szmtag

Kurz und knapp ein Streifzug durch aktuelle Video und Kinofilme:

-The Covenant
-Survive Style 5+
-Alien Autopsy
-An Evening With Kevin Smith 1+2
-Accepted (S.H.I.T. – Die High School GmbH)

The Covenant – USA 2006
★★☆☆☆

Ja man sollte bei Abkommen eben das Kleingedruckte lesen. Das gilt nicht nur für den ollen Finnenzausel Renny Harlin, der wahrlich mal gute Filme gemacht hat, sondern auch für die Hauptdarsteller dieser “Charmed für Schwule*”-Variante.

Die gehören nämlich zu einer Zaubererclique und müssen sich damit rumplagen, das pünktlich zum 18. Geburtstag die Hormone verrückt spielen und die Magie stoßweise aus ihren zuckenden Leibern herausspritzt. Achja. Ich hab ja nix gegen schnuffige Kerle mit wenig Sachen an. Und die Typen hier rennen fast den halben Film oben ohne oder nur im kurzen Leibchen herum, aber ein wenig Handlung oder Spannung wäre schon nicht schlecht gewesen. Sonst kann ich mir ja gleich einen Einhand-Film angucken. Während die Bande also mit ihren magischen Kräften hadern, müssen sie sich dann auch noch gegen einen bösen Wutz behaupten, der ihnen an die Wäsche will.

Oder an die Kräfte. Ist ja auch egal. Denn außer einer geleckten Optik und geleckten Teeniedarstellern Mitte 20 hat dieser Film so überhaupt gar nix zu bieten. Die Effekte sind auf TV-Niveau, die Darsteller können auch bei Bel-Ami Karriere machen und die Spannungskurve bohrt sich mit fortschreitenden Laufzeit in den Boden. Das ganze wirkt wie der Pilot einer Serie, die niemand sehen will.
Sorry Renny, ich mag Die Hard 2 wirklich und glaub auch du hast was drauf. Aber dieser Pakt ist ein Griff ins Klo. Trotz Purzeln mit wenig Sachen an.

(* ich weiß die Formulierung “Charmed für Schwule” ist eigentlich doppelt gemoppelt. So wie weißes Schimmel)

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Survive Style 5+ – Japan 2005

★★★★☆

Ein Mann der seine Frau umbringt und sie kurz darauf in der Küche wiederfindet. Eine Familie deren Vater sich nach einer Hypnoseshow für ein Huhn hält. Eine Werberin mit skurrilem Sinn für Humor. Ein britischer Killer mit einer speziellen Marotte, der sich fröhlich durch Tokio metzelt, begleitet von seinem treuen Übersetzer. Drei Kleinkriminelle im Gefühlschaos.

Fünf Stories erzählt dieser Film des japanischen Kult-Werbefilmers Gen Sekiguchi. Fünf Stories, ineinander vewoben, nebeneinander und doch ganz nah beieinander. In schrillen Popbildern, in kunstvollen Schnittfolgen arrangiert entführt uns der Japaner in einer stilisierte Welt in der Alltag in Vignettenform in Wahnisnn aufgelöst wird.

Da können Familienväter fliegen, tote Ehefrauen spucken Feuer und zwei Kleinkriminelle entdecken ihre Gefühle für einander. Hoch artifiziell und dennoch überraschend menschlich und berührend entwirft der Film ein Panoptikum an Eindrücken zwischen Lachen, Lächeln und Schreien. Denn im Gegensatz zu vielen anderen übercoolen Filmen, steht hinter Sekiguchis Bildern eine humanistische Aussage, die ihn über die reine Pose erhebt.

Surive Style 5+ ist ein witziger, überdrehter und letztlich warmherziger Film, den man jedem ans Herz legen kann, der gerne einmal etwas Abseits des Mainstreams schaut, ohne dabei gleich in die oft depressiven Welt des europäischen Arthaus-Kinos abtauchen zu wollen.

