“That is actually the sewer line…”
Originaltitel: Epic Movie
Herstellungsland: USA 2007
Regie: Jason Friedberg / Aaron Seltzer
Darsteller: Kal Penn, Adam Campbell, Faune A. Chambers, Jayma Mays, Fred Willard






Vier erwachsene Waisenkinder werden von einem verrückten Industriellen in seine phantastische Fabrik eingeladen, stellen dann aber fest, daß er gar nicht so nett ist wie gedacht. Auf der Flucht stolpern sie in einen magischen Wandschrank in das Reich Gnarnia, in dem sie allerlei seltsamen Gestalten begegnen um die böse White Bitch zu besiegen.
OMFG. Ich hätte nicht gedacht, daß ich wirklich mal einem Streifen nur einen Punkt gebe, aber “Epic Movie”, dieser filmgewordene Genozid des Spoof-Genres hat es wirklich geschaft. Obwohl ich für Genreparodien a la “Airplane!” und “Hot Shots!” wirklich etwas über habe und sogar die vielgescholteten letzten Sequels der “Scary Movie“-Reihe immer noch sehr witzig fand, konnte ich bei diesem Film nicht ein einziges mal auch nur müde grinsen.
Der Film hat weder verstanden warum Mel Brooks-Filme funktionierten, noch was die ganzen ZAZ-Parodien so sehenswert machte. Selbst ein Schmiedehammer auf den Fuß macht mehr Spaß als dieser Film. Die beiden Regisseure, die zuvor die humoristische Salzwüste “Date Movie” hingelegt haben, veranstalten diesmal eine Sinn- und Ziellose Odyssee durch verschiedenste Blockbuster der vergangenen zwei Jahre. Von “Piraten der Karibik” über “Harry Potter“, “X-Men”, “Superman”, “Nacho Libre“; “Talladega Nights”, “Borat” bis zum Rahmenhandlungsgebenden “Charlie and the chocolate factory” und “The chronicles of Narnia” wird hier alles abgefrühstückt was irgendwie erfolgreich war (oder zu werden versprach – wie man an der hingeschluderten Referenz auf den Flop “Nacho Libre” merkt).
Es geht nicht mehr darum Klischees eines Genres zu analysieren und zu veralbern, sich an würdigen großen Gegner zu messen und ihre Schwachstellen aufzuzeigen (und grade Narnia hätte da ja genug Angriffspunkte geliefert), nein man gibt sich völlig damit zufrieden halbwegs bekannte Szenen irgendwie nachzustellen und äh… ja. Nichts mit ihnen zu machen. Ganz zu schweigen davon, daß weder der Originaltitel noch der deutsche Titel irgendwas mit dem Inhalt zu tun haben, denn weder werden epische Werke wie “Herr der Ringe” oder “Troja” konsequent veralbert, noch nimmt man sich wirklich nur Fantasy-Werke vor. Stattdessen stümpert man munter Szene an Szene, im Kopf die Checkliste der letzten Erfolgsfilme.
Figuren die im Original schon absurd sind wie Borat und Captain Jack Sparrow kann man nicht parodieren – sie sind Parodien, deswegen machen sie im wesentlichen das, was sie in ihren eigenen Filmen auch machen – nur schlechter. Der Film veranstaltet viel Gewese und einigen tricktechnischen Aufwand im seinen Vorbildern nachzueifern, aber im entscheidenden Moment fällt ihm nichts ein, was er daraus machen könnte.
Die Scherze sind unglaub beschissen getimed und finden in der Regel auf Furz-, Kotz-, Rülps-, Kacka-, Piss-Niveau statt ohne das dies auch nur im entferntesten lustig wäre (und grade die Wayons-Teile der Scary-Movie-Filme hatten gezeigt wie witzig gezielt, skrupellose Obszönität sein kann, wenn man sie nur unverklemmt und dreist serviert).
Schlechte Imitation ohne Inspiration, grimmassierende Schauspieler und eine konfus-blöde Story, die nie wirklich in Schwung kommt. Wirkliche Spoofs begreifen die Größe und die Fallhöhe der Originalfilme und versuchen deren Drama und Pathos zu imitieren um es dann ins Komische zu verkehren. Seien es die herzzerreisenden Abschiede in “Airplane!” oder das gespielte Entsetzen wenn sich in “Scary Movie 4″ ein gigantischer iPod aus dem Boden schiebt, immer schwingt die cineastische Wucht des Originals mit, die dann gezielt als albern entlarvt wird.
Bei “Epic Movie” ging es anscheinend nur darum, möglichst viele aktuelle Filme irgendwie im Bild zu haben, die meisten hatte man zum Drehzeitpunkt wohl bestenfalls als Trailer gesehen, was auch erklärt warum viele der nachgestellten Szenen aus Preview-Trailern der Originale entlehnt sind. Wie diese Werke funktionieren, was man an ihnen tatsächlich kritiseiren und als Klischee oder albern entlarven könnte, davon haben die Drehbuchautoren keinen Schimmer. Sie würden einen Scherz nichtmal erkennen wenn er ankommt und ihnen in den Arsch tritt.
Wer immer schon dachte, daß die Eskapaden von Leslie Nielsen, abseits seiner ZAZ-Filme den Tiefpunkt des Spoof-Genres darstellen, der darf sich mit diesem Drecksfilm eines besseren belehren lassen.
Andererseits, ich wünsche wirklich niemandem, daß er sich diesen Film antut. Wirklich nicht. Man kann immer viel über Meinungen reden und unterschiedlichen Humor, aber wer bei diesem Film lacht der findet auch Weltkriege witzig und macht mir Angst.
2% Frischewertung auf dem Tomatometer – Das ist wirklich eine Leistung.
Not.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- April 2nd, 2007 •
- 19 Kommentare









































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