20. Der Rancor

Wie habe ich als 12jähriger gestaunt, als Luke in Jabbas Fallgrube stürzte, sich ein riesiges Tor öffnete und heraus trat: Godzilla. Nur ohne Gummi. Dieses fiese Vieh, dem der Geifer aus dem Rachen troff, dass Schweinewärter zum Frühstück verspeiste, 3 Stockwerke hoch, war ein Fest für den jungen Rennington Steele, der schon damals seine Passion zu Monstern und Phantastik perfektioniert hatte. Und als dem Ungetüm die Türe auf den Detz prallt, dann tut es einem sogar leid, denn eigentlich war es ja nur Jabbas Haustier. Muss man ja auch erstmal hinkriegen.
19. Anakin Skywalker vs. Obi Wan Kenobi

Der Endkampf aus Episode 3 ist zwar spannungsarm, weil klar ist, wie er ausgeht. Dennoch ist das finale Lichtschwertduell mitreissend und der Moment, wenn Anakin besiegt am Boden verbrennt, ist der finale Schnitt durch ihn und das Gute. Ab hier ist Anakin soweit entstellt, dass ihn nur noch eine Maske am Leben erhalten kann. Wir wissen, wie diese Maske aussieht. Anakin Skywalker wird nicht Darth Vader, als er die Kinder tötet. Anakin Skywalker wird Darth Vader, als er von Obi Wan besiegt wird.
18. Das ist keine Höhle

Als die Millennium Falcon tatsächlich aus dem Maul eines Asteroidenwurms flüchtet, fast man eine Weile gar nicht, was man da grade gesehen hat. Riesenwürmer die auf Asteroiden hausen und ganze Raumschiffe verspeisen, ein größeres und unglaublicheres Alien hat man bis dahin nicht gesehen. Dagegen ist der Blob so aufregend wie ein Geschirrspülhandtuch und ich frage mich, wie groß so ein Asteroiden-Dingsbums als Spielzeug wäre, denn die Millennium Falcon ist schon circa 40 Zentimeter lang. Das wären dann so 10 oder 11 Meter. Niiiicht schlecht!
17. Darth Mauls Doppelklinge

Episode 1 bietet nicht viele tolle Momente. Darth Mauls Doppelklinge ist eine. Sie ist zwar lediglich eine einfache Steigerung, aber hey: es ist eine verdammte doppelte Lichtschwertklinge! Und wer sowieso ein Lichtschwert haben will, also: so in echt meine ich, der will natürlich auch das schweizer Messer unter den Lichtklingen. Und es sieht ganz einfach dreckscool aus.
16. Doch. Du wirst Angst haben.

Die Szene in der Luke gegen den vermeintlichen Darth Vader an einem Ort der dunklen Seite der Macht auf Dagobah antritt und letztlich nur sein eigenes Antlitz im abgeschlagenen Vader-Helm erblickt, hat etwas äußerst surreales und ist in der kompletten Saga einzigartig, ist sie doch, soweit ich weiß, die einzige, die komplett in Zeitlupe gefilmt ist und eine wirklich schaurige Atmosphäre verbreitet. Und sie gibt eine Vorschau auf das Ende des Films, sagt sie doch nichts weiter als: alles bleibt in der Familie.
15. Die Sandleute

Die Tusken Raider, diese Gasmasken-Mumien, sind fiese, bösartige Wüstenraufbolde und wenn sie Luke und C3PO zu Klump hauen und ihre gutturalen Schreie ausstoßen, schön in einem Vorwärts-Rückwärts-Loop geschnitten, dann hat das eine unheimliche Kraft und Dynamik. Schließlich sind sie die ersten Aliens, auf die wir in der Star Wars Saga stoßen, chronologisch gesehen, bevor man in der Cantina das ganze Ausmaß der intergalaktisch möglichen Extremitätenanzahl erblicken. Außerdem war ein Tusken Raider meine erste Star Wars-Figur, muss also hier rein, damit das mal klar ist.
14. Begonnen der Kampf der Klonkrieger hat

Die Schlußszene aus Episode 2 deutet an, wo die Reise hingeht. Wenn Palpatine auf dem Balkon stehend den abhebenden Vorgängern der Sternenzerstörer zusieht, dann wissen wir: das Imperium übernimmt die Republik und die riesigen Raumschiffe, die in Episode 4 eine Sensation seinerzeit darstellten, stehen sinnbildlich für die übernahme der Macht durch die dunkle Seite und sind die ersten Anzeichen der alten Trilogie in den Prequels, was nach all diesem videospielähnlichen Rumgehopse auch bitter nötig war.
13. Luke trifft Yoda

