“I don’t think I can handle anymore people trying to kill me!”
Originaltitel: Live Free or Die Hard
Herstellungsland: USA 2007
Regie: Len Wiseman
Darsteller: Bruce Willis, Timothy Olyphant, Maggie Q, Justin Long, Kevin Smith






Noch immer ist John McClane Cop. Das Verhältnis zu seiner Frau ist nicht mehr existent, seine Tochter hat sich von ihm entfremdet. Obendrein muß er, als er grade in den Feierabend will, den Laufburschen für das FBI machen, die irgendwelche Junghacker im ganzen Land festnehmen lassen und darauf bestehen, daß erfahrene Polizisten den Job machen.
Grad als McClane den Hacker Matt (Justin Long) abholen will, bricht die Hölle los und sie werden von Scharfschützen attackiert. Beide können dank McClanes Talent flüchten und geraten schon bald in das Chaos, das der Cyber-Terrorist Thomas Gabriel (Timothy Olyphant) mit seinen Kriminellen Geeks ausbrechen lässt. Er nutzt alle bekannten Sicherheitslücken der US-Infrastruktur, lässt die Börse und die Verkehrsleitstellen zusammenbrechen. Dabei greift er auf einen Code zurück, den Matt, unwissend wofür er genutzt werden soll, für ihn programmiert hat. McClane darf einmal mehr die freie Welt retten… und Matt… und seine Tochter.
Die Frage die die meisten Fans wohl beschäftigte, als Die Hard 4 angekündigt wurde war: Hat Bruce es noch drauf? Und kann ein auf Kinderfreigabe (PG13) runtergestufter Stirb langsam-Film wirklich Spaß machen und reinhauen? Sehr vital war noch die gruselig-ungruselige “Alien vs. Predator“-Verfilmung im Kopf, die auch für das Teeniepublikum entschärft wurde, wo die Vorgänger es krachen ließen.
Zur Beruhigung kann man sagen: Ja Bruce hat es noch drauf und Ja, Die Hard 4.0 (Oder Live free or die hard wie man das ganze blöderweise in Amerika nennt) macht insgesamt Spaß und ist keineswegs ein Mädchenfilm geworden. Willis schlüpft so souverän in die Rolle als hätte er sie nie verlassen und gibt gewohnt ironisch, als raubauziger Haudegen und Held-wider-Willen den Extremcop der einfach nicht totzukriegen ist.
Überraschend auch, daß die zwangsweise fürs junge Publikum installierte Figur Matt, die von Justin Long erfrischen realistisch und keineswegs als cooles Überkid gespielt wird, wunderbar mit Willis harmoniert. Der Macho und der Geek – die Chemie stimmt, was wichtig ist, denn immerhin verbringen die beiden mehr Filmzeit zusammen, als Sam Jackson und Willis im dritten Teil. Justin Long ist der Katalysator, der McClanes menschliche, humorvolle und ernsthafte Seite zum Vorschein bringt, die ruhigen Momente zwischen den Explosionen, die es immer wieder schaffen dem Supercop Bodenhaftung zu geben und ihn davor bewahren eine Comicfigur zu werden.
Überhaupt dauert es nicht lange, bis man wieder in John McClanes Welt eingetaucht ist und mit ihm einen weiteren absurd schlechten Tag erlebt und das liegt vor allem an Bruce Willis, der nach wie vor mehr drauf hat, als alle seine Möchtegernnachfolger. Denn im Unterschied zu Vin Diesel und Co. ist Willis ein Schauspieler, der auch in den leisen Momenten überzeugen kann und im kleinen Finger mehr Attitüde und Persönlichkeit hat, als die anderen Testosteronhobel zusammen.
