Shooter

12 Comments

„Auf 3 zündest Du die Rohrbomben, danach das Gas… 1… 2…“

Originaltitel: Shooter
Herstellungsland: USA 2007
Regie: Antoine Fuqua
Darsteller: Mark Wahlberg, Danny Glover, Kate Mara, Rade Serbedzija

★★★½☆ Renington
★★★☆☆ Batz

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Army-Sniper Bob Lee Swagger muss auf Mission in Afrika den Tod seines besten Freundes mit ansehen und wird dann auch noch von seinen Leuten hängengelassen. Nett ist das nicht, und so lebt er als Einsiedler in den Bergen, wo ihn Colonel Johnson aufspürt, um ihn anzuheuern. Der Präsident solle erschossen werden, so sagt der Geheimdienst, von einem Sniper und Swagger soll das mit seiner Expertise verhindern. Er sagt zu, das Attentat findet statt und er erkennt: er war lediglich der Sündenbock in einer Verschwörung. Fortan ist er auf der Flucht vor ganz Amerika und übt schließlich Rache.

Shooter bedient sich munter bei Klassikern des Thrillers und des Actionfilms, klaut Motive von Rambo, Die Unbestechlichen (den Watergate-Film), James Bond und dem Osterman Weekend, puzzlet all diese Teilel allerdings durchaus gekonnt zu einem eigenständigen Werk zusammen, das spannend ist, schick fotografiert und das den Zuschauer mitzureißen weiß.

Die Inszenierung ist etwas behäbig, aber solide. Die Waffenvernarrtheit des Films geht einem etwas auf den Saque, dafür bleibt er aber politisch eher leise, und das schlechte Gefühl, dass sich bei dem anfänglich fallenden Schlagwort „Patriotismus“ andeutet, bestätigt sich zum Glück nicht, denn der Film konzentriert sich vor allem auf seine Action-Qualitäten – von denen er einige zu bieten hat. Und 1% Splatter sind sogar auch dabei. Yay!

Alleine Mark Wahlberg wirkt etwas überfordert mit seiner Rolle das gestandenen Marine-Superschützen, er schaut dafür einfach zu bubihaft aus. Außerdem ist der Film mit 124 Minuten einen Tick zu lang. Allzusehr trügt das aber den insgesamt wirklich postiven Gesamteindruck nicht und Danny Glover spielt seinen fiesen Machtmenschen sehr gekonnt und alle anderen an die Wand.

BatzmanBatzman meint:

Irgendjemand dachte sich, daß es eine gute Idee wäre, ein Remake von “Die Drei Tage des Condor” zu machen. Das war ein brillanter Film, der Thrillerspannung und Politverschwörung genial mischte. Ho-hum. Nur vielleicht etwas anspruchsvoll. Eine andere Person meinte: “Es gab doch do da son Wayons-Action Vehikel namens “Most Wanted” wo er einen Marine spielt, der von zwilichtigen Regierungsleuten angeworben wird für einen Spezialauftrag und dann verdächtigt wir die First Lady erschossen zu haben, warum machen wir nicht davon ein Remake? Fluchs kramte man einen Groschenroman als Vorlage des Ganzen heraus und los gings.

Man borgte sich ein paar Elemente vom Condor und klaute den Rest von Most Wanted, würzte das ganze mit einem Plot der ebenso blöde wie unplausibel ist und ließ den Seppel Regie führen, der auch “Training Day” von einer anfänglich interessanten Charakterstudie zu einem völlig hirnrissigen Ballerfilm degradiert hatte.

“Shooter” hat soviele Plotlöcher wie ein Sieb und mit einem Sniper jetzt grundsätzlich nicht grade die sympathischste Hauptfigur. Was er allerdings hat, ist ein gewisser Drive der sich nach dem extrem zähflüssigen und lahmarschigen Intro langsam entfalten darf. Wähnt man sich zu Beginn noch bei Grizzly-Adams und wünscht sich das der FIlm endlich aus dem dämlichen Wald kommt, so gewinnt die Story ab dem Moment ab dem Swagger auf der Flucht ist merklich an Fahrt.

