Review

Casino Royal

Standard, 29. 11. 2006, Batzman (Oliver Lysiak), 52 Kommentare

„Do I look as if I care?“

Originaltitel: Casino Royale
Herstellungsland: Großbritannien / Tschechische Republik / USA 2006
Regie: Martin Campbell
Darsteller: Daniel Craig, Eva Green, Mads Mikkelsen, Judi Dench

[rating:2.5] als Bondfilm
[rating:3] als Actionfilm

Casino Anal

James Bond (Daniel Craig) frisch gebackene Doppelnull, soll die Untaten eines Bankiers namens LeChiffre (Mads Mikkelsen) vereiteln, der Terroristen finanziert.

Das gelingt auch, da er den Bösewicht in finanzielle Bedrängnis bringt, so daß dieser sich gezwungen sieht im Casino Royale ein Kartenspiel um Millioneneinsätze zu veranstalten um seine Hintermänner auszahlen zu können. Bond rennt eine ganze Meng herum, spielt viel Karten und verliebt sich nebenbei in die Kollegin Vesper Lynd, die ihm als Anstandsdame zur Seite gestellt wurde.

Okay, das kann jetzt ein bißchen wehtun.. So buckle up, it’s going to be a bumpy ride.
(Für ein begeistertes Review schaut einfach auf jede andere Website – das Netz ist ja voll davon)

Jüngst listete ich bei den Filmfreunden noch auf, welches meine Lieblingsbondmomente waren. Jene Augenblicke die die Serie für mich charakterisierten und die Essenz des Superagenten ausmachten. Casino Royale bietet keinen einzigen solchen Moment.

Ich muß zugeben, ich hab das ganze Gewese um Daniel Craig nur am Rande verfolgt. Ob er nun ein Weichei sei oder nicht. Ich dachte, egal wer nach dem öligen Langweiler Pierce Brosnan kommt, könne nur eine Verbesserung sein, also mal abwarten. Mißtrauisch wurde ich erst, als die ersten Trailer kamen und das Konzept des Films verlautbarte. Ein Relaunch. Eine Re-Imagination, ein Prequel.

Bei diesen Worten gehen bei mir normalerweise die Alarmglocken los. Prequel: Egal ob junger Indiana Jones oder Star Wars (oder demnächst vermutlich Hannibal Rising), die Jugendjahre irgendwelcher klassischer Helden sind normalerweise ein Schuß in den Ofen. Statt Geheimnisse zu bewahren und einen Helden einfach Helden sein zu lassen, meinen die Macher sie müßten einen mit psychologischem Gerümpel und tiefen Gefühlen und Charakterentwicklung belästigen, dabei fröhlich ignorierend, das der Reiz der Figuren eben aus ihrer Überlebensgröße besteht, darin das sie keine normalen Menschen sind sondern Kondensate, Idealtypen, Projektionsflächen.

Prequels verderben den Spaß. Bei Indiana Jones bekommen wir als Lehrfilm getarnte Kriegspropaganda ohne jenen Humor und den Schuß Mystik der Indy so anziehend machte. Bei Star Wars erfahren wir, daß Darth Vader als Kind ein untalentierter Jammerlappen war und man die Macht mit einer Blutprobe nachweisen kann. Bei Hannibal wird demnächst enthüllt das er ne verdammt harte Kindheit hatte und Kriegswaise war…. und bei James Bond?

Bei James Bond erfahren wir, das er als *husthust* junger Mann ein humorloser, unsympathischer Auftragskiller war, ohne Bildung, Stil oder Charisma. Fast glaubte ich über weite Strecken, das er neben der weidlich ausgenützten Lizenz zum brutalen Abschlachten uninteressanter Kleindarsteller auch noch die Lizenz zum Langweilen hat, denn dieser Film relaunched gründlich und schmeißt dabei alles über Bord, was einen Bondfilm für mich ausmacht.

Die Pre-Title-Sequenz – normalerweise ein explosiver, actiongeladener Auftakt und erster Höhepunkt jedes Films ist nicht nur sehr kurz sondern zeigt neben zwei sadistisch-realistischen Morden nichts wirklich spannendes. Bond bringt irgendwen unwichtigen um, um sich seine Doppelnull zu verdienen.

Immerhin kriegt man in den zwei Minuten schon Daniel Craigs gesamtes mimisches Repertoire präsentiert, an dem sich auch in den nächsten sehr langen 140 Minuten wenig verändern wird. Craig guckt, wenn er einen auf harten Kerl macht wie Günther Jauch der auf einer Reißzwecke sitzt und wie ein Hooligan der einen schlüpfrigen Witz erzählt, wenn er versucht charmant zu sein.

Die klassische Bond-Irisblende wurde gleich mitmodernisiert und sieht jetzt aus wie aus einem schlechten Ego-Shooter. Dafür fehlt das Bond-Theme, das erst zum Abspann kurz anklingt.

Die Titel-Sequenz – auch sie hat sich dem neuen Trend angepasst. Statt stilisierter Frauenkörper, ironischer Erotik und verspielerter Eleganz zu süffiger Musik, gibts einen Poprocksong vom Grabbeltisch und 3D-animierte Morde und Schlägereien. Wir haben kapiert, der neue Bond fickt nicht, er bringt Leute um.

Danach dauert es dann eine gute Stunde bis Bond an diversen Schauplätzen irgendwelche unbedeutenden Handlanger umgebracht hat, von denen keiner auch nur eine Erwähnung wert wäre. Eine Stunde von denen die totgetrailerte Verfolgungsjagd über Baukräne auch schon den optischen Höhepunkt des gesamten Films darstellt. Was nicht viel heißt, außer das nach dem waghalsigen Gehopse optisch nicht mehr viel passiert.

Back to the Roots wollte man, wieder den toughen Bond aus den Zeiten von „From Russia with love“ wiederbeleben. Leider vergaß man das der wenigstens ein paar eindrucksvolle Gegner zu bieten hatte (jemand vom Format einer Rosa Klebb wird man hier vergeblich suchen) und das die typische Bondmischung, die die Serie zum wirklichen Erfolg führte erst mit „Goldfinger“ gefunden wurde, der alle Zutaten aufwies, die Bond endgültig zu etwas besonderen machten und ihn von Epigonen wie Derek Flint und Jerry Cotton abhoben.

Goldfinger bot einen charismatischen Bösewicht, einen bedrohlichen Handlanger, einen leichten Science-Fiction-Einschlag, coole Autos mit speziellen Fähigkeiten, Gadgets, Ironie, ein wunderbares Titelthema und einen Bond der in jeder Situation die Contenance bewahrte, der selbst unter dem Neoprenanzug noch seinen Smoking trug. Nicht umsonst steht Goldfinger bis heute als Musterbeispiel für jeden Superagentenfilm. Er ist es der zitiert und parodiert wird, genauso wie es stets die originalen Star Wars-Filme sind die man zitiert und parodiert, weil sie zu Ikonen geworden sind, die jenes Quentchen an mythischem Potential enthalten, das sie über die Masse ähnlicher Filme hinaushebt.

