“Don’t worry, I forgive you for what you did. “
Originaltitel: Smokin’ Aces
Herstellungsland: USA 2006
Regie: Joe Carnahan
Darsteller: Ben Affleck, Jason Bateman, Peter Berg, Brian Bloom, Alice Keys






Buddy “Aces” Israel (Jeremy Piven) hat nicht viele Freunde. Der halbseidene Las-Vegas-Magier hat es sich mit seinen Kumpeln von der Mafia verscherzt. Kopfgeldjäger aller Coleur sind hinter ihm her. vom lesbischer Bitch-Duo, über ein homophiles Skinheadtrio, einen vernarbten Verkleidungskünstler, einen Folterknecht mit abgekauten Fingerkuppen – alle wollen ihn tot sehen, um eine exorbitante Summe zu kassieren. Lediglich ein paar Kautionseintreiber und das FBI hätten ihn gerne lebend, soll er doch gegen den Obermafiosi aussagen und dabei seine gesamten Kumpel gleich mit in den Knast bringen.
Im Wettlauf Israel umzubringen, geraten sich alle Parteien ziemlich in die Haare, während dieser sich im Penthouse eines Luxushotels in Lake Tahoe versteckt und mit Drogen und Nutten amüsiert.
Die beiden FBI-Agenten (Ryan Reynolds and Ray Liotta) die ihn beschützen wollen, müssen es mit einer Übermacht aufnehmen, wollen sie ihn lebendig erwischen.
Willkommen zu unserem Seminar “Wenn Regisseure zuviel Tarantino gucken“. Der zweite Film, des durch “Narc” eher positiv aufgefallenen Joe Carnahan, der hier wieder in Personalunion als Autor und Regisseur antritt, ist ein Musterbeispiel dafür wie man einen Film so richtig gründlich in den Sand setzt.
“Smoking Aces” verströmt in jeder Sekunde den Willen “cool”, “stylish”, “gewagt”, “schrill” und “hip” sein zu wollen und versaut sich mit diesem hysterischen Kreischen, diesem “ICH WILL ABER EIN KULTFILM SEIN!” jegliche Chance diesen Status tatsächlich zu erreichen.
Von Anfang an wird klar, an wem sich Carnahan orientiert: Tarantino steht als Übervater unerreicht im Raum, daneben durften Guy Ritchie und “The Usual Suspects” als Abpausbild für diese in vielerlei Hinsicht ärgerliche Hausaufgabe in “misslungener Lässigkeit” dienen. Doch auch wenn Carnahan seine Vorbilder sichtlich verehrt, verstanden hat er sie nicht oder vielleicht fehlt ihm einfach das Talent ihre Klasse zu erreichen.
Es beginnt schon mit dem furchtbar geschwätzigen Intro, daß sich viel zu lange in den Film zieht und die eigentlich sehr simple Story von seinen viel zu vielen Figuren möglichst umständlich erzählen lässt, wohl in der Hoffnung dadurch eine Komplexität vorzutäuschen, die der Streifen einfach nicht hat. Wir bekommen rudelweise Mafiosi, Kopfgeldjäger, FBI-Agenten und Kautions-Eintreiber vorgestellt, manche sogar mit Namenseinblendung, die alle im Endeffekt nur zusammenfassen, das Buddy Israel sich in dem Penthouse des Hotels aufhält und eben umgebracht werden soll.
Quasselnde Figuren können ja durchaus einen gewissen Reiz haben und auch skurrile Figuren mit einem leichten Sockenschuß mögen bisweilen faszinieren, aber dazu bedarf es eben eines Dialogschreibers wie Tarantino, damit die gewollte Kaltschnäuzigkeit auch tatsächlich originell ist. Ansonsten hat man nämlich wie hier viele Leute die uninteressante, redundante Scheisse reden und man sich verzweifelt fragt, wann denn der Film endlich losgeht.
Fast manisch erscheint die unglaublich angestrengte Bemühung des Regisseuers, wirklich jede Figur und jeden unbedeutenden Nebendarsteller ganz besonders schräg und überdreht daherkommen zu lassen. Das führt, neben abstrusen Kostümen die aussehen als habe man die Darsteller sich im Dunkeln anziehen lassen, auch dazu das jeder Schauspieler versucht seinen Kollegen die Show zu stehlen, in dem er noch mehr Ticks und Macken in seine Figur einbringt, noch lauter und “verrückter” agiert als seine Kollegen. Selbst winzige Nebenrollen wie der Junge einer allein stehenden Frau oder der pickelübersäte Hotelazubi grimmassieren als wollten sie den Karl-Dall-Gedenkorden gewinnen.