Winzige SPOILER ahead:
Wobei wir zur Frage kommen, was hat der Film abseits von Bruce Willis zu bieten? Wie macht er sich im Vergleich zu seinen Vorgängern? Und an dieser Stelle darf man dann einige Einschränkungen machen. Die Story ist im Prinzip die gleiche, wie in den anderen Teilen: Ein Bösewicht heckt einen sehr komplizierten Plan aus, der letztlich vertuschen soll, daß es ihm nur drum geht viel Geld abzugreifen. Wenn man es genau betrachtet, liegen seine größten Parallelen zum dritten Teil, in dem in der Stadt Chaos angerichtet wird, um davon abzulenken, daß man grade die Goldreserven New Yorks plündert. Auch das Prinzip des zagenden Sidekicks, hat man von dort übernommen. Leider fand sich kein ebenso hochkarätiger Gegner wie damals Jeremy Irons (oder Alan Rickman im ersten Teil). Timothy Olyphant, der ein wenig Tim Robbins Performance aus dem thematisch ähnlichen “Antitrust / Startup” channelt und die meiste Zeit weder bedrohlich noch süffisant wirkt, sondern wie ein 4jr der grad die Hose gefüllt hat. Diabolisch grinsen und nerdig schmunzeln sind zwei paar Dinge und wirkliches Format hat Olyphant leider nicht. Da macht sich der Verlust seiner martialischen Freundin (Maggie Q) im zweiten Akt dann durchaus schmerzlich bemerkbar, denn sie bietet als Gegnerin als einzige wirklichen Punch.
“Asian chick, likes to kick people?”, meint Bruce auf sie am Telefon angesprochen, nachdem die gute ihn 3x fast umgebracht hat. Wie ein weiblicher unkaputtbarer Terminator holzt, bolzt und kickt die gute McClane mit ihrem “Kung-Fu-Shit” durch ein Kraftwerk. Das man dabei mal eben eine Actionszene aus “Jurassic-Park 2″ nachspielt, fällt gar nicht mal negativ auf, denn in diesem Film ist sie wesentlich spannender, als in Spielbergs-Saurier-Schinken.
Generell ist die Action nicht die schlechteste im Film. Hat man sich erst mal an den verwaschenen Schmuddellook des Films gewöhnt, der nicht so ganz zu Die Hard passen mag und die hibbelige, auf Großaufnahmen und wacklige Handkamera kaprizierte erste Schiesserei in der Wohnung des Junghackers überstanden, folgen im weiteren solide Actionmomente die Spaß machen und Bruce Gelegenheit geben zu zeigen, daß er noch immer eine coole Sau ist, die bessere Oneliner raushauen kann, als seine Epigonen (Eine spätere Szene verweist sogar explizit darauf, wenn Olyphant sich mit Willis unterhält und verhandeln will und dieser nur einen kernigen Spruch nach dem anderen raushaut, die ihn wie ein fleischgewordenes Actionfilm-Klischee wirken lassen und Olyphant sichtlich irritiert den Hörer weghält und meint: “I just can’t talk to this guy…”).
Ob Autos in Hubschrauber geworfen, ein ganzes Kraftwerk fachgelegt zerlegt wird oder ein unangenehmer französischer Halodri im Häxler landet, die Action ist meist rasant inszeniert und macht mehr Spaß als die meisten Filme der vergangenen zehn Jahre.
Zum Schluß kommt jedoch ein fetter Wermutstropfen, der mir ein wenig den Spaß am Finale verleidet hat. Nach allen möglichen Szenen, die in “Stirb langsam”-Manier zwar unwahrscheinlich, aber nicht völlig unmöglich wirken, verabschiedet sich der Film im Finale in die Welt von Matrix und Co und liefert einen höchst mittelmässigen Showdown in dem Bruce mit einem Truck gegen einen Düsenjet antritt, denen man beide ihre Herkunft aus dem Rechner nur zu deutlich ansieht.
