In Kino Veritas

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Doggenfrau
Zeichnung: manniac

Ins Kino geht man um Geschichten erzählt zu bekommen. Unschön ist es oft, wenn man dort selbst welche erlebt. Sei es die Geschichte der dummen Teeniehorde, die einfach nicht die Schnauze halten wollten, die Ballade vom Idioten mit dem Laserpointer oder das Dramulett vom Ehepaar in den besten Jahren, das zum ersten mal seit “Das Superweib” wieder im Kino ist und einfach alles beeindruckend findet.

Ich weiß, das Kino hat es auch nicht leicht heute. Die bösen Verleiher bringen die DVDs immer früher heraus und wollen obendrein horrende Summen abkassieren und setzen die Betreiber der Lichtspielhäuser (ja zu meiner Zeit sagte man noch so, da hieß es in der Telefonansage auch noch: “Wir geben ihnen jetzt eine Übersicht über die Programme der Lichtspielhäuser mit den Anfangsbuchstaben A-K“) massiv unter Druck, die Zuschauer schauen lieber daheim oder ziehen sich die Filme aus dem Netz und überhaupt ist es viel zu sonnig und keiner mag ins Kino gehen.

Dennoch macht auch mit dem Wissen um dieser Schwernisse ein Besuch in einem Kino oft wenig Spaß, wenn man mal mein Cinestar Original am Potsplatz ausklammert (dort hatte ich in der Tat fast nie Grund zur Beschwerde). Sobald ich aber mal einen deutschen Film sehen will oder aus einem anderen Grund gezwungen bin meinem Stammkino untreu zu werden, lauert das Grauen.

Das Cinemaxx z.B will im Vergleich zum Cinestar Original frecherweise Gebühren, wenn ich übers Internet eine Karte bestellen will, zudem ist das Ganze unglaublich umständlich und erfordert eine Registrierung bei irgendeinem Telekomkartenportal, inkl Angabe aller Adressdaten. Bei einer reinen Reservierung ist es zudem unmöglich die Plätze selbst auszuwählen. Alleine das reicht bei mir meist um extrem schlechte Laune zu bekommen. Lahmarschige lausig gestaltete Homepages heben dabei auch nicht grade die Laune, wenn ich dreimal klicken muss um dorthinzukommen wo ich hinwill und es fast unmöglich ist einfach mal in Erfahrung zu bringen was die Karten denn kosten, ohne das man die erwähnte Registrierung durchläuft.

Spaß macht dann auch das Abholen an den Kartenautomaten, deren Drucker bisweilen in einer Hauchschattierung drucken, das man dem Kartenabreißbeauftragten nur mit Mühe plausibel machen kann, das man ein gültiges Ticket und nicht einen leeren Papierstreifen vorweist.
Dazu kommt dann das Publikum, welches aus irgendeinem Grund stets wirkt, als hätten die Eiermannschen Anstalten heute Freigang gegeben.

Ich sträube mich zwar gegen den Gedanken, daß alleine die Tatsache das mein Stammkino nur Filme im Original zeigt für den niedrigeren Gesindelfaktor verantwortlich ist, denn ich würde nie behaupten, daß alle die kein Englisch verstehen automatisch dumm sind, aber dennoch bleibt der Eindruck, daß sich in den normalen Multiplexen Berlins vornehmlich die Leute versammeln, die bei der Verteilung von Großhirn grad pinkeln waren.

Leute die im Kino irgendein kommunikatives Event sehen bei dem der Film doch nur stört, weil er frecherweise das Prasseln der Nachos und das Handyfiepen übertönt, Leute die bei der Langnesewerbung vor Lachen zusammenbrechen weil sie sie noch nie gesehen haben, Leute die beschließen “du wir gehen heut ins Kino” und sich dann erst an der Kasse entscheiden was sie denn eigentlich sehen wollen – bzw was überhaupt läuft – und die Leute die offenbar keine eigene Wohnung haben, in der sie eine wechselseitige Genitalmanipulation vornehmen können.

