“Uncle Ben wouldn’t want us living with revenge in our hearts, it’s like a poison. It can take you over and turn us into something ugly.”
Originaltitel: Spider-Man 3
Herstellungsland: USA 2007
Regie: Sam Raimi
Darsteller: Tobey Maguire, Kirsten Dunst, James Franco, Thomas Haden Church, Topher Grace, u.a.




Dog Hollywood




Batzman – Review weiter unten
Pünktlich zum Kinostart von “Spider-Man 3” saß ich in der Loge und konnte mir einen insgesamten Eindruck von dem Film verschaffen, der vielerorts bereits kritisiert und/ oder gelobt wurde. Bei all den Berichten, Filmpreviews, News etc., war ich mir gar nicht mehr sicher wie der Film nun vorab bewertet wurde oder mit welchen Erwartungen ich der Spinne gegenübertreten sollte.
Teil 1 war für mich damals ein kleines cineastisches Highlight. Zu jener Zeit war das Superheldengenre noch nicht so ausgelutscht und ich fand es sehr beeindruckend die Spinne erstmals durch die Häuserschluchten Manhattans schwingen zu sehen, wie zuvor nur in der Zeichentrickserie und den Comics. Alles passte und wurde optimal für die Kamera in Szene gesetzt. Die Schauspieler wurden zu ihren Comicvorbildern: Peter Parker, Mary-Jane Watson, Norman Osborn, sie alle wurden lebendig. Die Geschichte war packend und mitreißend, vor allem zu sehen, wie aus dem tollpatschigen, strebsamen Peter Parker Spider-Man wurde.
Das Erfolgskonzept sollte mit Spider-Mans Rückkehr 2004 fortgesetzt. Dieses Mal mit noch mehr Effekten, Story und noch mehr Herzschmerz. Die Spinne kämpfte nicht nur gegen neue Feinde, sondern auch gegen sich selbst, was mir persönlich besonders gefiel. Gelungen oder nicht bleibt hier mal dahingestellt.
Das Gefühl alles schon mal so ähnlich in Teil 1 gesehen zu haben, war nun, wie auch beim letzten Mal, unvermeidlich, weil die Grundbausteine einer Superheldengeschichte immer dieselben sind. Da hätten wir den Helden, den Schurken, Liebe, Hass und Konflikte, die bereinigt werden müssen. Wir durchleben stets das Gleiche, egal durch welches Medium eine Superheldengeschichte erzählt wird.
It’s Brock sir, Edward Brock Jr. I’m here humbled and humiliated to ask you for one thing… I want you to kill Peter Parker
Vom unscheinbaren Niemand ist Peter Parker als Spider-Man (Tobey Maguire) mittlerweile zu jedermanns Liebling avanciert. Seine guten Taten verbreiten sich in der Stadt wie ein Lauffeuer und hinterlassen Frieden und Harmonie, aber dennoch hat die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft zahlreiche Feinde, die ihm auch dieses Mal das Leben schwer machen. Parker ist so sehr mit Verbrechensbekämpfung und Beliebtsein beschäftigt, dass er ganz und gar die wichtigen Dinge in seinem Leben vergisst: Familie, Freunde und die Liebe, genau die Dinge, die ihn angreifbar machen. Die Schurken machen sich dies zunutze und schnell fühlt sich die Spinne ins wahre Leben zurückgeholt.
Die Geschichte des dritten Teils setzt sich aus mehreren Handlungssträngen zusammen, die geschickt, wie ein Spinnennetz, miteinander verwoben sind. Leider sind diese Stränge auch als Strick zu sehen, den sich Regisseur Sam Raimi selbst umgelegt hat, denn ich hatte nicht selten das Gefühl, dass der Film vor lauter Storylines kein Platz mehr für Tiefgang bot. Bei all den Plots war es zwar toll Spidey im Kampf gegen die großen und kleinen Schurken zu sehen, aber hätte man eine Figur gestrichen, wäre unter Umständen mehr Zeit für die anderen geblieben.
