“People need dramatic examples to shake them out of apathy and I can’t do that as Bruce Wayne. As a man, I can be ignored, I can be destroyed, but as a symbol. As a symbol, I can be incorruptible, I can be everlasting..”
Originaltitel: Batman Begins
Herstellungsland: USA 2005
Regie: Christopher Nolan
Darsteller: Christian Bale, Morgan Freeman, Michael Caine, Liam Neeson, Katie Holmes, Gary Oldman u.a.





Bei einem Streifzug durch unsere heiligen Archive fiel mir auf, dass wir noch nichts über Christopher Nolans Batman geschrieben haben. “The Dark Knight” folgt 2008 und deswegen möchte ich voller Vorfeude mein Review von “Batman Begins” hiermit nun nachreichen.
1989 und 1992 erschuf einer meiner Lieblingsregisseure Tim Burton mit “Batman” und “Batmans Rückkehr” eine relativ düstere und abstrakte Welt, die zu fesseln wusste, obgleich die Stories der Bildgewalt und der Präsenz der großartigen Schauspieler (Michael Keaton, Jack Nicholson, Michelle Pfeiffer, Danny DeVito u.a.) nicht gerecht wurden. Burtons Fledermausfilme entsprachen jedoch dem Filmgeschmack der Endachtziger/ Anfangneunziger und waren ein voller Erfolg, zumindest Teil 1! Teil 2 war ein bisschen schwächer, aber das ist eine andere Geschichte, und kaum der Rede wert.
Nach Burtons Batman-Verfilmungen, ging es mit Gothams Freund und Helfer bergab. Zwei weitere Comicadaptionen sollten bis 1997 folgen, die zwar ebenso ein großes Staraufgebot boten, darunter Arnold Schwarzenegger, Jim Carrey, Tommy Lee Jones, Uma Thurman und natürlich nicht zu vergessen, Michael Keatons Fledermausnachfolger, Val “Fettbacke” Kilmer und George Clooney, aber ansonsten nichts weiter als eine peinliche und rufschädigende Vorstellung des schwarzen Rächers waren.
Joel Schuhmacher zeigte uns ein ganz anderes Bild von Batman und es schien als versuchte er den Geist der dämlichen Batman-Serie aus den Sechzigern einzufangen. Plötzlich fand man die Fledermaus in einer knallbunten und gezwungen lustigen Welt wieder. Alles wirkte überzeichnet und nicht ernstzunehmend, wenn wir uns allein ein die Gumminippel auf Batman und Robins Kampfanzügen erinnern. Mr. Freeze (Arnold Schwarzenegger) war einfach nur peinlich, der Riddler (Jim Carrey) war nervig und all die anderen habe ich soeben verdrängt, um mich jetzt unbefangen und voller Begeisterung der neuesten Interpretation Batmans, aus dem Hause Nolan, widmen zu können.
„They told me there was nothing out there, nothing to fear. But the night my parents were murdered I caught a glimpse of something. I’ve looked for it ever since. I went around the world, searched in all the shadows. And there is something out there in the darkness, something terrifying, something that will not stop until it gets revenge… Me.“
Wie der Titel schon sagt, erfahren wir in “Batman Begins” wie aus Bruce Wayne, einem Sohn aus reichem Hause, Batman wird. Als Kind wird Bruce Zeuge des Mordes an seinen Eltern und seitdem scheint er “auf der Suche nach einem Weg jene zu bekämpfen, die Angst und Schrecken verbreiten” (Zitat: DVD-Coverrückseite). Der Industrieerbe verlässt schon früh die bekannten Gefilde Gothams, um auf seinem Selbstfindugstrip endlich fündig zu werden. Er kommt viel herum und trifft Freunde, aber auch Feinde. Jahre später und um einige Erfahrungen reicher, kehrt Bruce Wayne mit einer Idee zurück. Ideen sind bekanntlich Kugelsicher… und so beschließt er als Batman in seiner Heimatstadt für Ruhe und Ordnung zu sorgen, in der Hoffnung auch jene zur Rechenschaft zu ziehen, die für den Tod seiner Eltern verantwortlich waren. Alte und neue Feinde stellen sich ihm in den Weg, aber zum Glück kann sich der dunkle Ritter auf seine alten und neuen Freunde ebenso verlassen!
