Ich muß zugeben, ich tue mich immer schwer damit mich in irgendwelche orgiastischen Erwartungs-Extasen hineinzusteigern. Klar es gibt Filme von denen erhofft man sich etwas und bisweilen, wie bei den Trailern zu “Sin City” oder “Lord of the Rings” damals, bin ich von den dort gezeigten Bildern sehr angetan und denke, daß könnte ein spannender Film werden. Dennoch lehrt die Erfahrung einfach, daß man erst nach dem Kino weiß, ob der Film wirklich sein Geld wert war. Und wie schon Spider-Man wußte: Mit großem Hype, kommt oft großer Blödsinn.
Fans funktionieren da leider anders.
Was ich nie nachvollziehen konnte, waren diese Vorabkritiken, die einem Streifen der noch nicht angelaufen ist (und zum Teil nichtmal fertig gedreht), schon bescheinigen, daß er garantiert der beste Film der Welt sein müsse. Fans sind eine besondere Art von Mäusen und viel zu oft merkt man ihnen an, daß Fan von Fanatiker kommt. Da zählen keine Argumente, da zählen keine Fakten, da wird gehyped was geht, jeder Pups der Produzenten wie eine neue Offenbarung des Heilands gefeiert und jeder der es wagt einen Funken Kritik oder auch nur Realitätssinn einfließen zu lassen wird mit einer Hasswelle überrollt, die einen ernstlich am Geisteszustand oder zumindest am geistigen Alter der Diskutanten zweifeln lässt.
Von 14jr Hormonbolzen deren Hirn aufgrund pubertärer Umstrukturierungen eh chronisch unterversorgt mit Blut ist erwartet man ja auch wenig fundierte Aussagen und das die Bravo-Klientel schonmal schmollend mit Tassen wirft wenn man ihre Liebelingsband “dooof” findet, geschenkt. Deswegen ignoriert man irgendwann derartige Ausbrüche einfach und deponiert alle Kommentare zu Eragon und Tokio Hotel in gelben Sonderkompostbeutel.
Leider verwächst sich das emotionsschwangere Fangerülpse nicht zwangsläufig mit steigendem Alter und so geht es auch in vielen Filmforen zu wie auf dem Pausenhof einer Sonderschule für geistig Herausgeforderte. Schön beobachten darf man dieses Phänomen immer in den Diskssionsforen der imdb. Dort wallten die Fangefühle gar mächtig auf, als bekannt wurde, daß die Kritiker auf der Berlinale von Zack Snyders Latschenepos “300” wohl so gar nicht begeistert waren.
It started shortly after the opening credits; small groups of folks began heading for the door. It got worse when the main villain appeared on screen and all the audience could do was laugh. And, yes, it ended when whatever was left of a packed house booed Zack Snyder’s 300 as the end credits scrolled up the screen…
Das die Kritik dem ganzen nicht wirklich so wohlgesonnen ist und dafür auch ganz gute Gründe hat, kann man auch hier nachlesen. Solcherlei Meinung ist für “Echte Fans”, die den Film allesamt natürlich nicht kennen und lediglich Promo-Material gesehen haben, ein Schlag ins Gesicht. Und natürlich wird da gleich die gesamte Palette an Ressentiments herausgeholt, die man als amerikanischer Durchschnittsdoof aufzubieten hat. Europäer sind eh alles Liberale und Kommunisten, die Deutschen sind eh feige Nazis, die sowas geiles wie “300” gar nicht verdient haben, sowieso haben die ja alle gar keine Ahnung und das fieseste was man ihnen aus Sicht des Durchschnitts-Imdb-Nutzers sagen kann kommt auch: Das sind doch eh nur Intellektuelle.
So ziemlich das schlimmste Schimpfwort in Amerika, gleich nach Liberaler und Linker.
Klar wer die Verherrlichung blinden Gehorsams, militärischer Tugenden und testosterongeschwängerten Machotums nicht supergeil findet muß ja irgendwie krank sein.
This is quite sad. Obviously Berliners are a bunch of liberal commie whackos. All and any liberals/leftists will hate this film and not go see it. It is politically incorrect. Furthermore, there is no understanding, nor comphrension of the True Doric Greeks of Sparta. Most of Western Society has been spoon-fed liberal propaganda about the great Athens and abhor the true Western society of Sparta.
Off course it was booed. Europe is the home of bunch of liberal weenies who have forgotten what it means to be a Man. Only true Men can recognize and love Sparta—liberal weenies can not. Are not all Academics and Journalists anti-military and hence anti-masculinity? We live in an anti-male and anti-warrior culture. We live in a matriarchical society where of course the Spartans are loathed.
Das in zahlreichen Postings mit “Heil Hitler” unterschrieben wird, weil einem ansonsten nichts einfällt, verwundert da kaum mehr. Halbwegs Sinn für Humor zeigte nur ein Poster, der anmerkte daß Europäer ja eh mit einem Frank-Miller-Comic nichts anfangen könnten, weils bei ihnen ja nur Tim und Struppi und die Schlümpfe gäbe. Ein anderer ergänzte dann, man solle vielleicht eine Schlumpffassung von “300” drehen:
“Smurfs–tonight we smurf in Smurfing Hell!”
“Our arrows will blot out the sun.”
“Then we will smurf in the smurfing shade!”“This is SMURF!” (Kicks Tin Tin down the well.)
Also mal ganz im Ernst: Die Fassung würd ich mir angucken.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Februar 15th, 2007 •
- 41 Kommentare









































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