Preise Galore – Der Kritiker Award

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Am Rande der Berlinale verlieh am vergangenen Dienstag-Abend auch der Verband der deutschen Filmkritik seine Auszeichnung an die deutschen Filmschaffenden.

Moderiert von Schauspieler Dieter Landuris (“23“, “Alles außer Mord“, “Verschwende deine Jugend”, “Das merkwürdige Verhalten…“, “Linie 1“), der sichtlich spontan engagiert worden war und versuchte gegen eine eher improvisierte Bühne und ein unkonzentriertes Publikum anzulaudatieren, verlieh man Preise in den zu erwartenden Kategorien.

Erfreulich waren die Verleihung des besten Dokumentarfilms an Veit Helmers “Behind the Couch“, einen ironischen, dramatischen Blick auf Castings in Hollywood, sowie Hans-Christian Schmidts unterschätzten Teufelsaustreibungsfilm “Requiem“. Ansonsten gab es leider wenig überraschendes, Gewinner des Abends war “Das Leben der Anderen” der gleich mehrfach die begehrte Tropähe mit Nachhause nehmen durfte.

Begrüssenswert, daß es auch in Deutschland endlich einen ernstzunehmenden Preis der Filmkritik gibt, auch wenn an der Präsentation und Umsetzung der Verleihung noch einiges geschraubt werden darf (die Fingerfoods waren aber sehr lecker), besonders den Moderator sollte man nicht so einsam im Regen stehen lassen, wie es der sympathische und talentierte Landuris an diesem Abend erleben musste.

Auch was die Nominierungen und Preisvergaben angeht, darf man gerne noch mutiger werden und auch Filme berücksichtigen, die in der Vielzahl der Veröffentlichungen vielleicht untergingen.

Schade, daß Detlev Bucks “Knallhart” z.B. nur in der Rubrik Musik berücksichtigt wurde. Ebenfalls schade, das auch in der Rubrik “Nachwuchs” respektive Spielfilm-Debüt eher mainstreamige Filme wie eben “Das Leben der Anderen” nominiert wurden, anstatt echtem Nachwuchs eine Chance zu geben.

Dennoch insgesamt Lob für die Anstrengung und den Mut einen weiteren Preis zu etablieren, der sich ernsthaft mit dem Medium Film auseinandersetzt.

Hier alle Nominierten, die Gewinner sind jeweils hervorgehoben:

1. SPIELFILM
-Das Leben der Anderen (R: Florian Henckel von Donnersmarck)
-Der freie Wille (R: Matthias Glasner)
-Requiem (R: Hans-Christian Schmid)
-Sehnsucht (R: Valeska Grisebach)
-Sommer vorm Balkon (R: Andreas Dresen)

2. SPIELFILMDEBÜT
-Das Leben der Anderen (R: Florian Henckel von Donnersmarck)
-Mondscheinkinder (R: Manuela Stacke)
-Pingpong (R: Matthias Luthardt)
-Wer früher stirbt, ist länger tot (R: Marcus H. Rosenmüller)

3. DARSTELLERIN
-Martina Gedeck (Sommer 04, Das Leben der Anderen)
-Sandra Hüller (Requiem)
-Nadja Uhl (Sommer vorm Balkon)

4. DARSTELLER
-Josef Bierbichler (Winterreise)
-Ulrich Mühe (Das Leben der Anderen)
-Jürgen Vogel (Der freie Wille, Emmas Glück)

5. MUSIK
-Hitlerkantate (Peter Gotthardt)
-Knallhart (Bert Wrede)
-Pingpong (Matthias Petsche)
-Warchild – Stille Sehnsucht (Konstantia Gourzi)
-Wer früher stirbt ist länger tot (Gerd Baumann)

6. DOKUMENTARFILM
-Behind the Couch (R: Veit Helmer)
-Das kurze Leben des José Antonio Guitierrez (R: Heidi Specogna)
-Deutschland. Ein Sommermärchen (R: Sönke Wortmann)
-Gernstls Reisen – Auf der Suche nach dem Glück (R: Franz X. Gernstl)
-Jeder schweigt von etwas anderem (R: Marc Bauder, Dörte Franke)