Christopher Nolan hat mit seiner Verfilmung, meiner Ansicht nach, eigentlich alles richtig gemacht. Er zog einen Schlussstrich unter “Batman & Robin” (1997) und begann mit der Geschichte wieder von vorne. Ich hatte bereits meinen Glauben an eine gelungene Filmfortsetzung verloren, vor allem weil mich Val Kilmer und George Clooney als Fledermaus so entäuschten, doch meine Zweifel waren unbegründet und meine Erwartungen umso höher, beim ersten betrachten der Besetzungsliste. Hochrrangige Namen wie Morgan Freeman, Michael Caine, Gary Oldman und Liam Neeson machten mich neugierig. Dazu gesellten sich Christian Bale, Katie Holmes, Ken Watanabe und Cillian Murphey. Das konnte kein Reinfall werden! Vor allem weil Christopher Nolan (“Memento”) auf dem Regiestuhl platz nahm.
Erstmals wurde Batman wirklich zu einer furchteinflößenden Gestalt, der man es wirklich zutraute den Schurken und Tunichtguten Gothams den Marsch zu blasen. Die körperliche Entwicklung Bruce Waynes und die Enrfindung der zahlreichen Bat-Gimmicks wirkten realistisch und funktional.
Nun gut, Dr. Jonathan Crane (aka Scarecrow) hat mir keine schlaflosen Nächte bereitet, doch war er nur einer von vielen kleinen Bösewichten, die sich Batman erstmals in den Weg stellen. Die großen Fische folgen dann noch, wenn es 2008 mit dem Joker (Heath Ledger) u.a. weitergeht.
Alles in allem ist “Batman Begins” eine wunderbar erzählte Geschichte voller Spannung und erträglich wenig Liebesgeraspel zwischen Bruce und Rachel, die in ihren 134 Minuten Lauflänge für mich keine nennenswerten Längen aufzuweisen hat. Beinahe ein Actiondrama, der von mir 4 Sterne verdient.
Der Soundtrack von Hans Zimmer und James Newton Howard präsentiert sich noch düsterer und rasanter als die der Vorgängerfilme. Ganz nach meinem Geschmack, weil ich die Bläser und Streicher aus Danny Elfmans Orchester kaum noch hören mag, immer diese ähnlichen Töne.
Bleibt nur zu hoffen, dass Nolan mit “The Dark Knight” an seinen Erfolg von 2005 anknüpfen kann.
Die DVD erschien in 4 verschiedenen Varianten. Die normale 2-Disc-Edition im Pappschuber (später dann ohne), 2 formschöne Steelbook-Editionen und die schlichte Single-Disc-Edition.
Die Doppeldisc-Edition bietet neben dem Hauptfilm zahlreiche visuelle Einblicke in die Produktion des Films, darunter ein Making of, entfallene Szenen, Fotogalerien, verstecktes Bonusmaterial und noch vieles mehr!
Kauf mich:
Batman Begins (Einzel-DVD)
Batman Begins (Special Edition, 2 DVDs)
Batman Begins (Steelbook, 2 DVDs)
Batman Begins (Metalpak, 2 DVDs)
- Dog Hollywood •
- April 27th, 2007 •
- 9 Kommentare



















Hm, ich schließe mich da eher Tim Burton an, der seinen ersten Batman schwach fand und den zweiten gelungen. Und bei Elfman sind’s ja meistens die Glocken, nicht Streicher und Bläser ;-)
Aber ansonsten Zustimmmung, Batman begins ist ein schöner Film, auf den nächsten darf man gespannt sein.
Öh, und Jim Carrey gefiel mir eigentlich ganz gut, aber das ist auf jeden Fall Geschmackssache und ich versteh jeden, der den Auftritt gehasst hat.
Kommentar #1 von Sebastian Sachse am 28.04.2007 um 01:55 Uhr
Zustimmung was Batman Begins angeht. Nach den lausigen Vorgängern 3 und 4 war das ein schöner Neuanfang, der sich bemühte der Vorlage gerehct zu werden ohne krampfhaft zu re-imaginieren.
Aber wenn du noch einmal sagst, daß Batman Returns schwächer sei als Batman, dann gibts ein paar hinter die Fledermaus-Ohren.
Wenn man sich den ersten Burton Batman heute anschaut, dann merkt man überdeutlich seine schwierige Produktionsgeschichte udn die relative Unerfahrenheit-Burtons. Die Komposition des Films wirkt recht schwach, die Bilder sind mit zuvielen Nahaufnahmen und zuwenig Scope geschossen und verraten zu oft, daß sie im Studio gedreht wurden. Besonders die Fahrten des Batmanmobils enttäuschen wenn man sie sich heute nochmal anguckt. Von den peinlichen Prince-Songs, die man Burton aufgedrängt hat (und über die er heute noch eher unglücklich ist) ganz zu schweigen.
