“One Ring to rule them all, One Ring to find them,
One Ring to bring them all and in the darkness bind them.”
Originaltitel: The Lord of the Rings (The Fellowship of the Ring, The Two Towers, The Return of the King)
Herstellungsland: USA 2001-2003
Regie: Peter Jackson
Darsteller: Elijah Wood, Ian McKellen, Viggo Mortensen, Sean Astin, Billy Boyd, Dominic Monaghan, Sean Bean, Orlando Bloom, John Rys-Davies






Mittlerweile sind bereits 3 Jahre vergangen, seitdem ich “Der Herr der Ringe” das letzte Mal auf einer großen Leinwand gesehen habe. Es war “Die Rückkehr des Königs” und ich denke gerne an die Zeit zurück, die Vorfreude, die Aufregung kurz bevor das Licht erlosch und der Film startete. Ich erinnere mich kaum an die Zeit davor, als wären die Hobbits, Elben und Orks immer dagewesen und es war gut, großes Popcornkino, wie ein jährliches Ritual! Es wurde Winter, die Tage wurde kürzer. die Nächte länger, es wurde kälter und Peter Jackson bescherte uns einen cineastischen Jahresabschluss mit seinen Filmen, die heute noch groß und klein gleichermaßen begeistern.
Am zweiten Weihnachtsfeiertag strahlte RTL den ersten Teil der Trilogie zum zweiten Mal in voller Länge mit ca. 40-minütiger Werbeunterbrechung aus, was mich daran erinnerte, dass wir bei F5 noch keinen Hobbit-Film besprochen haben. Zugegeben, sie sind nicht mehr besonders aktuell, aber fürs Archiv genau das Richtige, um die wenigen Menschen zu erreichen, die Bilbo Beutlin bisher für einen Cocktail gehalten haben.
J.R.R. Tolkiens Buch “Der Herr der Ringe” galt über Jahrzehnte hinweg als unverfilmbar. Der Meinung war auch Tolkien selbst, als er die Filmrechte zu Lebzeiten gezielt und verhältnismäßig günstig verkaufte. Der Autor hoffte durch diesen geschickten Schachzug zu verhindern, dass die Hobbits irgendwann zu trällernden Disneyfiguren mutierten. Davon und besonders von Disney hielt er nämlich nicht besonders viel.
Selbst ernannte Tolkien-Experten und zahlreiche Hobbit-Fans prophezeiten einen inhaltlichen als auch kommerziellen Misserfolg der Jackson-Verfilmung, denn bisher drehte der Filmemacher ganz andere Streifen, wie “Braindead” oder “Heavenly Creatures”.
Bereits in den frühen 90ern machten sich Peter Jackson und seine Frau Fran Walsh daran ein erstes Drehbuch zu verfassen. Dazu verkürzten sie das Buch zunächst, weil ihre filmische Interpretation in zwei Teilen erscheinen sollte. “Die Gefährten” und “Die Zwei Türme” sollten in einem Film zusammengefasst werden, während “Die Rückkehr des Königs” den Rest ausmachen würde. Die Gebrüder Weinstein von Miramax zeigten sich sehr daran interessiert, doch wurden ihnen die Außmaße einer zweiteiligen Realverfilmung zu groß. Ein Film sollte genügen, um Tolkiens Geschichte zu erzählen, doch darauf wollten sich Jackson und Walsh nicht einlassen und suchten nach einer alternativen Produktionsfirma.
Auf der Suche nach neuen Geldgebern klopften sie bei New Line Cinema an. Diese lehnten erstmal ab, d.h. die Verantwortlichen wollten keine zwei Filme, wie ursprünglich vorgesehen, sondern gleich drei verwirklicht sehen! Das kam Peter natürlich sehr entgegen und mithilfe namenhafter Illustratoren, wie Alan Lee und John Howe, wurde es dem Regisseur ermöglicht seine Ideen nach und nach zu visualisieren und später dank weiterer helfender Hände zu realisieren.
Anno 2001 löste Peter Jackson mit “Die Gefährten” eine erste Welle der Begeisterung aus, mit der niemand so wirklich gerechnet hätte. Eine wahrhaft unendliche Erfolgsgeschichte, die 2002 mit “Die zwei Türme” und 2003 mit “Die Rückkehr des Königs” fortgeführt wurde.
