Die Chroniken von Narnia (Eine BBC-Verfilmung)

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“Wrong will be right, when Aslan comes in sight. At the sound of his roar, sorrows will be no more. When he bares his teeth, winter meets its death. And when he shakes his mane, it will be spring again.”

Originaltitel: The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch, & the Wardrobe
Herstellungsland: England 1988
Regie: Marilyn Fox
Darsteller: Richard Dempsey, Sophie Cook, Jonathan R. Scott, Sophie Wilcox

★★☆☆☆

Narnia

Kurz vor dem DVD-Release von Andrew Adamsons “Die Chroniken von Narnia” erschien die gleichnamige, 1988 produzierte BBC-Verfilmung bei uns auf DVD. Älteren Semestern wird sie vielleicht noch aus vergangenen Kindertagen bekannt sein. Die Serie wurde zuletzt Winter 1993/ 1994 auf ZDF ausgestrahlt.

Die Geschichte wird den meisten mittlerweile bekannt sein, decken sich die ersten sechs Episoden der TV-Reihe inhaltlich mit dem des 2005 erschienenden Kinofilms:
August 1940 werden die 4 Pevensie-Kinder Peter, Susan, Edmund und Lucy aus dem Kriegsgebiet Londons zu ihrem Onkel Professor Digory Kirke (Michael Aldridge) aufs Land geschickt. Dort sollen sie fernab jeglichen Kriegstreibens ein Leben in Sicherheit führen. Doch das wohlbehütete Leben langweilt die Kinder zusehends und so erkunden sie das Schloss ihres Onkels auf der Suche nach Abenteuern… und wie es der Zufall will, entdeckt die kleine Lucy (Sophie Wilcox) durch einen magischen Kleiderschrank den Zugang zu Narnia, einer geheimnisvollen Fantasiewelt, bewohnt von allerlei ungwewöhnlichem Getier, wie die sprechenden Biber, Füchse und Eichhörnchen.

Lucy trifft auf ihrer ersten Reise den netten Faun Mr. Tumnuss (Jeffrey S. Perry). Die Begegnung bleibt jedoch nicht unbemerkt, denn die weiße Hexe Jadis (Barbara Kellermann), die das Land mit einem Eiszauber in ihrem Bann hält, hat ihre Späher überall! Jadis weiß von der Prophezeihung, in der es heißt, dass 4 Menschenkinder nach Narnia kommen werden, um das Land von ihrer Diktatur zu befreien und nachdem Lucy ihre Geschwister in die Welt hinter dem Kleiderschrank geholt hat, geraten die Pevensie-Kinder nach und nach in ein unglaubliches Abenteuer. Im Kampf gegen die böse Eishexe sind sie aber nicht auf sich alleine gestellt, denn Aslan, seines Zeichens sprechender Löwe und der wahre König von Narnia, kehrt aus dem Exil zurück und fordert seinen rechtmäßigen Platz in der Hirachie ein.
Da wo der Kinofilm 2005 aufhörte, ging es 17 Jahre zuvor in der Serie weiter, Narnia hielt für seine Besucher noch viele weitere Abenteuer bereit. So gibt es ein Wiedersehen mit Aslan und den alten Freunden, außerdem weitere Gefahren die es zu meistern gilt.
Freunde alter TV-Serien, die gerne in Erinnerungen schwelgen und sich nicht an längst überholten SFX stören, werden an BBCs “Die Chroniken von Narnia” gefallen finden. Dabei sollte man sein Augenmerk ganz besonders auf die Spezialeffekte, die gar nicht so spezial sind, richten, weil so so schlecht sind, dass sie schon wieder begeistern! Allen voran die animierten Fabelwesen… Damals, unter Berücksichtigung des Minimalbudgets, konnte man natürlich nicht auf CGI-Effekte zurückgreifen, man wollte allerdings nicht auf Pegasus, Greif etc. verzichten und so wurden diese schlicht als gezeichnete Animationen eingefügt, was besonders komisch aussieht, wenn die Schauspieler gegen gezeichnetes Getier den Kampf antreten.