Die komplette Szenerie, eine Hochstrasse wird in weiten Teilen gerendert und so kommt es dann zu Actionmomenten die in einem Comic besser aufgehoben wären, als in diesem Film. Hatte mich vorher zwar schon einmal eine sehr schäbig gemachte BlueScreen-Szene kurz aus dem Film gerissen (in einer Szene in der Willis und Long im Auto sitzen, daß von einem Bus gerammt wird), so war es bei dem Renderinferno am Ende für einige Zeit ganz aus. Ein digitaler Brucedummy hüpft, fällt und springt. Vorbei der handgemachte Charme, plötzlich wird Bruce zu Keanu Reeves, der lässig auf der Heckflosse eines abstürzenden Jets surft und am Ende ohne eine ernsthafte Blessur davonkommt.
Natürlich waren die Actionszenen in den früheren Filmen auch immer over-the-top und unwahrscheinlich, aber sie wußten immer bis zu welcher Grenze sie gehen durften, ehe das ganze ins absolut unglaubwürdige und Lächerliche umkippt. Diese Grenze ist in der Jet-Szene mehr als überschritten und da sie zudem nichtmal sehr überzeugend gerendert ist, einfach ärgerlich und für mich ein Grund warum der Film keine 4 Sternchen bekommt.
Der zweite hat ebenfalls mit Glaubwürdigkeit zu tun und liegt im relativ schlampigen Drehbuch begründet, daß trotz vieler gelungener Dialoge (etwa wenn McClane desillusioniert erzählt wie man in den USA mit “Helden” umgeht) und netter Besetzungscoups (Kevin Smith als hackendes Muttersöhnchen “Warlock”) Plotholes von der Größe des Grand Canyon aufweist und wieder einmal die sehr alberne Art von Hollywood-Hacking präsentiert, in der mit einem Handy und schnellem Getippe fast jede technische Apparatur in Sekunden zu knacken ist, solange man zu den Guten gehört. Die Bedrohung die der Film ausstrahlt wird dadurch stark gemindert, daß alles was passiert extrem hanebüchen wirkt und auch John McClane verhält sich an einigen Stellen nicht seinem Charakter entsprechend.
Warum ein Mann mit seiner Erfahrung nicht in der Sekunde, in der ihm sein frisch erklärter neuer Lieblingsgegner eröffnet alles über ihn und seine Familie zu wissen, sofort die Konsequenzen zieht und seine Frau und Tochter aus der Stadt schaffen lässt, ja er nichtmal auf die Idee kommt seine Tochter zu warnen nachdem ihm der Bösewicht später explizit sagt “jetzt wird es persönlich”, das ist schwer nachzuvollziehen und stösst sauer auf. Es wäre ein leichtes Gewesen ihn eine Warnung versuchen zu lassen, die aus irgendwelchen Gründen zu spät kommt oder scheitert. So fragt man sich, wie McClane so nachlässig sein kann und durch Dummheit seine Tochter mutwillig der Gefahr aussetzt.
Der Setdesigner des Films vermittelt obendrein den Eindruck zuviel CSI gesehen zu haben, denn jede Zentrale sieht bei ihm aus wie die Sonderausstellung eines HDTV-Shops. Egal ob Cyber-Crime-Mega-Unit oder die Verkehrsleitzentrale, alles sieht irgendwie gleich unrealistisch und irgendwie auch langweilig aus. Das passt dann aber auch ganz gut zu den übrigen Rollen, denn ausser dem Chef der Cyber-Crime-Truppe schafft es keiner auch nur annähernd sowas wie Profil zu gewinnen oder einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
Man muß sich nichts vormachen: “Die Hard 4.0″ ist die Bruce Willis Show, dem mit Justin Long ein erfahrener und guter Schauspieler zur Seite steht. Die meisten anderen Rollen verblassen. Aber ohne Bruce würd der Film wohl kaum halb so viel Spaß machen, denn dann würde man nochmehr drüber nachdenken, wie sehr der Film auch seine eigene innere Logik strapaziert.
