szmtag

“Pschhhhh… Wir sind gleich da.”

fountain.jpgOriginaltitel: The Fountain
Herstellungsland: USA 2006
Regie: Darren Aronofsky
Darsteller: Hugh Jackman, Rachel Weisz, Ellen Burstyn

★★☆☆☆

Der Trailer zu “The Fountain” hatte ja bei mir ein paar Hoffnungen geweckt. Ein ScienceFiction-Epos über 1000 Jahre verteilt um ewiges Leben und ewige Liebe? Warum nicht? “Highlander” hatte bewiesen, dass man das Thema Unsterblichkeit wirklich grandios packend verfilmen kann.

Spoilerwarnung: Vorsicht, das komplette Review enthält Spoiler, da es sich um eine verschachtelte Geschichte handelt. Wer sich den Film wirklich noch antun möchte (ich rate dringend davon ab, wenn man keine ausgeprägte Neigung zu Esoterik oder New Age hat), sollte man es nicht lesen.

Im Jahr 1500 wird Eroberer Thomas von der vom spanischen Inquisitor bedrohten Königin auf die Suche nach dem Garten Eden geschickt, in dem der Baum des Lebens ewiges Dasein versprechen soll. Der Garten soll in einem geheimen Maya-Tempel versteckt sein. In einer “Schlacht”, in der seine Gesellen die Flucht ergreifen, wird Thomas gefangen genommen und zum Tempel gebracht, wo er schließlich den Garten Eden und den Baum des Lebens findet, nachdem ein fliegender Buddha sein Leben rettete. Er stirbt an der Substanz, die er aus diesem Baum gewinnt. Er verwandelt sich in ein Blumenbeet.

500 Jahre später kämpft Dr. Tom Verde um das Leben seiner krebskranken Frau. Er macht einen Tierversuch an einem von einem Tumor befallenen Affen mit einem neuentdeckten Stoff, der von einem Baum aus Südamerika stammt. Der Affe entwickelt daraufhin eine enorme Vitalität und Intelligenz und… er wird jünger. Leider kann Dr. Verde seiner Frau die Substanz nicht mehr verabreichen und sie stirbt.

Im Jahr 2500 fliegt Weltraumreisender Thommy in einer Glaskugel durch den Weltraum zu einem sterbenden Stern, unterhält sich dabei mit einem Baum, der anscheinend den Geist einer Frau enthält, und hat Visionen von einer Frau und einer Königin. Während er als fliegender Buddha im Schneidersitz in die Supernova fliegt, kurz nachdem er in der Realität von Eroberer Thomas als Gottheit erschien.

Soviel zum Inhalt.

Wer bis hierhin gelesen hat und dabei von Lachkrämpfen verschont blieb, für den könnte es sich bei “The Fountain” tatsächlich um einen guten Film handeln. Die Zeilen oben sind auch ganz ironiefrei geschrieben, aber ich konnte mir beim schreiben tatsächlich ein Grinsen und Kopfschütteln nicht verkneifen.

“The Fountain” ist ganz großes Mist. die Frau von Hugh Wolverine ist ständig tot und dann wieder nicht und am Ende dann auf einmal doch, während des ganzen Films fährt ein glatzköpfiger Hugh Jackman in einer Glaskugel (!!!) mit einem lebenden Baum, der wohl seine Frau ist (!!!) und dann wieder doch nich (!!!) in einen sterbenden Stern, während Glatzi am ende als schwebender Buddha (!!!) Hugh Jackman im Mittelalter vor dem Tod bewahrt. Daraufhin geht Jackman zum Baum, ritzt ihn an, trinkt die Soße und auf einmal zerwächst er zu einem Blumenbeet und ward nicht mehr (!!!), und das beste ist: der Effekt mit dem Blumenbeet ist noch der originellste im ganzen Film.

“The Fountain” ist kitschiger als eine Blumentapete und will Kunst sein mit jeder Faser seines Zelluloids, doch das gelingt ihm in keiner Sekunde. Der Film will alles sein, Splatter (Blumenbeet), ScienceFiction (Glaskugel), Fantasy (Ewiges Leben), Drama, Liebesschmonzette. Nur Thriller und Wester spart er aus. Das kann ja nur daneben gehen. Dieser Film bindet seine Handlungsstränge zu einem wirren Knoten und schmeißt das Gebilde in eine Supernova und erwartet allen Ernstes, dass man diesen weinerlichen Esoterikquatsch irgendwie gut findet.

