Originalbild: Olaf
Nachdem wieder mal eher enttäuschenden Spider-Man 3, hab ich für mich eine private Liste zusammengestellt von Elementen die ich in Superhelden-Filmen nicht mehr sehen möchte.
1) Kräfte die sich dem Drehbuch anpassen. Wenn ein Held eine Fähigkeit besitzt, dann sollte sie konsequent gleich stark sein und nicht einmal ganze Häuser versetzen und das nächste mal schon versagen, wenn er ne verklemmte Schranktür öffnen will – nur weils dramaturgisch grade passt.
2) Stundenlange “Ich entdecke meine Fähigkeiten”-Montagen. Man kann sowas in die Handlung einbauen, aber bitte: So wenig wie ich die “hüpfende Titten in Zeitlupe”-Montagen bei Baywatch sehen wollte, so wenig möchte ich unsere Helden stundenlang dabei zugucken, wei sie ihre kräfte entdecken. In den X-Men-Streifen wurde das ganze ja auch sehr souverän und beiläufig gelöst.
3) Patriotisches Rumgepose. Sorry, aber der nächste Superheld der vor eine amerikanische Flagge springt bekommt eins an die Ohren.
4) Jesus-Szenen und Erlöser-Symbolik. Ob Superman, E.T. oder Spidey oder Der Wutz mit der Maske, ich will keine religiösen Anklänge mehr sehen, ich will kein “Er gab sein Leben für die Menscheit”-Sülz mehr und keine Kreuzigungs-Metaphern mehr. Kann doch nicht so schwer sein. Batman und Hellboy kommen doch auch ohne solchen Scheiss aus.
5) Eine “Oh ich hab meine Kräfte verloren”-Plot. Hey nur weil den Drehbuchautoren nichts einfällt, was sie für eine Story mit der eigentlichen Figur erzählen können, sollten sie sich die ewig gleichen “Held hat plötzlich keine Kräfte mehr”-Plots stecken.
6) Depressive Helden und Schurken. Ja irgendwann war das mal neu und spannend. Und bei jemandem wie Batman, der ein eher unsympathischer Zeitgenosse ist klappt das auch ganz gut und in weiten Teilen der X-Men-Reihe war es erträglich. Aber ich hab wirklich die Schnauze voll wenn mir jeder Superheld mit seinen Privatwehwehchen kommt. Die Menopause von Wonder Woman interessiert mich ebenso wenig, wie die Spülhände von Das Ding und das Dock Ock als Kind immer gehänselt wurde weil er aussah wie Otti Fischer. Therapiert euch zwischen den Filmen aus und jammert nicht ständig rum ihr verdammten Heulsusen.
7) Schlechte CGI-Effekte die aussehen wie die Vorlage zum Computerspiel. Okay ich weiß ihr denkt man kann heute alles machen. Man KANN, aber damit es gut aussieht muss man eben doch eine Vision haben. Früher waren Spezialeffekte umständlich, extrem schwierig zu planen und wurden deswegen mit Bedacht eingesetzt. Heute sagt man sich “Ach das machen wir hinterher digital”. Mag ja sein, daß die FX-Spezis bei euch immer noch feuchte Hosen bekommen, wenn sie mit digitalen Doubles irgendwelche Kämpfe in der Schwerelosigkeit mit entfesselter, rasender Kamera basteln können. Als Zuschauer sage ich: It gets old, pretty damn fast! Versucht mal einen Effekt so hinzukriegen, daß er aussieht wie mit einer echten Kamera gedreht, vielleicht find ich das dann mal wieder spannend.
8) Übertriebenes Drama. Okay wenn man es richtig macht, dann kann man durchaus ernsthafte Themen metaphorisch abhandeln in Superhelden filmen. Auch hier sind die X-Men-Filme ein schönes Beispiel. Und auch bei Batman klappt ein bißchen ernsthaftigkeit sehr gut. Aber wenn man irgendwelche doofen Allgemeinplätze wie “Zieh dir warme Socken an, wenns regnet” mit einer Mine verkünden lässt, die glauben machen will hier würde die Menschenrechts-Charta neu aufgesetzt, dann wirds albern.
9) Meinungs Flip-Flop. Eine Öffentlichkeit deren Meinung schneller von einem Extrem ins Andere schwankt, als Kai Diekmann mieser Lügner buchstabieren kann. Ja die Öffentlichkeit ist manipulierbar, aber nur weil eine Zeitung eine Meldung bringt vergessen nicht sofort alle Leute was einen Tag vorher passiert ist. Medienmacht zu überschätzen ist genauso blöd, wie sie zu unterschätzen.
10) Super-Soap. Okay auch Helden haben ein Privatleben, das kann auch gerne mal eine Beziehung mit einschließen. Aber wenn sich Superhelden nur noch benehmen wie hormongeschädigte Teenager und statt irgendwas interessantes zu tun, die Zeit nur mit Schmollen, Schmachten, Diskutieren und Herumgreinen füllen, dann ist der Punkt erreicht an dem die Notbremse gezogen werden muss. Schiesst Mary Jane und Lois in den Wind und kneift euch diese ganzen überflüssigen Romantik-Momente die eh nur da sind, damit Frauen ins Kino gehen.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Mai 4th, 2007 •
- 20 Kommentare









































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