Collateral

9 Comments

„Okay, look, here’s the deal. Man, you were gonna drive me around tonight, never be the wiser, but El Gordo got in front of a window, did his high dive, we’re into Plan B. Still breathing? Now we gotta make the best of it, improvise, adapt to the environment, Darwin, shit happens, I Ching, whatever man, we gotta roll with it.“

Originaltitel: Collateral
Herstellungsland: USA 2004
Regie: Michael Mann
Darsteller: Tom Cruise, Jamie Foxx, Jada Pinkett Smith, Mark Ruffalo u.a.

★★★½☆

CollateralWenn ich an Tom Cruise denke, fallen mir oft erst die Negativschlagzeilen ein: Rausschmiss bei Paramount Pictures, Scientology, Mediengeilheit und Krieg der Welten. Da fällt es einem schwer Toms gute Seiten bzw. seine guten Filme hervorzuheben. Dennoch sollte man sie nicht unter den Tisch fallen lassen, was Cruise wohl auch Michael Mann zu verdanken hat. Denn der Regisseur verhalf ihm zeitweise zu einem überzeugenden Bad Boy-Image, von dem bedauerlicherweise nichts mehr übrig geblieben ist, abgesehen von “Collateral”, einem wirklich guten Actionfilm.

Collateral“, nicht zu verwechseln mit “Collateral Damage“, ist einer der wenigen Filme mit Tom Cruise, in denen wir auf sein Zahnweißlächeln, Saubermannimage und/ oder Weltenrettertum verzichten dürfen. Er spielt den Auftragskiller Vincent, der in einer verhängnisvollen Nacht in L.A. mit dem Taxi zu seinen “Kunden” fährt. Er gibt sich als Immobilienmakler aus, der ein paar Geschäfte zu erledigen hätte und sein Fahrer Max (Jamie Foxx) chauffiert ihn ahnungslos von A nach B, bis ihm zufällig eine Leiche sprichwörtlich vor die Füße fällt.
Vincent ist davon gar nicht begeistert, wollte er doch unerkannt und vor allem unauffällig bleiben. Die Situation eskaliert, Max will fliehen, aber der eiskalte Mörder hängt ihn an den Fersen und zwingt ihn weiterhin als Fahrer zur Verfügung zu stehen, denn Vincent hat noch ein paar “Klienten” zu besuchen…

Leichen pflastern ihren Weg, was natürlich die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich zieht. Max versucht die Morde zu sabotieren, unterschätzt dahingehend aber Vincents Kaltblütigkeit und Schläue. Daraufhin gerät er selbst ins Visier der Fahnder und am Ende jener Nacht ist keiner der beiden Protagonisten mehr sie selbst.

Das spannende an diesem Film ist nicht nur die schonungslose und schnelle Action, sondern auch die Tiefgründigkeit, die hinter diesem Film steckt. Michael Mann präsentiert Vincent und Max als zwei vielschichtige Charaktere, die durchaus gewisse Ähnlichkeiten haben. Während der intensiven Dialoge der zwei Hauptdarsteller, einem wahren Psychospiel, erhält der Zuschauer tiefe Einblicke in die Seelen der Figuren.
Es ist der Kontrast: Gut und böse, Leben und Tod, Vincent und Max, die “Collateral” zu mehr als nur einem stumpfen Actionfilm machen. Michael Mann bewies erneut nach “Heat” und “The Insider”, dass er ein Händchen für spannende Actionthriller hat. Tom Cruise kann erstaunlicherweise ebenfalls als Bösewicht überzeugen, wie eingangs erwähnt, nur Jamie Foxx alias Max wirkt ein bisschen austauschbar, obgleich seine Lebensgeschichte ebenso tragisch und mitreißend ist.
Unterm Strich ein sehr gelungener Film, der durchweg Spannung bietet, dann aber leider ziemlich schnell endet. Das macht aber nichts, denn lieber einen relativ kurzen Actionfilm ohne Tiefpunkt, als einen langen Blockbuster mit gelegentlichen Längen. Mir hat “Collateral” sehr gut gefallen!

Mittlerweile ist die DVD für knapp 10 Euro (fast) überall erhältlich. Schnäppchenjäger finden sogar noch die 2-Disc-Special Edition zum gleichen Preis, irgendwo zwischen den Regalen (oder direkt bei Amazon.de), auf die ich abschließend noch kurz eingehen möchte.
Der Inhalt dieser Doppeldisc ist nun nicht sonderlich herausragend, aber zu einem Preis von ca. 10 Euro kann man wirklich nicht meckern, zumal die DVD für eine Paramount-Disc mehr als übliches Bonusmaterial bietet. Begonnen beim Kommentar des Regisseurs in voller Filmlauflänge, über ein Making of des Films, dazu entfallene Szenen (optional kommentiert) und weitere Film-Featuretten.

Das Bild ist scharf und kontrastreich kann ich sagen, nur fehlt mir für tiefergehende Analysen die geeignete High-End-DVD-Heimkinoanlage, die mir vielleicht bald von F5-Fans geschenkt wird? Ich würde mich freuen! Sound ist auch im guten Mittelfeld, leider ohne eine DTS-Tonspur, die hier wirklich gut zur Geltung käme.

Kauft euch Tom Cruise als Bösewicht in der Special Edition oder nicht weniger furchteinflößend in der normalen Einzeldisc-Version. Gute Unterhaltung!


(Youtube Directkill)

In : DVD, Review

About the author

9 Comments

  1. DraMaticK

    Noch hinzuzufügen wäre, dass der Mann den Film auch (mal wieder) als Hommage an L.A. gedreht hat und sehr gelungene Nachtaufnahmen präsentiert.