Dieser Film ist vielleicht was für Hausfrauen, die sich auf NeunLive die Karten legen lassen, mich hat er maßlos enttäuscht.

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1 Trackback

  1. 15.02.2007 - jovelblog » Ich liebe Verrisse!

44 Kommentare

  1. Ich will jetzt nicht das 1000mal gehörte Argument bringen “Auch ’2001′ ist damals ausgebuht worden”!!!, weil das eigentlich nur nahelegt, dass der Schreiber immer noch mit Jennifer Connelly aus “Requiem for a Dream” im Kopf zu onanieren pflegt.

    Aber mal abgesehen davon:

    Alles, was hier gesagt wurde, der Film sei lächerlich, über-esoterisch, wirr (usw.) LÄSST sich eben auch über große Teile von Kubricks Meisterwerk sagen.

    Von daher hab ich immer noch meine Hoffnungen :) .

    Kommentar #1 von loser am 18.01.2007 um 18:23 Uhr

  2. Und 2001 ist auch ein stinkelangweiliger esoterischer Bildschirmschoner…

    Und Kubrick wird überschätzt.

    Kommentar #2 von Batzman am 18.01.2007 um 18:47 Uhr

  3. Wegen mir ist 2001 esoterisch, aber der ist immerhin da Kunst, wo der Springbrunnen nur kitschiger Trödel ist. Der Vergleich zu “2001″ ist offensichtlich, aber in etwa so, wie wenn man eine Hauskatze mit einem Löwen vergleicht.

    Und Kubrick wird nicht überschätzt.

    Kommentar #3 von Renington Steele am 18.01.2007 um 18:59 Uhr

  4. Ach ja, Requiem for a Dream ist ebenso langweilig. Aber Jennifer Connelly ist in der Tat sehr hübsch.

    Kommentar #4 von Renington Steele am 18.01.2007 um 19:00 Uhr

  5. Requiem for a dream ist lange nicht so gut wie behauptet, aber immer noch um einiges unterhaltsamer als 2001.

    Und Kubrick ist grauenhaft. Jemand dem der Sinn für Humor im Alter von 12 chirurgisch entfernt wurde.

    en.wikipedia.org/wiki/Stanley_...

    Kommentar #5 von Batzman am 18.01.2007 um 19:06 Uhr

  6. So pauschale Abwatschungen für einen Könner, der Meisterwerke wie Clockwork Orange oder Shining gedreht hat, kann ich nicht ab. Lass uns mal nen Kubrick-Artikel schreiben, da können wir uns dann darüber streiten, hier brauch ich das nich…

    Kommentar #6 von Renington Steele am 18.01.2007 um 19:12 Uhr

  7. Das hieße ja ich muss mir die ganzen Filme nochmal ansehen… ich weiß nicht ob ich mir das antun mag.

    Kommentar #7 von Batzman am 18.01.2007 um 19:29 Uhr

  8. Dann kann ich das ja mal machen, Kubrick ist immerhin einer der ganz großen…

    Kommentar #8 von Renington Steele am 18.01.2007 um 19:33 Uhr

  9. …ganz großen Langweiler.

    Kommentar #9 von Batzman am 18.01.2007 um 19:37 Uhr

  10. Sagte Batzman, der Mann mit dem letzten Wort…










    Not!

    Kommentar #10 von Renington Steele am 18.01.2007 um 19:40 Uhr

  11. Hmmm. “5 Gotteslästerer” fände ich allmählich adäquater…

    Abgesehen davon, dass imo weder Kubrick noch Requiem for a Dream überschätzt werden, kann man doch z.B. Clockwork Orange einen gewissen Sinn für Humor nicht abstreiten.

    Also bei einer Vergewaltigung mit Beethoven im Hintergrund kommt mir noch jedes Mal das Grinsen (solange es nicht meine ist *g* ).

    Kommentar #11 von loser am 18.01.2007 um 21:33 Uhr

  12. Tatsächlich sind zumindest Batzman und ich Atheisten. Gotteslästerung ist für mich eine Schandtat wie Herbstblatttrampeln. Nix für ungut.

    Mit Kubrick hast Du aber Recht.

    Kommentar #12 von Renington Steele am 18.01.2007 um 21:40 Uhr

  13. Hehehe, eurer Weltanschauung stimme ich voll und ganz zu.

    Das typische an Religion ist, dass zumeist einfach nur nachgeplappert wird; und genau das ist eben auch bei Filmen oft zu beobachten.

