30 Dokumentationen die man kennen sollte – Teil 2

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Jetzt bin mal ich an der Reihe. Ich gebe zu, dass ich mir ein bisschen Zeit gelassen habe, aber als Anhänger der “Was lange wehrt, kann man trotzdem ganz gut lesen”-Fraktion habe ich…

…ok, keine faulen Ausreden: Das Wetter war spitze und das Bloggen fiel mir schwer.

Nun will ich aber Herrn Batzens Liste der 30 zu sehenden Dokumentationen ein wenig vervollständigen, wobei mir sehr geholfen wurde, wenn ich mich durch die Kommentare wühle. Mir scheint, dass der eine oder andere Leser meine heimliche Leidenschaft der gepflegten Sonntag-Nachmittags-Doku-Zeit teilt und gerne mal fernab der Hollywood-Unrealität ein bisschen was von der Welt sehen möchte, in der wir wirklich leben.

Da ich bekennender Tierdoku-Liebhaber bin, wobei ich mich meistens mit Fernseherdokumentationen zufrieden gebe, die letztendlich die Gebühren für die öffentlich-rechtlichen Schmaortzer rechtfertigen, werde ich einen kleinen Schwerpunkt auf das Reich der Knuddeligen und Killer legen, in der Hoffnung, dass ihr mir verzeiht, dass ich nur wenig mit politischen Dokus anfangen kann,w enn dort nichts explodiert. Weiterhin ist diese Liste keine Top 10, und damit völlig wertefrei im Sinne von “10 ist gut, Platz 1 ist am Besten!”.

1) Ich fange an, mit Deep Blue — sollte den meisten Lesern wohl einigermaßen bekannt vorkommen. Beeindruckende Bilder, die mich 91 Minuten lang mit offenen Mund vor der Leinwand sitzen ließen. Ein Sound der manch Blockbuster die Schuhe ausgezogen hätte und zusammengenommen eine Atmosphäre von der ich noch Tage lang zehren konnte. Selbst vom Schreiben bekomme ich wieder Lust in die DVD-o-thek zu gehen und das abgegrabbelte Stück “nachhause” zu holen. Warum habe ich mir eigentlich nie die DVD gekauft..?

2) Ein Vorreiter in Sachen Tier-Doku als Pop-Genre war eindeutig Mikrokosmos, der mich zu einer Zeit begleitete, in der ich nicht abgeneigt war meine selbstgedrehten Zigaretten mit holländischer Kultur aufzufrischen. Die Bilder fesselten mich und meine Kellerkumpels dermaßen, dass wir das auf-den-Schirm-starren nur dann unterbrachen, wenn einer die Kassette zurückspulte, um sie wieder von vorn beginnen zu lassen.

3) Zurück ins Wasser: The Undersea World of Jacques Cousteau beeindruckte mich nicht nur hinsichtlich der Zeit, in der diese Serie gedreht wurde (1966-1976) und damit Einschränkungen, die heutzutage nicht einmal erwähnenswert wären. Ich glaube an dieser Stelle muss ich meiner Oma danken, die mir Cousteau nahe gebracht hat.

4) Man kann ja über Die Reise der Pinguine sagen was man will: Fernseher auf Stumm gestellt und der Film ist top! Das pseudo-religiöse, kaum auszuhaltende Geschwafel sollte euch nicht davon abhalten diese beeindruckenden Bilder von Luc Jacquet zu sehen!

5) Ebenfalls toll von Luc Jacquet in Szene gesetzt, ist Die Welt des Luc Jacquet, die sich aus mehreren, zugegebenermaßen teils kitschigen Geschichten zusammensetzt: Ein Sommer in der Pinguinbucht, Von Zecken und Vögeln, Der Seeleopard – Ein eiskalter Jäger und Der Frühling der Weddell-Robben.

Weiter mit euren Dokus aus den Komentaren des ersten Teils…

6) Ich greife gleich mal den Kommentar des Lesers Fennek vorweg, der hier eindeutig deutsche Produktionen vermisst. Aber nicht doch! Was wären wir nur ohne meinen geliebten Heinz Sielmann? Und an dieser Stelle darf natürlich der Hinweis auf die wohl erfolgreichste deutsche Dokumentationsreihe schlechthin nicht fehlen: Expeditionen ins Tierreich, die Herr Sielmann von 1965 bis 1991 moderierte.

7) Ben_ drohte “Wenn auf den Plätzen 11-30 nicht noch ‘When we were Kings’ auftaucht, bin ich enttäuschter als jetzt.”. Dann wollen wir Ben mal nicht enttäuschen und schauen mal nach was für eine Perle er für uns bereit hält. Und was soll ich sagen? Der Ausschnitt, den ich mir bei Youtube anschauen durfte verspricht tatsächlich Enttäuschung bei Nichterwähnung! Die Dokumentation aus dem Jahre 1996 über den Kampf Muhammad Ali und George Foreman scheint sogar für einen Sportmuffel wie mich mehr als interessant. Danke für den Tipp.