Wer jetzt mir jetzt raten möchte, das ich dann doch lieber in diese kleinen Arthaus-Kinos gehen soll, dem möchte ich entgegenhalten, daß ich deswegen ins Kino gehe weil ich Filme auf GROSSER Leinwand und mit ordentliche druckvollem TON erleben möchte.

Und auch wenn es immer wieder anders behauptet wird. Das was viele Arthauskinofans als Atmosphäre bezeichnen ist leider eine bügelbrettgroße Leinwand und scheppriger Stereo- oder gar Monosound aus asthmatischen Boxen. Sorry Leute, aber dann kann ich den Film auch zuhause schauen. Da sitzt dann wenigstens kein Lehramtsstudent mit Strickschal neben mir, dem dauernd seine Jeverflasche umfällt.

Klar ich weiß um die Probleme, meist finanzieller Art, die diese Kinos haben, aber als jemand der zwischen 5-8 Euro zahlt bin ich einfach nicht bereit, mir die Leidensgeschichte des Besitzers anzuhören, wenn ich in einem kleinen muffigen Saal sitze und mir auf einer fleckigen Leinwand auf speckigen Sitzen einen mies projezierten Film anschauen, bei dem das Geräusch des Projektors fast lauter durch die Scheibe dringt als der Ton aus den winzigen Boxen kommt.

Für ein ordentliches Kinoerlebnis bleibt leider nur der größte Saal eines Multiplex, deswegen sind Internet-Vorbestellungen der Karten auch so immens wichtig. Denn sobald man sich auf die Kartenverkäuferinnen verlässt muß man feststellen, daß deren Definition von Mitte/Mitte-Plätzen sich deutlich von meiner unterscheidet. An dieser Stelle sei nochmal gesagt, Leute: Auch wenns irgendwelche Wahnsinnigen gibt die 8 Euro zahlen um dann ganz hinten zu sitzen, wo die Leinwand so groß wie TV-Screen wirkt und sich der Surroundsound gleich ganz erledigt hat, weil es keine Box mehr gibt die noch hinter einem Geräusche produzieren könnte (und ja ich weiß es gibt diese Leute und ja ich weiß was die während des Films machen und ihgitt ich will ihnen dabei nicht zusehen), DENNOCH: Wenn ich sage ich würd gern Mitte/Mitte sitzen heisst das, daß ich so nah wie möglich an der mittlersten Reihe und dort so nah es geht am mittlersten Platz sitzen will. Nicht rechts aussen, nicht ganz hinten, nicht ganz vorne und ganz sicher nicht auf einem von den beknackten Seitenplätzen, die sowieso nur von Leuten mit Inkontinenz genommen werden.

Okay? Und noch eine Bitte liebe Kinoarchitekten, verzichtet doch bitte drauf Säle zu bauen, die den Eingang in der Mitte haben, was dazu führt, daß die besten Plätze gleich ganz wegfallen und man neben einer Mauer hockt, die sämtlichen Sound von einer Seite komplett wegfiltert (schönen Gruß ans Cubix am Alex).

Und scharfstellen darf man Filme auch. Das kost nix extra. Und wenn ihr schon meint ihr müsst Digitalprojezieren, dann sorgt doch bitte dafür das ihr nicht irgendwelche Ramschprojektoren habt, die kein anständiges Schwarz hinkriegen und fiese Artefakte zeigen. Und kennt ihr eigentlich den Platz, wo ihr euch die ganzen Antiraubkopiererspots und Rechtsbelehrungen hinstecken könnt, mit denen ihr mir regelmässig vor dem Film auf den Sack geht? Ja? Dann steckt sie dort doch bitte hin und kneift die Backen dann ganz fest zu, bis die “Phasen, Raubkopier, Schwachsinn”-Frau und auch die singenden kleinen Knastbratzen alle erstickt sind.