Daniel Craig ist kein Übermensch. Er könnte einen irischen Hafenarbeiter spielen, einen saufenden Familienvater, einen russischen Auftragskiller. Als Bond verströmt er nichts, das seine Figur anziehend machen würde. In Smoking sieht er aus wie der Klempner, den man in den Konfirmationsanzug gesteckt hat. Beim Töten ist er eiskalt, beim Flirt mit Frauen eher lauwarm.

Überhaupt, wer kam auf die Idee Bond müsse monogamer werden? Erstmals höre ich den Unsinn in den 80ern. Jaja in Zeiten von AIDS darf Bond nicht mehr so wild rumficken. Und überhaupt, die Frauen dürfen keine Objekte mehr sein, er muß emotionale tiefe entwickeln und verständnisvoller werden.

Ganz große Klasse. Der Political Correctness halber kastriert man Bond, schreibt ihm langweiliges und uninspiriertes Liebesgeplänkel ins Drehbuch (das zu keinem Zeitpunkt den Witz erreicht den Bond in „On her Majestys secret service“ mit Diana Rigg versprühte, noch jene explosive Hassliebe die zwischen Mayday und Roger Moore in „A view to a kill“ besteht), gibt ihm tiefe emotionale Leidensmomente – lässt ihn aber andererseits im Dutzend eiskalt irgendwelche Leute umbringen. Morden ist okay, aber rumgehurt wird nicht mehr. Hat sich was mit dem charmanten „Wham, Bam, thank you Mam!“ mit der 007 früher durch die Betten hüpfte, heute muss man family values hochhalten. Schieß die bösen Leute tot und bring auf dem Rückweg vom Büro noch nen Liter Milch mit, James.

Das passt in die Zeit, ist dieser Bond doch der amerikanischste Bond bisher. Mord, Totschlag, Folterszenen, Blut und toughe Sprüche. Im Kampf gegen den Terrorismus killt und spielt Bond Karten bis die Jetons… ähm schlafen. Okay das mag so im Fleming-Roman gestanden haben, diese Casino-Arie. Ist aber jetzt optisch nicht grade das prickelnste wenn man anderen Leuten beim Kartenschwenken zusieht. Zumal Craig aussieht als hätte er schon Probleme ein Buch richtig herum zu halten, geschweige denn Spielkarten zu beherrschen.

Wenn sie wenigstens noch Solitaire spielen würden, könnte man das als doppelt-humorvolle Referenz auf jene hellseherisch begabte Bondine verstehen, der Roger Moore in seinem Bond-Einstand „Live and let die“ einst die übersinnliche Begabung wegvögelte, aber mit Ironie hat es der Film ja leider nicht so und so ziehen sich die Kartenspielszenen quälend in die Länge.

Man hat sich früher auch nie an Flemings Stories gehalten, also kann das kein Grund sein einen so undramatischen Plot zu entwickeln, der antiklimatisch in einem Nicht-Showdown endet.

Also worum gehts nochmal? Um Atomraketen die die Welt bedrohen? Einen Laserstrahl der den Mond aus der Umlaufbahn schießt? Nukleare U-Boote die den dritten Weltkrieg auslösen?

Nein. Nix. Es geht um äh… also ein Bankier der Terroristen finanziert hat Geldprobleme wg. Bond und der soll ihn jetzt am Baccaratisch in die Pleite pokern. Das Spannungselement ist Geld. Kein Blofeld der Millionen Menschen umbringen will. Keine tickend Bombe die es zu entschärfen gilt. Kein Fort Knox das verstrahlt werden soll. Nein. Bis zum Schluß gehts drum, wer welche Geldsumme auf wessen Konto überwiesen hat. Am Ende gibts für 007 ein paar Schläge auf die Nüsse, bevor der angebliche Oberbösewicht abgeknallt wird (und das nichtmal von Bond). Das ist also back to the roots.

Sehr spannend wirklich. Der nächste Bond spielt dann sicher in einer Steuerbehörde und Craig verlangt knallharte Akteneinsicht und droht mit einer Nachzahlung.

Irgendwie scheint es den Machern selbst aufgefallen zu sein, das der Plot nicht grade etwas ist, bei dem man vor Spannung die Nägel zerbeisst, deswegen trödeln sie ewig herum, bis es ins Casino Banal geht. Hier eine Verfolgungsjagd, da ein unbedeutender und absolut unspektakulärer Abstecher in die Körperwelten-Austellung, da ein Mini-Rip-Off von „Stirb Langsam 2“ und zwischendurch viele witz- und charmlose Gespräche, bei denen vergeblich versucht wird der Bondfigur irgendwie Tiefe und Menschlichkeit zu verleihen – Wobei es genau das ist, was ein Bond nicht brauchen kann. Er soll kein Frauenversteher, Selbstzweifler, Gefühlehaber sein, er soll ein Held sein. Ist das zuviel verlangt heutzutage? Das wenigstens der Superagent super ist, wenn schon Superman lieber seine Beziehungsproblem durchdiskutiert, anstatt mal irgendwas aufregendes zu machen?

Einzig Dame Judie Dench kann sich glücklich schätzen, aus ihrer M-Rolle mal etwas mehr machen zu dürfen, auch wenn das wie so vieles die gesamte Chronologie über den Haufen wift. Scheißegal. In „Casina Royale“ ist sie weniger Bonds Chefin als seine Schwiegermutter, die ihm Telefonseelsorge gibt, was zwar ganz lustig anzusehen ist, die Bondfigur aber nur noch mehr demontiert als es Craigs beschränktes Spiel tut.

Ein kleines bißchen Klasse, ein kleines bißchen Style, irgendetwas das einen wieder an Bond glauben lassen würde, wär das zuviel verlangt? Stattdessen gehts im Wechsel immer wieder ans Kartenspiel, zum Prügeln, zum Kartenspiel, zum Herzschrittmacher anwerfen, zum Kartentisch… und irgendwann nach einer kurzen Folterszene und einem der ödesten (und vorhersehbarsten) Showdowns aller Zeiten ist es dann vorbei. Und Bond hats obendrein noch versaut. Er kriegt die Tussi nicht, der Bösewicht war selbst nur ein Handlanger (und wird von Mads Mikkelsen mit einer schläfrigen Einheitsmine gespielt, die ihn aussehen lässt wie den jungen Rutger Hauer nach dem Schlaganfall) und letztlich wars wenig Lärm um nichts.