Alles wirkt sehr konstruiert, oberflächlich angeschnitten, als Mittel zum Zweck, und manchmal sogar vorhersehbar. Wer die Comics kennt, weiß die Figuren natürlich einzuordnen und kennt ihre Hintergründe. Reine Kinogänger könnten sich mit diesem Makel jedoch etwas schwer tun, weil man von Sam Raimi größtteils im dunkeln gelassen wird und das bei der eigentlichen Komplexität der einzelnen Figuren. Auf das plötzliche Auftauchen des Symbionts wird gar nicht eingegangen, stattdessen wird Flint Marco alias Sandmann (Thomas Haden Church) ausgegraben und als Kanonenfutter für Spider-Man eingesetzt.
Den Auftritt des neuen Kobolds (James Franco) fand ich zuerst ebenso aufgesetzt, wenn auch actionär und spannend inszeniert, aber die Figur trägt noch einiges zur Geschichte bei, was ich hier noch nicht verraten möchte. Und wenn man an all die Wirrungen und Irrungen der Comics denkt, welche Hintergrundgeschichten die Figuren dort mit sich herumtragen, ist das zu verzeihen, denn für einen Film in 140 Minuten auch nicht zu vereinbaren.
Die Kämpfe werden größtteils in der Luft ausgetragen und sind kraftvoll und ideenreich choreographiert! Die SFX-Experten lassen die Muskeln spielen, doch bei aller optischer Bildgewalt, irgendwann ist das menschliche Auge übersättigt, wie ich es zu Beginn schon andeutete. Längst ist es nichts neues mehr, wenn sich Spider-Man, allen physikalischen Gesetzen zum trotz, in windeseile von A nach B schwingt. Sicher, die Animationen sind zweifellos über alle Maße erhaben. Geschmeidig bewegt sich Spider-Man mithilfe gekonnter Netzakrobatik durch die Lüfte. Dennoch kann man sich nicht darauf ausruhen. Ich hätte mir für den dritten Teil noch mehr Überraschungen und (Achtung!) mehr Tiefgang gewünscht. Hätte sich der Regisseur deutlicher auf einzelne Figuren konzentriert, d.h. weniger Handlungsstränge geboten, wäre die Hauptgeschichte für mich deutlicher geworden und mit 4 oder sogar 5 Sternen zu bewerten.
Trotzallem war der Film durchweg unterhaltsam! Immerwieder zeigte sich “Spider-Man 3″ selbstironisch und locker. Keine erzwungen-heroische Selbstdarstellung, was zum einen sehr gut passte und mir zum anderen die vollkommene Enttäuschung nahm. Wenn ich im Vergleich dazu an “Fantastic Four” oder “Dare Devil” denke, bin ich froh, dass Sam Raimi diesen Weg gewählt hat und zwar viel deutlicher als in den beiden Vorgängern!
Kurzum: “Spider-Man 3″ ist eine technisch solide Fortsetzung, wenn auch deutlich wird wo genau der Computer zum Einsatz kam. Die vielen verschiedenen Handlungsstränge können den Zuschauer überfordern und ein paar Längen mit sich bringen, aber Witz und Ironie machen vieles wieder Wett und hinterlässt bei mir ein positives Gefühl nach dem Schauen des Films.
“Her tiny voice didn’t reach beneath the front row.”
Enthält SPOILER!
Alles ist prima für Peter Parker (Tobey Maguiere). Keine Pizzabotenjobs mehr, jeder liebt Spider-Man und seine Olle (Kirsten Dunst) singt am Broadway. Ist das Leben nicht schön? Dummerweise bleibt es nicht lange so, denn schon bald plumpst neben dem knutschenden Pärchen eine Meteorit mit Symbiont drin vom Himmel und Mary Jane verliert ihren Job, weil sie nicht singen kann.
Sein alter Kumpel Harry Osborne ist noch immer ergrimmt, weil er glaubt Peter hätte seinen Vater getötet und ein entlaufener Sträfling mit kränkelnder Tochter stolpert unversehens in eine gigantische Zentrifuge und wird dadurch zu einem Sandwesen. Obendrein versucht ihm ein karrieregeiler Kollege (Topher Grace) den Job als Spideys Hausfotograf wegzuschnappen.