Natürlich hat keine Figur irgendeinen Charakter oder auch nur genug Screentime um irgendeine Form von Persönlichkeit zu entwickeln, aber daran hat auch niemand Interesse. Carnahan will sie eh alle nur als Kanonenfutter und kommt sich supercool vor (SPOILER) wenn er Stars wie Ben Affleck, die er zunächst umständlich einführte, dann am Ende des ersten Aktes brutal niedermähen lässt. Wow, soll man denken, der Regisseur traut sich was, der macht keine Gefangenen. (SPOILER ENDE).
Leider hat man derartige Gimmicks woanders schon besser gesehen und vor allem betraf es da Figuren die einen auch interessiert haben. Hier wälzt man sich hingegen nur in einem immensen Cast unausstehlicher, aber auch uninteressanter Charaktere, die alle halbsoviel Tiefgang wie ein Suppenlöffel haben und von denen wir im Grunde nicht viel mehr wissen, als daß sie alle durch ein eher distanziertes Verhältnis zum Thema Körperpflege auszeichnen. Mit einer Inbrunst, die erstaunlich ist, hat man hier die (männlichen) Darsteller zurecht gemacht und mit Schmier, Dreck, Pickeln und Narben ausgestattet, die selbst die Cast einer Monty-Python-Mittelalterszene noch gepflegt und attraktiv erscheinen lassen. Die Frauen werden hier zwar nicht verdreckt, dienen aber lediglich als hübsche Kleiderständer und tough talking Nigga-Bitches, die zwischen den Ballereien immer mal wieder die Möpse schaukeln dürfen. Alicia Keys sollte auf jeden Fall ihren Hauptberuf nicht aufgeben.
Dabei ist das was bei all dem Gewese und Geschieße passiert letztlich unglaublich unspannend und banal und auch optischer Firlefanz bewahrt am Ende nicht davor, daß man die langgezogene, überbrutale Schlussballerei auf allen Etagen und Fahrstühlen des Hotels, letztlich mit distanzierter Langeweile betrachtet, denn zu diesem Zeitpunkt ist es einem bereits herzlich egal, wer hier wen und warum erschießt. Was ein Duell unterschiedlich begabter Mord-Spezialisten sein könnte, wird zu einem schlecht getimeten und banalen Durcheinandergekille, bei dem keine der Figuren wirklich Profil zeigen darf.
(SPOILER)
Umso peinlicher wirkt der Versuch im letzten Akt den FBI-Agenten Ryan Reynolds plötzlich menschliche Gefühle und Trauer entwickeln zu lassen und an das ganze unerfreuliche Geballere noch ein konstruiertes Twistende a la “Usual Suspects” anzuhängen, das vorgibt etwas zu erklären und aufzulösen, für die ganze Struktur des Films letztlich völlig unwichtig und belanglos ist. Was diese Kitschwende ins Dramatische soll, wissen anscheinend nichtmal die Schauspieler, die am Ende den Eindruck machen sie sind froh die letzte Zeile aufgesagt zu haben. Andy Garcia muß sich als zwilichtiger FBI-Chefermittler unverhofft noch einmal durch Berge an öder Exposition quälen und Reynolds wird gewzungen darüber wütend und geschockt zu sein, anstatt es einfach schulterzuckend hinzunehmen. Die Hinwendung zum moralischen Mord am Ende, wirkt in einem derart gewaltfixierten Film, der so genüßlich die Blutfontänen spritzen lässt und im Gekröse manscht schon arg verlogen – beschließt aber konsequent die zusammengestoppelte überinszenierte und unterschriebene Story. (SPOILER ENDE)
Es bleibt ein sich selbst sehr geil findender Film, der nicht merkt, daß er im Endeffekt einen aufgejazzten “Rat Race“-Abklatsch liefert (Oder wenn man in der Filmhistorie noch weiter zurück will “It’s a mad mad mad mad world” oder “Auf dem Highway ist die Hölle los“) und an keiner Stelle wirklich mal, um es mit Stromberg zu sagen “entspannt durch die Hose atmet“.
Zu sehr will man hier den Kultfilm erzwingen, zusehr konstruiert man “skurrile Figuren” und hyperbrutale Situationen die schocken sollen, aber letztlich nur kalt lassen. Der Kopfschuß in “Pulp Fiction” hat eben nicht nur funktioniert, weil er so gewagt war, sondern auch weil man sich für die Figuren interessiert hat. Die berüchtigte Ohr-Szene aus “Reservoir Dogs” wirkt viel mehr über die Andeutung und die psychologische Manipulation, als über brutalen Haudraufeffekt. Die One-Liner in “Snatch” sind witzig, weil wir die Figuren spannend finden und man ihnen glaubt, daß sie nicht erst für diesen Film erfunden wurden, sondern tatsächlich existieren könnten. Leute die so spannend sind wie ne Brausetablette im Glas, können machen was sie wollen. Sie gehen einem am Arsch vorbei.