Das wäre ganz ganz reizend. Denn eigentlich gehe ich gerne ins Kino und liebe es Filme auf riesigen Leinwänden mit bombastischem Sound zu erleben. Aber liebe Kinokettenbesitzer, so ganz einfach hat man es als Besucher auch nicht. Und wenn man schon rumquengelt, daß die Geshcäfte nicht so doll laufen, dann sollte man den Kunden doch auch etwas entgegenkommen.

Das man beim Versuch das Oliver Pocher-Vehikel “Vollidiot” zu sehen auf Kartenverkäuferinnen mit Beamtenmentalität treffen kann, musste Manniac jetzt erleben.

Noch ehe diese Frage zu einer Antwort gefunden hatte, war ich schon fast an der Kasse angelangt und ein ganz anderer, neuer Gedanke meldete sich nun nervös zu Wort: Hatte ich eigentlich genügend Geld eingesteckt? Freitag abend sind die Preise meistens höher als unter der Woche und EC-Karten werden hier nicht akzeptiert. Ich kramte durch mein Portemonnaie: 7.10 €, 7.60 €, 7.70 €. 7.80 €, 7.82 €, 7.83 € – das war der letzte Cent … ob das reicht?

Es reichte nicht.

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Und was waren eure unerfreulichsten Kinoerlebnisse?

In : Thema

About the author

Batzman (Oliver Lysiak)
Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreichstes Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.
  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Mal Sehen

    Meine unerfreulichen Kinoerlebnisse fangen damit an, dass immer und ohne Ausnahme der Scherzkeks, der “Oh, dann muss ich wohl jetzt die Kamera wieder ausmachen” brabbelt, wenn der Aufruf eingeblendet wird, dass das Mitschneiden böse ist, im Umkreis von 5 Plätzen um mich herum sitzt.

    Wer es mir nicht glaubt, kann sich gern mit mir zum Kino verabreden und sich davon überzeugen.

  • http://www.i-jeriko.de Jeriko One

    Das wäre so in der Zeit anzusiedeln, als dieser Raubkopiererscheiss gerade angefangen hat und ganz Kinodeutschland darüber geredet hat. Da kam mein damals bevorzugtes Multiplex auf die grandiose Idee, aus einer Paranoia heraus ihre Kunden zu filzen. Mit allem drum und dran, abtatschen, Taschen entleeren usw. Und auch nicht alle Kinogänger, nur die, die einem verdächtig erscheinen. Worunter wir natürlich immer fielen.

  • http://typolicious.de Thomas

    Batzmann, du hast mir aus der Seele gesprochen. Danke dafür.

    Mein schlimmstes Kinoerlebnis? Davon gab es viele und es gibt sie immer wieder. In der letzten Zeit war das aber folgendes:

    Ich war in meinem Stamm-Programmkino um mir Babel anzuschauen. Normalerweise habe ich mit diesem Kino gute Erfahrungen gemacht. Keine Nachos, kein Popcorn, keine Ich-saug-den-letzten-Tropfen-Cola-Becher. Aber an diesem Abend saß schräg hinter mir (that’s where they always sit) ein älteres Pärchen, so Mitte 40. Die beiden unterhielten sich ziemlich lautstark und diskutierten oder amüsierten sich über den Inhalt der Werbefilmchen und ich weiß noch, dass ich dachte, hoffentlich halten die nachher die Klappe. Was soll ich sagen, sie taten es nicht. Stattdessen fuhren sie fort den Film zu kommentieren und sich gegenseitig ihre Vermutungen über den Fortgang “zuzurufen”. Es kam mir vor als säßen die beiden vor ihrem heimischen Fernseher, die schienen nichtmal zu merken wie störend das war. Irgendwann platzte mir dann die Hutschnur und ich forderte die beiden auf (höflich aber direkt) doch bitte endlich die Schnauze zu halten oder den Saal zu verlassen, schließlich hätte wir anderen ebenso für den Film bezahlt.
    Ich spüre die dankbaren Blicke der restlichen Besucher noch heute.