Die Actionszenen die man ja bewusst wieder erdverbundener und realer machen wollte, sind gleich so real geraten, das es aufregender ist an einer Kreuzung den Kreisverkehr zu beobachten, als die Routinestunts die hier wieder aufgewärmt werden, die man aber allesamt in Indiana Jones 3 oder Stirb langsam (und sogar bei Titanic bei dessen Ende man sich bedient hat) de schon aufregender gesehen hat. Der Kamerabeamte Phil Meheux fängt Bilder ein, die so auch in jeder „24“ Folge zu sehen sind und die keinerlei eigene Bildsprache oder visuelles Grandezza erkennen lassen. Man sieht alles und das Bild wackelt nicht, schön und gut, aber Kinobilder sind was anderes.

Zurück zu den Wurzeln wollte man und schielte mit diesem Bond doch eher auf die Konkurrenz. Das ist ein Bondfilm für alle Leute die auf harte Machoaction, Herzschmerz, oder die „Terroristen werden euch alle töten“-Panikmache eines „24“ stehen, es ist ein routinierter Actionfilmen mit viel Leerlauf. Das einzigartige, das diese Figur von den dutzenden anderen Actionhelden unterschieden hat, ist mit Daniel Craig verschwunden. Als Actionfilm und banale Unterhaltung mag das funktionieren. Doch als Superagent ist das Ganze ein ein Schuß in den Ofen.

Anstatt eigenständig einen Mythos neu zu erfinden, bedient man sich bei Jack Bauer, Jason Bourne und dem ganzen „Harter Kerl mit weicher Schale“-Getue, das sicherstellt, das auch die Frauen den Film toll finden. Ein Macho ist Bond nur wenns ums Abschlachten geht, ansonsten ist er treu und kann supi zuhören und bietet eine Schulter zum anlehnen. Der erste Bondfilm in dem man öfter die Titten des Titelhelden sieht, als die der Bondine. Na besten Dank.

Drauf geschissen, Leute. Vergesst es. Bond will return, heißt es irgendwie halbherzig im Abspann, aber von mir aus kann er bleiben wo die Datteln wackeln.

Hier James, ihre License to bugger off. Sie Doppelnull.

Abtreten.

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52 Kommentare

  • Reply Kiki 29. 11. 2006 at 8:44

    So tell us how you really feel about the movie… *grins*
    Du erinnerst mich gerade an Kevin „Don’t call me stupid!“ Kline in ‚A Fish called Wanda‘, als er die Safetür öffnet, laut DISAPPOINTED! schreit und wild rumballert. „What are you doing?“ – „I’m thinking!“

    Ja, Craig ist ein Bauer und Casino Royale ist natürlich recht spannungsarm, was die „Handlung“ betrifft und der Bösewicht zog auch nicht die Wurst vom Teller. Aber es waren schon ein paar schöne Dialoge drin (der im Zug z.B. hat mir sehr gut gefallen), die Titelsequenz fand ich wunderbar, und es war schön, mal zur Abwechslung wieder handgemachte Action statt Playmobilfiguren vor Greenscreen zu sehen.
    Ich erwarte von einem Bondfilm wahrscheinlich zu wenig und bin daher nicht so enttäuscht. Wenn ich einen echten Kerl in einem echten Thriller sehen will, dann schaue ich die Bourne-Filme. Aber für PG 13 gibt’s halt nur Bond. Und da liegt dieser hier qualitativ im Mittelfeld der Serie.

  • Reply quote .. unquote at retro.log 29. 11. 2006 at 9:51

    […] Gefunden bei http://www.fuenf-filmfreunde.de […]

  • Reply Dog Hollywood 29. 11. 2006 at 10:05

    Ich traue mich ehrlich gesagt nicht deinen Beitrag komplett durchzulesen, weil ich vorab nicht zu viel vom Film erfahren möchte. ;) Der Trailer verspricht mir jedoch einige Neuerungen und viel Action, fernab dieses typischen Bondgesülzes… Ich verstehe deine Wertung von „Casino Royale“ als Bond-Film. Ich glaube dennoch, dass er als Actionfilm bestens funktionieren kann, obwohl ich bisher nur die Vorschau und ein „Making Of“ gesehen habe. Daniel Craigs Auftritt ist sicher kein Meilenstein, aber bereits in der Vorschau überzeugender als Brosnan u.a., wie ich finde. Kamen die alten Bond-Filme überhaupt noch beim Publikum an? Ich denke das Konzept ist bis heute einfach zu ausgelutscht. Wer will schon einen Agenten, der Frauen ganz doll lieb hat und mit einem Micky Maus Agenten-Kit die Welt vor harmlosen Superschurken rettet? Dann lieber einen ehrlichen Bauern, wie Kiki so treffend schreibt, der den Bösen so richtig in die Fresse haut… oder Austin Powers. Mir wirds schon reichen, da erwarte ich nicht zu viel. Sei doch nicht immer so kritisch, Batzmann! ;)

  • Reply Batzman 29. 11. 2006 at 13:52

    Die Frage ist: Wenn man der Meinung ist, das Bond anachronistisch sei und es nur noch Platz für die 0815-Ami-Testorsteron-Bolzen gibt, warum sich die Mühe machen noch Bondfilme zu drehen? Wenn Geld die einzige Triebfeder hinter diesem öden Kaschperltheater ist, dann sollte mans lassen und vielleicht einfach „24“ lizensieren um mit Kiefer als Rechtsaußen-Agent eine neue Serie zu starten.

    Mag ja sein, daß die Leute heute nur noch flaches Ballerpeng sehen wollen (wobei der letzte Bond mit Brosnan – den ich auch nicht mag, aber immerhin als Bond wahrnehme – sehr gute Einspielergebnisse hatte) doch wenn dem tatsächlich so ist, dann sollte man Bond in die Mottenkiste packen anstatt ihn in so eine peinliche Zwangsmodernisierung zu pressen.

    Es gibt genug toughe Amihelden, die genau dasselbe abliefern wie Craig als Bond… wozu dann aus einem britischen Superagenten einen tumben US-Soldner machen?

    Der letzte wirklich gute Bondfilm war für mich „Austin Powers 2“ – mit Brosnan konnte ich nie wirklich was anfangen.

  • Reply pascal 29. 11. 2006 at 14:51

    Hmmmmm, die Terroristen sind an allem Schuld. War bei Command & Conquer auch so, sobald es NOD nicht mehr gab, sondern die Terroristen mit ihren explosiven Wäschetrocknern anrückten ging es den Bach runter… Ich nehme mal an, das Publikum will es so: nicht mehr den diktarorischen Superbösewicht mit Weltherrschaftsabsichten der vom guten Kapitalisten bekämpft wird sondern eben die subtile Bedrohung durch die Neuen Herausforderungen des Internationalen Terrorismus (im Internet).
    Naja und wie will man einen Film über eine nichtexistente Bedrohung spannend machen?