    Wenn nur oft genug behauptet wird, ein Film sei “genial”, dann werden viele Menschen diese Meinung unbedacht übernehmen. Sei es aus Angst, als unverständig dazustehen, oder um sich selbst z.B. einbilden zu können “ein ~~Cineast~~ zu sein”.

    Bestes Beispiel ist der Knochen-zu-Raumschiff-Schnitt aus 2001. Mal bitte, SO gigantisch spektakulär ist der doch nun wirklich nicht, trotzdem wird jeder Idiot schwören, es wäre irgendein Meilenstein der Filmgeschichte.

    DAS meinte ich mit Gotteslästerung. ;)

    Kommentar #13 von loser am 18.01.2007 um 21:53 Uhr

  14. Ah! Schöner Standpunkt, wobei der Schnitt aus 2001 tatsächlich ein sehr großer ist, aber bitte verschone mich jetzt mit einer Kubrick Diskussion, ich hatte soeben mit Batzman eine kilometerlange Diskussion per Mail ;-)

    Kommentar #14 von Renington Steele am 18.01.2007 um 21:58 Uhr

  15. Euer Regisseur stimmt nicht ganz :)

    Kommentar #15 von cinematze am 18.01.2007 um 22:22 Uhr

  16. Du hast recht und das Rätsel des Tages gelöst! ;)

    Wer war eigentlich dieser Alessandro sowieso, Renington?

    Kommentar #16 von Dog Hollywood am 18.01.2007 um 22:27 Uhr

  17. Das war der Regisseur von Babel.

    Das Rätsel des Tages ist allerdings: warum steht jetzt der richtige Regisseur da, obwohl ich nix am Artikel geändert habe? Hmmm? Ich sage, da gibt es ein Problem mit WP-Cache!

    Kommentar #17 von Renington Steele am 18.01.2007 um 22:28 Uhr

  18. Eigentlich ein Problem mit Dog Hollywood, der schneller war als du.

    Ich wollte unsere Schmach (falls es das Wort wirklich gibt und nicht nur in meiner Vorstellung) minimieren.

    Kommentar #18 von Dog Hollywood am 18.01.2007 um 22:58 Uhr

  19. Ahh! Hatte mich schon gewundert!

    Kommentar #19 von Renington Steele am 18.01.2007 um 23:08 Uhr

  20. Auch wenn Ihr in den Kommentaren inzwischen schon ganz woanders gseielandet seid (apropos: finde Kubrick eigentlich ganz gut und die meisten seiner Filme wirklich sehenswert, mitunter übertreiben es seine frenetischen Anhänger/Verteidiger natürlich, verklären vieles und überhöhen es zur Genialität, aber gerade zur Entstehungszeit war vieles in seinen Werken tatsächlich einfach neu), muß ich nochmal auf die “Fontäne” zurückkommen.

    Das dann leider abermals mit nem Widerspruch zu Eurer Rezi. Ich will hier nicht immer der Nörgler sein, aber schon wieder sehe ich das ganz anders.
    Wenn man sich auf den Film einlassen will, ist er eine wunderschöne, poetische Fabel, die einen einfach gefangennimmt. Natürlich widerspricht er den eingefahrenen Sehgewohnheiten, so ne richtige narrative Struktur läßt sich kaum widergeben (daher ist so eine Inhaltsangabe, wie bei Euch oben, halt schwer zu formulieren, ohne daß es ein wenig eigenartig oder albern klingt). Aber besser als viele Pseudo-Kunstwerke und bemüht anspruchsvolle Intellektuellenkost ist er schon.

    Nun ja, ist letztlich Geschmackssache.

    Genauer ausgeführt habe ich mein positives Emfpinden in meinem Blog (siehe Namens-Link; sorry, für die erneute Werbung, aber ich kann ja hier nicht nochmal den ganzen Beitrag reinschreiben).

    Man liest sich!

    Kommentar #20 von Moviesteve am 19.01.2007 um 13:30 Uhr

  21. Jippiiie! Na da muss ich mich doch gleich mal mit unqualifizierten Äusserungen einmischen:

    Kubrick: Völlig überschätzt! Als ‘gelungen’ bis ‘klasse’ könnte man “Spartacus”, “Full Metal Jacket” und mit Abstrichen “Shining” bezeichnen (letzteren aber auch nur, weil Jack die Karre aus dem Dreck gezogen hat…ausserdem komme ich nicht über die grösste weibliche Hackfresse der Filmgeschichte in Gestalt von Shelley Duvall hinweg). Bei Machwerken wie z.B. “2001″ und “Eyes wide kotz” hab ich noch nie bis zum Ende durchgehalten, weil ich nach spätestens ner Stunde friedlich eingepennt bin. Kult ist da gar nix.

