
Wie die meisten Fans von damals, habe auch ich ein sehr zwispältiges Verhältnis zum neuen Indiana Jones Film, der fast 20 Jahre nach “The last Crusade” noch einmal die Abenteuer des wagemutigen Archäologen weiterspinnen soll.
Indy war Teil meiner Kindheit und die Filme haben, wie viele Action Ikonen der 80er, wenig von ihrem Drive und Charme eingebüsst. Sie stehen für Klischeehafte Stories, die mit viel Witz, Selbstironie und überkandidelter, aber dennoch erdgebundener Action gewürzt wurden. Die Bedrohungen waren real und dennoch überlebensgroß, die Gefahren konnte man bei aller Absurdität ernst nehmen.
Im Sommer fällt nun die erste Klappe für die bisher unbenannte Fortsetzung und viel Wasser ist seit dem den Nil heruntergeflossen. Nach dem letzten Film war George Lucas ein genialer Produzent, der die beste Trickschmiede der Welt führte und Spielberg war, trotz Ausflügen ins ernste Fach, in erster Linie ein brillianter Popcornregisseur, der genau die richtige Mischung zwischen Spannung und Komik komponieren konnte.
Doch danach ging es bergab. Erst wurde Indiana Jones in einer kriegsverherrlichenden Pseudoschulfernsehserie als Young Indy verheizt, eine Serie der alle Elemente fehlten die die Filme spannend machten. Spielberg bäumte sich mit Jurassic Park noch einmal auf, ehe durch Schindlers Liste sowohl die Spiritualität als auch die Ernsthaftigkeit entdeckte und fortan Filme machte die irgendwie “gewichtiger” sein wollten. Es folgten Flops wie “Jurrassic Park II“, “Amistead“, Kubrick-Adaptionen und Survivor-Projekte. Mediocre TV-Serien von “SeaQuest” bis “Taken” und irgendwann war Spielberg nur noch irgendein Regisseur, dessen Filme längst nicht mehr so sehnsüchtig erwartet wurden wie früher einmal. Selbst wenn er solide Unterhaltung ablieferte wie in “Catch me if you can“, der Zauber der 80er in denen alles was er anfasste diesen besonderen Touch hatte, selbst wenn er nur produzierte, er ist lange vergangen.
Und Lucas? Er der nie ein großer Regisseur war, der seit dem ersten Star Wars-Film schon Ende der 80er zehn Jahren nicht mehr im Regiestuhl gesessen hatte? Er verlor zusehends sein Gespür für alles was magisch war. Analog zu seinem geistigen Verfall, der ihn glauben ließ er könne auch ohne fähige Leute die ihm Drehbuchschreiben und Regie abnehmen wirklich großes schaffen wenn er alles allein macht, analog zu seinem gesteigerten Größenwahn ging es auch mit ILM bergab.
Seit der digitalen Revolution durch The Abyss und T2 verließen immer mehr der altgedienten Recken die Industrie-Magier und gründeten eigene Firmen, zurück blieben Effektbeamte die mit jedem Jahr langweiligere Arbeit ablieferten und erst aufwachten, als ihnen Peter Jacksons WETA einen grandiosen Arschtritt versetzte.
Seit dem letzten Indy, sind drei furchtbar, grauenhafte, CGI-Monstrositäten erschienen, die sich als Prequels der “Star Wars”-Reihe ausgaben, die Nachbearbeitungen und digitalen Veränderungen die die Original-Trilogie, wie auch “E.T.” über sich ergehen lassen mussten stehen noch immer als Mahnmal dafür, daß man Regisseuren niemals zuviel macht über ihr Werk einräumen soll. Das ging schon bei Goethe nicht gut.
Nach soviel Schrott mit dem zwei einstmals große Popcorn-Erzähler die Zuschauer in den letzten 20 Jahren belästigt und vergrätzt haben, wollen sie jetzt noch einmal Indiana Jones ins Visier nehmen. Mit einem Hauptdarsteller, dessen Karriere leider nicht ganz zu unrecht seit Mitte der 90er zunehmend in der Bedeutungslosigkeit versickerte. Der mittlerweile so alt ist wie sein Vater im letzten Film und der leider nicht halb so interessant und würdevoll gealtert ist, wie Sean Connery. Kein Wunder, daß man als Fan der Serie Magenschmerzen hat.
Verhindern wird man den Film nicht. Ignorieren dürfte auch schwer werden. Aber man kann sich diese Tipps an die Macher durchlesen, die in der Cinematical veröffentlich wurden. Und hinterher wenn der Film fertig ist sagen: “Warum hat niemand auf diese Tipps gehört?”
Tipps wie diesen hier:
“7. Speaking of CGI, let’s limit it substantially or ban it from the production all-together. Yes, CGI is just like any other tool in the filmmaker’s toolbox, open to either creative use or misuse, but George Lucas is a misuser. An abuser. When I first heard that unsourced British tabloid rumor about him wanting to use CGI for Indy’s whip this time around, I knew immediately that it was true. It stunk of Lucas. I’m appealing to Spielberg personally here — trust that little voice in your head that tells you ‘Indy 4′ shouldn’t be a CGI extravaganza. Limit yourself to the tools that were available in say, 1989, and stick to those. Call it tying one hand behind your back if you want — a creative challenge. In Temple of Doom, you dropped Indy out of a plane and into roaring rapids, all without the use of CGI. If you could do that then, you don’t need CGI now. Indy is an analog kind of guy, and there’s something terribly disheartening about imagining him doing his thing in front of a greenscreen.”
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- März 24th, 2007 •
- 11 Kommentare









































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