  • Reply pulmoll 29. 11. 2006 at 15:41

    ok, dann haben sich die befürchtungen bestätigt. aber 140 minuten zeit für sinvolleres. nietzsche sagte ja schon: bond sei tod, oder so ähnlich

    danke für die ehrliche und offensichtlich spontane gefühlsoffenbarung, danke für die geschenkte zeit

    ich wollte einen archetypen als bond, kein weichei, so wird man sicher kein bond-fan mehr- schade eigentlich!

  • Reply Popcornmaschine 29. 11. 2006 at 18:34

    Casino Royale…

    Mir ging es wie vielen. Als vor einiger Zeit mit Daniel Craig der neue Bond vorgestellt wurde, dachte ich mir: "Was, das soll ein Bond sein?" und war mehr als skeptisch. Ich bin zwar kein ausgewiesener Bond-Fan, habe aber mittlerweile all…

  • Reply Binding 29. 11. 2006 at 18:47

    Es musste einfach mal frischer Wind in die Sache kommen. Das ist gelungen. Der Film ist zwar kein Meisterwerk – wirklich nicht -, aber trotzdem ein interessanter, mutiger Neuanfang. Und Craig ist nur so schlecht wie seine Rolle. Er ist nämlich der mit Abstand beste Schauspieler unter den Bond-Darstellern (ob er auch der beste Bond-Darsteller ist, ist allerdings Geschmackssache).

  • Reply marcc 29. 11. 2006 at 19:26

    Ich bin ganz froh darum, dass die Produzenten den Schritt zu was Neuem gemacht haben.

    Klar, das Konzept Bond-Filme nach dem „Goldfinger“-Konzept zu drehen war bewährt und hätte auch ein weiteres Mal funktioniert. Nur um welchen Preis? Noch unsichtbarere Autos, noch mehr rein computergenerierte Stuntsszenen im schnarchigen „Anakin fällt zwischen die Hochhäuser von Corouscant“-Stil?

    Mal ehrlich, wie lange hätten die einem noch Aufguß des „Diamantenfieber“-Plots wie bei „Goldeneye“ oder „Stirb an einem andren Tag“ unterjubeln können? (Was nicht heißt, dass sie es nicht doch beim nöächsten Mal versuchen ;-)

    Ich bin ganz zufrieden damit, dass es mal anders, ganz anders ;-) geworden ist.

  • Reply Lars 29. 11. 2006 at 19:28

    Ich glaube das war jetzt die erste Filmkritik auf dieser Seite, mit der ich mich absolut nicht identifizieren kann, da mir der neue Bond, bis auf den etwas lahmen Schluß, extrem gut gefallen hat. Aber Geschmäcker sind halt unterschiedlich…
    Trotzdem meinen Respekt, dass ihr euch auch mal gegen den Strom stellt!

  • Reply EmmJay 30. 11. 2006 at 9:38

    Königliches Review. Und ich dachte schon, ich stehe mit meiner Meinung alleine da. Im Prinzip hast du alles aufgezählt, was mich auch gestört hat, mit dem Unterschied, dass du sogar noch Lust hattest, es sprachlich ansprechend zu verpacken ;)

  • Reply Nerdcore - A Blog about very cool Stuff. Und so. 30. 11. 2006 at 21:45

    […] Mit British Airways nach London fliegen und Sushi essen sollte man derzeit unbedingt vermeiden. Vielleicht fühlt man sich dabei wie James Bond, hat danach aber ein strahlendes Lächeln. Wie Putin. Oder so. […]

  • Reply Oliver 1. 12. 2006 at 15:27

    Bei dem Review fühle ich mich stark an das Lied „Rebell“ von den Ärzten erinnert:

    Ich bin dagegen,
    denn ihr seid dafür.
    Ich bin dagegen,
    ich bin nicht so wie ihr.
    Ich bin dagegen,
    egal, worum es geht.
    Ich bin dagegen,
    weil ihr nichts davon versteht.

    usw usf.

    Aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, und das ist auch gut so. Mir hat der neue Bond gut gefallen, bis auf die etwas zu lange Liebesgeschichte. Wenn der Film 20-30 Minuten kürzer gewesen wäre, dann hätte ich ihn als wirklich richtig gut bezeichnet.

  • Reply Batzman 1. 12. 2006 at 15:40

    @Oliver

    Gedöns. Wirklich. Diese Kommentare die hier bisweilen kommen von wegen: „Du findest den doch nur doof weil den alle gut finden“ oder wenns denn in den Kram passt: „Du findest den doch nur gut weil den alle gut finden“ find ich ausgesprochen albern.

    Da steht ein ziemlich langes Review in dem haarklein dargelegt wird, warum mir der Film nicht gefiel und anstatt auf die Argumente einzugehen, kommen solche Kommentare die so gar nix zum Thema beitragen…

  • Reply Geschüttelt oder gerührt? « langsam laufen lernen 1. 12. 2006 at 23:51

    […] Ich habe gewisse Bildungslücken zum Thema Bond, “mein” Bond war Brosnan. Ich kenne nur ihn als Doppelnull, und ich mochte ihn. Schöne Filme, tolles Popcornkino. Nun also ein neuer. Neuer Mann, neuer Film. Und was für einer! Dieser Bond scheint mir härter. Männlicher [hier bitte eine schwingende Faust einfügen]! Weniger Gentleman, dafür mit einer Prise Selbstironie und jede Menge Zeit und Tiefe für die Figuren. Toll, gefällt mir wirklich sehr. Aber, gut, ich bin kein guter Maßstab, ich bin kein eingefleischter Bondfan. Bei den fünf Filmfreunden scheint er dagegen durchgefallen zu sein, genau diese Punkte wurden bemängelt… Oh, und auf die gestellte Frage im Titel gab es heute nur ein passendes: “Seh ich so aus als würde mich das interessieren?!”   […]

  • Reply ObiWan 2. 12. 2006 at 19:27

    Nee Batzmann…soooo objektiv war die Kritik nun auch wieder nicht. Ich finde eger, das Deine Kritik recht austauschbar ist. Letztendlich gefällt jeder Bond-Film irgendwem besser oder schlechter…aber sich darüber zu beschweren das der Darsteller so aussähe als könne er ein Buch nicht richtig herum halten…so ´ne irre gute Argumentation ist das nicht oder? Ist doch witzig, das bei wirklich jedem neuen Bond mindestens ein oder zwei Leute den Bösewicht schlecht gespielt finden, alles früher eh viel besser fanden usw. usf….austauschbar halt. Selbst die Kritik an angeblichen Anleihen bei anderen Filmen….hey, das war doch echt schon immer so. Und wurde bei manchen Moore-Filmen tatsächlich richtig peinlich. Und in zehn Jahren dann, wenn ein neuer Darsteller am Start ist werden bestimmt auch ein paar Leutchen feststellen das der Film voller werbung ist und verwundert aufschreien.