  • muzz

    Mein “schlimmstes” Erlebnis bisher war der Typ (“junger Mann” oder “Mitbürger” passen wirklich nicht auf den) im UFA in Stuttgart, der mitten in nem Thriller ans (natürlich laut und schlecht klingelnde) Handy geht und ein noch lauteres und langes Gespräch anfängt. Ich dachte echt, es hakt: Mitten in Film telefonieren! Jemand neben ihm hat dieses unglaubliche Verhalten dann nach ein paar Sätzen freundlich, aber bestimmt abgestellt, und ich bin seitdem nie wieder in dieses Kino gegangen.

  • http://www.plumpaquatsch.blog.de plumpaquatsch

    Zum Erlebnis von “manniac” nur so viel:
    wer sich einen Film mit Oliver Pocher (!!!) in der Hauptrolle freiwllig ansehen möchte, noch dazu im Kino dafür beinahe 8 Euro auszugeben bereit ist, hat es meines Erachtens nicht besser verdient.

    Zumal ich der Verkäuferin eingedenk des vorher Geschriebenen gar eine unterschwellig philantropische Ader zuzubilligen bereit bin… :)

  • Turntablerocker

    Unerfreuliche Kinoerlebnisse haben bei mir immer mit pubertierenden Jugendlichen zu tun, die es viel spannender finden die Mitseher mit ihren Kommentaren zu unterhalten, anstatt mal die Fresse zu halten.

    Hat einer mal einen Film wie “The fast and the furious” oder Triple X” im Kino gesehen? Ich habe es nicht miterlebt, aber es muss grausam sein.

    Wie schaut es eigentlich mit guten Erlebnissen aus?

    Mein erstes Multiplex, Surround, DTS, laut, lauter am lautesten Erlebnis hatte ich im hamburger Grindel Kino. Bevor die üblichen THX, DTS Trailer in monstermäßiger Lautstärke abgespielt wurden, wurde die komplette Leinwand von hinten beleuchtet und man konnte die wahnsinnigen Lautsprecher dahinter sehen. Diesen Anblick habe ich noch heute vor Augen und lässt die Hose feucht werden. Es war unerträglich laut, aber das sehr angenehme Publikum schrie immer nur “lauter, lauter”. ;-)

  • imYemeth

    Naja, ein paar Filme werden durch Zuschauerkommentare doch erst unterhaltsam. Ich weiss noch wie bei den Incredibles, als grade diese ausgeflippte Modedesignerin auf der Leinwand herumstolzierte jemand rief “Die ist genau wie meine Mutter”. Das war wirklich lustig, und gehört für mich auch irgendwie zum Erlebnis Kino.

    Aber Batz, Du hast das Schlimmste vergessen: Die Eis (Verk)käufer.
    Man freut sich nach der Werbung endlich auf gescheite Trailer, dann kommen sie, SOKO Langnese. Einer von links, der andere von rechts, und mit einem aufgesetzten Lächeln das knapp bis zur letzten Sitzreie reicht schmettern sie ein “Guten Abend, möchte noch jemand ein leckeres Eis?!” durch den Saal. Gut, damit kann man leben, gehört halt dazu, und theoretisch würden sie ja gleich wieder verschwinden.
    Aber links hinten, drittletzte Reihe, Mitte, der Typ meldet sich doch tatsächlich. Also stapft das tapfere Personal die Stufen hinauf, kämpft sich durch die Reihe, nur um dann ein 10 Minütiges Beratungsgespräch zu beginnen: “Ja, also wir haben dieses und jenes Eis, 3,49, und neu ist auch dieses hier… nein, das haben wir nicht… es war 3,49… nun doch nicht? … immer noch 3,49… nein, einen 50er kann ich nicht wechseln…”

    Es muss ein Double-Feature gewesen sein, als die Eisverkäufer vor dem zweiten Film ein weiteres mal angriffen, und ihnen der ganze (randvoll mit Nerds besetzte Kinosaal, Tomb Raider oder Matrix oder soetwas) ein “NEIN” entgegenschmetterte, worauf sie einen hastigen Rückzug antreten mussten.

