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Der bekannteste Film zum Thema Schul-Amoklauf dürfte, wenn man mal den Klassiker “If….” ausklammert und sich die jüngeren Werke anschaut, wohl Gus von Sants “Elephant” sein. In elegischen Bilder dokumentiert er dort den Vorlauf einer Katastrophe, die am Ende unspektakulär und als Antiklimax den Film beschließt. Doch auch van Sant stolpert wie viele etablierte Medien ein wenig in die Falle der einfachen Erklärungen, wenn er seine Täter einen Egoshooter spielen und im Fernsehen gebannt Dokus über das Dritte Reich bestaunen lässt.

Treffend allerdings eine Deutungsvariante des Titels, der auf die englische Redewendung “Ignoring the elephant in the room” zurückgeht und letztlich meint, daß man sich die schockierte Verblüffung sparen kann, wenn man offensichtliche Probleme so lange ignoriert hat.

Weniger bekannt als “Elephant” dürfte Zero Day sein, den ich schon einmal im Zusammenhang mit “Bang Bang you’re dead” genannt hatte.

Der als Videotagebuch zweier Jungs gedrehten Film, der sich auf sehr intensive, wie intelligente Art mit dem dem Thema beschäftigt. Neben überzeugender Schausspielleistung, besticht vor allem die nüchterne, unspektakuläre Machart des Films. Im Gegensatz zu “Elephant” verbietet er sich einfache Erklärungen. In langem Botschaften an ihre Eltern, erklären die Jungs deutlich, daß es weder die Eltern waren die sie dazu bringen, noch irgendwelche Videospiele.

Hier der Trailer:

Leider hat der Film von 2003 immer noch keinen deutschen Verleih gefunden. Bei Amazon.com kann man ihn, Kreditkarte vorausgesetzt jedoch auf DVD ordern.

Bilder und mehr Infos von “Zero Day” kann man HIER finden.

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3 Kommentare

  1. sieht sehr interressant aus.

    Kommentar #1 von matz-o-man am 23.11.2006 um 01:23 Uhr

  2. Elephant fand ich einen der echt schlechtesten Filme die ich je gesehen habe. Es ist einfach kein intelligenter Film, der sich tiefgründig damit beschäftigt. Er ruht sich auf seiner dummheit aus. Die beiden Jungs mögen nazi dokus, sie zocken gewaltspiele (-> nicht mal gut recherchiert, das spiel das sie im film spielen stammt aus dem jahre 95 oder so, und ist ziemlich… unrealistisch), und, das tollste, sie sind schwul (-> duschszene).

    Als ich den Film gesehen habe habe ich solch eine Wut auf so dumme Menschen bekommen, die wirklich denken sie hätten mit so etwas was vollbracht. Der Film gehört zu meinen Flop 5!

    Kommentar #2 von Björn am 23.11.2006 um 23:25 Uhr

  3. Naja so einfach sollte man es sich vielleicht auch nicht machen. Es gibt verschiedene Lesarten für Elephant. Das Computerspiel das die beiden zocken ist gar kein reales, sondern ein bewusst simplifiziertes, daß mit Filmbildern aus van Sants früherem Film “Gary” illustriert wird. Einige Kritiker sehen darin eine bewusste Brechung der häufig gehörten Computerspielargumentation, da das Spiel im Fil bewusst anders aussieht, als tatsächliche Egoshooter.

    Was der Film sehr schön illustriert ist der Alltag, die Belanglosigkeit täglichen Schülerlebens, die kleinen Riten und Demütigungen, die gleichzeitig aufzeigen, daß die Reaktion der beidne Jungs keine notwendige Reaktion auf Probleme ist sondern eine Extreme. Denn viele ihrer Mitschüler haben unter ähnlichem zu leiden.

    Die Duschszene als schwul auszulegen ist ebenfalls recht simpel. Van Sant ist zwar ne verbriefte Schwuppe, dennoch wird die Szene allgemein eher so gedeutet, daß die beiden Jungs die anscheinend noch nie Sex hatten oder geküsst worden sind, vor ihrem tot einfach wissen wollten wie das ist. Also auch eher ein Ritual.

    Kommentar #3 von Batzman am 24.11.2006 um 00:38 Uhr

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