    Ansonsten finde ich es erfrischend mal ´ne negative Kritik zu lesen…kam mir schon langsam komisch vor diese Einhelligkeit beim Loben.

    Ach ja, ohne piefig wirken zu wollen, der Name lautet Fleming…nicht Flemming…ebenso wie bei Deinen Lieblingsbondmomenten immer noch der Fehler zu lesen ist Bond wäre in Feuerball mit ´nem Smoking unter´m Taucheranzug aufgetaucht…das war Goldfinger. (Will mich hier nicht als Lordsiegelbewarer profilieren :-) aber die Informationen sind halt schlicht falsch.)

  • Reply marcc 2. 12. 2006 at 21:33

    „Man hat sich früher auch nie an Flemings Stories gehalten“

    Was so nicht stimmt. (Sag niemals nie ;-) „Man lebt nur zweimal“ ist der erste Film mit komplett anderer Handlung als im Buch. Und ab „Der Mann mit dem goldenen Colt“ bis „Stirb an einem anderen Tag“ haben die Bücher wenig bis gar nichts mehr mit den Büchern zu tun. Teilweise wurden Namen (z.B. Hugo Drax oder Kristatos) und einzelne Elemente (z.B. die Ermordung der Havelocks bei „In tödlicher Mission“) aus den Büchern übernommen, aber die Filmstory war eigentlich neu.

  • Reply Batzman 3. 12. 2006 at 1:38

    @ObiWan

    Das Kritiken objektiv sein sollen ist sowieso ein weit verbreitetes Mißverständnis. Man kann gewisse Dinge sicher objektiv feststellen (Laufzeit, Physis des Darstellers) aber Kritiken sind nunmal zutiefst subjektive Aussagen, die im besten Fall vom Kritiker erklärt und gut begründet werden.

    Die Punkte die ich anführe beschränken sich ja nun nicht auf das von dir angeführte Zitat sondern sind sehr umfassend und auch durch meine Kommentare nochmal ergänzt worden.

    Und wenn man deine Aussage von „Jeder Bondfilm gefällt den einen und den anderen nicht“ ernst nähme, kann man sich Filmkritik gleich ganz sparen, dann schreiben wir nur noch „Hier läuft wieder son Film an, da gehts da und darum.. und der wird einigen gefallen und andere werden ihn doof finden…“

    Spart uns sicher eine Menge Arbeit.

    Was Typos angeht, die werden halt korrigiert wenn Zeit ist ;) Nix für ungut. Inhaltlich hast du natürlich Recht was Fleming und Goldfinger angeht.

    @Marcc

    Beckmesser ;) Natürlich has du im Detai Recht, wobei ich mit der Aussage „Hat man sich früher auch nie..“ natürlich meinte, daß die meisten Bondfilme mit den Romanen nicht besonders viel zu tun haben. „You only live twice“ war ja nun doch noch ein sehr früher Bond und ab da wurd fröhlich improvisiert. Und mal ganz ehrlich: Ich glaub das die Bücher relativ unwichtig sind für das Phänomen Bond, weil die meisten Leute die Romane und Short-Stories (im Gegensatz zu anderen Buchverfilmungen wie LotR oder Harry Potter) eh nie gelesen haben. Bond ist in erster Linie ein Filmheld, der zufällig auf Büchern basiert.

  • Reply marcc 3. 12. 2006 at 13:00

    „Bond ist in erster Linie ein Filmheld, der zufällig auf Büchern basiert.“

    Da ist was dran, denn Fleming hatte ja recht früh an Drehbüchern (auch für Fernsehserien mitgearbeitet). „Dr. No“ war eigentlich als „Commander Jamaika“ fürs TV gedacht.

  • Reply Yetused 4. 12. 2006 at 4:02

    „Überhaupt, wer kam auf die Idee Bond müsse monogamer werden?“

    Gerade seine enttäuschte Liebe zu Vesper Lynd macht ihn ja zu dem Bond, den du so vermisst. Er verliebt sich wie jeder normale Mann in eine Frau, wir schwer verletzt (Versper Lynd als Doppelagentin) und wird dadurch erst zu dem unsympathischen, rumhurenden Chauvi, wie du Bond kennst.

    Versper Lynd ist die Basis für den Billige-Schicksen-Bond! Das zu kritisieren ist idiotisch, da es die Voraussetzung ist. Das hat nichts mit „wir wollen Bond neu etablieren“ zu tun.

    Im nächsten Bond-Film (der wieder mit Craig sein wird) wird Bond wieder wie eh und jeh das langweilige Arschloch spielen, dass Frauen wie Gimmicks behandelt und sich dadurch selbst entmannt.

    Der Bond mit Daniel Craig wird der erste und letzte männliche Bond sein.

  • Reply Batzman 4. 12. 2006 at 4:31

    @Yetused

    Das ist aber eine Erklärung die eher bei den Romanen ansetzt und so nicht ganz korrekt ist, entbrannte die Debatte um den monogameren Bond ja auch schon bei Dalton und Brosnan.

    Und das man Lovestories auch besser erzählen kann ohne das Bond einem mit seinem emotionallen Schmierz belästigen muss, hat ja „On her majestys…“ schon vor Ewigkeiten bewiesen. Ausserdem waren starke Frauenfiguren durchaus Teil der Serie, man an Grace Jones Mayday sieht, die sich von Bond keineswegs als blödes Betthäschen behandeln ließ.

    Klar ist Bond ein Chauvi, aber es gehören immer zwei dazu – und wer sagt, daß die ganzen Bondinen gleich eine lebenslange bedeutungsvolle Beziehung wollten? Es soll ja auch Frauen geben, die nicht nur von den drei Ks träumen, sondern einfach nur ne Affäre wollen – insofern find ich die Degradierung aller früheren Bondinen zu Opfern schon etwas übertrieben.

    Das alles mal außen vor lassend – es sollte bei Bond einfach nicht um irgendwelche emotionales Gedöns gehen. Wie schon in der Kritik geschrieben: Ich will auch nicht die geheimen Beziehungstagebücher von Indiana Jones und Han Solo lesen. Diese ganze „ich komme mit meinen Problem nicht klar“-Kacke find ich schon bei Spider-Man2 extrem annervend.

    Auf der einen Seite sind alle begeistert das BOnd angeblich wieder ein echter Kerl wäre, aber keine Sau kümmerts das er kein Held mehr ist sondern ein armseeliges Würstchen, das nix gebacken bekommt.

  • Reply DraMaticK 4. 12. 2006 at 16:48

    Etwas abseits von Geschmacksfragen (Kante Craig vs. Bond Charm | überflüssige Plot-Twists vs. Gadget-Showdown | vielzuviel Handlung vs. 2 Std. Zeit) hatte Casino Royale ein ekelhaft penetrantes Product-Placement.