    Requiem for a Dream: Absolut mittelmäßiger Streifen, der einem durch Spielereien wie Splitscreen und nem Cutter auf Droge vorgaukeln will, daß er supitoll ist – ganz davon abgesehen, daß Splitscreen schon in den 70ern out war. Mit Geld und einem anderen Regisseur hätte der Film was werden können. Ach…hätte wäre wenn…wat solls.

    Fountain: Ich hab schon mit dem Gedanken gespielt, mir den Kram anzutun (wegen Onkel Hugh – bin halt auch nur ne Frau). Aber ihr habt mir grade nen sinnlosen Kinobesuch mit sinnloser Geldverschwenderei ausgeredet. Danke dafür. Weitermachen.

    ;o)

    Kommentar #21 von Himbeerlola am 22.01.2007 um 13:20 Uhr

  22. “daß Splitscreen schon in den 70ern out war.”
    Seit wann sind Montagemittel oder filmstilistische Mittel “out”. Das hört sich an wie eine BRIGITTE-Redakteurin, die die neuesten Sonnenbräunungscremes beschreibt.

    Ich verstehe nicht, wie man alles ansatzweise Transzendente mit NEW AGE aburteilen kann.
    Für mich erzählt der Film eine gute Geschichte über einen Menschen, der den Tod nicht akzeptieren will.
    Religiöse Symbole kommen hier neben mythologischen Motiven einfach oft vor. Da ist es nicht übertrieben Tom im Yogasitz darzustellen. Ich kenn auch Franziskaner, die Yoga oder Zen Meditation machen. Das hat nix mit New Age Geplänkel zu tun. Für mich stellt das einfach Toms inneren Zustand da.

    Was ich da bis jetzt nicht verstehe ist allerdings warum er auch zu Beginn im Lotussitz dargestellt wird.

    Der Film ist in der Tat nicht einfach zu verstehen. Aber er ist für meine Begriffe gut genug geschrieben um den wichtigsten Themen beim ersten Mal folgen zu können.

    Für mich birgt der Film Momente und Bilder tiefster Wahrheit und cinematischen Rauschs…

    Kommentar #22 von Allie am 25.01.2007 um 15:27 Uhr

  23. “Seit wann sind Montagemittel oder filmstilistische Mittel “out”. Das hört sich an wie eine BRIGITTE-Redakteurin, die die neuesten Sonnenbräunungscremes beschreibt.”

    *lach* so kann man das natürlich auch sehen. oder so: splitscreen hat schon vor 30 jahren genervt. was mich aber so richtig hochbringt und was ich eigentlich damit sagen will ist, dass aronofsky ein mageres und an vielen stellen unglaubwürdiges drehbuch mit visuellen mitteln von vorgestern aufzupeppen versucht und ihm die leute dabei auch noch voll auf den leim gehen und meinen, er hätte da was ganz tolles neues gemacht. requiem saugt. my 5 cents.

    Kommentar #23 von Himbeerlola am 25.01.2007 um 17:23 Uhr

  24. >>”*lach* so kann man das natürlich auch sehen. oder so: splitscreen hat schon vor 30 jahren genervt.”

    Ziemliche Verallgemeinerung würde ich sagen. Wenn es in 98% der Fälle genervt hat, gibt es immer noch ein paar, in den es wunderbar funktioniert. Selbst wenn nicht kann man versuchen, etwas zu verbessern.

    >>”ein mageres und an vielen stellen unglaubwürdiges drehbuch”

    Möglicherweise unREALISTISCH, aber ob das Drehbuch mager oder unglaubwürdig ist, soll doch bitte jeder für sich selbst entscheiden

    >>”und ihm die leute dabei auch noch voll auf den leim gehen und meinen, er hätte da was ganz tolles neues gemacht. ”

    Ja? Dass die ganzen Spielereien nicht neu sind weiß glaube ich jeder, der schon mehr als die Tagesschau gesehen hat. Aber toll ist das ganze für viele -inklusive mich- trotzdem.

    Kommentar #24 von loser am 29.01.2007 um 21:55 Uhr

  25. Also jeder, der Kubrick für “überschätzt” hält, disqualifiziert sich leider als Cineast selbst. Das muss ich jetzt mal loswerden. Genausowenig könnte man sagen: Hitchcock wird überschätzt. Schande über Euch!!!

