Hoodwinked – Die Rotkäppchen Verschwörung

5 Comments

Nicky Flippers: Why do they call you Red?
Red: They call me red because I wear this red hood.
Nicky Flippers: What about when you’re not wearing the hood?
Red: (…) I usually wear it.

Originaltitel: Hoodwinked! – The true story about Little-Red-Riding-Hood
Herstellungsland: USA 2005
Regie: Cory Edwards / Todd Edwards
Darsteller: Anne Hathaway, Glenn Close, James Belushi, David Odgen-Stiers, Andy Dick, Patrick Warburton, Chaz Palmentarri

★★★★☆

Hoodwinked

Als Rotkäppchen (Anne Hathaway) die Großmutter (Glen Close), eine bekannte Plätzchenproduzentin in ihrer Hütte besucht, findet sie statt ihrer den Wolf (Patrick Warburton) vor, der sich als Großmutter ausgibt. Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse, die Großmutter wird gefesselt im Schrank aufgefunden und ein Holzfäller bricht, die Axt im Anschlag durch das Fenster herein.

Nachdem der Tatort gesichert ist, muß die Polizei unter Führung des Froschs Nicky Flippers (David Odgen Stiers) herausfinden was wirklich passiert ist. Ein Abgrund aus falschen Verdächtigungen, verschwörungen und widersprüchlichen Anschuldigungen muß entwirrt werden.

Dieser Animationsfilm, der erste im Vertrieb der neuen Weinstein Company, der in den USA bereits vor einem Jahr lief und nun endlich auch bei uns in die Kinos kommt, erzählt wie unschwer zu erkennen ist, die klassische Märchenstory von Rotkäppchen. Doch nur auf den ersten Blick, sind die Sachen so einfach wie es scheint, denn dieser CGI-Film hat wenig gemein mit den klassischen Pixar-Niedlichkeitsinfernos in die normalerweise die ganze Familie geschleppt wird.

Hoodwinked ist eindeutig etwas für die älteren Kinder, ab 12 und für ihre Eltern. Denn die Story wird als vertrackte Krimigeschichte im Stil eines Agatha Christie meets Rashamon erzählt. Jede Figur darf ihre Sichtweise auf die Geschehnisse darlegen, aus denen sich erst nach und nach ein komplettes Bild formt, welches so ganz anders ist, als man es zunächst erwartet hat.

Überzeugen kann dieser Film vor allem durch sein überaus gelungenes Timing, die (zumindest im Original) treffliche Voicecast, die originelle Story und das Aussparen aller Niedlichkeiten und Schmalzigkeiten, die Animationsfilme für gewöhnlich auszeichnen.

Wer irgendetwas herzerwärmenden mit knuddeliger Moral und eingängigen Sülzensongs möchte, der macht mit seinen Kleinkindern besser einen großen Bogen um Hoodwinked, denn er ist eindeutig die falsche Zielgruppe dieses Low-Budget-CGI-Streifens.

Verschrecken dürfte einige Zuschauer wohl auch die eher schlichte Animation, die einige Welten von den detailversessenen, superglatten Filmen der Konkurrenz entfernt ist. Nein, Hoodwinked ist kein State-of-the-Art, es wird keine neuen Maßstäbe setzen, was Computergrafiken angeht, es bietet keine semirealistischen Bildern sondern kugelige, cartoonartige Figuren, mit Ecken und Kanten, die das niedrige Budget keineswegs verhehlen.

Dennoch wurden einige schöne sehr stimmungsvolle Bilder und Tableaus geschaffen, die Macher wissen wo sie die Kamera positionieren müssen und verstehen es die unterschiedlichen Story-Versionen wunderbar miteinander zu verbinden. Kleine Runninggags, wie Hyperaktive Eichhörnchen, tumbe Schauspieler und Rotkäppchen als zwilichtiges frühreifes Gör tun ein übriges, die eher schlichte Animation vergessen zu machen.

Wer also darüber hinwegsieht und sich auf die Story einlässt, dem wird ein wirklich witziger, smarter und sehr unterhaltsamer Film serviert, der mir deutlich mehr Spaß gemacht hat als Madagascar, Nemo, Open Season und The Wild zusammen.

Das einzige was diesen Film wirklich ruinieren könnte ist mal wieder die deutsche Synchroncast. Anstatt sich auf gute gestandene Sprecher zu beschränken, meinte man mal wieder irgendwelche deutschen B-Promis ins Studio karren zu müssen. Mit dem unerfreulichen Ergebnis, das jetzt Leute wie Sarah Kuttner, Hans Werner-Olm, Max Raabe, Smudo oder Jan Delay im Film zu hören sind.

Sorry, aber wenn man Wurst will, geht man nicht zum Friseur. Warum man also immer noch glaubt irgendwelche Soap-,Sanges, Talktüten wären als Synchronsprecher geeignet ist mir ein ziemliches Rätsel.