Smoking Asses – das könnte auch ein Pornotitel werde.
Der macht dann sicher mehr Spaß.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Januar 30th, 2007 •
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Uii eine sehr Krazze Kritik, trozdem werde ich mir mal selbst ein Bild vom Film machen :)
Kommentar #1 von ment0r am 30.01.2007 um 13:29 Uhr
Harhar…das war auch mein erster Eindruck als ich kurz in den Trailer reingeschaut habe. Pseudolässiger Langweiler. Alleine die Tatsache, dass Ben Affleck in einem scheinbar “coolen Film” mitspielt, geht ja logisch schonmal gar nicht ;) Ben Affleck ist so was von spießig und steif…naja lassen wir das. Ich glaub “Dogma” war der letzte Film von ihm, wo er ganz gut war.
Kommentar #2 von Dirk Behlau am 30.01.2007 um 17:25 Uhr
Guckt euch lieber Lucky#Slevin an :)
Kommentar #3 von DraMaticK am 31.01.2007 um 10:36 Uhr
Ich glaube, die Dame heißt ALICIA Keys, wenn ich mich nicht irre.
Kommentar #4 von Cineasten-Siggi am 21.02.2007 um 10:56 Uhr
Whatever :) Das rettet den Schinken auch nicht.
Kommentar #5 von Batzman am 21.02.2007 um 11:19 Uhr
Stimme in großen Teilen zu: einfach zu krampfcool der Film. Dennoch muss ich sagen, dass Ben Affleck sich interessanterweise dadurch auszeichnet, dass er die Hauptperson der einzigen Szene mit “potenziellem Kult-Charakter” ist. Traurig, aber wahr…
Kommentar #6 von Hausmeister am 23.02.2007 um 09:09 Uhr
Hallo
also ich finde nicht das hier ein Kultstatus erzwungen wird! muss man denn alles so eng sehen lasst doch den film einfach auf euch wirken und beurteilt ihn dann (d.h. auch der soundtrack usw.) und nicht das was ihr denkt was der film erreichen soll oder will ! Ich finde das der Film ziemlich gut aufgemacht ist ihn mir aber brutaler vorgestellt habe(als ich den Trailer gesehen habe)schade ist nur das sie zu viel in die vorstellung der personen gesteckt haben antstatt in die hetzjadg..wär bestimmt interessanter geworden
in demsinne einen schönen morgen :)
Kommentar #7 von x am 05.03.2007 um 23:06 Uhr
und der Tarantino – Aspekt trifft hier ebenfalls nicht zu da Tarantino vom stil und aufmachung seiner filme ganz anders …. smoking aces mag sch zwar an Tarantino orientieren ist jedoch kein nachamer oder sonstiges
alles im allen ist der film mittelmässig bis gut
Kommentar #8 von x am 05.03.2007 um 23:31 Uhr
Fand den Film sehr geil und gut durchdacht, die Charaktere waren nich so doll, aber egal, der Film is geil :)
Kommentar #9 von BBQ am 07.03.2007 um 01:48 Uhr
Tag erst mal ne,
also, ich hab mir grade die Kritik durchgelesen, und die Kommentare !
Ich wollte diese film eigentlich gucken, aber naja wenn er so öde sein soll, denke lass ich es lieber !
————
Ich steh ja mehr auf So “baller”filme aber laut > X
Kommentar #10 von BazzHead am 07.03.2007 um 15:55 Uhr
Also ich war gestern auch in dem Film und muss sagen, dass ich den schon ganz cool fande. Du hast zwar Recht das er etwas künstlich aufgebauscht wírd und es am Ende er ‘Puff’ stammt ‘Bumm’ macht ;) (Ich liebe Lautsprache) aber trotzdem war es mal wieder genau der richtige Film zum abschalten…
Kommentar #11 von Matthias am 11.03.2007 um 11:37 Uhr
Die Kritik war eindeutig amüsanter als der Film. Aber warum hat er dann noch zwei Sterne bekommen? Ein halber (für die blendend weißen Zähne von Ben Affleck) hätten es doch auch getan?
Kommentar #12 von Cathrin am 11.03.2007 um 21:08 Uhr
durch zufall bin ich da rein. die kritik von batzmann beschreibt den film vortrefflich.
schlecht schlecht schlecht.