Die Erwartungen nach Teil 1 waren immens groß und die kritischen Stimmen verstummten in der Masse begeisterter Fans. Trotz einiger fehlender Buchpassagen gelang es Peter Jackson die Geschichte angemessen, sogar über aller Erwartungen erhaben, zum Leben zu erwecken. Unter anderem dank ausgepfeilter Tricktechnik, oscarprämiertem Kostüm- und Setdesign und die Besetzung der Hauptrollen mit damals teilweise noch eher unbekannten Schauspielern neben anerkannten Größen, wie Christopher Lee und Ian McKellen.
Jahr für Jahr wartete ich nun nicht mehr aufs Christkind, sondern auf die Hobbits und die Frage war nicht mehr ob Peter Jackson ein weiterer cineastischer Geniestreich gelänge, sondern wie er das zweite bzw. dritte Buch Tolkiens filmisch umsetzen würde.
An seinem 111. Geburtstag beschließt der kleine Hobbit Bilbo Beutlin (Ian Holm) seinem routinierten Leben in Hobbingen, Beutelsend den Rücken zu kehren, um in aller Abgeschiedenheit sein Buch zuende zu schreiben und seine letzte Ruhe zu finden. Seinem Lieblingsneffen Frodo Beutlin (Elijah Wood), den er sehr schätzt, vermacht er all sein Hab und Gut, darunter einen unscheinbaren, goldenen Ring, welcher jedoch mehr als nur ein einfaches Schmuckstück ist. Der Eine Ring beinhaltet unvorstellbare, magische Kräft und wurde vor Jahrtausenden vom personifizierten Bösen, Sauron, geschmiedet, um mit ihm über ganz Mittelerde zu herrschen.
In den falschen Händen könnte dieses kleine, goldene Ding erheblichen Schaden anrichten, wie die Vergangenheit bewies, aber auch in den richtigen Händen bleibt der Eine Ring eine oftmals unterschätzte, bösartige Versuchung!
Gandalf, mächtiger Bartträger, Zauberer und Freund der Familie Beutlin, ist sich jener Gefahr durchaus bewusst und legt Frodo nahe den Ring zu zerstören, bevor die bösen Mächte von der Existenz dergleichen erfahren. Dazu müsse der Halbling lediglich den begehrten Schatz in den Schlund des Schicksalsberges werfen, dort wo er einst geschmiedet wurde, doch alles natürlich einfacher gesagt als getan…, vor allem mit Saurons Schergen im Nacken! Glücklicherweise kann Frodo auf die Unterstüzung alter und neuer Freunde zählen.
Die Reise führt die neun Gefährten quer durch Mittelerde. Der Bund um den Einen Ring wird bei Amon Hen auf eine harte Probe gestellt, doch nicht ohne Grund, wie es sich später herausstellt. Menschen, Elben und Zwerge schließen sich zu einer mächtigen Armee zusammen, um den scheinbar übermächtigen Truppen Saurons die Stirn zu bieten. Deutlich wird dies bei den entscheidenen Wendungen auf den Pelennorfeldern und am Schwarzen Tor.
Unglaubliche, nie zuvor gesehene Massenschlachten taten sich auf und neue Maßstäbe wurden gesetzt! Selbst bei “Braveheart” waren damals nicht so viele Kämpfer auf einem Haufen zu sehen und nachfolgende Filme wollten dem in nichts nachstehen, wenn man an “Troja“, “Ein Königreich für ein Himmel” und andere Genrevertreter denkt. Es glich einem Trend, dem die Filmemacher folgen wollten. Großes, episches Kino, da durften Massenkeilereien natürlich nicht fehlen. “Der Herr der Ringe” bleibt für mich als Vorbild trotz allem unerreichbar.