    “Requiem for a Dream” ist eins der größten Filmkunstwerke der vergangenen Jahre!

    Und wenn “The Fountain” auch durch seine naiv-kitschige, allzu dick aufgetragene Symbolik angreifbar wird, ist es trotzdem ein faszinierender und doch zumindest inhaltlich sehr guter Film – nämlich einer übers Sterben, den Tod, die Liebe und den Sinn des Lebens. Ganz groß!

    Für mich ist der Film übrigens gar keine Science Fiction, weil die Handlung im 16. Jahrhundert ja nur im Buch vorkommt und es (zumindest im Film selbst) keinen einzigen Hinweis darauf gibt, dass die Kugel mit dem Baum ein Raumschiff in der Zukunft sein soll. Eigentlich gibt es nur eine normale Gegenwart, und alles andere spielt sich vor dem geistigen Auge von Tom bzw. in dessen Träumen ab! Wenn ich mir den Film so erkläre, kann ich sogar alles “Kitschige” darin akzeptieren.

    Kommentar #25 von Binding am 05.02.2007 um 20:31 Uhr

  26. Sorry Dirk, aber am Leben, Sterben, dem Tod und der Liebe und dem Sinn des Lebens quälen sich seit 5000 Jahren die Philosophen ab. Da kann der Film mit seinem kitschigen Stuss überhaupt nicht mithalten.

    Deine Lesart ist eine, die man vollführen kann, klar. Aber wenn auf der Bibel aufm Umschlag steht: “eine wahre Geschichte” und im Buch selber nur Mumpitz erzählt wird, dann muss ich das Buch als Scharlatanerie abtun, genau wie diesen Film, auf dessem Umschlag ganz groß geschrieben steht “eine Love-Story in 1000 Jahren”, oder so.

    Ganz langweiliger esoterischer Mist.

    Kommentar #26 von Renington Steele am 05.02.2007 um 22:11 Uhr

  27. Ich bleibe dabei: Inhaltlich ist “The Fountain” eine absolut tiefgründige Fabel über die Grundfragen der menschlichen Existenz (man muss das eben von der visuellen Oberfläche abstrahieren). Außerdem ist es auch ein sehr poetischer Liebesfilm! Kann es vielleicht sein, dass die Ablehnung (jetzt mal vom vermeintlichen “Kitsch” abgesehen) daher rührt, dass sich die betreffenden Leute nicht mit diesen Themen beschäftigen (wollen)?

    Kommentar #27 von Binding am 07.02.2007 um 12:29 Uhr

  28. Und nochmal zu Stanley Kubricks “2001″: Der gehört anerkanntermaßen zu den besten Filmen der kompletten Filmhistorie, und wer was anderes behauptet, hat seine Hausaufgaben nicht gemacht!

    Spontan fällt mir zum Beispiel Folgendes dazu ein: bahnbrechende und bis dahin nie gesehene Special Effects (erst Jahre später getoppt von “Star Wars” – der ohne “2001″ tricktechnisch gar nicht möglich gewesen wäre!), einer der genialsten Filmschnitte ever (nämlich der Match-Cut vom Knochen zum Raumschiff), absolut unorthodoxer Einsatz von Filmmusik (Walzerklänge zu Raumschiffen im Weltall!), experimentell-abgefahrene Slit-Scan-Bilder am Ende.

    Kubrick ist auch technisch einer der versiertesten und innovativsten Regisseure überhaupt gewesen! Zum Beispiel kam bei ihm zum ersten Mal eine Steadycam zum Einsatz (in “Shining”). Leider hat ja Spielberg nach Kubricks Tod dessen Projekt “A.I.” verwirklicht (und ziemlich vergurkt). Ich glaube, das hätte von Kubrick selbst eine Art neuer “2001″ werden können!

    Soviel dazu. Nachsitzen, sage ich da nur allen Ignoranten.

    Kommentar #28 von Binding am 07.02.2007 um 12:38 Uhr

  29. aber kubrick wollte doch selbst, das spielberg a.i. macht…! ich finde den sehr kitschig und…sehr gelungen. und zu “2001″: ok, das argument das dieser film zum allgemeinen kanon gehört, können wir getrost übergehen, denn sehr viele filme gehören zu den diversen kanon(-s? -en? kani?), die man nicht unbedingt gesehen haben muss um ein besserer cineast zu sein. finde ich. der film war wichtig, keine frage. und von meisterhand inszeniert. so etwas konnte nur ein visionär wie kubrick schaffen. und dennoch: für mich nicht sein bester film.