Wer des Englischen mächtig ist, fährt also vielleicht besser, sich den Streifen gleich als US-DVD zu bestellen, die schon seit letztem Frühjahr erhältlich ist.

Der Trailer zu Hoodwinked


YouTubeDirectKäppchen

In : Review

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

5 Comments

  1. Tonic Walter

    ohne scheisss, dieser film ist ganz grandiose suppe. vergesst nemo und den anderen kram, ich hab mich echt untern sessel gelacht. aber bidde: nur im original. großes kino!

  2. jAnsen

    hab ihn noch nicht gesehen, kann also nicht sagen, ob die story gut erzählt wird. eine sache hält mich aber ganz massiv davon ab, ins kino zu gehen: das characterdesign(oder besser: die abwesenheit eines solchen). bestes beispiel: der wolf. wölfe sind ja von natur aus coole tiere. da kann man das design eigentlich nicht mehr verkacken. aber siehe da, gib ihm eine uninspirierte schnauze und unförmige beine und schon hast du es vermasselt.
    am schlimmsten ist aber, dass die figuren untereinander nicht zusammen passen, nicht aus einem guss sind. viele köche/characterdesigner verderben den brei. und sowas ist keine frage des budgets. da braucht es nur einen talentierten illustrator. (beim modeling will ich da gar nicht erst anfangen. die freiräume unter den achseln und die gequetschten armbeugen sprechen bände)

  3. Batzman

    Das die Animation nicht superteuer ist, geschenkt, aber insgesamt stimming find ich die Figuren zueinander und ihrer Umgebung schon.

    Und mehr Charme als deutsche CGI-Sachen wie Hui-Buh, Back to Gaya und der neue Sissy-Film von Bully hat “Hoodwinked” in jedem Fall…

  4. jAnsen

    naja, deutsche produktionen sind ja jetzt auch nicht gerade der standart…
    (was aber auch an der fehlenden filmlandschaft und förderung liegt: wo kein geld, da kein gut produzierter film. der umkehrschluss kann allerdings schon richtig sein. es braucht nicht immer “viel” geld, um was aussergewöhnliches zu produzieren)

  5. sookie

    hi

    fand den film auch geil, allerdings interessiert mich im moment nur eins: ich will ein bild von japeth und zwar ganz!hab bis jetzt nur halbe gefunden und bin genervt. irgendjemand ne idee??????????????BITTE???????????

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    officialgaygeeks:

    That lightsaber sound lol


    Get the My Neighbor Groot shirt http://buff.ly/1EFUcA2 http://ift.tt/1BEBgm8

    11/16/14

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    pennyfornasa:

    Putting The Cost Of The ESA’s Rosetta Mission In Perspective

    "So what do we get for our €1.4bn? Rosetta is both an astounding feat of engineering (catapulting a tonne of spacecraft across millions of kilometres of space and ending up in orbit around a comet just 4 km across) and an extraordinary opportunity for science (allowing us to examine the surface of a lump of rock and ice which dates from when the Solar System formed).

    Like a lot of blue-skies science, it’s very hard to put a value on the mission. First, there are the immediate spin-offs like engineering know-how; then, the knowledge accrued, which could inform our understanding of our cosmic origins, amongst other things; and finally, the inspirational value of this audacious feat in which we can all share, including the next generation of scientists.

    Whilst those things are hard to price precisely, in common with other blue-skies scientific projects, Rosetta is cheap. At €1.4bn, developing, building, launching and learning from the mission will cost about the same as 4.2 Airbus A380s—pretty impressive when you consider that it’s an entirely bespoke robotic spacecraft, not a production airliner. On a more everyday scale, it’s cost European citizens somewhere around twenty Euro cents per person per year since the project began in 1996.

    Rosetta has already sent us some stunning images of Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko and today’s landing will, with any luck, provide us with our first close-up glimpse of the chaotic surface of this dirty snowball. If you’re a sci-fi fan, then, you might consider the mission to have been worth its price tag just for the pictures. The total cost for the Rosetta mission is about €3.50 per person in Europe; based on the average cinema ticket price in the UK (€8.50), it has cost less than half of what it will cost for you to go to see Interstellar.”

    Via Scienceogram: http://scienceogram.org/blog/2014/11/rosetta-comet-esa-lander-cost/

    Find Out How Budget Cuts Canceled NASA’s Own Comet Landing Mission: http://www.penny4nasa.org/2014/11/11/how-budget-cuts-canceled-nasa-own-rosetta-comet-landing-mission/

    11/15/14

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    meatbicyclevevo:

    i never wanted this to end

    10/20/14

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    iambluedog:

    Life is too short to be holding on to old grudges

    10/20/14

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    10/09/14