Ein weiteres Highlight der Trilogie war wohl Gollums erster richtiger (sichtbarer) Auftritt in “Die Zwei Türme”. Andy Serkis wurde dazu in einen grauen, hautengen Anzug gesteckt. Über seine Bewegungen, sein Reden und sogar seine Mimik, wurde Gollum mithilfe modernster CGI-Technik zum Leben erweckt. Dafür gab es 2003 auch den Oscar für die besten visuellen Effekte. Insgesamt verdiente sich Peter Jackson mit seiner Ring-Trilogie 17 Academy Awards, darunter für Tonschnitt, MakeUp, Musik, Kamera, Kostüme, Ausstattung etc.
Jetzt müsste ich wohl etwas kritisches zum Film sagen, bevor dieser Beitrag Fanboy-mäßig in die Hallen unserer Archive verschwindet. Ehrlich gesagt fehlen mir die kritischen Worte, weil ich bis heute mehr als begeistert bin! Ich habe über alle möglichen Schwächen der Trilogie hinweggeblickt, sie vielleicht sogar ausgeblendet, nur Frodo ging mir mit seinem weinerlichem Mädchengetue gelegentlich auf die Nerven. Hätte Gandalf Frodo samt Ring mittels Teleportationszauber in die Feuersbrunst des Schicksalsberges katapultiert, wäre ihnen eine Menge erspart geblieben, so bleibt uns Zuschauern wenigstens ein ganz großes 12-stündiges Filmerlebnis voller Action, Unterhaltung, Abenteuer, Spannung, Emotionen und Witz!
Insgesamt widmete Peter Jackson seinem Hobbit-Projekt etwa sieben Jahre seines Lebens, davon allein drei Jahre für die Dreharbeiten und das Abenteuer scheint nie zu enden. Kurz vor Veröffentlichung des zweiten Kinofilms folgte die sogenannte “Extended Version” des ersten Teils, in der Peter Jackson weitere Inhalte und wichtige Erzählstränge in die bisherige Handlung nahtlos einfügte. Somit erstreckte sich der Hauptfilm auf zwei DVDs, mit über 30 Minuten längerer Laufzeit. Die zahlreichen Extras fanden auf zwei weiteren DVDs Platz und boten einen stundenlangen Blick hinter die Kulissen etc.
Beim stundenlangen betrachten der schier endlosen Extras bekommt man nicht nur das Gefühl selbst ein Hobbit zu sein, sondern auch einen hervorragenden Eindruck darüber wieviel Arbeit in der Verfilmung steckt, vom ersten Drehbuchentwurf bis zum letzten Take. In den darauffolgenden Jahren erschienen ebenfalls erweiterte Versionen zu “Die Zwei Türme” und “Die Rückkehr des Königs”.
Bild- und Tonqualität stimmten stets bei den DVD-Veröffentlichungen, wobei die “Extended Versions” darüber hinaus eine deutsche DTS-Tonspur für Soundfetischisten bereithielt. Egal für welche DVD-Version man sich entscheidet, wenn man sie noch nicht sein eigen nennt, mittlerweile sind sie für ausgesprochen wenig Geld zu bekommen. Alle drei Teile der “Herr der Ringe”-Trilogie sind bereits in der Kinoversion ab 17,99 Euro im schicken Schuber zu erwerben. Damals habe ich noch knapp 50 Euro dafür hinblättern müssen. Warten lohnt sich also…
Gibt es ein Leben nach der Super Special Limited Extended Edition? Fans und Kritiker erhoffen sich ein baldiges Wiedersehen mit Peter Jackson und der Verfilmung von “Der kleine Hobbit”, genaueres ist bisher jedoch nicht bekannt, aber wir halten euch sicher auf dem laufenden.
Noch keinem Hobbit begegnet? Kauft euch die Trilogie in der normalen Kinoversion (6 DVDs) oder die Extended Version im Trippelpack (12 DVDs) und begleitet die Gefährten auf ihrer Reise quer durch Mittelerde.


Von 






































Ich find das ganze immer noch schrecklich überbewertet… gute Filme, aber auch jede menge Ärgernisse und Langeweile.
Ein paar inhaltliche Längen sind in Teil 2 und vor allem 3 wiederzufinden, aber welche Ärgernisse meinst du?