    Wollt‘ ich nur mal gesagt haben.

  • Reply verwirrter 7. 12. 2006 at 12:05

    @DraMaticK : Das ist mir gar nicht so aufgefallen. VAIO, die Sony Ericson-Handys usw. ist doch schon lange nicht mehr ungewöhnlich.

    @Batzman : Kann der Kritik weitestgehend zustimmen. Der Teil mit den Prequels war großartig, obwohl ich da gleich noch ein Gegenbeispiel anbringen will : „Batman returns“…

  • Reply MO 11. 12. 2006 at 0:02

    Die Folterszene war die Beste, die ich jemals gesehen habe, allein dafür hat sich dieser Bond schon gelohnt. Wir haben gelernt, dass 007 keine Eier mehr hat und in allen anderen Folgen ohne Eier auf Ganovenjagd geht. Kein Chirurg der Welt kann diesen Schaden wieder beheben. Und als er dann gesagt hat: „Ich habe da unten ein Kratzen“, hat er mich 100% überzeugt. Jeder andere Mann hätte alles erzählt, ohne Ausnahme alles.
    Immer wenn er gerannt ist, hat er mich an den Gegner von Terminator II erinnert. Diesen Typen aus Quecksilber.

    Ich fand diesen Bond unterhaltsam.

  • Reply Binding 11. 12. 2006 at 22:43

    Na ja. Nichts toppt die Folterszene aus „Reservoir Dogs“!!!

  • Reply MO 13. 12. 2006 at 3:06

    OK, die Szene war auch übel. Wenn einer in ein abgeschnittenes Ohr singt, ist alles vorbei…
    Ich fand die Hodenmassage aber eindrucksvoller.

  • Reply Markus 17. 12. 2006 at 15:22

    sorry, ohne ins detail gehen zu wollen:

    der autor hat den film anscheinend nicht wirklich verstanden, insofern hat es auch wenig sinn weiter drauf einzugehen. schaut euch den film nochmal an, lest euch ein paar filmbeschreibungen durch, vielleicht hilfts ja was :)

  • Reply Jott 17. 12. 2006 at 15:56

    Ein James Bond Film??? Nicht verstanden??? come on…

  • Reply Channel Hopping 20. 12. 2006 at 13:18

    2006 in Bildern…

    Hoffe, Anke ist mir nicht böse, wenn ich ihren cineastischen Jahresrückblick mal für mich assimiliere, obwohl ich keiner der fünf Filmfreunde bin. Den privaten habe ich ja schon außen vor gelassen, obwohl es sicher lustig zu schreiben gewesen wär…

  • Reply F5 - Die Fünf Filmfreunde 30. 12. 2006 at 0:44

    […] […]

  • Reply bole 5. 1. 2007 at 13:56

    Also ich war nie ein großer bond fan. mit 12-16 fand ich Brosnan als Bond ganz nett aber dann wurde mir bond zu abgedreht.
    Deswegen war ich jetzt sehr positiv überrascht vom neuen Bond. Kernig, relativ realistisch und stilvoll.
    Also mich als nicht bond fan hat der Film so sehr angesprochen das ich mich jetzt schon auf die nächste episode mit craig freue.

  • Reply bole 6. 1. 2007 at 17:50

    ich lese gerade das Casino Royal der bislang erfolgreichste Bondfilm aller zeiten an den Kinokassen war :
    http://www.zeit.de/news/artikel/2006/12/27/86069.xml

  • Reply Dr.Sno* 15. 1. 2007 at 19:47

    Tom Hanks is the next Bond

  • Reply catulus 17. 1. 2007 at 17:21

    Meine erste Frage: Was will man erwarten? Als Fleming seinen Bond erfand, war der zweite Weltkrieg gerade vorbei. Da hatte man die Welteroberungspläne der Nazis noch im Hinterkopf. Aber heute? Klar gibt es Leute wie Bin Laden oder Scientology…

    Bei letzteren fällt mir ein, dass wenn sich ein moderner Bondbösewicht an Blofeld orientierte, der Gedankensprung zu Hubbard wahrscheinlich zu offensichtlich wäre, ja zu logisch, naheliegend. Tom Cruise ist Ethan Hunt, die Ami-Version von Bond, auch von der Aussprache des Namens her. Natürlich würde eine Organisation wie Scientology, mit der ich Sprectre immer identifiziert habe, als Projektionsfläche eine gute Figur abgeben, aber will man das?

    Im Gegenteil, die Phantasie des Publikums mit Sequenzen wie aus dem wohl genialsten Bondfilm „Feuerball“ im Ken – Adam – Stil anzuregen, nein, bloß nicht. Und um eine Identifikation mit dem Helden zu vermeiden, erschlägt man den Zuschauer zusätzlich noch mit unpassenden Infos aus dessen Vita.

    Schade.

  • Reply Dog Hollywood 17. 1. 2007 at 22:08

    Spricht das jetzt für oder gegen Daniel Craig als James Bond…?

    Ein Remake bzw. eine Generalüberholung der Doppelnull war für mich längst überfällig.


    (früher)


    (heute)

  • Reply Batzman 17. 1. 2007 at 22:40

    Selbst bei der vergeigten Bond-Parodie (die übrigens nichts mit dem offiziellen Kanon zu tun hat) sieht man wo das Geld geblieben ist und sie hatten gute Schauspieler. Und als Trash ist das ganze immer noch lustiger als Hackfresse Craig mit seinen Grundschul-Actionszenen und der Heuelerei in der Dusche..

  • Reply Renington Steele 17. 1. 2007 at 22:46

    Quatsch, Grundschul-Actionszenen… Craig ist endlich ein Bond, der zuhaut und nicht mit irgendwelchen Laseruhren ein Drahtseil durchschneidet.

    Und ich find auch die neue Frauenversteherseite nicht schlecht, was soll der Scheiß? Immer dieser Plastikfigur hinterherflennen, wie sie ja nicht Connery, sondern erst Roger Moore eingebracht hat.

    Daniel Craig ist ein Bond im Sinne von Sean Connery, ein großmäuliges Arschloch mit Herz.

  • Reply Batzman 17. 1. 2007 at 22:56

    Bond ist aber eben genau das: Laseruhren, Gadgets, Eleganz. Wenn man das eben nicht mag, soll man nen anderen Film drehen…

    Wer Craig gut findet, kann das Konzept Bond will bisher nur gehasst haben…

    Und das Herz soll er sich stecken. Auf flennende Superhelden kann ich gar nicht.

    Ich schau mir lieber dreimal hintereinander „Stormbreaker“ an, als noch einen Bond mit diesem Nicht-Bond Craig. die Macher von „Stormbreaker“ haben wenigstens verstanden warum man Superagentfilme guckt. Weil sie SUPER sind und keine Durchschnittsassis die Kneipenraufereien abliefern.

