Was geschah mit Harold Smith?

“Think of a number…”

Originaltitel: Whatever Happened to Harold Smith?
Herstellungsland: Großbritannien / USA 1999
Regie: Peter Hewitt
Darsteller: Tom Courtenay, Michael Legge, Stephen Fry, Lulu, David Thewlis, Charlie Hunnam

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Harold Smith

Der achtzehnjährige Vince Smith (Michael Legge) lebt im England der ausgehenden 70er Jahre. “Saturday Night Fever” ist der Hit des Jahres, Punkt steht kurz vor seinem großen Durchbruch und die Welt war noch etwas unkomplizierter als heute.

Vince arbeitet als kleiner Büroangstellter des Anwalts Nesbit (David Thewlis). Schüchtern begehrt er seine Kollegin Joanna, traut sich jedoch nie sie anzusprechen. Nur wenn er John Travolta imitiert blüht er wirklich auf, doch in seinem Arbeiterkaff kann niemand viel mit dem Disco-Fever anfangen.

Das Leben von Vince und seiner Familie nimmt eine bizarre Wendung, als sie herausfinden, daß Vater Harold Smith (Tom Courtney) über psychokinetische Fähigkeiten verfügt. Während im TV Uri Geller fröhlich Löffel verbiegt, lässt Harold Pfeifen schweben, stoppt Uhren durch Gedankenkraft und kann Gedanken lesen, wie andere die Zeitung.

Währendessen muß Vince festestellen, daß seine Mutter sich nachts in derselben Disco herumtreibt wie er und mit seinem besten Freund angebandelt. Als wär das noch nicht schlimm genug, muß sich Harold Smith nach einem psychokinetischen Vorfall vom Vater von Vince Angebeteter (Stephen Fry) untersuchen lassen, der ein renommierter Psychiater ist.

Als Vince verwirrt und enttäuscht eines Nachts durch die Straßen zieht, verliebt er sich spontan in ein Punk-Girl, das ihm über den Weg läuft. Spontan beschließt er ebenfalls zum Revoluzzer zu werden und versucht sein Leben zu ändern…

Whatever happend to Harold Smith?” ist eine englische Comedy-Perle die sich zu entdecken lohnt. Hierzulande erst vor ein paar Monaten auf DVD erschienen, versammelt diese skurrile Mischung aus Retro-Coming-of-Age-Story und Fantasy-Fabel im Arbeiter-Millieu eine ehrfurchterbietend gute Besetzung.

Die Hauptrolle spielt Michael Legge, der mit einer erfrischenden Mischung aus Charme und Verklemmtheit überzeugt. Legge der erstmals in “Die Asche meiner Mutter” auffiel, hat sich zu einem interessanten Darsteller gemausert, der u.a. auch im irischen Film “Cowboys & Angels” zu überzeugen weiß.

Neben ihm bestechen aber vor allem britische Größen wie Stephen Fry, als politisch überkorrekter und extrem anstrengender Psycho-Professor, David Thewlis als nerdiger Anwalt, die altgediente Pop-Ikone Lulu als Vince Mutter und nicht zuletzt Schauspielveteran Tom Courtney in der Titelrolle, als übersinnlich begabter Harold Smith.

In Nebenrollen darf man “Queer as Folk”-Purzel Charlie Hunnam als großmäuligen Punkbrutalo sehen und Laura Fraser als Vince Love-Interest, die ein erstaunliches Doppelleben führt.

Das Ensemble geht mit einer ansteckenden Spielfreude zu Werke, die es zusammen mit einer straffen Inszenierung schafft die vielen Storyideen und Verwicklungen zu einem sehr unterhaltsamen und liebenswerten Ganzen zu vermengen. Ein Retrofilm, mit Fantasytouch, eine Geschichte von erster Liebe und Discomusik versus Punkrock.

Augenzwinkernd, warmherzig, überdreht ohne schrill zu sein und mit viel trockenem Witz schafft Regisseur Peter Hewiss (Bill & Teds Bogus Journey, The Borrowers) einen Film der sich jeder einfachen Einordnung entzieht und dabei mehr Ideen hat, als alle “Sommer vom Balkon”-Filme aus deutschen Landen zusammen.

Das der Soundtrack mit seiner Mischung aus BeeGees, The Clash und SexPistols den Spaß am Film vortrefflich unterstützt, versteht sich fast von selbst.

Die DVD des Films ist leider im Vollbild, bringt jedoch ein kurzes, aber informatives Making-of mit, den Kino und TV-Trailer, sowie umfangreiche Biographien der Hauptdarsteller.

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Trailer des Films:

YouTubeDirectSmith

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