Ghost Rider

„Brennt hier irgendwas?“

ghostrider.jpgOriginaltitel: Ghost Rider
Herstellungsland: USA 2007
Regie: Mark Steven Johnson
Darsteller: Nicolas Cage, Peter Fonda, Eva Mendes, Donal Logue, Wes Bentley, Sam Elliott

**½

Johnny Blaze und sein Vater sind Motorradfahrer bei einer Stuntshow. Als er von der Krebskrankheit seines Vaters erfährt, klopft just der Teufel an die Tür und bietet ihm einen Pakt an: die Genesung seines Vaters gegen seine Seele. Johnny unterschreibt den Vertrag mit seinem Blut, trennt sich nach dem Unfalltod des Vaters von seiner großen Jugendliebe Roxanne Simpson und macht im Laufe der Jahre Karriere als Stuntshow-Fahrer, der bei seinen Shows die gefährlichsten Sprünge wagt. Bei einer seiner Auftritte läuft ihm die mittlerweile als Fernseh-Journalistin arbeitende Roxanne über den Weg, es funkt selbstverständlich wieder. Leider fordert der Teufel genau in dem Moment Johnnys Dienste ein, als dieser ein Date mit seiner Ex hat. Denn der Sohn des Teufels, Blackheart, hat sich von seinem Vater losgesagt und will mit drei Elementar-Dämonen die Erde unterjochen. Das kann er natürlich nicht einfach so auf sich sitzen lassen, der olle Teufel und schickt der Dämonenbrut seinen Ghost Rider, der aufräumen soll mit dem Pack.

Der Ghost Rider ist eine der hierzulande weniger bekannten Comigfiguren aus dem Marvel-Universum und es war nur eine Frage der Zeit, bis sich Hollywood einer Umsetzung des Themas widmet. Mark Steven Johnson, der mit Daredevil, Elektra und Simon Birch schon drei Gurken verbrochen hat, die bei mir mit Pauken und Trompeten durchfielen, schafft es mit „Ghost Rider“, mich zumindest halbwegs zu unterhalten. Dazu muss man nur das Gehirn ausschalten, denn, um das auch gleich vorneweg zu sagen, der Film glänzt durch eine dümmliche Story, ein grottenschlechtes Drehbuch und mit Peter Fonda als Teufel einer grandiosen Fehlbesetzung. Peter Fonda mimt den Beelzebub dermaßen gentlemanlike, dass man ihm seine Boshaftigkeit in keiner Sekunde abnimmt und die Entscheidung, Fonda als augenzwinkernden Verweis auf „Easy Rider“ zu engagieren, war ein glatter Fehler.

Auch die Figur des „Gatekeeper“, dem ersten Rider, der gegen Ende auf einem feurigen Pferd neben Johnny Blaze daherreitet, ist ein schlechter Witz und wirkt dermaßen Deplatziert, wie es eben geht. Natürlich ist das ein Verweis auf den „echten“ ersten Comic-Ghost Rider, den Marvel in Phantom Rider umbenannte um der neuen Comic Figur des Feuerstuhlfahrers einen coolen Namen zu verschaffen. Das ist nett für Comicfans, bleibt dem normalen Zuschauer aber verborgen, der sich nur fragt: „Was soll der Scheiß?“

Wes Bentley, der seit American Beauty ja auch nicht mehr weiter aufgefallen ist, bleibt als Blackheart einigermaßen glaubwürdig. Cage spiel wie Nicholas Cage immer spielt und auch der Rest des Ensembles fällt nicht weiter auf. Die Tricks sind anständig, hauen einen aber nicht von den Sitzen. Außerdem wirken die Proportionen des skelettierten Riders seltsam verschoben, zumindest in den ersten Szenen. Das Drehbuch strotzt vor Klischees und kommt nur selten mit ironischen Ideen oder originellen Szenen um die Ecke. Wenn der Rider bei der Fahrt durch die Stadt die halbe Straße zerlegt oder wenn Roxanne Simpson die Wohnung von Johnny Blaze betritt, in der er eben grade noch Feuerbälle geschleudert hat, und fragt, ob hier etwas brenne, das sind die besseren Momente des Films. Auch die Kämpfe mit den Dämonen finde ich halbwegs gelungen und das Gesamtpaket ist einigermaßen spannend.

Der Film ist nicht der Komplettscheiß, den ich erwartet habe. Und das liegt selbstverständlich in der grundsätzlichen Figur des Ghost Rider begründet. Die Kombination Skelett+Motorrad+Feuer+Stuntshow ist schließlich der Jungentraum schlechthin, da kann man gar nicht anders, als mit großen Augen auf die Leinwand zu gucken. Wenn einem dieser ganze Haufen an Minuspunkten nicht die Freude verhageln würde. Dem ist aber leider so und so bleibt mir nur ein „okayer Genrefilm“ und kann den Ghost Rider nur bedingt empfehlen. Genre-Fans werden einen kurzweiligen Abend haben, den sie zwei Minuten nach verlassen des Kinos garantiert wieder vergessen haben werden. Der ganze Rest wird den Film für ganz großen Mist halten.