Wenn Luke auf Dagobah das erste mal auf den verhuzelten alten Zwerg trifft, streitet man sich sich um Zeugs, kabbelt sich um dies und das und in seiner Hütte ist Luke auch mit nichts zufrieden. Als sich Yoda dann endlich als Jedi-Übermeister zu erkennen ist, dann ist Skywalker aber ganz schön baff. Diese Szene lehrt alle Padawan: sei nie so arrogant und unterschätze alte, verhuzelte Zwerge. Denn sie könnten 900 Jahre alt sein und in Episode 2 die Scheiße aus Christopher Lee kloppen.
12. Wo Ihr 1200 Jahre lang verdaut werdet

Wie großartig ist eigentlich die Idee, dem Planeten Tatooine ein Arschloch in Form eines Menschenfressenden Viehs zu verpassen, in dessen Magen man 1200 Jahre lang verdaut würde? Würde man als junger Yoda da reinfallen, dann wäre das ein ziemlich unangenehmes Leben, so dünkt mir. Aber zum Glück für Luke und seine Spießgesellen verpeist das Viech nur Boba Fett und einige andere und ich werde es George Lucas nie verzeihen, dass er den menschen- und alienfressenden Anus von Tatooine in den Special Editions mit einem Vogelschnabel ausgestattet hat. Wie sieht das denn aus, sag mal, George?
11. Thermaldetonator

„Dieser Kopfgeldjäger ist ein Halunke nach meinem Geschmack“… wenn Jabba gewusst hätte, dass es Leia ist, die seinem Dasein ein Ende bereiten wird, hätte er die Halunkin wohl nicht so geschmacklich gut gefunden. Aber der ganze Kniff, Kopfgeldjäger liefer Chewie, Kopfgeldjäger befreit Han Solo aus dem Karbonit, Kopfgeldjäger ist „jemand, den Du liebst“, der ist sehr, sehr groß. Und wie habe ich einen solchen Kniff in den Prequels vermisst.
10. Ich liebe Dich – Ich weiß

Die coolste Liebeserklärung der Filmgeschichte, die auch in echt funktioniert. Sagt Dir Deine Liebste eines Tages „Ich liebe Dich“, dann antworte auf keinen Fall mit „Ich liebe Dich auch“ oder „Ich Dich auch“. Antworte mit „Ich weiß“, und sie ist Dir in Ewigkeit verfallen. Glaubt mir, ich hab’s mehrfach ausprobiert und die Damen stehen kilometerweit vor meiner Haustür Schlange. Ich weiß. Der Vollständigkeit halber: Im Drehbuch stand das klassische „Ich liebe Dich auch“, Harrison Ford fand das aber viel zu spießig und improvisierte die klassischen zwei Worte, die dann auch im finalen Schnitt drinblieben.
9. Der Imperator vs. Luke Skywalker

Die Szene, die eins meiner Lieblingszitate aus der Saga beinhaltet: „Eines Tages nennst auch Du mich Meister“. Als Luke seinen Vater enthandet hat, wechselt er nicht, so wie es der Imperator will, auf die dunkle Seite um seines Vaters Platz an seiner Seite anzunehmen, nein. Er knippst sein Lichtschwert aus und ist damit der letzte, aufrechte Jedi-Ritter. Dafür foltert ihn der beleidigte Palpatine mit fiesen Elektroschocks, wofür Lukes Vater den Sith-Lord dahin befördert, wo er hingehört: in den Abgrund. Ende gut, alles gut, aber diese Worte werden ewig hängenbleiben: „Und nun, junger Jedi, wirst Du sterben.“
8. Die Cantina

Die Cantina bietet nicht nur die abgefahrenste Alien-Band jenseits von Beteigeuze, sondern auch Splatter-Effekte, fiese Weltraumhalunken, einen waschechten Werwolf, komische Schneckenaliens (und ich meine nicht Jabba damit!) und – nicht zu vergessen – Chewbacce und Han Solo, der hier eiskalt einen Kopfgeldjäger abknallt. Jawohl, abknallt. Denn wie wir alle wissen: Han shot first!
7. Das Pod-Race

Das Rennen, das sichtlich an Spielen wie „Wipeout“ orientiert ist, ist das Highlight von Episode 1, sehr rasant inszeniert, tricktechnisch und rythmisch brillant in Szene gesetzt. Diese Instensität erreicht der Film leider nie wieder. Hier zeigen sich endlich Star Wars Qualitäten, die man die ganze Zeit vermisst hat. Schnelligkeit, gelungene Tricks und nicht zuletzt originelles Sound-Design. Und die Javas dürfen auch wieder ihren Spruch aufsagen: „UTINI!“ Leider geht der Film so nicht weiter. Pudu!
6. Wenn dies ein Konsulatsschiff ist, wo ist dann der Botschafter?