Lachen musste ich auch beim Anblick der Kostüme, die bestenfalls für eine Schulaufführung Genüge tragen. Schaut man sich Herrn Biber an, glaubt man, dass der Schauspieler in eine mit Pelz beklebte Mülltonne gesteckt wurde, dazu die dickliche Bibermaske, klobige Kunstlederhandschuhe und ein paar dunkelbraune Stiefel, täuschend echt…
Die amateurhaften Schauspieler von damals geben der BBC-Verfilmung den Rest. Man glaubt, dass die Produzenten ihr ganzes Geld in den mechanischen Aslan gesteckt haben, der für damalige Verhältnisse wirklich gut animiert wurde. Aslans Schauspielkünste übersteigen an dieser Stelle oftmals die der Kinder, was erklären könnte warum man von den Protagonisten nach Drehende kaum bis gar nichts mehr gehört hat. Die Jungschauspieler agierten entweder wenig überzeugend bis übertrieben, was im Zusammenspiel mit Barbara Kellermanns Interpretation der weißen Hexe eigentlich ganz gut passte.
Hier möchte ich nun nicht allzusehr über Marilyn Fox’ “Die Chroniken von Narnia” schimpfen, denn die SFX, so einfach sie verwirklicht wurden, und die dilettantischen Schauspieler wirken trotz allem irgendwie liebenswert und greifbar. Wenn man sich den Kinofilm von heute anschaut, bekommt man jedenfalls neben den computeranimierten Fabelwesen nicht viel mehr geboten.
Im Vergleich zum heutigen Kinofilm macht gerade der “Trashfaktor” der Serie für mich seinen besonderen Charme aus, dafür gibt es einen halben Stern mehr in der Gesamtwertung. Zur Kritik an der Geschichte bzw. an C.S. Lewis verweise ich auf Batzmans ausführliche Rezension.

Abschließend wünsche ich gute, trashige Unterhaltung und beste Erinnerung an alte Zeiten. Ich muss zugeben, dass mich weder die Serie, noch der moderne Kinofilm heute noch vom Hocker hauen, mit 10-11 Jahren war ich aber begeistert. Vielleicht, weil bei C.S. Lewis Gut und Böse so klar voneinander zu trennen waren. Über die tieferen Sinneszusammenhänge habe ich mir als Kind damals zumindest keine Gedanken gemacht.

Die DVD bietet serientypisch Standardkost, d.h. Bild und Ton bleiben qualitativ auf der Strecke, dafür bekommt man neben allen 17 Episoden, auf 3 DVDs verteilt, eine vierte DVD, auf der das Bonusmaterial zu finden ist. Darunter ein Making of, Outtakes, Kostüm- und Setdesign… und besonders interessant sind hierbei wohl die Interviews mit den mittlerweile erwachsenen Hauptdarstellern, die 2003 zu Wort kommen durften. DVD-Sammler erfreuen sich außerdem an ein vorhandenes DVD-Booklet und 4 Postkarten zur Serie.

Freunde der alten TV-Reihe, kauft euch Die Chroniken von Narnia (Eine BBC-Verfilmung). Alle anderen greifen zu Andrew Adamsons aktuellen DVD-Neuveröffentlichung des Kinofilms: Die Chroniken von Narnia (Royal Extended Version, inklusive üppiges Bonusmaterial auf 4 DVDs).

In : DVD, Review

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  1. Frank

    Uah! Trash ist Trash und ich bin heilfroh,das ich mir den alten Mist nicht noch mal anschauen mus. Ich hab ihn damals als Kind schon als schlecht gemacht empfunden und Müll ist kein Wein, der mit den Jahren besser wird. Last dieses Machwerk gnädig in der Vergessenheit verschwinden und geniest die perfektion, die man heute aus Hollywood bekommt.

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