Peter bekommt von allem erstmal nichts mit, denn er findet sich selbst supertoll und leidet an leichtem Größenwahn. Natürlich nur solange bis Harry ihn attackiert, Mary Jane mit ihm Schlussmacht und der Symbiont sich mit seinem Kostüm verbindet und Peters gesammelte negative Energie potentiert. Auftritt für Black Spider-Man und einem munteren Reigen aus Beziehungswirren und Großstadtumgestaltung.
Vey. Vey. Wilkommen zur Spider-Soap. Schon der Vorspann ist im Stil einer TV-Serie gehalten die Szenen der vergangenen Filme in die üblichen digitalen Spinnenweben hängt. An eine Soap erinnert denn auch der weitere Film, denn was hier an Beziehungsgeklüngel und “zufälligen” Verwicklungen aufgefahren wird, hält woanders ganze Telenovellas über Wasser.
Peter liebt Mary Jane. Harry Osborne liebt sie auch. Mary Jane liebt abwechselnd immer grade den, der ihr die meisten Vorteile bringt und jammert ansonsten rum, daß sie sich mißverstanden fühlt. Peter und Harry sind beste Freunde, bis auf die Tatsache, daß Harry Peter hasst, weil er glaubt Peter hätte seinen Vater getötet. Deswegen will er Peter töten oder zumindest ärgern, je nach Tagesform. Gott sei Dank hat er nach einer Runde Luftgerangel Amnesie und hat Peter für eine Weile wieder ganze doll lieb und lacht immer ganz nett, so wie Mr. Ed wenn Wilbur ihm mit kalten Händen an die Klöten gepackt hat.
Peter erzählt seiner Tante, einer Art ältlichem lebenden Glückskeks die immer eine moralische Lektion bereithält daß er Mary Jane heiraten will, doch ehe er dazu kommt, erfährt er daß der Mörder seines Onkels jemand ganz anderer war, als man bisher dachte. Es ist nämlich jener Typ, der grade zum Sandkastenmann umgequirlt wurde, der aber im Grunde seines Herzens ein dufter Typ ist, der nur seiner sterbenden Tochter helfen will. Das er dafür leichtfertig hunderte verletzt und umbringt, mag man ihm im Eifer des Gefechts mal nachsehen. Peter hat also mit dem Sandkastenman noch eine Rechnung offen, genau wie Harry mit Peter. Nebenbei bändelt der unschuldig mit der Tochter des Polizeichefs an, woraufhin Mary Jane eifersüchtig wird, die eh schon sauer ist, weil er ihr nicht genug Aufmerksamkeit widmet.
Peter rettet die Tochter des Polizeichefs, eine nichtssagende Blödine, auf die zufällig auch der ambitionierte Kollege Eddie eine Auge geworfen hat, der Peter den Job wegschnappen will. Nachdem Mary Jane auf drängen des zornigen Harry Peter den Laufpass gegeben hat, bringt dieser während der Symbiont seine Kostüm gefressen hat Eddie um seinen Job und benutzt die Polizeicheftochter um Mary Jane eifersüchtig zu machen… In der Zwischenzeit…
Ich will nicht verraten was in der Zwischenzeit in Middletwhiton oder North-Cottlestone-Hall passiert, aber so viel sei gesagt, es gehen eine Menge Sachen kaputt und es gibt jede Menge sehr schlechte Liebesszenen, Pfannenkuchenbackszenen und grauslich schlechte Dialoge, die wahrscheinlich noch aus Star Wars: Episode 2 übrig waren.