    aber lola, mal ehrlich: kubrick wird überschätzt ist nun wirklich etwas an den haaren herbeigezogen. ohne ihn gäbe es das kino von heute nicht. definitiv. aber ich finde es ja im grunde erstmal sympathisch, legenden vom thron zu holen…:)

    Kommentar #29 von Nilz N Burger am 07.02.2007 um 13:31 Uhr

  30. Ich sage ja nicht, dass Kubrick Gott ist. Ich will nur falsche Behauptungen zurechtrücken. Vielleicht sollte man auch erstmal darüber diskutieren, was Cineasmus überhaupt ist. Die Kenntnis der Filmgeschichte gehört aber schon auch irgendwie dazu. ;-)

    Kommentar #30 von Binding am 07.02.2007 um 13:43 Uhr

  31. irgendwie ja und irgendwie nein. ich habe die “wichtigen” filme gesehen und weiss immernoch nicht ob sie für mich zu einem grösseren erkenntnisgewinn geführt haben. klar, es ist beeindruckend zu sehen was aus was entstanden ist, bzw, wo moderne erzählkunst herkommt. aber andererseits stehe ich immer gerne auf der seite derer, die nicht immer wissen müssen, wo etwas herkommt: gerade film muss doch auch ohne zitatkenntnis funktionieren!

    ich könnte alles auf alles beziehen, lasse es aber, weil ich jedes werk für sich rezipieren will…oh, er hat rezipieren gesagt..:)

    zwei herzen schlagen in meiner brust denn: mit der richtigen professorin macht filmgeschichte sogar aussergewöhnlich viel spass! insofern bin ich schon ein ziemlicher glückspilz..

    Kommentar #31 von Nilz N Burger am 07.02.2007 um 14:23 Uhr

  32. Nilz, Du hast damit das Faszinosum Film (als einzelnes Werk) ziemlich gut erklärt. In der Tat muss beides zusammenkommen: das Bauchgefühl UND die Birne!

    Man muss ja auch nicht immer wissen, wo was herkommt. Aber es gibt eben auch trotzdem sowas wie fachliche Inkompetenz oder fehlendes Hintergrundwissen. Leider ist es bei den Geisteswissenschaften – zumal wenn es um die Rezeption (yeah!!!) von Kunstwerken und ganz speziell Filmen geht (die ja zusätzlich auch noch Konsumwaren sind) – sehr schwierig, einen gemeinsamen Nenner zu finden, auf dem sich Experten und Fans einig werden können.

    Meine Film-Seminare und -Vorlesungen waren übrigens auch das Geilste, was ich jemals an der Uni erlebte. Ich würde – abgesehen vom Filmeschauen selbst – am liebsten mein Leben lang nichts anderes machen. Egal ob als Dozent oder Student.

    Kommentar #32 von Binding am 13.02.2007 um 19:52 Uhr

  33. ich habe zum beispiel das gefühl, das einzige lebende wesen zu sein, das der meinung ist, fritz langs metropolis hat in der girgio moroder version deutlich gewonnen…:)

    Kommentar #33 von Nilz N Burger am 13.02.2007 um 21:51 Uhr

  34. So, jetzt gebe ich mal meinen Senf zur ganzen Diskussion hinzu.

    1) The Fountain:
    Sicherlich wie alle Filme von Aranofsky nichts für Freunde linearer (langweiliger?) Unterhaltung, aber anspruchsvolle Meditation über Leben und Tod. Finde eigentlich alles seit PI sehr gut von ihm, er versteht es Filme wie Gedichte zu konzipieren, durch die Reduzierung des Wesentlichen bei gleichzeitiger Wirkung durch Widerholungen (ähnlich Refrains). Wohl der lyrischste der derzeitigen Filmemacher.

    2) Kubrick:
    Wenn Aronofsky cineastische Gedichte kreiert, dann sind seine Filme Symphonien. Ohne Frage einer der besten Regisseure aller Zeiten, dessen Werk sich erst beim mehrmaligen Sehen erschließt und immerhin mit einigen der stärksten und meist kopiertesten Szenen der Filmgeschichte. Sicherlich auch nichts für Unterhaltungsjunkies mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, sondern eher Filmseher, die sich auch gern mal nicht alles dreimal erklären lassen, sondern zum eigenständigen Denken angeregt werden wollen.