Batman Returns ist hingegen ein rundrum gelungener Gothic-Film, mit einer grandiosen Michelle Pfeiffer und wunderbar photografierten Sets und der grandiosen Elfman-Musik.
“It’s always the normal guys who let you down. Sickos never scare me, at least they’re comitted.”
-Catwomen
Kommentar #2 von Batzman am 28.04.2007 um 02:13 Uhr
Und Christopher Walken!!111 :-D
Kommentar #3 von Sebastian Sachse am 28.04.2007 um 11:25 Uhr
Ich fand Batman Begins durchweg gelungen. Und Batman ist alleine schon wegen Jack Nicholson besser als Batman Returns (“Woher hat er nur immer diese schönen Spielsachen”).
Kann mir jedoch bitte mal jemand erklären, wieso eine Waffe, die “die Wasservorräte des Feindes verdampfen soll”, die in einer Magnetbahn platziert über mehrere Meter hinweg – durch Asphalt und Wände hindurch – Wasserrohre zum Platzen bringt… wieso kann ich mich als Mensch, der zu etwa 70% aus Wasser besteht, neben so einer (eingeschalteten) Waffe ohne Probleme aufhalten?
Kommentar #4 von Carsten am 31.10.2007 um 14:43 Uhr
Hab mal gelesen, dass die Waffe nur Wasser “unter Druck” zum verdampfen bringt ;)
Kommentar #5 von Tobi-Man am 22.11.2007 um 22:47 Uhr
Stimmt, das wäre eine einfache und vor allem logische Erklärung…. ach nee, halt.
Wenn ich damit Wasservorräte des Feindes verdampfen will, muß ich ihn also bitten, seine Wasserkanister umzufüllen? Und wenn die Wasserleitungen unter Druck stehen, warum können die Jungs dann ohne Probleme ihr Gift in ein Loch in der Leitung kippen? ;)
Kommentar #6 von Carsten am 23.11.2007 um 09:32 Uhr
Vielleicht is es gerade deshalb ein “Prototyp” ;)
Aber haken wir das besser als “Plothole” ab und gut is…der streifen is trotzdem gut und ich freu mich auf The Dark Knight :)
Kommentar #7 von Tobi-Man am 23.11.2007 um 16:47 Uhr
Also ich fand die Motivation der Bösen total an den Haaren herbeigezogen (‘Die Menschen sind alle schlecht , die müssen wir ausrotten!’ – was ist das denn für alttestamentarisches Vergeltungsdenken?) – Da sind mir die Bösewichte aus den alten Filmen (was bitte habt ihr gegen Mr Freeze?) weniger unangenehm, weil sie gerade durch ihre zugegeben sich wiederholenden und ebenfalls wenig nachvollziehbaren, aber andersartigen Beweggründen (meistens ist ihnen ein Unrecht widerfahren, für das sie sich an der Welt rächen wollen: Mr. Freeze hat seine Frau verloren, Two-Face sein halbes Gesicht, der Pinguin wurde wegen seiner Hässlichkeit nie akzeptiert. Wieso immer Batman dafür hinhalten muss, frage ich mich im Moment selbst) wesentlich besser in eine Comicwelt passen als der universelle Rächer Liam Neeson, dessen Enthüllung ja auch wieder so ein unglaublicher Betrug ist, wie ich ihn sonst nur von Dan Brown-Büchern kenne (ich meine Sakrileg und Meteor, aber wahrscheinlich gibts in jedem Dan Brown einen total netten Typen, der sich in einem absolut unglaubwürdigen Twist als die Wurzel allen Übels entpuppt) und der sich irgendwie nie zwischen mystischer Ninja-Ethik und Techno-Terrorismus entscheiden kann.
Ja, und der letzte Akt, in dem einfach alles zusammenstürzt, die guten aber wie durch ein Wunder überleben und der total unpassend zum restlichen Film im universellen Action-SuperGAU endet, den zwang ich mich nur noch anzusehen um den Film als ‘gesehen’ abhaken zu können.
Kommentar #8 von luke am 28.02.2009 um 12:07 Uhr
das ende war wirklich ein übertriebender supergau
Kommentar #9 von TOPF am 10.07.2009 um 17:11 Uhr