Irgendwie wurde ich von Beginn an das Gefühl nicht los, das Sam Raimi und seine Mit-Drehbuchschreiber einfach keinen Bock mehr haben. Spider-Man 3 wirkt stets routiniert, aber auch ausgesprochen lustlos, was sich besonders in den Actionszenen bemerkbar macht, die sichtlich als Pflichtübung abgespult werden und in jedem Moment ein Deja Vu hervorrufen. Das sie zum Teil wie leicht aufpolierte Pre-Viz aussehen, mag am Rande erwähnt sein, verwundert aber kaum, wenn man weiß, daß auch die eher mauen Tricks der vorigen Teile begeistert aufgenommen wurden.
Dennoch verblüfft es wenn man sich gewahr wird, daß man in fast allen Szenen in denen Spider-Man zu sehen ist, ein nicht besonders gutes Digitales-Double bewundert und daß selbst in jenen Momenten, wo dies eigentlich nicht nötig wäre.
Vielleicht wollte Tobey Maguiere die Drehzeit ja möglichst kurz halten, um sich spannenderen Projekten zu widmen, denn richtig mit Elan ist er nicht bei der Sache. Etwas müde wirkend spult er seine aus den Vorgängern bekannte Netter-Junge-Routine ab, ohne das ich mich wirklich mit ihm identifizieren mochte – was auch daran liegen mag, daß er mit über 30 mittlerweile einfach nicht mehr als unbekümmerter Teenager durchgeht, egal wie sehr er sich anstrengt.
Selbst seine breit ausgespielte Ich-Bezogenheit, sein Höhenflug wirkt aufgesetzt und nicht sehr glaubwürdig. Und wer ernsthaft die, wie immer gruselig knallchargierende Kirsten Dunst mit ihrer zu kurzen Oberlippe anhimmelt, die wie immer nur an sich denkt und etwa so spritzig ist wie Heidi Kabel nach nem Essig-Einlauf, dem ist auch mit Superkräften nicht mehr zu helfen.
Wenn es zwischen diesem “Liebespaar” irgendeine Chemie gibt, dann läuft sie so subtil ab, daß man rein gar nichts davon bemerkt. Trotz plattesten Dialoge in denen die Figuren ihre Emotionen in Daily-Soap-Manier artikulieren. Warum auch Zwischentöne zulassen, wenn man plakativ sein kann.
Der Film wirkt überfrachtet und kann dennoch nicht kaschieren, wie dünn die Story doch letztlich ist. Handlungswendungen werden aus dem Hut gezogen und die Dramaturgie ist mit Holzhammerartig noch zurückhaltend beschrieben. Emotionale Wandlungen, Erkenntnisse passieren auf Stichwort, als habe bei den Hauptfiguren jemand einen Schalter umgeknipst.
Selbst Stan Lees übliches Cameo wird derartig unelegant eingefügt, daß man ihm im nächsten Film auch einfach ein Schild umhängen kann auf dem fett: “STAN LEES OBLIGATORISCHES CAMEO” steht. Und daß nachdem in der Serie “Heroes” grade gezeigt wurde, wie überraschend und originell so etwas gemacht werden kann. Aber Heroes macht sowieso mehr richtig, als Superman und alle Spider-Man-Filme zusammen. Am peinlichsten gerät die Erklärung des Symbionten, aus dem erst Black Spidey und später Venom entsteht.
Ein Uni-Professor von Peter (der großartige Dylan Baker, der hier genau wie James Cromwell in einer völlig unbedeutenden Winzrolle verheizt wird) darf genau dreimal Auftreten um quasi als Off-Erzähler zu erklären, worum es sich bei diesem schwarzen Symbiontenbrei handelt (das anscheinend um drei Ecken mit dem Zeug aus Flubber verwandt ist, aber leider keine guten Musical-Nummern hinlegt). Das er vorher noch meinte, diese Art Lebewesen noch nie gesehen zu haben und daß er fachlich mit der Analyse völlig überfordert sei, vergisst der Film auch recht schnell.
Wie schon im vorrangegangen Teil holpert der Streifen zwischen den volldigitalen, ermüdenden und nicht wirklich spektakulären Showkämpfen mit dem jeweiligen Bösewicht und den in ihrer eigenen Tiefsinnigkeit erstickenden Emotionsmomenten hin und her. Um nicht völlig in Paralyse zu verfallen, streut Raimi hier und da extreme Klamauk-Momente ein, die für sich genommen ganz unterhaltsam sind, zum Rest des Films aber einen merkwürdigen Bruch bilden.