8) Der heimliche sechste Filmfreund Justus Jonas empfiehlt uns gleich drei Dokumentationen, woraufhin ich natürlich gleich ein wenig neidisch bin, dass er Missing Allen schon gesehen hat, da er hier in Braunschweig nirgendwo erhältlich ist und ich bisher zu geizig war. Die Geschichte um den spurlos verschwundenen Filmemacher Allen Ross klingt ja mal mehr als interessant.

9) Micha, wie sollten wir denn “Who killed the electric car?” vergessen, der vielleicht wie eine langweilige Doku über Autos klingt (braucht kein Mensch!), aber dank der tollen Erzähltechnik von Chris Paine und Auftritten von Tom Hanks, Ralph Nader und Mel Gibson besticht. Mal eine etwas andere Dokumentation.

10) F5-Leser Thomas schlägt gleich einen ganzen haufen Dokumentenmacher vor, aber ich bleibe bei “In the Year of the Pig” hängen. Kriegsfilme faszinieren mich, weil sie mich so anekeln. Dabei ist mir beinahe das ganze Blut egal, sondern vielmehr dieses stumpfe Befehlebefolgen und sich abknallen lassen, für einen Haufen fetter feiger Fieslinge, die zuhause sitzen und über das Leben anderer entscheiden, ohne auch nur in die Nähe eines Gefahrenherdes zu kommen. Besonders faszinierend an diesem Film aus dem Jahre 1968 ist, dass seine Auseinandersetzung mit dem Vietnamkrieg von Bombendrohungen begleitet wurde, da der Teil des amerikanischen Volks, welches nicht Giftgas und Gewehren, sondern der Gefahr der Verdummung vor ihren Fernsehergeräten ausgesetzt wurden, es nicht ertrugen, dass “ihre Jungs” derart kritisch beäugt wurden. Interessant, wie sich manche Völker nicht weiterentwickeln und trotzdem Weltmacht bleiben können.

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Bei den Filmfreunden bloggt Malcolm über die wunderbare Welt der seichten Unterhaltung. Auf eye said it before bloggt der freundlichste Filmfreund (Nilz N Burger) über Flausch, Werbung und WTF. Wenn er gerade nicht bloggt, arbeitet Malcolm freiberuflich als Digital Creative, wo er das Internet zu einem schöneren Ort macht. Nichts zu danken.

4 Comments

  1. ben_

    Es war mir eine Freude.

  2. justus_jonas

    Dito.

  3. roninarts

    […] 30 Dokumentationen die man kennen sollte – Teil 2 // 5 Filmfreunde 30 Dokumentationen die man kennen sollte – Teil 2 (tags: blog cinema documentary) […]

  4. Soraly

    Dazu sei außerdem vermerkt, dass „Die Reise der Pinguine“ nicht nur in der lächerlichen Fassung mit Babykommentaren bestückt ausgeliefert wird, sondern ebenfalls informativ (also ohne das Geplänkel) mit Sky du Mont als Sprecher.

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    officialgaygeeks:

    That lightsaber sound lol


    Get the My Neighbor Groot shirt http://buff.ly/1EFUcA2 http://ift.tt/1BEBgm8

    11/16/14

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    pennyfornasa:

    Putting The Cost Of The ESA’s Rosetta Mission In Perspective

    "So what do we get for our €1.4bn? Rosetta is both an astounding feat of engineering (catapulting a tonne of spacecraft across millions of kilometres of space and ending up in orbit around a comet just 4 km across) and an extraordinary opportunity for science (allowing us to examine the surface of a lump of rock and ice which dates from when the Solar System formed).

    Like a lot of blue-skies science, it’s very hard to put a value on the mission. First, there are the immediate spin-offs like engineering know-how; then, the knowledge accrued, which could inform our understanding of our cosmic origins, amongst other things; and finally, the inspirational value of this audacious feat in which we can all share, including the next generation of scientists.

    Whilst those things are hard to price precisely, in common with other blue-skies scientific projects, Rosetta is cheap. At €1.4bn, developing, building, launching and learning from the mission will cost about the same as 4.2 Airbus A380s—pretty impressive when you consider that it’s an entirely bespoke robotic spacecraft, not a production airliner. On a more everyday scale, it’s cost European citizens somewhere around twenty Euro cents per person per year since the project began in 1996.

    Rosetta has already sent us some stunning images of Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko and today’s landing will, with any luck, provide us with our first close-up glimpse of the chaotic surface of this dirty snowball. If you’re a sci-fi fan, then, you might consider the mission to have been worth its price tag just for the pictures. The total cost for the Rosetta mission is about €3.50 per person in Europe; based on the average cinema ticket price in the UK (€8.50), it has cost less than half of what it will cost for you to go to see Interstellar.”

    Via Scienceogram: http://scienceogram.org/blog/2014/11/rosetta-comet-esa-lander-cost/

    Find Out How Budget Cuts Canceled NASA’s Own Comet Landing Mission: http://www.penny4nasa.org/2014/11/11/how-budget-cuts-canceled-nasa-own-rosetta-comet-landing-mission/

    11/15/14

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    meatbicyclevevo:

    i never wanted this to end

    10/20/14

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    iambluedog:

    Life is too short to be holding on to old grudges

    10/20/14

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    10/09/14