7. SCHNITT
-Das Leben der Anderen (Patricia Rommel)
-Emmas Glück (Andreas Wodraschke)
-Lucy (Bettina Böhler)
-Urlaub vom Leben (Andrea Mertens)
-Wer früher stirbt, ist länger tot (Susanne Hartmann)

8. DREHBUCH
-Das Leben der Anderen (Florian Henckel von Donnersmarck)
-Knallhart (Zoran Drvenkar, Gregor Tressnow)
-Sommer vorm Balkon (Wolfgang Kohlhaase)
-Urlaub vom Leben (Janko Haschemian)
-Urmel aus dem Eis (Oliver Huzly, Reinhard Klooss, Sven Severin)

9. KAMERA
-Das Leben der Anderen (Hagen Bogdanski)
-Der die Tollkirsche ausgräbt (Frank Griebe)
-Der letzte Zug (Joseph Vilsmaier, Helmfried Kober)
-Emmas Glück (Daniela Knapp)
-Wer früher stirbt, ist länger tot (Stefan Biebl)

Im nächsten Jahr wird alles besser ;) – Ich bin gespannt drauf!

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About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

2 Comments

  1. Gilbert

    Ich glaube nicht, dass man “Das Leben der Anderen” zum Mainstream zählen kann. Außerdem ist Donnersmarck doch auch ein Nachwuchsregisseur oder was meinst du mit “echten Nachwuchs”?

  2. Batzman

    Naja ein kleiner unbemerkter Indiefilm ist “Das Leben der anderen” ja wohl kaum. Und vom Aufbau und der Machart her, dem Fokus auf Lovestory- und sehr persönliche emotionalisierte Momente ist er schon sehr goutierbar. Das Thema mag ein bißchen “artsy” sein, die Umsetzung ist es nicht.

    Mit echtem Nachwuchs meine ich Leute die nicht schon totlaudiert wurden, die es noch zu entdecken gilt, die etwas Aufmerksamkeit (denn nichts anderes verschenkt ein Preis) verdienen würden.

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    11/27/14

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    11/16/14

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    pennyfornasa:

    Putting The Cost Of The ESA’s Rosetta Mission In Perspective

    "So what do we get for our €1.4bn? Rosetta is both an astounding feat of engineering (catapulting a tonne of spacecraft across millions of kilometres of space and ending up in orbit around a comet just 4 km across) and an extraordinary opportunity for science (allowing us to examine the surface of a lump of rock and ice which dates from when the Solar System formed).

    Like a lot of blue-skies science, it’s very hard to put a value on the mission. First, there are the immediate spin-offs like engineering know-how; then, the knowledge accrued, which could inform our understanding of our cosmic origins, amongst other things; and finally, the inspirational value of this audacious feat in which we can all share, including the next generation of scientists.

    Whilst those things are hard to price precisely, in common with other blue-skies scientific projects, Rosetta is cheap. At €1.4bn, developing, building, launching and learning from the mission will cost about the same as 4.2 Airbus A380s—pretty impressive when you consider that it’s an entirely bespoke robotic spacecraft, not a production airliner. On a more everyday scale, it’s cost European citizens somewhere around twenty Euro cents per person per year since the project began in 1996.

    Rosetta has already sent us some stunning images of Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko and today’s landing will, with any luck, provide us with our first close-up glimpse of the chaotic surface of this dirty snowball. If you’re a sci-fi fan, then, you might consider the mission to have been worth its price tag just for the pictures. The total cost for the Rosetta mission is about €3.50 per person in Europe; based on the average cinema ticket price in the UK (€8.50), it has cost less than half of what it will cost for you to go to see Interstellar.”

    Via Scienceogram: http://scienceogram.org/blog/2014/11/rosetta-comet-esa-lander-cost/

    Find Out How Budget Cuts Canceled NASA’s Own Comet Landing Mission: http://www.penny4nasa.org/2014/11/11/how-budget-cuts-canceled-nasa-own-rosetta-comet-landing-mission/

    11/15/14

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    meatbicyclevevo:

    i never wanted this to end

    10/20/14

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    iambluedog:

    Life is too short to be holding on to old grudges

    10/20/14