Ja seine Sniper-Quallitäten machen einen Reiz des Films aus und irgendwann wünscht man sich, daß er und sein unbedarfter FBI-Kompagnon den Bösen so richtig zeigen wo Bartel den Koks holt.
Allerdings zieht sich die Story etwas zu arg in die Länge, dafür das im Grunde nicht wirklich viel passiert. Wahlberg macht als Swagger durchaus eine gute Figur und hat die nötige Physis, die die Rolle verlangt. Die aberwitzigen und albernen Mannöver von ihm und seinem Kumpel zu beobachten ist streckenweise wirklich ganz unterhaltsam. Grad im Original, wird der Besuch bei einem nuschelnden Waffenexperten zum unfreiwillig komischen Event.

Problematisch ist jedoch die politische Aussage des Films, bzw das er so tut, als hätte er irgendeine Aussage die der Rede wert wäre. Die große Offenbarung, warum das alles passiert, warum der Bischof umgebracht wurde, warum man ihn als Sündenbock inszenierte, ist so alberig, daß man am besten weghört, genau wie beim overactenden Knallchargieren der Bösewichter.
Danny Glover scheint sich in einer Comic-Verfilmung zu wähnen, so maniriert, so over-the-top legt er seinen Schurken an. Ständig grinst, kichert und lacht er diabolisch oder versucht so tough dreinzuschauen, als hätte ihm jemand einen Biber in die Unterhose gesteckt. Grade im letzten Akt, werden die Bösewichter vollends zu Witzfiguren, die sich nicht entblöden in einer anscheinend völlig ungesicherten Blockhütte zu sitzen – während draussen ein Sniper auf freiem Fuss ist der nicht gut auf sie zu sprechen ist. Sie scherzen und lachen und prahlen mit ihren Schandtaten, das selbst Doctor Evil sagen würde: Tune it down a notch, will you!

Shooter ist schwer zu beurteilen. Als Politthriller als der er sich verkleidet, versagt er auf ganzer Linie. Dialoge und Buch sind einfach strunzenblöd und so unlogisch das es quietscht. Als No-Brainer kommt er eigentlich zu ernsthaft daher, aber wirklich genießen kann man ihn wohl nur dann, wenn man seinem Verstand konstant in die Fresse haut, sobald er anfängt über die Story nachzudenken.

Optisch ist das alles Routiniert, aber eher solide als spektakulär umgesetzt. Die Bilder sind an keiner Stelle neu, aber durchweg ordentlich. Und solange die Macher nicht den Wayons Brüdern begegnen, dürfte auch keiner einen bleibenden Schaden davontragen.

In : Review

About the author

  • http://abfallkalender.wordpress.com Sebastian Sachse

    Aber sind Marinesuperschützen nicht bubenhaft? Und in Three Kings war er auch cool. Ein Film für mich :-)

  • DiegoSanchez

    Ich fürchte fast, das ich mir diesen Film (gestärkt durch das Review) zu Gemüte führen muss.

  • http://parkster.de SirParker

    War gestern Abend in Shooter und fand ihn ebenfalls nicht schlecht. Dialoge ab und an etwas flach, aber die Action hat gepasst und ich mochte den FBI-Anfänger!

    Hätte dem Film auch ca. 4 Punkte geben, liegt aber auch daran, dass ich auf derlei Film steh.

  • http://www.flokru.org/ flokru

    Ich hätte damit gerechnet, dass der Film viel schlechter wird. Na gut, umso besser.

  • http://www.djtrick.com/ TRICK

    geil, flache Aktion, Waffen und Marc Wahlberg in Bestform.

    is ja wohl lächerlich den als bubihaft zu bezeichnen,
    was man höchstens als bubihaft bezeichnen könnte ist die völlig unpassend Syncronstimme.

    aber nach mehreren Filmen mit ihm hat man sich dran gewöhnt..

    auch Schauspielerisch hat er sich die letzten Jahre super entwickelt aber ich fand ihn auch schon in “The Basketball Diaries” gut.

    yeah, sinnfreier Männerfilm, da steh ich drauf !