So bleibt aber ein insgesamt erfreulicher Actionknaller, der die Konkurrenz alt aussehen lässt und deutlich beweist das McClane lange noch nicht zum alten Eisen gehört. Das er zudem entgegen dem gängigen Trend angenehm Patriotismusfrei ist, die Führungsriege gewohnt alt aussehen und die Terroristen aus dem eigenen Land kommt lässt macht ihn zudem sympathisch, deutet er mit dem Zeigefinger doch nicht in den Nahen Osten sondern auf die eigene Regierung, die letztlich für das Desaster mitverantwortlich ist.
Trotz einiger Abstriche hat McClane rund 18 Jahre nach seinem ersten Einsatz wieder mal bewiesen warum im Telefonbuch unter “Weltenretter” seine Nummer steht.


Von 






































Absolute Zustimmung. Der Film hat mir irre Spaß gemacht, aber mit dem Jet und dem Kiddie-Gehacke hat sich die Regie keine Freunde gemacht.
Der böse Bube ist doch der Gleiche, der auch in Hitman spielen wird, oder? Da hätte man auch jemand mit mehr Charisma oder dickeren Eiern reinstellen können.
Ansonsten hat mir das Gesamtkonzept aber durchweg gefallen :)
Du findest einen deutschen Titel besser, als den Original Titel?
Die Hard 4.0?
Die Deutschen waren mit dem drucken der Plakate wahrscheinlich zu schnell und haben dummerweise den working title genommen.
Die Hard 4.0 … ist doch echt albern. Genauso albern, wie der ganze Film :-)
Mann, mann, wieso konnte man dem klaren Prinzip “Action ohne übertriebene künstlerische Gestaltung und fast auf dem Teppich” nicht treu bleiben? Schade, aber trotzdem recht nett.
@David
Der deutsche Titel hat zumindest was mit dem Inhalt zu tun indem er das Computerthema aufgreift. Der US-Titel klingt ehrlich gesagt nach Tom Clancy-Scheisse…
Dem kann man sich nur anschliessen.
Ist schon ein paar Tage her dass mich ein Film so gut unterhalten hat. Starke Szene, starker Willis… kritisieren muss man eigentlich nur den Jet und diesen Hüpftypen, die beide extrem unmotiviert auftauchen, plattgemacht werden und dann wieder verschwinden.
also ich fand den film super :) gute freitag abend unterhaltung!
die jet Szene war hmmm den jetzt gibts ja wirklich aber ich beweifle das der mit dem ding unter ne brücke fliegen würde bzw könnte ;)
mich hat nur der truck gestört und das komische Straßen Design ;)
Von mir gibt es 4,5 Sterne, ohne wenn und aber. Ich habe seit über 10 Jahren auf diesen Film gewartet und ich wurde dermaßen beglückt, mit dieser Umsetzung, die es mal so richtig geschafft hat sich der heutigen Zeit anzupassen. Nicht nur thematisch, sondern auch aus filmischer Sicht. Es bedarf hier keine langen Reden, sondern lediglich der Hinweis, dass jeder der die ersten drei Teile mochte, den vierten lieben wird! Oh Mann, ich glaube ich geh gleich heute wieder rein!!
Ich musste nur beklagen, dass ich mit zwei Frauen in dem Film war und siehe da, ihr Resümee sah so aus: “Viel zu wenig Action!!!”
Frauen… Manchmal könnte ich sie einfach..! GNARGH!
Bis auf die angesprochene Bluebox/GreenScreen/Whatever-Autofahrt kann ich in Sachen CGI nicht zustimmen. Ich fand die selbst in der total übertriebenen – und doch seltsam unterhaltsamen – Actionorgie am Ende noch immer recht dezent. Schon komisch, wie unterschiedlich sowas wirken kann.
Gleiches gilt für mich in Sachen Olyphant. Auf mich wirkte er schon schön fies, sogar ähnlich am schmalen Grat zum Wahnsinn wie Alan Rickman – ABER er hatte leider viel zu wenig wirkungsvolle Szenen, in denen er dieses Können hätte demnonstrieren dürfen.