    Ausserdem ist Collateral wie auch Miami Vice mit HD-Kameras gefilmt worden.

  2. justus_jonas

    Habe mir COLLATERAL bisher immer gespart, da ich irgendwann mal gehört habe, dass auf die *wahrscheinlich unsinnigste Idee im Profikiller-Business* (sich auf seiner Killer-Tour von ‘nem Taxifahrer chauffieren lassen) im Rahmen des Films nie eingegangen wird. Stimmt das? Würde mich sehr stören.

  3. arf

    Ja, er lässt sich von nem Taxifahrer chauffieren.
    Aber der Film ist sehr gut.
    Wirklich, schaut ihn euch an, Atmosphäre und so!

  4. Mal Sehen

    Gerade weil hier ein Profikiller mit einem Taxifahrer umherfährt, ohne dass es lächerlich wirkt, macht einiges am Charmes des Films aus. Cruise ist ja wirklich eine ausgezeichnete Nervensäge, aber dieser Film ist großes Kino. Kann man nicht anders sagen..

  5. Marcel

    also für mich waren die bilder von la, die art wie die stadt dargestellt wurde, noch um einiges beeindruckender als die darstellung der story an sich. die szene, wo die beiden still durch la fahren, das taxi anhalten muss, weil coyoten ueber die strasse wandern, dazu der song von audioslave: ganz gross, vor allem auf großer leinwand.

  6. Renington Steele

    Ich fand „Collateral“ auch super, hätte ihm sogar vier Sterne gegeben. Geniale Atmosphäre, klasse Einsatz von Musik, ein toller Tom Cruise von dem man halten kann, was man will. Wirklich sehr guter Film.

  7. Manuel

    ja, ein super Film. vor allem die zwei Hauptdarsteller, die den Zuschauer in einen Gewissenskonflikt treiben. Offensichtlich mag Vincent Max und hat doch so einige Argumente auf seiner Seite, was das Töten betrifft. Gerne würde man auf ihn hören, aber wie Max so schön sagt (frei zitiert): Was ist nur los mit dir Mann? Du hältst dich nicht an ein paar grundlegende Regeln, die für jeden Menschen gelten.
    Für mich kein Actionfilm sondern ein intelligenter (und schöner)Thriller. Wie Michael Mann Miami Vice so verzapfen konnte, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben.
    ach so, noch nerviger als die Person Tom Cruise ist das rumgehacke auf ihr in Filmbesprechungen.

  8. Joern

    Und L.A. ist der heimliche Hauptdarsteller. Genialer Film – den ich erst kürzlich entdeckt habe.

  9. Cristo

    Mal ehrlich, den halben Stern hättet ihr ihm noch überlassen können … persönlich wäre ich sogar zu 4,5 im Stande gewesen.
    Ausgezeichneter Film. Passendes Ende. Gute Schauspieler.
    Das hätte ich Cruise nie zugetraut.
    Finde Max auch nicht wirklich austauschbar.
    Stellt euch mal Will Smith in der Rolle vor o_O

    nö lieber net

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked (required)

Fünf Facefreunde
Fünf Filmtumblr
  • photo from Tumblr

    officialgaygeeks:

    That lightsaber sound lol


    Get the My Neighbor Groot shirt http://buff.ly/1EFUcA2 http://ift.tt/1BEBgm8

    11/16/14

  • photo from Tumblr

    pennyfornasa:

    Putting The Cost Of The ESA’s Rosetta Mission In Perspective

    "So what do we get for our €1.4bn? Rosetta is both an astounding feat of engineering (catapulting a tonne of spacecraft across millions of kilometres of space and ending up in orbit around a comet just 4 km across) and an extraordinary opportunity for science (allowing us to examine the surface of a lump of rock and ice which dates from when the Solar System formed).

    Like a lot of blue-skies science, it’s very hard to put a value on the mission. First, there are the immediate spin-offs like engineering know-how; then, the knowledge accrued, which could inform our understanding of our cosmic origins, amongst other things; and finally, the inspirational value of this audacious feat in which we can all share, including the next generation of scientists.

    Whilst those things are hard to price precisely, in common with other blue-skies scientific projects, Rosetta is cheap. At €1.4bn, developing, building, launching and learning from the mission will cost about the same as 4.2 Airbus A380s—pretty impressive when you consider that it’s an entirely bespoke robotic spacecraft, not a production airliner. On a more everyday scale, it’s cost European citizens somewhere around twenty Euro cents per person per year since the project began in 1996.

    Rosetta has already sent us some stunning images of Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko and today’s landing will, with any luck, provide us with our first close-up glimpse of the chaotic surface of this dirty snowball. If you’re a sci-fi fan, then, you might consider the mission to have been worth its price tag just for the pictures. The total cost for the Rosetta mission is about €3.50 per person in Europe; based on the average cinema ticket price in the UK (€8.50), it has cost less than half of what it will cost for you to go to see Interstellar.”

    Via Scienceogram: http://scienceogram.org/blog/2014/11/rosetta-comet-esa-lander-cost/

    Find Out How Budget Cuts Canceled NASA’s Own Comet Landing Mission: http://www.penny4nasa.org/2014/11/11/how-budget-cuts-canceled-nasa-own-rosetta-comet-landing-mission/

    11/15/14

  • photo from Tumblr

    meatbicyclevevo:

    i never wanted this to end

    10/20/14

  • photo from Tumblr

    iambluedog:

    Life is too short to be holding on to old grudges

    10/20/14

  • photo from Tumblr

    10/09/14