Kommentar #13 von sven am 11.03.2007 um 23:43 Uhr
war im kino. aber das letzte mal spontan in einem film, ohne ihn zu kennen. soviel sch… auf einmal hab ich noch selten gesehen, war schon fast wieder amüsant ;-)
Kommentar #14 von nomän am 13.03.2007 um 15:07 Uhr
Wusst nicht was auf mich zukam, einfach so ins Kino, und ich fand den Film Hammer!
Spießiges Kritikzusammenschreiben find ich da eher das lahme, ich will den Film nicht mit anderen Vergleichen und überlegen wo er was geklaut hat sondern guck ihn mir vorurteilsfrei an. Hab Ben Affleck noch nich in so einer geilen Rolle gesehn die dann so aprupt endet, sehr geil. Muss Matthias zustimmen, das richtige zum abschalten!
Kommentar #15 von Kane am 13.03.2007 um 23:08 Uhr
Wer anspruchsollen Stoff erwartet hat is eh daneben. Der fim war so schlecht nun auch nicht – viel chaos viel geballer – versucht auf coll und abgedreht zu machen was eigentlich auch recht gelungen ist. Laut der Kritik müßte der Film grottenschlecht sein und das ist er sicher nicht…
Kommentar #16 von Lemmy am 07.04.2007 um 00:04 Uhr
gelungene Kritik über einen der schlechtesten Filme die ich seit langem gesehen habe.. Bin tatsächlich sogar vor Film-Schluss aus dem Kino gegangen, weil mich die stupide Art dieses Film wirklich beleidigt hat..
Stimme Batzmann also vollkommen zu.. Ich liebe die Filme von Guy Ritchie und Tarantino, die man wirklich zu den größeren unserer Zeit zählen kann, aber dieses Machwerk ist einfach nur überflüssig..
Kommentar #17 von kmxl am 14.05.2007 um 14:08 Uhr
Die Kritik ist differenziert und nachvollziehbar – auch ich habe über die Vorlagen Tarantino und Ritchie eine bessere Meinung als über diesen bemühten Abklatsch. Viel gewollt, wenig gekonnt.
Kommentar #18 von Itchy am 01.06.2008 um 14:03 Uhr
Also heute habe ich den film zum dritten mal mir angeguckt….natürlich fand ich den geil..sonst würd ich den nicht so oft gucken. klar kann man jetzt kein hohes nevau erwarten wenns im film hauptsächtlich ums geballer geht ^^ also mir hats gefallen. =)
Kommentar #19 von Sandra am 17.09.2008 um 22:04 Uhr
Du hast recht.. der Streifen ist wirklich scheiße. Viele Szenen die ich zwar lustig fand, aber total überflüssig. letztendlich war der Film Zeitverschwendung, weil man nichts daraus mitnehmen konnte. Wie ein Vorredner bereits sagte:” Lieber Lucky Number Sleven” mit großartigen Schauspielern und einer viel abgedrehteren Story, die der Zuschauer auch glaubt..
Mir war den ganzen Film über wirlich egal ob die den jetzt töten oder nicht..
Kommentar #20 von Jonas am 14.11.2009 um 00:51 Uhr
Ohja Guy und tarantino das sind die einzigen größen und jeder will sie nachmachen bla bla bla der Film ist gut. Was bitte ist kill Bill im Vergleich dazu? Der ist Kindergarten aber total. Ach bin hier überhaupt nur gelandet weil ich wissen wollte ob es den pornotitel Smoking Asses schon gibt…
Kommentar #21 von Smon am 15.12.2009 um 11:02 Uhr
hallo ich bin der batzman. und ich messe jeden film im heist-/gangster-/crime- genre an tarantino und ritchie. dieser film hier ist von keinem von beiden. deswegen ist das hier nur pseudocoooler müll. ich mag tarantino.
Kommentar #22 von Tony am 01.08.2011 um 07:15 Uhr
die kritik und die kommentare sind für mich nicht nachvollziehbar, der film ist extraklasse, alleine schon die verschiedenen typen und die unvorhersehbarkeit, also kein langweiliger 0815 thriller. kann ihn nur empfehlen
Kommentar #23 von magarete am 16.08.2011 um 01:17 Uhr
Was seit ihr denn für welche? Das ist ein genialer Film. Anscheinend zu gut, als dass die Masse etwas damit anfangen könnte. Ausgezeichnete Charaktere (stilistische Comic Helden). Ständig ausgefallene, eigenständige Einfälle. Eben ein richtiger Geheimtipp für die wenigen anspruchsvolle Zuschauer unserer Zeit.
Kommentar #24 von Hawk am 30.10.2011 um 18:39 Uhr