    Kommentar #34 von Cineast am 15.02.2007 um 19:12 Uhr

  35. Du meine Fresse. Den Thread hatte ich ja schon völlig verdrängt. Habt ihr sonst nichts zu tun? ;o)

    Ich versuche es mal auf einen Abwasch:

    @loser:
    “Ziemliche Verallgemeinerung würde ich sagen. Wenn es in 98% der Fälle genervt hat, gibt es immer noch ein paar, in den es wunderbar funktioniert.”

    98%? Die Zahl könnte hinkommen. Nur fällt mir leider aus dem Stand kein Streifen ein, wo ich den Kunstgriff wirklich gemocht hätte. Irgendeinen gibts bestimmt…irgendwo….von irendwann…*grübel*

    “Dass die ganzen Spielereien nicht neu sind weiß glaube ich jeder, der schon mehr als die Tagesschau gesehen hat. Aber toll ist das ganze für viele -inklusive mich- trotzdem”

    Darfst es ja gerne toll finden – ich habe auch nie das Gegenteil behauptet. Damit meinte ich die Heerscharen von Leuten, die sich im Netz zu dem Film verewigt haben und genau diese Sache als bahnbrechenden Einfall abgefeiert haben.

    ———-
    @nilz n burger
    “aber lola, mal ehrlich: kubrick wird überschätzt ist nun wirklich etwas an den haaren herbeigezogen. ohne ihn gäbe es das kino von heute nicht. definitiv. aber ich finde es ja im grunde erstmal sympathisch, legenden vom thron zu holen”

    Jemanden vom Thron holen? Dafür bin ich (fast) immer zu haben! *fg*
    Kubrik ist für mich trotzdem überschätzt. Er war sicherlich ein technisch innovativer Filmemacher, aber als Geschichtenerzähler eine Nulpe. Nur leider geht es für mich im Kino genau darum. Was nützen mir schöne Bilder, wenn jemand nicht in der Lage ist die Story so zu erzählen, daß ich nicht einpenne?

    ———
    @binding:

    “jeder, der Kubrick für “überschätzt” hält, disqualifiziert sich leider als Cineast selbst”

    Neee, Kollege…andersrum wird ein Schuh draus. Demnach wärst du nämlich der Meinung, daß ein Cineast keinen eigenen Willen haben darf und immer schön alles toll finden soll, was ihm sogenannte ‘Experten’ vorbeten. Da ‘disqualifiziere’ ich mich lieber…*hust*

    ““Requiem for a Dream” ist eins der größten Filmkunstwerke der vergangenen Jahre!”

    Findest du. Ich nicht. Und wenn du noch 5 Ausrufezeichen dahintertackerst.

    “Und nochmal zu Stanley Kubricks “2001″: Der gehört anerkanntermaßen zu den besten Filmen der kompletten Filmhistorie, und wer was anderes behauptet, hat seine Hausaufgaben nicht gemacht!”

    Wer genau erkennt denn das an? Ich wehre mich entschieden gegen das ‘besten’. 2001 war sicherlich außergewöhnlich, aber unter ‘besten’ würde ich ihn nie einsortieren.

    “Spontan fällt mir zum Beispiel Folgendes dazu ein: bahnbrechende und bis dahin nie gesehene Special Effects (…), einer der genialsten Filmschnitte ever (…), absolut unorthodoxer Einsatz von Filmmusik (…), experimentell-abgefahrene Slit-Scan-Bilder am Ende. Kubrick ist auch technisch einer der versiertesten und innovativsten Regisseure überhaupt gewesen!”

    Siehe die Antwort an Nilz. Es reicht im Film und fast allen anderen sonstigen Bereichen auch nicht, wenn man nur ein guter Techniker ist. Kubrick war in seine technischen Spielereien und den visuellen Schnickschnack verliebt bis zum Tilt und hat darüber meistens jegliche Dramatik bzw Spannungskurve vergessen oder sich erst viel zu spät wieder daran erinenrt. Aber lassen wir das, denn ich fange bereits an mich zu wiederholen.

    “Soviel dazu. Nachsitzen, sage ich da nur allen Ignoranten.”

    Und jetzt darfst du gerne wieder von deinem hohen Ross runterklettern. Offenbar ist es höchste Eisenbahn. Das arme Tier.

    Kommentar #35 von Himbeerlola am 16.02.2007 um 04:20 Uhr

  36. Hmmm…einen hab ich noch: Hatte ich mal erwähnt, daß ich Filme von Scorsese nicht leiden kann? *duck* ;o)))

    Kommentar #36 von Himbeerlola am 16.02.2007 um 04:26 Uhr

  37. ich fand den film beeindruckend! seine große stärke ist die ruhe und die schönen bilder… also nix für jemanden der sich einen action sci fi erwartet, nein macht es euch gemütlich, schaut ihn euch an wenn ihr schlecht drauf seid oder eure freundin gerade wieder mal abgehauen ist… aber bitte diesen nur in TOP film und ton qualität!