  • Pingback: ::: eselkult.tk: Blog, abseits vom Mainstream! ::: » links for 2007-04-23

  • http://ich-werde-politiker.blogspot.com Thorben

    Du sprichst mir aus dem Herzen. Meine nervigste Erinnerung ist ein Besuch des Filmes “House of the flying daggers”.

    Hinter uns saß eine Gruppe angetrunkener Anfang-20-jähriger die offenbar keine Ahnung hatten, in was für einen Film Sie da gehen, da sie wirklich den kompletten Film über lästerten und lachten weil die Leute da “fliegen” und das so unrealistisch sei – ARGH.

  • http://blog.pixelmonsters.de ComancheMan

    Ich hasse es der Klugscheißer zu sein, Batz, aber das Cubix ist doch am Alex und nicht am Potsi. Das mit der Treppe mittem im Saal ist dort echt ätzend, gehe trotzdem ganz gerne dahin.

    Zu dem Unterschied zwischem OV-Publikum und den “Anderen”:
    Auch hier habe ich den Eindruck, dass die OV-Leute irgendwie nicht so anstrengend sind. Könnte aber meiner Meinung nach auch daran liegen, dass das Volk am Potsi ohnehin eher international ist und kaum die Durchschnitts-Berliner wiederspiegelt.

    Mehr zum selben Thema gibt’s in meinem Blog hier:
    http://blog.pixelmonsters.de/2006/10/29/wie-eklig-sind-offentliche-kinos-inzwischen-wirklich-kaugummis-schweis-popcorn-auf-boden-toiletten/

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    @Comanche

    Du hast natürlich völlig Recht Cubix ist am Alex, ich hab das im Text verbessert. Und das geteilte Kino da ist eine Katastrophe. :)

  • Sonse

    Batzman, danke! Du hast mir echt aus der Seele gesprochen. Habe mich beim Lesen verliebt.
    Schade, das dein Stammkino keinen Ableger in meiner Gegend hat.

  • http://www.epenis.de Marcel

    Donnerstags Abends Casino Royale für 8 Eus sehen und davor mit ganzen 50 Minuten Werbung + Raubkopiererscheiss genervt werden. Schlimmer gehts nimmer.

  • http://blog.glotzkind.de Björn

    Batz, ich gebe dir absolut recht. Genauso schlimm finde ich allerdings auch immer die penetraten Dauernörgler. Nix persönliches gegen Yemeth, von Kommentar 7, aber inzwischen gehen mir die Leute, die jedes mal über den Eismann motzen, um einiges mehr auf en Sack als der Eismann selbst. Ich weiß ich weiß, irgendwie nervt er schon, aber hey, who cares? Is doch scheißegal ob da jetzt 5 Leute aus allen verschiedenen Ecken ein Eis wollen, lasst sie doch. Wen stört es? Was macht es aus? Nichts!! Vor allem können da ja die Verkäufer am wenigsten für, müssen aber ständig damit rechnen unfreundlich im Kinosaal empfangen zu werden. Was soll das? Was haben die denn schlimmes getan? Beim Fußball motzt ja auch keiner die rumlaufenden Verkäufer an.
    Ich versteh das wirklich nicht. Ich sehe da keinerlei Gründe, unfreundlich gegenüber den Verkäufern zu werden, oder sie gleich anzuschreien. Viel schlimmer finde ich es, wenn da jemand wirklich mal den Film stört.