Der erste Auftritt Darth Vaders lässt keinen Zweifel zu: Lord Helmchen ist ein ziemlich fieser Zeitgenosse. Packt einen einfach so an der Kehle und lässt ihn zwei Meter über dem Boden komische Fragen beantworten. Da kann man ja nur „Konsulatsschiff“ rauspressen in der Hoffnung, der fiese dunkle Lord lässt einen laufen. Aber nix da, er schleudert einen gegen das Raumschiffinventar und am Ende ist man sogar tot. Das hat man nun davon, wenn man keinen Botschafter zur Hand hat.
5. Jabba the Hut

Jabba the Hut ist mit Abstand das wohl merkwürdigste Alien der kompletten Star-Wars-Saga. Diese Riesennackschnecke wirkt so äußerst surreal, die komplette Szene auf Tatooine so herrlich fremdartig. Wenn Jabba auf seiner Stefan-Raab-Gedächtnisbühne, denn nicht Raab hatte die erste fahrbare Bühne, sondern Jabba, mit Prinzessin Leia in ihrem goldenen Bikini daliegt, das ist schlicht ein Bild für die Götter. Außerdem hat er einen Rancor als Haustier und frisst eingelegte Kröten als Snack. Außerdem hält er sich die Prinzessin in einem goldenen Bikini und wie gut ist das denn? Wenn Jabba keinen Geschmack hat, dann weiß ich ja auch nicht.
4. Die Verfolgungsjagd durch den Wald auf Endor

Die Jagd durch den Wald auf Endor ist mit Sicherheit eine der rasantesten der ganzen ersten Trilogie. Untermalt von genialem Sound-Design bietet sie coole Vehikel, atemberaubende Action und unglaubliche Schnelligkeit. Ich konnte mir nie vorstellen, wie man auf so einem Teil länger als 2 Sekunden durch einen Wald rasen kann, ohne gegen einen Baum zu knallen. Nun, ich bin ja auch kein Jedi.
3. Ich bin Dein Vater!

Die Schlüsselszene. Hier wird das gradlinig erzählte Science-Fiction-Filmchen tatsächlich zu einem Märchen und entblößt beinahe Freudsche psychologische Qualitäten. Sohn vs. Vater, Ödipus ick hör dir trapsen. Die Tragik, dass der „Sohn des Lichts“ gegen seinen „Vater der dunklen Seite“ kämpfen muss, verdichtet sich hier in einer Szene, in der Luke lieber den (vermeintlichen) Freitod wählt, als seinem Vater auf die dunkle Seite zu folgen. Sie steht für Abnabelung, Entfremdung und Düsterniss und verdichtet die Dramatik des zweiten Teils auf eine für ein Science-Fiction-Märchen ungewöhnlich tiefenpsychologische Wendung der Handlung und nimmt damit Platz in jedem Gehirn junger Buben, die unbewusst mit ihrem Vater um die Gunst ihrer Mutter buhlen.
2. Ein Helm für Anakin

Skywalker wird Vader. Der Moment, in dem man das erste mal das bekannte rasselnde Keuchen Lord Vaders unter seinem Helm hört, jagt mir jedesmal einen kalten Schauer über den Rücken, da können die Prequels auch noch so doof sein: alleine für diese Szene nimmt man sogar einen Jar Jar Binks in Kauf. Hier schließt sich der Kreis, die Puzzleteile fügen sich ineinander und man weiß: hier beginnt die Star Wars-Saga wirklich. Darth Vader ist endlich komplett.
1. Der Angriff der AT-ATs

Mal abgesehen von Lord Helmchen und Lichtschwertern steht nichts so sehr für die Star Wars-Saga, wie die dinosaurierartigen Angriffsmaschinen aus „Das Imperium schlägt zurück“. Die Urgewalt, mit der diese Monstren die Rebellenbasis auf Hoth aufmischen, ist in der Filmgeschichte unerreicht und das Mittelchen gegen diese Viecher, Drahtseile, wirkt so herrlich niedlich – allein: es nützt ja nix. Das Imperium macht die Rebellenbasis mit seinen Mecha-Brontosauriern zu Klump und man hockt als Zuschauer ungläubig vor der Leinwand, weil man weiß: das waren mit Abstand die coolsten Science-Fiction-Gefährtschaften, die man jemals gesehen hat – und auch in Zukunft bilden sie die Meßlatte für beeindruckende Sci-Fi-Fortbewegungsmittel. Was bitteschön sind die Wächter aus der Matrix gegen einen AT-AT? Na eben.
- Renington Steele •
- Mai 31st, 2007 •
- 26 Kommentare










































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