  • Reply Renington Steele 17. 1. 2007 at 23:10

    Wo steht das, dass Bond = Laseruhren ist? Das ist für mich kein festgeschriebenes Gesetz.

    Das Konzept Bond hat sich in meinen Augen ab Pierce Timothy Dalton auch komplett erschöpft, ja. Warum man nicht Connery und Craig gut finden kann erschließt sich mir nicht.

    Es ist eben ein neues Bond-Konzept, das muss man nicht toll finden, man kann es auch hassen. Oder eben nicht. Klarer Fall von Geschmackssache.

    Ich bin übrigens auch so ein flennender Superheld. Ich mag Superhelden, die ein einigermaßen differenziertes Innenleben präsentieren.

    Macht übrigens Michael Keaton nicht das gleiche mit Batman, was Craig mit Bond tat? Nur so ein Gedanke…

  • Reply Batzman 17. 1. 2007 at 23:23

    Das merkt man doch darn, wie eine Filmreihe zitiert und parodiert wird. Ob Austin Powers oder Get Smart, Superagenten haben seit Bond gewisse unverkennbare Merkmale und dazu gehört eben auch das überlebensgroße.

    Der neue Bond bietet wie die neuen Star Wars-Filme nichts was wirklich einzigartig oder zitierenswert oder parodierenswert wäre. Warum man es dann Bond nennen muß, wenn man alles was die Serie ausmacht wegwirft kapier ich nicht. Die tollen Stories oder subtilen CHarakterbeschreibungen waren es jedenfalls nicht, was mich an den Bondfilmen von früher fasziniert hat.

    Und selbst Connery hatte Blofeld, Vulkankrater, den Aston-Martin mit Schleudersitz und dutzende andere Gadgets (die Unterwasseratemteile aus Thunderball, den Falthubschrauber aus You only live twice). Connery war nicht mein Lieblingsbond aber er war ein Bond mit allem was die Serie spannend machte. Craig hat nichts davon. Er ist ein sadistisches, ungebildetes Weichei ohne Stil und Humor.

    Das ist sicher Geschmackssache, aber ich bleibe dabei: Wenn man alles was die Serie früher ausmachte doof fand, warum dann Bond neu erfinden und ihn genauso austauschbar und uncharsimatisch machen wie dutzende andere Actionhelden.

    Die Batmanfigur war von Anfang an düster. Sie wurde erst in den 50ern vom grimmigen Rächer und getriebene Detektiv zum Clown und erst durch die alberne 60ths Serie zum Kinderprogramm, insofern betrachte ich die Burton-Batmans und auch Chris Nolans Film stimmig… Wobei Batmans Ursprünge eben im Comic liegen – der von jeher mit jedem autoren und Zeichner im Wandel begriffen ist und deswegen eh selten ein homogenes Bild abliefert – und erst später verfilmt wurden. Bond kennt man nur durch die Filme, die Büche rhat doch wenn man ehrlich ist keine Sau gelesen.

  • Reply rich 19. 1. 2007 at 2:06

    „Ob Austin Powers oder Get Smart, Superagenten haben seit Bond gewisse unverkennbare Merkmale und dazu gehört eben auch das überlebensgroße.“

    Bond zeigt doch gewisse überlebensgroße Fähigkeiten. Oder willst du behaupten du kannst aus geschätzen 20m höhe von Kran zu Kran springen( außer du bist ein durchgeknallter Bombenleger).
    Ich finde es übrigens mal eher angenehm Bond bluten zu sehen wenn er eine auf die fresse bekommt. Sogar geschwollene Knöchel nach einem ordentlichen Faustkampf.Fett. Interessant fände ich auch wie du einen Giftanschlag überleben würdest?
    Oder hast du einen Defibrillator im Handschuhfach? Ich schon.

    Den neuen Bond finde ich gar nicht schlecht. Frisch, kernig, hart.
    An die Realität angepaßt. Früher war ja Bond auch ein wenig Realität, da, wie oben schon geschrieben wurde, die Menschen damals eher Angst vor Bösewichten in einer Person hatten.
    Ob es nun die Bösen Russen waren, oder ein verrückter Spinner mit der krassen Superwaffe. Heute existiert das Böse ja eher in Terrorzellen verteilt über den Erdball.
    Altes Buch an die neue Realität angepaßt, find ich gar nicht so doof. Du meinst ja selber das die Bücher ja eh keiner liest.

    Die Lovestory sollte ab jetzt eh beendet sein und wir können uns wohl auf mehr schöne Bond Girls in knappen Teilchen freuen, denen James den Rücken massiert.
    Hoffentlich nicht Heike Makatsch, wäre ja schade wenn seine Ex sterben müßte.

  • Reply Andreas 25. 1. 2007 at 14:53

    100 Punkte an Batzman:

    Herrlich wie Batzman Kritik übt. Ich denke 100% das Gleiche, aber er kann’s einfach super rüberbringen. Batzman, ich denke Du kennst den Film-und Fernsehkritiker Oliver Kalkofe. Bitte schliesse Dich mit Ihm zusammen. Ihr zwei wärt ein Super-Team.

  • Reply F5 - Die Fünf Filmfreunde 13. 2. 2007 at 0:11

    […] Bei unseren Freunden von der Insel wurden jetzt einmal wieder die BAFTA-Awards, die Preise der “British Academy of Film- and Televison” verliehen. Größere Überraschungen gab es nicht, wenn man davon absieht, daß der neue Bond-Film dankenswerter Weise in allen wichtigen Kategorien ignoriert wurde und nur für Sound einen Preis mitnehmen durfte. […]

  • Reply Pekka 27. 2. 2007 at 19:48

    Ich finde die Filmkritik ein wenig zu entgültig. Die Bondserie nach Brosnam mit anderem Gesicht und gleichem Muster weiterzuführen, wäre schlimmer gewesen als dieser – ja, sagen wir mal – neue Ansatz. Vielleicht musste hier mal ein Bruch sein, damit es in den nächsten Filmen wieder aufwärts geht.

    Ich bin bereit das für dieses Mal so zu akzeptieren, zumal als Actionfilm ganz ordentliche Unterhaltung geboten wird. Aber ein Bondfilm ist das natürlich nicht. Das mehr Härte im Spiel ist, finde ich gut. Dass das Hauptinteresse des „Gegenparts“ in ein paar Aktien- oder Casinogewinnen besteht, geht gar nicht. Bond im Ford Mondeo? Als Gadget ein Herzwiederanmacher? Das ist wirklich billig.