  • justus_jonas

    Danke! Aus der Seele gesprochen. Es ist wohl wirklich so, dass vielen Leute den Kinobesuch nur noch als “sozialen Event” sehen. So ist doch die Frage nach einem Kinobesuch oft: “Mit wem warst Du denn drin?” und nicht “Was hast Du Dir denn angesehen?”…
    Früher… keine Ahnung mehr wann… bin ich echt gerne ins Kino gegangen. Heute ist es hingegen nur noch ein notwendiges Übel… Letztendlich will man ja den Film ja auch am Starttermin sehen. Doch da sitzen SIE dann… die Idioten. Unfähig das Medium Film und das Konzept Kino zu begreifen. Unfähig über mindestens 90 Minuten die Klappe zu halten… Unfähig zu begreifen, dass man NICHT hier im Dunkeln sitzt um diesen Kackbratzen beim lautstarken Gedankenordnen zu lauschen. Wo waren die früher? Sind es mehr geworden? Bin ich empflindlicher? Sind DAS nicht eigentlich die Leute, von denen man denkt Sie laden sich Filme runter oder rippen Sie sich auf DVD??? Woher haben die überhaupt das Geld für den Kinoeintritt? Schenken die das nicht JAMBA?

  • http://www.bloghead.de.vu marvin

    ohja, wie war.

    wobei ich auch nicht völlig dem kinogang als “soziales ereignis” abgeneigt bin; bestes beispiel hierfür ist die sneak- preview, vond er man ja meist sowieso weiss, dass dort kein cineastischer hochgenuss stattfindet.

    filme, die ich wirklcih im kino geniessen will, schau ich mir dagegen wenn möglich zu nebenzeiten entweder allein oder mit wenigen gleichgesinnten an.

  • http://www.64byte.de Christian

    Vor mir im Cinemaxx Dammtor Hamburg hat sich ein besoffener Student, der auch unter leichtem Drogeneinfluss stand (roch man), bei der Vorstellung von Fahrenheit 9/11 angepinkelt (!!) und dann später noch beim Bloodhound Gang-Lied mitgegröhlt: “Burn Mother*.. Burn!”
    Abgesehen davon ignoriere ich alles um mich herum.

  • http://www.64byte.de Christian

    Ich sollte vielleicht hinzufügen, dass er sich nur deswegen angepinkelt hat, weil er die Toilette im Dunkeln nicht gefunden hat (bzw den Ausgang?), obwohl ihn mehrere noch freundliche Kinogänger den Weg beschrieben hatten.

  • http://helterskelter.tumblr.com Max

    Öhm.
    Nummer 1: Sessel, die anscheinend seit der letzten Vorführung kein Reinigungspersonal gesehen haben und in denen gerne Popcorn herumliegt, und zwar genau da, wo man eigentlich sitzen würde, und zwar so klein, dass man es nicht wieder vollständig wegkriegt. Leider in einem CineStar, das du ja so hoch gelobt hast.
    Nummer 2: “Mag jemand noch ein Eis?” Normalerweise hat sich’s nach dieser Frage relativ bald erledigt, aber eben nicht immer. Nachdem am Anfang niemand was wollte und die Eisfrau schon wieder gehen wollte, stand ganz vorne jemand auf. Dann überlegten es sich noch ein paar und am Schluss waren es so viele, dass noch ein weiterer Eismann kommen musste, um die Nachfrage zu befriedigen. Nachdem wir bereits den zweifelhaften Genuss einer Viertelstunde Werbung hatten, dann nochmal zehn Minuten durch Eiskäufer aufgehalten wurden, um uns noch einmal fünf bis sieben Minuten Produktpräsentation zu widmen, fing dann doch mal der Film an.
    Nummer 3: 20 Minuten Werbung trotz Kartenpreisen jenseits der 8 Euro.
    Nummer 4: “So, jetzt testen wir mal, was die Sound-Anlage aushält.” Passiert im neuen James Bond. Wir saßen nicht (!) neben den Lautsprechern und trotzdem bin ich bei jedem Schuss, jeder Explosion usw. total zusammengezuckt, weil es einfach so laut und unerwartet war, wenn es vorher einen Moment der Stille gab. Ich will nicht Flüsterpost während der Vorführung spielen können, aber wenn ich kurz vor dem Herzkasper wegen jedes Tons aus der Anlage bin, dann läuft was falsch. (Ich sollte vielleicht zugeben, dass ich sehr schreckhaft bin und öfter mal zusammenzucke, aber da war das extrem.)
    4. “Nee, den Rucksack können sie nicht mit reinnehmen.” Hat vor einigen Jahren das hiesige Kino aus Angst vor Raubkopien beschlossen. Die Folge: Ein riesiger Berg von Rucksäcken, der vom “Kinopersonal” bewacht wurde. Es gab keine Marken oder Ähnliches, wie es beispielsweise an Theatergarderoben üblich ist, sondern am Schluss konnte sich jeder nehmen, was er gerade in die Hände bekam. Ich sollte dazusagen, dass der Film gut besucht war. Zum Glück fehlte nichts…
    Alles CineStar Erlangen.