  • Dome

    jo was soll man sagen…
    fette waffen, verschwörungsstory, aktion…

    muss man (als mann^^) gesehen haben !

    war entgegen meiner prinzipien sogar 2 mal im kino und tolle unterhaltung.

  • http://www.i-fekt.de Daniel

    War gestern drin und bin begeistert. Spannung, Action (was für Explosionen!!!), tolle Kamerafahrten (z.B. gleich am Anfang als die Kamera den Fluß entlang fliegt und am Ende im Lauf eines Gewehrs endet) und wirklich überzeugende Darsteller.

    Sowohl Wahlberg als auch Glover gehen in ihren ROllen absolut auf und sind für mich zu jedem Zeitpunkt glaubhaft.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    Aus dem IMDB-Forum:

    Things I’ve learnt from watching Shooter… (*SPOILERS*)

    1) Government agencies use Google Maps, not their own dedicated databases.

    2) FBI safe houses have propane tanks outside that if shot are powerful enough to bring down a helicopter.

    3) Co-ordinated attack patterns upon farm houses carried out by crack commando teams are no more advanced than sending two men in through the front door while the others advance very slowly from one direction across a field.

    4) When building jerry-rigged pipe bombs always remember to fit them with red LED’s.

    5) Also, when planting these bombs remember to put them in none-concealed places with the LED’s pointed outwards.

    6) If you have been arrested and charged with the attempted assassination of the President of the United States you will be released with no strings attached if you provide one 5-minute argument in your defense that includes firing an apparently loaded gun at someone in the room.

    7) Also in the same “trial”:
    -A- There will be no guards inside the room.
    -B- Your girlfriend will be allowed inside to watch.
    -C- The judge will not even consult with his peers when making his decision to release you.
    -D- You are allowed to take a rifle bullet in, as long as you are a FBI agent.
    -E- No one will notice a painfully obvious switch of said rifle bullet from FBI agent to prisoner.

    8) A rookie FBI agent will instantly become a trained sniper after shooting a watermelon.

    9) Members of a conspiracy like to get together late at night to brag and cackle insanely to each other over drinks with armed guards patrolling around, despite the fact that it conveniently groups them together for a vengeance-fuelled sniper to murder them all.

    10) If you are an FBI agent fresh out of the academy you will be brutally humiliated by your superiors and put up for review if you are surprised by a trained killer and overpowered, which is apparently an incomprehensible outcome.

    11) A veteran US Marine Sniper, highly trained in survival, combat and surveilance has to take a picture in order to remember a license plate.

    12) Never, EVER show your partner a picture of your girlfriend when in the field or You Will Die!

    13) If you dont see it in a split second flashback, it probably didn’t happen. (“and then i used the computer to research FBI stuff” *flash* man on computer typing FBI *end flash*)

    14) The best way to hide on a snowy mountain is to dress as a gay Yetti, then send your only ally as a decoy and hope the enemy snipers aren’t bright enough to shoot an armed FBI agent in the head.

  • http://www.julieparadise.de Julie Paradise

    @ Batz: Wenn das ein Post wäre, es wär mein Post des Tages. Ich kenne den Film selbst nicht, aber es sind ja immer die gleichen Logikfallen in solchen Filmen (man nehme nur die LEDs).

  • markus

    ich fand den film in der hinsicht erstaunlich, daß er sich ausnahmsweise mal sehr kritisch verhält. im gegensatz dazu hat man die allgegenwärtigen “hurra-krieg”-movies der usa. natürlich war lord of war in allen bereichen sehr viel besser, aber shooter schlägt in die gleiche kerbe, meiner meinung nach. offenbar hat die regierung nicht mehr so viel einfluss in hollywood. vor 5 jahren wäre sowas doch noch undenkbar gewesen, oder ?

  • triefer

    geiler film ich würde jetzt noch ausführlicher schreiben hab aber keine zeit mehr.einfach angucken und spass haben

  • xx

    was fuer eine waffe besitzt er auf dem cover .
    bzw welche waffe ist es womit er angeblich den presidenten erschossen haben sollte

    infos wären klassse

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