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16 Kommentare

  1. Bin Genre-Fan, halte aber Ghost Rider trotzdem für ganz großen Mist. Was mache ich nur falsch…?
    Aber immerhin ahnt man, dass wenigsten Nicolas Cage bei den Dreharbeiten seinen Spaß hatte… Ansonsten ist der Film dermaßen uninspiriert und qualvoll. Schade. Hätte man wahrscheinlich cooler machen können (sprich: düsterer, s. Batman Begins)…
    Mark Steven Johnson hat übrigens nicht die Regie bei “Elektra” geführt…

    Kommentar von justus_jonas am 26.02.2007 um 15:27 Uhr
  2. Ich wiederhole mich ja, aber wer kommt immer wieder auf die Idee Nico Cage, die US-Antwort auf Hajo Scholz, als coolen Kerl zu besetzen? Will man allen Verwaltungsfachangestelten und Buchprüfern suggerieren auch sie könnten wirklich schweinecool sein, wenn hinter ihnen etwas in Zeitlupe explodiert?

  3. Okay, damit ist Ghost Rider auf meiner Prioritätenliste weit hinter Pan Labyrinth gerutscht. Vielleicht doch erst auf DVD gucken? Macht er auf der Leinwand mehr her?

  4. DVD reicht, unbedingt. Pans Labyrinth ist ein Meisterwerk! Unbedingt ansehen!

  5. An was ich mich noch bei dem Film noch erinnern kann? Einen Spruch:

    “Gnade ist ausverkauft!”

    Das war für mich aber auch das einzige Hochlicht. Die nervige Liebesgeschichte und das bescheurte Ende machen mir tierische Angst vor einem 2. Teil. :(

  6. also mal ehrlich, ich habe schon lange keine so uninspirierte comicverfilmung gesehen.
    die kämpfe gegen die dämonen waren einfach nur lächerlich: keiner hat auch nur den hauch einer chance gegen den ghostrider und wie blackheart besiegt wird nachdem er die ganzen seelen in sich aufgenommen hat war ja sowas von voraussehbar…

    Kommentar von martin am 28.02.2007 um 09:15 Uhr
  7. Ich finde den Film echt spannend, gute Szenen und Blackheart ist echt süss !

    Er spielt den Bösen, warum müssen die Bösen eigentlich immer so gut aussehen :) ?

    Gruß

    Susanne

  8. Stimme ich völlig zu. Nicolas Cage hat hier eine schöne Figur und Haarpracht und die verführerische Eva Mendes passt ihm:-)
    Special effects sind da einfach toll!

  9. Zu 90% sind Comicverfilmungen immer Mist. Vielleicht sollte man sich die, zum Teil wirklich guten, Geschichten im Orginalmedium zu Gemüte führen. Und Ghostrider war schon in seinen Comic- Auftritten schlecht.

  10. Ich fand den Film einfach nur grottig. Die Effekte wie das brennenden Totenkopfs sind ja wohl selbst für Genre-Fans nur noch peinlich und zum drüber Lachen ist der Film wohl noch nicht schlecht genug.

  11. naja einmal anschaun damit man weiß worüber die masse redet und sonst kann ich nix mit dem Film anfangen…

    schlechte Story, schlechte Schauspielerisch Leistung, Technik auch nicht soo der Hit….

    Kommentar von Dome am 09.04.2007 um 17:05 Uhr
  12. zu diesem film fällt mir nur das hier ein.

  13. @1234rock: damit, dass man sich vielleicht zu so manchem superhelden-movie schrott aml das original greifen sollte, hast du vollkommen recht. kein problem damit.
    mit deinem kommentar zu den auftritten des ghost riders im comic hast du jedoch glatt ins kloh gegriffen.
    schon mal “road to damnation” gelesen? schätze kaum, denn sonst würdest du nicht solche töne spucken.

    im übrigen muss ich sagen, dass der film der letzte schrott war. ich mag den rider und ich mag gute comic-verfilmungen, aber das war einfach nur grottig.
    zwangsvercoolter nico cage, eine absolut nichtssagende, zu purer deko abkommandierte mendez, im besten fall seltsam anmutende special effects (bis auf die fahrt den wolkenkratzer hoch, die fand ich nice) und in 2 minuten abgehandelte “Gegner”. tolle leistung. Chapô.

    Kommentar von sebinator am 19.05.2007 um 22:39 Uhr
  14. Der Film ist grottenschlecht und todlangweilig. Leider hat er nicht einmal Trashwert. Und dümmlich ist er dazu. Es fällt auf, daß die Marvel-Verfilmungen von Film zu Film schlechter werden. Ich nehme an, jetzt ist man eben bei dem Müll angelangt – und wie bei Stephen King muß halt alles irgendwie verfilmt werden… und sei es auch als Vorlage schon schlecht gewesen.

  15. Ich hab mir den Film als Extended Version bei Karstadt im Digi gekauft und sofort angesehen. In manchen Szenen lässt sich das Potential erahnen, das die grundsätzliche Ghost Rider-Idee (Cooler Biker mit brennendem Schädel + Lederjacke + Höllenharley) schon Potential hat. Nur nutzt der Film dieses nur in wenigen Szenen. Für mich war eine der coolsten Szenen die Gefängnisszene. Also, nachdem der weinerliche Nicolas Cage sich in den Ghost Rider verwandelt hat. Das war schon geil.

    Kommentar von Bene am 14.02.2008 um 22:13 Uhr
  16. Der zweite Satz is komisch bei mir. Denkt euch das einfach richtig.

    Kommentar von Bene am 14.02.2008 um 22:13 Uhr

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