    Insgesamt wirkt Bond tatsächlich wie ein Jack-Bauer-Clon. Wobei der auf seine Art dann wieder viel cooler ist und nicht ständig soviel Zeit vertrödelt. Da hat das Pendel der Erneuerung einfach zu weit ausgeschlagen. Und ich kann jeden verstehen, der völlig enttäuscht ist von diesem Bond. Die meisten die über diesen Film abjubeln, beginnen mit Sätzen wie: Eigentlich bin ich kein Bondfan, aber bei diesem Film…

    Nun gut, mal sehen wie es weitergeht. Hoffe, dass sich die Verwirrung ob dieses Films dann in positive Überraschung wandelt.

  • Reply F5 - Die Fünf Filmfreunde 15. 3. 2007 at 13:26

    […] Das klären wir jetzt erstmal, bevor ich weitermache: Ich habe bisher nur einen einzigen Bond Film gesehen und das war Casino Royal. Ich mochte den Film, ich mochte Daniel Craig und ich kann nicht verstehen, dass man diesen Film scheiße findet, weil er so… “unbondig” ist. […]

  • Reply F5 - Die Fünf Filmfreunde 18. 5. 2007 at 18:03

    […] Im Gegensatz zu anderen Filmfreunden mochte ich „Casino Royal“ ja sehr gerne. Ich mochte die ruppige Art von Daniel Craig, ich mochte die bodenständige, altmodische Action und ich mochte die Sprüche. Wie man diese Vorschußlorbeeren für den nächsten Bond ganz schnell verspielt, zeigt das neueste Gerücht um 007: […]

  • Reply Thorsten 15. 11. 2007 at 18:35

    Irgendwie fand ich alle Bondfilme relativ gleich…
    Es gab einen Bösewicht der mit einem Supertollen Plan irgendwie Weltmacht oder etwas hochgestecktes in der Art erreichen wollte.
    Derweil bekam Bond seine für diesen Film zu vergügung stehenden Gimmicks gezeigt. Später schlief er mit einer Frau die (wer häts gedacht) irgendwie richtig sinnvoll bei seinem Auftrag war.
    Chronologisch werden in der Zeit bis zum Finale NUR die Gimmicks benutzt die auch vorgestellt wurden. Frei nach dem Motto : >>Ah er ist jetzt bei Gimmick 4 von 5. D.h. der Showdown ist nah<<

    Casino Royal bricht meiner Meinung nach ENDLICH viele der aufgestellten Bondregeln. Wie ich es mittlerweile in vielen Foren nachlesen konnte ist auch der CasinoRoyal-Bond eher an den Romanvorlagen-Bond als der charmante Gentleman. Vielleicht gab es auch deshalb nicht die vertrauten Bondmomente die sich Fans der bisherigen Filme erhofft hatten.
    Der neue Bond ist dreckig, unfair und alles andere als charmant.
    Endlich.

  • Reply Batzman 15. 11. 2007 at 19:28

    @Thorsten

    Nichts gegen dreckige unfaire Helden usw, aber die Frage bleibt doch: Was bringt ein Bond, der genauso ist wie dutzende andere Actionhelden, den nichts mehr von Stil, Humor oder Storyaufbau von der Konkurrenz unterscheidet? Natürlich war die Bond-Formel extrem berechenbar und dennoch sind im Rahmen dieser Parameter wunderbare Filme entstanden, von Goldfinger, über Im Geheimndienst ihrer Majestät, Leben und sterben lassen, In geheimer Mission, Im Angesicht des Todes… Jeder der einen Bondfilm gesehen hat kennt die Mechanismen die du aufzählst und genau deswegen hat man die Filme angesehen. Man wollte ein originelle Variation der bekannten Muster, weil eben diese Muster Bond ausmachen.

    Bond hatte eben Stil, das machte ihn einzigartig. In dem er sich dem Flavour of the Day unterwirft wird er öde und austauschbar, ein müder Abklatsch von Jack Bauer und anderen Epigonen. Eine treffliche Parodie wie Austin Powers wäre mit einem so unscheinbaren Bond wie dem Craigschen als Vorlage nie möglich gewesen.

  • Reply Thorsten 15. 11. 2007 at 22:32

    @Batzman
    Ich greife deinen Gedanken mal auf, weil er sehr interessant ist:
    „Was bringt ein Bond, der genauso ist wie dutzende andere Actionhelden, den nichts mehr von Stil, Humor oder Storyaufbau von der Konkurrenz unterscheidet?“

    Mein Gedanke den ich daraus einmal weiterspinne , bzw. die Frage die sich mir aufdrängt würde lauten:
    „Was bringt ein Bond, der genauso ist wie dutzend andere Bonds vor ihm?“
    Überall schreit man nach Abwechslung, nach Neuem, nach Unbekanntem weil das „alte“ , „bekannte“ langweilig und eben berechenbar geworden ist.
    Ich muss gestehen das ich seit Auftritt Brosnan keinen einzigsten Bond mehr gesehen hab. Wenn ich weiß, wie ein Film ablaufen wird und die einzigste Überraschung nur noch die gimmicks und das Bondgirl ist (ist übertrieben ich weiß), dann macht mir so ein Film keinen Spaß mehr.
    Und ja. Als ich hörte „Casino Royale ist der neue Bond“ hab ich nichtmal mit dem Gedanken gespielt da reinzugehn. „Ist ja doch nur Schema B (B wie Bond ..haha.. hm)“. Hab ihn aber dann doch durch Gruppenzwang etc. gesehen und war begeistert. Einfach weil er mich so überrascht hatte.

  • Reply Gilly 25. 11. 2007 at 19:19

    Kann mir nur anschließen, als Actionfilm einigermaßen ok aber als Bond? BUUUUUHHH!!!!!!! Echt mies umgesetzt… Eher ne liebes Schmunzette mit Actioneinlage… 4/10!

  • Reply Ein Quantum Trost - Die Fünf Filmfreunde 6. 11. 2008 at 0:14

    […] sind die Endcredits von Casino Royal abgespult hetzt James Bond (Daniel Craig) auch schon weiter: Er will Rache für den Tod von […]

  • Reply Mr. Bond 12. 9. 2010 at 22:35

    Hm, lieber Batzmann.
    In der Tat, ein ganz großer Bondkenner sind Sie wohl nicht, sonst hätten Sie die „Goldfinger“-Szene vom Anfang nicht mit „Thunderball“ verwechselt, wären sicher, dass der tauchende Lotus natürlich in „The Spy Who Loved Me“ ist und würden erkennen, dass es überhaupt KEINE sexuelle Spannung oder Hassliebe zwischen Bond und Mayday in „A View To A Kill“ gibt. Im Gegenteil, dass hat Roger Moore schon immer selber bestätigt.
    Und zur Ploterklärung „Casino Royale“:
    So, es geht nicht um die Weltherrschaft oder die Weltbedrohung, nur um das liebe Geld, welches Terroristen finanziert.
    MERKEN Sie die Pointe?

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