Bruce Campbell als Maître d’ eines Edelrestaurants in dem Peter um Mary Janes Hand anhalten will, liefert ein kleines Kabinettstückchen an humoristischer Schmierigkeit, ebenso darf J.K. Simmons abermals als Chef des Daily Bugle in comichafter Übertreibung den Boss aus der Hölle spielen.
Für ein paar kurze Momente wird selbst Peter Parker fast interessant, als in einer Montage sein Persönlichkeitswandel unter Einfluss des üblen Symbionten gezeigt wird. Wenn man davon absieht, daß dieser komplette Handlungsstrang frappierend an “Superman III” erinnert, in dem wir den unter Einwirkung von synthetischem Kryptonit plötzlich böse und selbstsüchtig gewordenen Stählernen erleben durften, bilden diese Szene, ebenso wie eine surreale Tanzeinlage in einer Jazz-Kneipe die Höhepunkte des Films.
In diesen Augenblicken gleitet der Film ins Grelle, Selbstparodistische ab und verkneift sich die ganze Sülze und das ganze Pathos, er zeigt wieviel Spaß die Filme machen könnten, wenn man nicht ständig auf die Romantik-, Tränen- und Kitschdrüse drücken würde. Selbst der ansonsten im Halbkoma agierende Maguiere scheint hierbei etwas Spaß gehabt zu haben, auch wenn in diesem Momenten, sehr deutlich auffällt das er nur knapp 1,73m misst und wohl auch deswegen sonst meist von schräg unten gefilmt wurde um ihm zumindest etwas heldenhaftes zu geben. Leider nimmt man den “Bösen Peter” nicht wirklich als böse war, was seiner Verwandlung jede Wucht nimmt und jede Spannung, die sie haben könnte, würde sie ernstgenommen. Funktionieren, würden diese Szenen nur dann, wäre der ganze Film darauf angelegt überkandidelter Trash zu sein.
Leider traut sich Raimi nicht konsequent Spider-Man ernsthaft zu demontieren, so wie Richard Fleischer das mit Superman tat und leider ist der Auftritt des “Bösen Peter”, komplett mit Hitlertolle und unvermeindlichen Drei-Tage-Bart, viel zu kurz geraten. Zu schnell geht es wieder in vertraute, langweilige Bahnen, mit viel moralinsaurem Geschwurbel aus dem die echten Fans wahrscheinlich “ernsthafte Botschaften” herauslesen.
Der Schlußkampf ist Malen-Nach-Zahlen und so vorhersehbar, daß man auch getrost aufs Klo gehen könnte ohne etwas zu verpassen. Abgesehen von ein paar wirklich spektakulär verpatzten CGIs (ich frage mich ernsthaft warum man den Sandkastenman und die Stahlstangen nicht halbwegs realistisch hinbekommen hat) bleibt nichts, daß die Zeit bis zum Abspann angenehm verkürzen würde. Man weiß in dem Moment in dem Peter Harry um Hilfe bittet und dieser ablehnt ganz genau, wie die Chose enden wird – es sei denn man hat nie Star Wars oder irgendeinen der hundert anderen Streifen gesehen, die diesen Plot benutzt haben.
Die dreifache Rührungspackung, inkl. einem Harry der freundlicherweise sein Ableben lange genug rauszögert bis Peter dem immer etwas zerstreuten Sandmännchen vergeben hat, besiegelt dann diesen am Reißbrett konzipierten dritten Teil, einer schon im zweiten Aufguß schal gewordenen Filmreihe.
***
Das zudem die innere Logik des Films nicht stimmt, ist dann auch nur eine von vielen kleinen Ärgerlichkeiten, die verhindern, daß mir Spidey soviel Spaß macht wie die um Längen bessere X-Man-Reihe.
