„Auf 3 zündest Du die Rohrbomben, danach das Gas… 1… 2…“
Originaltitel: Shooter
Herstellungsland: USA 2007
Regie: Antoine Fuqua
Darsteller: Mark Wahlberg, Danny Glover, Kate Mara, Rade Serbedzija




Renington




Batz

Army-Sniper Bob Lee Swagger muss auf Mission in Afrika den Tod seines besten Freundes mit ansehen und wird dann auch noch von seinen Leuten hängengelassen. Nett ist das nicht, und so lebt er als Einsiedler in den Bergen, wo ihn Colonel Johnson aufspürt, um ihn anzuheuern. Der Präsident solle erschossen werden, so sagt der Geheimdienst, von einem Sniper und Swagger soll das mit seiner Expertise verhindern. Er sagt zu, das Attentat findet statt und er erkennt: er war lediglich der Sündenbock in einer Verschwörung. Fortan ist er auf der Flucht vor ganz Amerika und übt schließlich Rache.
Shooter bedient sich munter bei Klassikern des Thrillers und des Actionfilms, klaut Motive von Rambo, Die Unbestechlichen (den Watergate-Film), James Bond und dem Osterman Weekend, puzzlet all diese Teilel allerdings durchaus gekonnt zu einem eigenständigen Werk zusammen, das spannend ist, schick fotografiert und das den Zuschauer mitzureißen weiß.
Die Inszenierung ist etwas behäbig, aber solide. Die Waffenvernarrtheit des Films geht einem etwas auf den Saque, dafür bleibt er aber politisch eher leise, und das schlechte Gefühl, dass sich bei dem anfänglich fallenden Schlagwort „Patriotismus“ andeutet, bestätigt sich zum Glück nicht, denn der Film konzentriert sich vor allem auf seine Action-Qualitäten – von denen er einige zu bieten hat. Und 1% Splatter sind sogar auch dabei. Yay!
Alleine Mark Wahlberg wirkt etwas überfordert mit seiner Rolle das gestandenen Marine-Superschützen, er schaut dafür einfach zu bubihaft aus. Außerdem ist der Film mit 124 Minuten einen Tick zu lang. Allzusehr trügt das aber den insgesamt wirklich postiven Gesamteindruck nicht und Danny Glover spielt seinen fiesen Machtmenschen sehr gekonnt und alle anderen an die Wand.
Batzman meint:
Irgendjemand dachte sich, daß es eine gute Idee wäre, ein Remake von “Die Drei Tage des Condor” zu machen. Das war ein brillanter Film, der Thrillerspannung und Politverschwörung genial mischte. Ho-hum. Nur vielleicht etwas anspruchsvoll. Eine andere Person meinte: “Es gab doch do da son Wayons-Action Vehikel namens “Most Wanted” wo er einen Marine spielt, der von zwilichtigen Regierungsleuten angeworben wird für einen Spezialauftrag und dann verdächtigt wir die First Lady erschossen zu haben, warum machen wir nicht davon ein Remake? Fluchs kramte man einen Groschenroman als Vorlage des Ganzen heraus und los gings.
Man borgte sich ein paar Elemente vom Condor und klaute den Rest von Most Wanted, würzte das ganze mit einem Plot der ebenso blöde wie unplausibel ist und ließ den Seppel Regie führen, der auch “Training Day” von einer anfänglich interessanten Charakterstudie zu einem völlig hirnrissigen Ballerfilm degradiert hatte.
“Shooter” hat soviele Plotlöcher wie ein Sieb und mit einem Sniper jetzt grundsätzlich nicht grade die sympathischste Hauptfigur. Was er allerdings hat, ist ein gewisser Drive der sich nach dem extrem zähflüssigen und lahmarschigen Intro langsam entfalten darf. Wähnt man sich zu Beginn noch bei Grizzly-Adams und wünscht sich das der FIlm endlich aus dem dämlichen Wald kommt, so gewinnt die Story ab dem Moment ab dem Swagger auf der Flucht ist merklich an Fahrt.
Ja seine Sniper-Quallitäten machen einen Reiz des Films aus und irgendwann wünscht man sich, daß er und sein unbedarfter FBI-Kompagnon den Bösen so richtig zeigen wo Bartel den Koks holt.
Allerdings zieht sich die Story etwas zu arg in die Länge, dafür das im Grunde nicht wirklich viel passiert. Wahlberg macht als Swagger durchaus eine gute Figur und hat die nötige Physis, die die Rolle verlangt. Die aberwitzigen und albernen Mannöver von ihm und seinem Kumpel zu beobachten ist streckenweise wirklich ganz unterhaltsam. Grad im Original, wird der Besuch bei einem nuschelnden Waffenexperten zum unfreiwillig komischen Event.
Problematisch ist jedoch die politische Aussage des Films, bzw das er so tut, als hätte er irgendeine Aussage die der Rede wert wäre. Die große Offenbarung, warum das alles passiert, warum der Bischof umgebracht wurde, warum man ihn als Sündenbock inszenierte, ist so alberig, daß man am besten weghört, genau wie beim overactenden Knallchargieren der Bösewichter.
Danny Glover scheint sich in einer Comic-Verfilmung zu wähnen, so maniriert, so over-the-top legt er seinen Schurken an. Ständig grinst, kichert und lacht er diabolisch oder versucht so tough dreinzuschauen, als hätte ihm jemand einen Biber in die Unterhose gesteckt. Grade im letzten Akt, werden die Bösewichter vollends zu Witzfiguren, die sich nicht entblöden in einer anscheinend völlig ungesicherten Blockhütte zu sitzen – während draussen ein Sniper auf freiem Fuss ist der nicht gut auf sie zu sprechen ist. Sie scherzen und lachen und prahlen mit ihren Schandtaten, das selbst Doctor Evil sagen würde: Tune it down a notch, will you!
Shooter ist schwer zu beurteilen. Als Politthriller als der er sich verkleidet, versagt er auf ganzer Linie. Dialoge und Buch sind einfach strunzenblöd und so unlogisch das es quietscht. Als No-Brainer kommt er eigentlich zu ernsthaft daher, aber wirklich genießen kann man ihn wohl nur dann, wenn man seinem Verstand konstant in die Fresse haut, sobald er anfängt über die Story nachzudenken.
Optisch ist das alles Routiniert, aber eher solide als spektakulär umgesetzt. Die Bilder sind an keiner Stelle neu, aber durchweg ordentlich. Und solange die Macher nicht den Wayons Brüdern begegnen, dürfte auch keiner einen bleibenden Schaden davontragen.
- Renington Steele •
- Mai 4th, 2007 •
- 12 Kommentare
-
http://abfallkalender.wordpress.com Sebastian Sachse
-
DiegoSanchez
-
http://parkster.de SirParker
-
http://www.flokru.org/ flokru
-
http://www.djtrick.com/ TRICK
-
Dome
-
http://www.i-fekt.de Daniel
-
http://www.julieparadise.de Julie Paradise
-
markus
-
triefer
-
xx









