Die schön aufgemachte DVD bietet neben dem Film in deutscher und japanischer Fassung (mit zuschaltbaren deutschen Untertiteln) einige Deleted Scenes, Eindrücke von Filmfestivals auf denen der Film präsentiert wurde, sowie ein paar Werbespots des Regisseurs, die erahnen lassen, wo sein ungewöhnlicher visueller Stil seine Anfänge nahm.

Survive Style

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Alien Autopsy – UK 2006
★★★☆☆

Wir erinnern uns noch vage an den Bohei den es Mitte der 90er gab, als ein Video auftauchte, das angeblich die Autopsie an einem der Aliens zeigte, die damals mit ihrer fliegenden Untertasse in Roswell abgestüzt sein sollen. Das Video entpuppte sich später als gefaked – wie nicht anders zu erwarten war. Dieser Film schildert als Komödie daherkommend die Story der beiden britischen Con-Artisten, die für einige Wochen die Weltöffentlichkeit an der Nase herumführten und mit TV-Sendern Millionendeals abschlossen, für die Erlaubnis das Video auszustrahlen.

Ho hum. Angeblich basiert das ganze ja auf Fakten, im Abspann sieht man dann auch die echten Roswell-Filmer sitzen und sich amüsieren. Im Film werden sie vom britischen Komikerteam Ant und Dec gespielt, die hierzulande keine Sau kennt. Die beiden sind leidlich lustig, der Film ist nicht schlecht und unterhält über seine etwas zu lange Laufzeit ganz gut. In Nebenrollen Schauspieler wie Harry Dean Stanton, Götz Otto oder die wandelnde Gesichtslähmung Bill Pullman durchaus überzeugen. Dennoch ist die einzige Pointe des Films – das es einen echten Alien Autopsiefilm gab, der leider zerstört wurde und das Ant und Dec quasi nur den echten Film nachstellen – nicht wirklich so originell oder gar glaubhaft. Für nen netten Videoabend geht das ganze in Ordnung, wenn man sich für britische Komödien interessiert, aber im Kino kann der Streifen, der optisch nie über Fernsehniveau hinauskommt, leider nicht überzeugen.

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An evening with Kevin Smith / Evening harder (2003 / 2006)
★★★★☆

Regelmässig stellt sich der Vater von “Jay und Silent Bob” und Gottvater des Askweniverse den Fragen von Studenten. An verschiedenen Universitäten tritt er in sehr direkten und unverblümten Kontakt mit seinen Fans und nimmt dabei nie ein Blatt vor den Mund. Meist braucht es nur einen kurzen Anschubs und Smith öffnet seinen sprudelnden Anekdotenfundus, streitet mit Fans, erklärt was er von anderen Filmen hält, warum Tim Burton eine Mimose ist und Prince nicht alle Nadeln an der Tanne hat.

Für Fans des Filmemachers aus New Jersey, der nie davor zurückscheut auch mit sich selbst, seinen Filmen und seinem Talent hart ins Gericht zu gehen, sind die jeweils dreistündigen Zusammenschnitte aus diesen Q&A-Sessions mindestens so unterhaltsam wie die Spielfilme Smiths. Alleine sein Exkurs zu seiner Mitarbeit am neuen Supermanfilm und die Story wie er seine Frau kennenlernte sind Gold wert.

Die Doppel-DVD-Sets sind leider noch von keinem deutschen Label veröffentlich worden (genauso wie Smiths neuster Streich “Clerks 2″ noch immer auf einen Verleiher wartet), können aber über einschlägige Onlinehändler wie CD-Wow oder Loaded247.com bestellt werden.