    Kommentar #37 von M am 27.06.2008 um 17:18 Uhr

  38. Allein schon die fehlerhafte Darstellung der drei Handlungsstränge (1. Post) bedeutet eines ganz gewiss: Wenn man den Film nicht versteht, einfach noch mal anschauen. Das gilt für The Fountain besonders, da hier naturwissenschaftlich/sachlich nicht fassbare Themen angesprochen werden. Solche lassen sich dann eben auch nur beschreiben und dies nicht mit noch so vielen “Zeilen Text” sondern eben mit dem, was zwischen den “Zeilen” vermittelt wird.

    Es gibt Dinge, die mit gradliniger Beschreibung nicht ausgedrückt werden können, wie man eben einen neuen Begriff nicht mit einem anderen beschreiben kann. Also verwendet man mehrere bekannte Begriffe und beschreibt mit den Spannungen/Unterschieden derer zueinander, jenen neu einzuführenden Begriff.

    Und genau so geht The Fountain an die Bedeutung von z. B. Liebe, Leben, Lebenssinn (nicht -zweck!) und Unendlichkeit heran.

    Kommentar #38 von scotty am 20.10.2008 um 05:29 Uhr

  39. Den Film inhaltlich wiederzugeben ist tatsächlich absurd.

    Können Sie sich die Unsterblichkeit der Seele vorstellen?
    Nun dieser Film gibt Ihnen einige schöne Eindrücke dazu.

    Zugegeben, meine Vorstellungskraft reichte auch nicht aus.

    Kommentar #39 von Melville am 18.01.2009 um 00:27 Uhr

  40. Warum wird hier eigentlich Buddhismus und das Streben nach dem Nirvana mit New Age Esoterik gleichgesetzt?

    Bitte kanzelt doch eine der 5 Weltreligionen nicht so ab.

    Ganz abgesehen davon find ich die Zusammenfassung auch etwas dürftig, zum Teil sogar schlichtweg falsch (der Gegenwarts-Charakter heisst Creo mit Nachnamen). Ob der Film einem visuell gefällt oder nicht, ob einen die Botschaft anspricht oder nicht, sei mal dahin gestellt. Aber man sollte sich wenigstens bemühen, ihn zu verstehen, wenn man ihn dann verreissen will. ;)

    Kommentar #40 von Scherbenkind am 25.06.2009 um 12:16 Uhr

  41. lächerliches “review”

    Kommentar #41 von Shorty am 03.04.2010 um 20:46 Uhr

  42. aber toller “kommentar”.

    Kommentar #42 von Nilz N Burger am 03.04.2010 um 22:09 Uhr

  43. Die Diskussion über Esoterik/Religion mal außen vor; auch ich hatte mir einen tatsächlichen, buchstäblichen 1000 Jahres-Trip des Conquistador auf Basis des lebensverlängernden Baumsaftes vorgestellt; indes, es waren nur seltsam durcheinandergewürfelte Episoden, die nicht zwangsläufig miteinander zu tun haben müßten..die epische Wucht blieb aus.

    Kommentar #43 von Comedian am 06.08.2010 um 10:59 Uhr

  44. Wirklich traurig, dass der Verfasser dieses Artikels den Film und die Emotionen dahinter nicht verstanden hat. Wenn Ihr erfahren habt, ohne vorher zu sterben, was Liebe ist und wie schmerzhaft ihr Verlust sein kann, dann werdet Ihr den Film anders bewerten können. Bis dahin müsst Ihr Euch jedoch sicher sein, dass Ihr hinsichtlich Emotionen an der Oberfläche lebt. Das mag Euch nichts ausmachen und ich erwarte sogar empörtes Lachen, bleibe aber trotzdem dabei. Vielleicht kommt Ihr von selbst drauf, und ich hoffe für Euch, dass nicht erst ein Euch lieber Mensch sterben muss, damit das geschieht. Denn nichts wiegt schlimmer als die Gewissheit, hunderte schöner Momente vergeudet zu haben, weil man ihre Existenz nicht erkennen konnte. Geht mal in Euch, wenigstens manchmal.

    Viele Grüße
    Daniel

    Kommentar #44 von Daniel am 23.09.2011 um 19:52 Uhr

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