Weihnachten neigt ja dazu einen mit Dominosteinlawinen und besinnlicher Musik, sowie familiären Geselligkeiten oft an den Rand der Zurechnungsfähigkeit zu bugsieren. Wie schön, wenn es dann wenigstens ein paar Filme gibt, die das seelische Gleichgewicht wieder herstellen.
Und gleich vorweg: Auch wenn rtl2 seit Jahren versucht Rambo 3 und Karate-Tiger als klassische Weihnachtsfilme zu etablieren, in meiner Liste tauchen diese Streifen nicht aus.
1) Stirb Langsam 1 und 2
Was kann es schöneres geben als Bruce Willis im blutigen Leibchen, der ein verwegenes “Yippi-kay-Yeah Motherfucker” auf den Lippen darüber flucht, daß er bei allen 10 Millionen Terroristen auf der Welt ausgerechnet den erwischt, der kleinere Füße hat als seine Schwester.
Ob im explodierenden Nakatomi-Tower oder im lahmgelegten Airport, spätestens wenn zum Schlußbild “Let it snow, let it snow, let it snow” erklingt, wird einem dann doch warm ums Herz.
Stirb langsam (Special Edition, 2 DVDs)
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2) The Muppet Christmas Carol – USA 1989
Sicher es gibt dutzende Verfilmungen der klassischen Story um Scrooge und seine Erlebnisse mit den drei Geistern, die ihn zum besseren Menschen machen. Aber nur zwei die ich wirklich rundherum gelungen finde. Diese Muppet-Fassung mit Gonzo als Erzähler und Michael Caine als Scrooge ist eine davon. “Its in the singing of a street corner choir….”
Die Muppets-Weihnachtsgeschichte
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3) Scrooged – USA 1987
Und hier folgt auch schon die zweite Fassung, die hierzulande als “Die Geister die ich rief” bekannt ist. Bill Murray war ja mal witzig, bevor er beschloß den traurigen Clown zu geben und leicht bekleideten Nymphen in asiatischen Hotels küchenphilosophische Plattitüden ins Ohr zu flüstern. Wie witzig Murray war, zeigt diese aufgejazzte Scrogge-Story, in deren Nebenrollen Alt-Stars wie John Forsythe, Robert Mitchum, Alfre Woodard, Lee Majors und Buddy Hacket zu sehen sind.
Wie Murray als zynischer TV-Boss sein tödliches Christmas-Special orchestriert und Weisung gibt die Geweihe an einer Maus notfalls mit dem Tacker anzubringen, ist eindeutig sehenswert – ebenso wie die Verwandlung zum rührseeligen Ende. Put a little love in your heart!
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4) Gremlins – 1984
Kaum zu glauben, daß der Meister zuckriger Familienunterhaltung Chris Columbus das Drehbuch für diesen satirischen Fantasyfilm schrieb, den der Meister des Bösartigkeit Joe Dante dann zu einer überdrehten Attacke auf kleinstättische Idylle und Technikgläubigkeit nutzte. Ob Miss Deagle mit dem Treppenlift gekillt wird, der Hund in der Festbeleuchtung hängt oder eine Horde Gremlins zu Disneys Schneewittchen “Hiho” mitgröhlt, spätestens wenn die weibliche Hauptrolle erzählt warum sie Weihnachten hasst, weiß man das man den richtigen Film ausgewählt hat. “Oh Oh Billy…”
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5) 3615 code Père Noël – Frankreich 1990
Bei uns lief dieser Streifen nur als “Deadly Games” im TV. Erzählt wird in sehr stylishen Bildern, mit Tempo und Ironie der Kampf eines kleinen Jungen mit Rambo Komplex, der sich zu Weihnachten gegen einen Psychopathen im Weihnachtsmannkostüm zur Wehr setzen muss. Schnell wird ein französisches Landhaus zum Schauplatz einer blutigen Auseinandersetzung, mit einem herzkranken Großvater der unversehens zwischen die Fronten gerät. Böse, ironisch und wirklich festlich ist dieser französiche Streifen, der nicht ganz zu unrecht als Mischung aus “Die Hard” und “Home Alone” bezeichnet wurde. Achja und Bonnie Tyler, die weibliche Rod Stewart singt den Titelsong.