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Accepted (S.H.I.T. – Die High-School GmbH) – USA 2006
★★★½☆

Bartelby Gaines (Justin Long) wurde von jedem College zurückgewiesen bei dem er sich beworben hat. Aus Angst von seinem Vater als versager abgestempelt zu werden, erfindet er zusammen mit ein paar Kumpels das South Harmon Institute of Technology (dessen Abkürzung etwas unglücklich wirkt) und mietet ein leerstehendes Gebäude an. Dummerweise wird die gefakte Website der Uni auch von anderen abgelehnten Studenten entdeckt, die sich dank Express-Immatrikulation bald zu Dutzenden im neuen College einfinden.
Nach der initialen Schockphase erkennt Bartleby in den anderen Studenten sich selbst wieder: Ausgestoßenen denen man an den elitären Colleges keine Chance gibt, junge Leute die schon von Anfang an das Gefühl vermittelt bekommen nichts wert zu sein. Er beschließt aus dem falschen Institut ein echtes College zu machen, bei dem die Schüler ihre Lernziele selbst definieren.

Der deutsche Titel des Film verspricht Grauenhaftes (und beweist das die deutschen Texter den Unterschied zwischen High School und College nicht kennen). Die Werbezeile “von den Machern von American Pie” ebenfalls. Der deutsche Trailer ist eine einzige klamaukige Katastrophe. Und das ist wirklich schade, denn “Accepted” ist eine sehr warmherzige, liebenswerte, durchaus berechenbare aber immer unterhaltsame Komödie, die den Bereich des Fäkalhumors weiträumig ausspart und stattdessen ein witziges, humorvolles Plädoyer für Aussenseiter hält, gespickt mit leichten satirischen Seitenhieben auf das amerikanische Schulsystem.

Das Regiedebüt des Drehbuchautoren von “High Fidelity” ist mit Justin Long in der Hauptrolle sympathisch besetzt, der dem Film auch über einige Klischees und vorhersehbare Momente hilft. Vielleicht kein Muß fürs Kino, auf DVD (die US-Scheibe ist bereits erhältlich) jedoch eine schöne, witzige Wochenendunterhaltung, jenseits gemeiner Teenieklamotten.

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4 Kommentare

  1. Du hast diese unglaubliche Schlußpointe bei “Accepted” vergessen, bei der ich wirklich laut, also ganz laut, gelacht habe. Von mir 4 Sterne.

    Und dafür, dass ich “Covenant” mal gut fand, schäme ich mich. Denn der ist wirklich nix. 2 nette Effekte. Thats it.

    Kommentar #1 von Renington Steele am 20.12.2006 um 02:48 Uhr

  2. Um mal kurz auf Clerks 2 zu sprechen zu kommen: Was bedeutet das, kein Verleiher? Kein Kino und/oder keine DVD?

    Im übrigen, wirklich wirklich schade. Clerks 2 zählt für mich zu den Highlights dieses Jahres, und es ist einfach schön zu sehen dass der zweite Teil ganz dem Original folgt: Wesentliches ergibt sich auschließlich aus den Dialogen (nicht der umgebenden Handlung). Naja, schön wärs gewesen…

    Die Kevin Smith DVDs werde ich mir dann wohl mal zu Gemüte führen müssen.

    Kommentar #2 von Jeriko One am 20.12.2006 um 02:55 Uhr

  3. Ich hab bislang zu “Clerks II” keinerlei Informationen bezüglich eines Kinostarts in Deutschland, noch einer DVD-Veröffentlichung. Mit einem DVD-Release ist zwar irgendwann zu rechnen, dennoch wäre es schade, wenn dieses Kleinod hier nie im Kino zu bestaunen sein wird. Wobei die Verleiher die echten Fans ja eh schon verprellt haben, denn die haben sich längst die US-DVD besorgt, weil sie nicht länger warten wollen.

    Zu Accepted: Die Schlußpointe ist witzig stimmt, aber ich mochte den ganzen Streifen. Ob 3.5 oder 4 Punkte… auf jeden Fall sehenswert, zumal wenn man weiß, das die meisten Dialoge am Set improvisiert wurden…

    Kommentar #3 von Batzman am 20.12.2006 um 03:51 Uhr

  4. @ batz

    die zwei sterne bei “der pakt” sind aber noch sehr sehr gnädig. gabs die für die hübsch anzusehenen jungs? *g* was für ein murks von harlin!

    Kommentar #4 von Marcus kleine Filmseite am 22.12.2006 um 16:40 Uhr

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