    Zu den Eisverkäufern, die ein anderer Kommentator angesprochen hatte: Ich maule keine Eisverkäufer an, die Leute machen in der Tat nur ihren Job. Aber was eindeutig nervt sind die Leute, die beschließen, bei ihnen ein Eis zu kaufen. Weil: Man kann es ja auch draußen beim Popcorn-Stand kaufen und es läuft ja eh gerade Werbung. Da muss man den anderen Leuten nicht auch noch die Zeit stehlen, sondern kann schön brav während der Werbung (oder auch schon davor) aus dem Saal gehen und sich eins holen. Vor allem: Nach der Eismann-Pause kommen eh nochmal fünf Minuten Werbung, man verpasst mit Ausnahme der Krombacher-Werbung nichts.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    Gute Kinoerlebnisse: eine Dame verabreichte mir mal in einem Kino einen Fellatio. Na? Wer kann da mithalten?

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    @Renington

    Ja sowas kenne ich auch. Aber da muß der Film schon extrem öde sein, ansonsten wird nach der Vorstellung geklöppelt.

  • http://abfallkalender.wordpress.com Sebastian Sachse

    Ich nicht, aber im Cinestar Lübeck kann (oder konnte?) man sich für einen Euro mehr von vorne bis hinten bedienen lasse… Die Frage, ob man sich denn für 50 Cent auch nur von vorne bedienen lassen kann, habe ich mir nämlich verkniffen.

  • http://www.e13.de Kiki

    Ich hab’ ja immer die Damen und Herren Kritiker gefressen, die sich Presseheft, Getränk und Popcorn für lau krallen, im Kino dann so lange ausharren, bis sie alles vertilgt haben und dann nach zehn Minuten gehen – um ein paar Tage später ihre ausführliche “Kritik” zu veröffentlichen (respektive ihre Brötchengeber). Und ja, mit der Zeit kennt man seine Pappenheimer. Nennt mich spießig, aber ich finde, jemand der fürs ins-Kino-gehen bezahlt wird, sollte den Anstand besitzen, den Film auch zu sehen, über den er dann berichtet.

  • http://www.thadeus.blogger.de thadeus

    Mein erstes Kommentar auf diesem großartigem Blog!
    Batzman, ich hab mich bei deinem artikel ehrlich totgelacht, herrlich böse. Und ich stimme dir zu, ich hasse ebenfalls Arthouse-Kinos in denen meistens eh nur irgendwelche Problemfilme von der Digitalkamera abgespielt werden. Ich bin mit meinem Multiplex UCI Othmarschen Park eigentlich sehr zufrieden. Bombastischer Sound und sie bringen sehr oft eher andere Filme und nicht nur Comicverfilmungen und derartiges. Und wenn man einen so großartigen und auch vollkommen abseits vom mainstream liegenden Film wie “Sunshine” auf Riesenleinwand und mit Bombast-Sound erlebt ist das ein unglaubliches erlebnis. Außerdem hab ich in einem Multiplex “Brick” gesehen. War sehr beeindruckt vom mut des Betreibers. wenn man in olche Filme geht hat man auch meistens kein Problem mit Pöbeln. Amders bei Grenzfällen wie “Mord im Pfarrhaus”, bei dem hinter mir eine 16! köpfige türkische Großfamilie eine ganze reihe besetzte und da sie sich nicht ganz zu Unrecht langweilte einen Spaß daraus machte ihr Popcorn !anzulecken! damit es schön klebt und mir in die Haarpracht zu werfen. Brüüäh!
    Ihrs seid auf meinem blog übrigens verlinkt ebens der batzlog!