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6) Brazil -UK 1985
Terry Gilliams gewaltätige Bürokraten-Farce spielt nicht ganz zufällig zu Weihnachten. Der Kampf des kleinen Beamten Sam Lowry, der in die Mühlen eines Sytems gerät für das er selber arbeitet, entwickelt einige seiner bösesten Momente aus den Weihnachtsmotiven der Geschichte. Und überhaupt, egal zu welcher Jahreszeit, den Film sollte einfach jeder mal gesehen haben.
“Has anybody seen Sam Lowry?”
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7) Bad Santa 2004
Billy Bob Thornton lohnt eigentlich meist das Anschauen. Wenn er aber wie hier so richtig von der Leine gelassen wird und als versoffener Weihnachtsmann zusammen mit einem notgeilen Kleinwüchsigen zusammen Kaufhäuser abzockt und seinem Unwillen gegen die lieben Kleinen solange freien Lauf lassen darf, bis ihm ein pummeliger kleiner Loser auf den Pelz rückt, dann hat das ganze trotz winziger sentimentaler Momente einen extrem hohen Unterhaltungswert.
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8) The Ref – USA 1994
Denis Leary als Kleinkrimineller, der sich auf der Flucht vor der Polizei am Heiligen Abend ausgerechnet die schlimmste Familie aller Zeiten als Geisel nimmt, weil er sich verstecken muß. “No Panic – Gute Geiseln sind selten” heißt der Film auf deutsch und ist damit ein wenig plumper als der treffende Originaltitel. Schnell wird Leary nämlich zum Schiedsrichter (Referee) im andauernden Ehekrieg zwischen Kevin Spacey und Judy Davis. Ein Film des zu früh verstorbene Ted Demme, der Leary hier bewusst seine Bühnenpersönlichkeit in einen Spielfilm übersetzen ließ. “Fuck youuu!”
No Panic – Gute Geiseln sind selten
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9) A Christmas Story – USA 1983
In den USA zählt der Film längst als Weihnachtsklassiker, die humorvollen, ironisch erzählten Jugenderinnerung des Schriftstellers Jean Shepard, seinem Kampf um ein Original Red Rider Luftgewehr, die Erlebnisse mit der Ovaltine-Dekodierscheibe, seinem Vater der ein strapsbekleidetes Leuchtelement hegt und pflegt und dem unheimlichen Weihnachtsmann im Kaufhaus. Hier läuft der Film auf irgendeinem Spartenkanal relativ unbemerkt, was sehr schade ist, gehört er doch zu einer der witzigsten und liebenswertesten Weihnachtstories die ich kenne. Ausnahmsweise empfehle ich hier sogar einmal die Synchronfassung in der nämlich Harald Juhnke mit trockenem Witz den Erzähler gibt.
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10) The nightmare before Christmas USA 1993
Nach einer Story von Tim Burton erzählt dieser Allzweck Halloween/Weihnachtsfilm die Story von Jack Skellington und seiner Stop-Motion-Gruseltruppe die kurzerhand Weihnachten übernehmen, weil sie das fest so sehr lieben. Leider fehlt ihnen dabei der Sinn für Nuancen. Dank der genialen Animation und der schmissigen Musik von Danny Elfmann gucke ich den Film immer wieder gerne. Hier sie aber ausdrücklich vor der Synchro gewarnt. Nina Hagen und Ron Williams will ich wirklich nie wieder als Synchronsprecher singen hören.
Nightmare Before Christmas – Special Edition
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Bonus-Film:
National Lampoons Christmas Vacation – USA – 1989
Weihnachten mit Familie Griswalt. Chevy Chase gegen die Tücken des Familienlebens, die ABgründe der festanstellung und beißwütige Eichhörnchen. Als Kinder darf man dieses mal Johnny Gallecki und Juliette Lewis sehen. In der nebenrolle als nerviger Schwager brilliert Randy Quiad. Ein böser, niedlicher und sehr witziger Film. Unvergessen Omas Angebot an die Enkel: “Magste dir nen glänzenden Penny verdienen…?”
Und was sind eure Lieblings X-Messer?
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Dezember 14th, 2006 •
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