Beim Inhalt war auch ich froh, daß trotz Willis’ Beteiligung (besser müßte man wohl sagen: Willis IST der Film!) kein Patriotismus-Fest voller Terrorstereotypen entstanden ist. Alles weitere bei mir im Blog.
Zum Titel:
Soweit ich weiß, ist “Stirb langsam 4.0″, den ich auch weitaus besser/passender finde als die US-Variante, was aber wohl daran liegt, daß es diese feste Redewendung bei uns nicht gibt, nicht nur der deutsche Titel. In England dürfte er auch als “Die Hard 4.0″ anlaufen.
Dem Film fehlt Jeremy Irons!
Wie kann man mit einem Computervirus Gebäude in die Luft sprengen? Wieso braucht ein Super-IT-Freak, einen Hacker um ein PW zu knacken? Und warum bringt ein Hacker seine eigene Tastatur in eine Computerzentrale mit? (OK, das kann ich noch verstehen.) Auf mich wirkten das so, als hätte McClane selber das Drehbuch über diesen “neumodischen Computerkrempel” geschrieben.
Wen das Auto im Fahrstuhlschaft an Jurassic-Park 2 erinnert, sollte bei dem Jet im Autobahnkreuz auch an True Lies denken…
Dem Film fehlt Jeremy Irons!
Moment… ich stimme Andreas zu!
Dem Film fehlt nicht nur Jeremy Irons, sondern auch Samuel L. Jackson! Außerdem: Graham Greene, Colleen Camp, Larry Bryggman, Anthony Peck, Nicholas Wyman, Sam Phillips, Kevin Chamberlin, Sharon Washington, Stephen Pearlman, Michael Alexander Jackson u.v.m.
Weiterhin vermisse ich eine Bande schlecht gelaunter Crack Nigger, die McClane auf den Kopf hauen, ein spritziges Wasserrätsel, eine explodierende U-Bahn, eine dicke aufgebrachte Frau am Telefon und viele hübsche Außenaufnahmen von New York!
Setzen, sechs.
Das ist Teil 4 und keine erweiterte Version von Teil 3 gewesen!!
hätte ich doch beinahe einen netten review verpasst. hab den namen des autors erst am ende gelesen ;)
Also mir fehlte nur ein Gegenspieler vom Format eines Jeremy Irons. Alles andere hätte den Film zu einem Remake von Die Hard With A Vengeance gemacht. ;)
Passend dazu vielleicht das Die Hard Musicvideo auf youtube. Selten so etwas geniales gesehen.
youtube.com/watch?v=OTyw6cq86k...
Auch ich habe mich köstlich amüsiert und einen der besten Filme seit langem gesehen. Vor allem finde ich sehr gelungen, dass der Film es schafft, auf sehr gut funktionierende Weise sowohl die Teenie-Frischlinge als auch die Oldschool-Fans anzusprechen.
Die eingestreuten Zitate aus “True Lies” und “Terminator” fand ich auch gut, und die “haarsträubende” Action hat mich auf keinen Fall gestört. Genausowenig wie der Verzicht aufs Rauchen und allzu heftiges Gefluche – ist mir einfach nicht aufgefallen und völlig egal.
Von Regisseur Len Wiseman dürfen wir wohl noch so einiges erwarten. Ich fand auch seine beiden “Underground”-Filme schon immer ziemlich gut.
Underworld! Nicht Underground. Unterirdisch ist allerdings der zweite von den beiden.
Der Jet bei Die Hard ist absolut albern und deplaziert. Ansonsten Top!
Ups, das passiert, wenn man mal schnell im Internet-Café was reintippt. Sorry.
Ja, zu “Underworld” gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Aber in Sachen Action und Geballere waren beide Filme doch schon ziemlich gute Visitenkarten von Mr. Wiseman.