Ach, das ist ja mal ein interessanter Beitrag… “Herr der Ringe”… noch nie gehört… Gut, wenn solche kleinen Independentfilme bei euch auch besprochen werden, die haben ja sonst keine Chance… :-)
Ich mit 17 zum ersten Mal die Bücher gelesen, war auch sehr gespannt auf die Filme und mein Kinoerlebnis deckt sich weitgehend mit dem, was du geschrieben hast.
Allerdings hab ich mir vor kurzem die Special Limited Extended Super Deluxe DVD-Box aller drei Teile von einem Freund ausgeliehen. Und ich war sowas von enttäuscht, und zwar nicht so sehr von der überarbeiteten DVD-Edition, sondern von den Filmen an sich! Ich kanns mir selbst nicht richtig erklären, aber ein paar Dinge sind mir aufgefallen:
- Die großartigen Landschaftsbilder wirken eigentlich nur im Kino so richtig
- An die Special Effects (Massenkeilereien etc.) hat man sich inzwischen gewöhnt (ich für meinen Teil stehe dem Effects-Overkill inzwischen eher kritisch gegenüber)
- Durch die neuen Szenen auf der DVD ist mir an manchen Stellen bewusst geworden, wie viele wichtige Dinge letztlich fehlen, gerade für die Stimmung und das Verständnis der Charaktere
Zurück blieb ein schales gefühl der Enttäuschung und werde mir nach dieser Erfahrung die Filme wahrscheinlich nicht nochmal anschauen, sondern eher mal wieder zum Buch greifen.
Ohne mir den ganzen Artikel durchgelesen zu haben, ein kleiner Hinweis zum letztem Absatz und der Thematik einer Hobbit-Verfilmung:
Laut Jackson wird – wie er in einem offenem Brief verkündet hat – der Film definitiv ohne seine Beteiligung unter der Fuchtel von New Line gedreht. Ein Wiedersehen mit ihm vor dem Hintergrund der Tolkien’schen Werke ist damit wohl ausgeschlossen.
Der gesamte Brief: herr-der-ringe-film.de/v2/de/n...
Das hier scheint der aktuelle Stand zu sein: herr-der-ringe-film.de/v2/de/n...
“Ein Königreich für ein Himmel”? Hihi…
“Teleportationszauber” gibts in Tolkeins Sagenwelt nicht. Aber mit den Adlen hättens hinfliegen können. Die Kreuzen in allen Geschichten immer erst auf, wenn der Held seine Tat getan hat und von den Restbösen gerettet werden muss. Ist im Simarillion genauso. Find das ist im Wesentlichen der einzige Schwachpunkt an den Büchern.
Ich habe die Bücher auch gelesen. Allerdings finde ich nicht, dass die Filme so wahnsinnig von der Vorlage abgewichen sind.
Eher unwichtiges bzw. total nerviges, wie z.B. der ewig trällernde Tom Bombadil oder endlose Dialoge, sind zu meiner Erleichterung rausgelassen worden. Andere Charaktere wie Arwen bekamen im Film stark erweiterte Szenen, was auch sehr gut gepasst hat. Die Bücher haben ihr kaum Entfaltungsmöglichkeiten geboten.
Die Extended Edition fügt den Filmen auch noch, großenteils sinnvolle, Szenen hinzu, die im Buch vorkommen, aber aus Zeitgründen in der Kinoversion gefehlt haben.
Für mich sind die Filme eher eine Verbesserung von Tolkiens Vorlage als eine Verschlechterung
Ich erinnere mich, als ich den ersten Teil gesehen habe, wurde ich total begeistert! Aber beide nachfolgende Teile scheinen mir langweilig zu sein… Ich mußte sogar vorwärts umwickeln. Wie schade.
Tja, also das mit der “in keinster Weise” Beteiligung am Hobbit hat sich mit den neusten Ereignissen wohl erledigt ;)
PJ wird definitiv stark am Hobbit beteiligt sein, wenn er auch nicht direkt Regie führt.
Also dürfte jetzt auch kein Geheimnis mehr sein: Guilliermo del Toro ist für die Regie der Hobbit-Verfilmung bestätigt während Jackson, Walsh und Boyens wieder pruduzierend tätig seien werden. Bis 2011 müssen wir uns wohl gedulden.