“They are gentle, loving, faithful, lacking in all guile and trickery. The words denoting lying, deceit, greed, envy, slander, and forgiveness have never been heard. They have no jealousy, no sense of possession. Real, what I thought a dream.”
Originaltitel: The New World
Herstellungsland: USA 2005
Regie: Terrence Malick
Darsteller: Colin Farrell, Q’Orianka Kilcher, Christopher Plummer, Christian Bale





Habt ihr euch schon mal bewusst Filme gekauft von denen ihr zuvor kaum bis gar nichts gehört habt? Ich liebe diese Spannung, Vorfreude und Unterhaltung vor bzw. während des ersten Sehens!
Manchmal habe ich Glück und bereue nichts, es ist aber auch bereits vorgekommen, dass ich die Zeit gerne zurückschrauben würde, um den Blindkauf rückgängig zu machen.
Bei The New World bin ich hin- und hergerissen zwischen bewundernder Anerkennung und Sekundenschlaf bzw. Entäuschung und Begeisterung.
Der Film erinnert mich irgendwie ein wenig an Apocalypto.
1607 erreichen die ersten englischen Siedler Amerika, um das noch unbekannte Land für weitere Nachkommen nach westlichen Werten zu zivilisieren. Ein neues Zeitalter bricht für die Ureinwohner Amerikas an.
Zuerst leben die Siedler und Indianer friedlich miteinander. Sie handeln mit Waren, lassen den jeweils anderen ihr Leben leben und begegnen sich sogar zwischen den Kulturen. Die Harmonie hält jedoch nicht lange an – Wut, Angst und Misstrauen breiten sich aus.
Während die Engländer gegen Krankheit, Hunger und Diebstahl kämpfen, fühlen sich die eingeborenen Stämme mehr und mehr in ihrem ursprünglichen Dasein eingeschränkt und glauben bzw. ahnen, dass ein weiteres Ausbreiten der Besucher sie in ihrer Existenz gefährdet.
Angsichts der schwierigen Lage, reist Captain Christopher Newport (Christopher Plummer) zurück nach England, um dort weitere Vorräte und Männer zu organisieren. John Smith (Colin Farrell) wird gleichzeitig ausgesandt, um die Beziehung zwischen ihnen und den sogenannten “Wilden” zu stärken. Dabei wird ihm mehr oder weniger freiwillig ein intensiver Einblick in die fremde Kultur gewährt. Smith lernt sie zu verstehen, zu respektieren und nach der Begegnung mit des Königs Tochter (Q’Orianka Kilcher), sogar zu lieben.
Er verbringt viel Zeit mit der Schönen und nutzt die Zeit ebenso, um über sich, seine Ziele und Lebensvorstellungen zu reflektieren. Sein Aufenthalt bleibt nicht von unbestimmter Dauer und die Liebe zu ihr, die vor beiden Seiten geheim gehalten werden muss, scheint zwischen den Spannungen beider Welten zu bersten.
Johns Rückkehr zu seinem Volk bringt Klarheit mit sich, aber auch neues Misstrauen und Unglück.
The New World beginnt sehr ruhig und kunstvoll inszeniert. Terrence Malick erzählt die Geschichte mit enormer Bildgewalt und wunscherschöner klassischer Musik von Richard Wagner, die thematisch zwar nichts beteiligten Figuren zu tun hat, die Atmosphäre dennoch angenehm unterstreicht. Dem Regisseur gelingt es ohne Weiteres genau das zu vollbringen, was Mel Gibson in Apocalypto versucht: Eine authentische, dokumentarische Erzählweise, die immer wieder durch nachdenkliche Monologe der Hauptdarsteller an Bedeutung gewinnt.
Hört sich gut an, kann auch begeistern, aber über 133 Minuten ist das einfach zu viel des guten! Schnell hat man sich an dem Gesehenen satt gesehen und nach dem 101. Monolog erkannt, welche Botschaft hier vermittelt werden soll. Der Zuschauer, zumindest ich, verliert an Interesse und die anfängliche Begeisterung weicht schnell der Langeweile. Schade eigentlich, denn Malicks Werk bietet so viel künstlerische Güte, die leider nicht zu Gunsten des Films ausgelebt wird.
Die DVD bietet durchschnittliche Kost, d.h. Bild und Ton bleiben im Mittelwert, soweit ich das mit meiner semi-professionellen Heimkinoanlage beurteilen kann und die Extras glänzen ein wenig dank des einstüdigen Making ofs und Trailer.
Zu einem Preis von knapp 10 Euro kann man nichts sagen, wenn man weiß worauf man sich einlässt. Auf den ersten Eindruck darf man sich dabei nicht verlassen, denn das DVD-Cover vermittelt meines Erachtens den Eindruck eines abenteuerlichen Actionstreifens, dem The New World jedoch nicht Genüge getragen wird. Ich glaube nicht, dass das Absicht war. Vielleicht ein Versehen der Grafiker, des Werbemanagements oder wem auch immer, der sich dafür verantwortlich zeichnet. Nach 133 Minuten Bildschirmschoneraction ziehe ich jedenfalls meinen Hut vor Terrence Malick, ein Künstler unter den Regisseuren! Manchmal kann Kunst aber auch sehr einschläfernd sein.
- Dog Hollywood •
- Januar 16th, 2007 •
- 2 Kommentare



























Also, ich fand den wunderschön!
Kommentar #1 von Cathrin am 11.03.2007 um 21:11 Uhr
Ich auch. Hab ihn allerdings damals auch im Kino gesehen. Und ernsthaft, Malick _muss_ man im Kino gesehen haben. Das ist überwältigend.
Die Naturverbundenheit der Eingeborenen oder auch der Kulturschock als sie in Europa ankommen allein durch Bilder und ohne groß viel Worte zu verlieren zu transportieren, dass ist ganz große Kunst.
Der erste Kommentar als der Abspann damals lief kam von direkt hinter mir: “Na endlich! der war ja länger als KingKong!” tjaja.
Übrigens: Malick hat das Thema ähnlich mit ‘der schmale Grat’ abgehandelt. Das ich für den besten Antikriegsfilm aller Zeiten halte, und das wo er noch so viel mehr ist.
Kommentar #2 von marcel weiss am 01.04.2007 um 18:18 Uhr