  • frank

    besser ganz hinen als ganz vorne. ich frage mich echt wie man auf die idee kommt vor ne 20 meter hohe leinwand sitze zu bauen, die von der leinwand nur 4 meter weg sind. zum glück musste ich da noch nie sitzen.

  • http://blog.glotzkind.de Björn

    Ich glaube im Endeffekt ist alles ne EInstellungssache. Der eine mag den Sound lauter, der andere leiser. Der eine isst gerne Eis im Kino, mag darum den Verkäufer desselben, der andere hasst die Wartezeit davor. Der eine mag die Trailer vor dem Hauptfilm, der andere nicht. Der eine will sich komplett auf den Film konzentrieren, der andere grölt und jubelt lieber mit, und lacht zusammen mit dem Nachbarn über unsinnige Stellen. Der eine sitzt lieber hinten wo er alles im Blick hat, der andere lieber vorne wo er den Kopf drehen. Der eine geht bei einem schlechten Film raus, der andere schaut ihn trotzdem zuende. Der eine schläft im Kino ein, der andere pinkelt sich fast in die Hose, weil er so gebannt ist dass er nicht aufs Klo gehen will. Der eine will mit seiner Freundin rummachen, der andere hat keine. Der eine sitzt nach dem Film noch den gesamten Abspann im Kino, der andere geht schon hinaus als das Bild schwarz wird.

    Gibt so und so Menschen :)

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    @Björn

    “Im Liberalen Sinn heisst liberal nicht nur liberal”

    Ähm ja… und mit “gibt so und so Menschen” erübrigt sich jede Diskussion, jedes Gespräch, jede Meinungsaussage um gleich welches Thema. Mit so einer “FDP”-Aussage wie “Ach jeder hat seine Meinunge” kann man jede Kommunikation oberhalb von “gibste mir mal das Salz rüber” eigentlich völlig einstellen…

  • http://www.flokru.org/ flokru

    Mein unerfreulichstes Erlebnis: In einem Multiplexkino in Gelsenkirchen. Als der Abspann gerade anfing wurde das Licht angemacht und die Aufräummitarbeiter kamen rein. Die standen dann zwei Reihen hinter uns und lästerten laut über die “blöden Zuschauer, die sich den Abspann immer bis zum Schluss angucken müssen”.

    Seitdem war ich da nie wieder.

    Oder ein anderes Erlebnis: Da lief den ganzen Film lang Bild und Ton um ca. 1 s versetzt. Das haben die auch nach mehreren Beschwerden nicht hinbekommen.

    Aber generell sprichst du mir aus der Seele. Könnte deinen Text 1:1 unterschreiben. Gerade die unverschämten Mehrpreise bei der Onlinebestellung nerven extrem. Anscheinend haben die Kinobetreiber immer noch nicht kapiert, dass man um Kunden heutzutage kämpfen muss, weil die Konkurrenz durch DVD und Tauschbörse oft viel verlockender ist.

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  • http://blog.glotzkind.de Björn

    @Batzman

    Eben, meine Rede. Insofern muss man sich doch fragen, ob sich die Mühe überhaupt noch lohnt, sich über solche Sachen aufzuregen :)

    Klar, wenn es wirklich etwas ist, was den Film stört, dann rege ich mich genauso auf. Aber über den Eisverkäufer? Und dann noch unfreundlich deswegen werden? Das finde ich doch arg übertrieben.

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