasi die ganze Welt besitzt.
Streicht “quasi”.
Schon bald merkt Fontanelli, dass sein Geld mehr bedeutet, als einfach nur ein einfaches Leben auf einer tropischen Insel. Es steuert die Wirtschaft der Erde und bringt nicht nur Vorteile mit sich. Eines Tages erhält Fontanelli einen Anruf von einem gewissen Malcolm McCaine, der weiß was mit dem Geld gemacht werden muss…
Eschenbachs “Jesus Video” war ziemlich lasch, rückblickend betrachtet. Und das hat nichts mit der katastrophalen Verfilmung zu tun, die Pro7 uns eingebrockt hatte. Mit “Einer Billion Dollar” hat es Eschenbach aber wieder geschafft Pluspunkte zu sammeln. Eine gelungene Mischung aus Humor und Nachdenklichkeit lässt das Buch so abwechslungsreich in Erinnerung, dass man sich ein wenig ärgert, dass es schon vorbei ist.
In der Rolle des John Fontanelli? ganz klar: Niemand geringeres als Jack Black oder Oliver Korritke.
- Mal Sehen •
- Oktober 6th, 2006 •
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