- Das sein Spinnen-Sinn wohl grade auf “Schlummern” gestellt ist, als quasi neben ihm ein Meteorit einschlägt okay das mag man noch hinnehmen. Blöder wirds dann, wenn man sich fragt, was der kleine Symbiont die Tage in Peters Apartment gemacht hat, bevor er ihn assimilierte? Kreuzworträtsel lösen? TV gucken? Sudoko spielen?
- Und daß ein hochgeheimes Forschungsprojekt nur durch einen einfachen Drahtzaun ohne Alarm gesichert ist, und über den jeder halbfitte Typ einfach mal rüberhupft um in eine hochgefährliche Riesenzentrifuge zu klettern, was solls. Eltern haften für ihre Kinder.
- Woher Venom plötzlich weiß, daß der Sandkastenmann nur seiner armen Tochter helfen will (ein Wissen das auch Peter nicht hat, daß also auch nicht vom Symbiont auf Venom übertragen worden sei kann, bleibt auch ein Rätsel und ist ein weiteres Beispiel für die Hauruck-Dramaturgie dieses Streifens.
- Die ganze Story mit dem “zweiten Täter” der Bens Onkel gekillt haben soll macht trotz ausgiebger nachgefakter Flashbacks einfach keinen Sinn. Kein Wunder daß Peter sich fragt, wieso ihm jahrelang keiner was davon erzählt hat, aber vermutlich wars der Polizei einfach peinlich sowas blödes zu verbreiten.
- Wo kam eigentlich der Butler von Harry plötzlich her, der nie zuvor auftauchte? Und warum hat er die ganze Zeit seine wichtigen Informationen für sich behalten? Wie war eigentlich sein Name? Stupid Plot Device? oder doch eher Basil Exposition?
- Warum benimmt sich der “Böse Peter” wie ein “Cooler Neger” aus einem 70ths Film? Sind coole Schwarze, der Inbegriff moralischer Verderbtheit?
- Wo kam der Truck her, der bei der von King Kongs “T-Rexe in den Lianen”-Szene geklauten Endkampf in den Spinnenfäden hing?
- Und wer hat eigentlich die blöde Idee gehabt, Peter am Ende jedes Films einen moralischen Sermon als Voice-Over aufsagen zu lassen, der die Filme immer wirken lässt, wie eine altmodische Sitcom, bei der jede Figur am Ende einer Folge eine “wichtige Lektion” gelernt hat und das auch nochmal breit erklärt?
- Warum heulen eigentlich alle Figuren ständig? Egal ob Helden oder Bösewichte, Peter, Mary, Harry, Sandkastenmann – Sandkastenmann? Wieso kann Sand weinen???
Letztlich ist es jedoch müssig, über die Plotholes zu sinieren, denn selbst mit einer logischen Story wäre der Film immer noch gruselig schlecht getimed und würde an Dialogen kranken, die Uta Sanella ungläubig würgen ließen und Tricks denen man nur zu deutlich anmerkt, daß es im Vorfeld einige Schwierigkeiten gab und Trickspezi John Dykstra keinen Bock auf Spidey 3 hatte und das Handtuch warf. Ebenso wie Komponist Danny Elfman, der sich ebenfalls nach dem zweiten Teil wegen kreativer Differenzen mit Raimi überwarf und das belanglose Horngepupse nun dem Routine-Komponisten Christopher Young überließ, der einen pathetischen Score ohne jegliches Eigenleben abliefert.
Dafür das der Streifen teuerer war als King Kong, fragt man sich dann letztlich doch wofür fie ganze Kohle draufgegangen ist, denn für die Digi-Effekte dürfte es kaum gewesen sein, die habe ich woanders schon sehr viel besser gesehen.
Ich hoffe, daß dieser dritte Teil die Trilogie beschließt und uns nicht noch weitere Folgen dieser Spinnen-Soap erwarten.
Creutz.
- Dog Hollywood •
- Mai 2nd, 2007 •
- 36 Kommentare
Batzman meint:










































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