Zum Flugzeug noch ein paar Facts aus Wikipedia: “Die F-35 Lightning II (…) ist ein sich gegenwärtig in der Entwicklung befindliches US-Kampfflugzeug von Lockheed Martin. (…) Die F-35 ist ein Mehrzweck-Angriffs- und Kampfflugzeug, das die General Dynamics F-16, Northrop F/A-18, Fairchild-Republic A-10, General Dynamics F-111 und AV-8B Harrier II-Jets ersetzen soll. (…) Den JSF wird es in drei verschiedenen Varianten geben, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Abnehmer abgestimmt sind.” Unter anderem ist da auch die Rede von einem “Kurzstartflugzeug mit Senkrechtlandekapazität (STOVL) für das US Marine Corps, die Royal Air Force, die Royal Navy und die italienische Marine (F-35B).” Soviel zu den Spekulationen hinsichtlich der Flugmanöver. Was Bruce damit alles so anrichtet, ist natürlich was anderes.
Inhaltlich und spannungstechnisch waren beide Underworldfilme aber ziemliche Schüsse ins Klo, von einigen ganz schauderhaften Dialogen ganz zu schweigen. Im wesentlich hat er sich als Baller-Stylist verdingt, nicht unbedingt als jemand der gut mit Charakteren umgehen kann. Gemessen daran, war Die Hard 4.0 dann aber sogar überraschend gut.
Zu dem Flugzeug: Das alles entschuldigt nicht die schlechten Tricks und den Computerspiel-Look, den die Szene im vergleich zu den restlichen Actionszenen hatte… Und es passte einfach nicht zur eher erdverbundenen Action eines John McClane ihn auf einem Jet surfen zu lassen… das ist Matrix-Scheisse…
Trotz deiner Kritik freuch ich mich schon auf Dinestag, da werde ich mir den Film im Kino reinziehen ;)
Was heißt denn trotz der Kritik? Ich empfehle den Film eindeutig anzugucken, weil er verdammt viel Spaß macht – trotz seiner Schwächen.
Wieso wird denn alles was nicht undifferenzierte Bejubelung ist gleich als Verriss interpretiert..?
Der Empfehlung von Batzman kann ich mich gar nicht anschließen. Ich komme gerade aus dem Kino und bin schwer enttäuscht, auch dass sich Willis noch einmal hat mobilisieren lassen.
Hier scheint aber auch die englische Version und nicht die deutsche bewertet worden zu sein …
McClane ist einfach nicht zu schlagen. Der Film funktioniert aufgrund der Leistung der beiden Hauptakteure. Gerade die Leistung von Justin Long hat mich überzeugt. Er ist nicht einfach der neben Bruce Willis, sondern entwickelt seinen Charakter und läßt ihn als ebenbürtig (auf seine Art) erscheinen. Die Story ist erwartungsgemäß – böser Junge – böser Plan – McClane durch Zufall mit dabei – Bösewicht stirbt – Welt gerettet.
Aber Du erwartest auch nichts anderes und es ist auch genau das, was Du sehen willst.
Einige Sachen allerdings sind schade, da sie den Film so stark ausbremsen um wirklich richtig gut zu sein…
1. Olyphant spielt seinen Charakter so furchtbar eindimensional, dass man froh ist, wenn er nicht mehr im Bild ist. Gab es denn wirklich keinen besseren Bösewicht? Mir fallen da auf Anhieb einige ein.
2. Das Auto in den Heli und was noch viel schlimmer ist, die Jetszene.
Kommt denn kein Actionfilm mittlerweile ohne solche übertriebenen und oftmals unphysikalischen Actionszenen aus? Besonders das LKW-Jet Duell zwingt Dich am Ende zu einem : “Was soll den jetzt dieser Scheiß…” Leider scheint der Trend immer weiter zu gehen. Ich glaub mich zu erinnern, dass das ursprünglich mal mit Golden Eye angefangen hat, wo James Bond mit einem Motorrad einem leeren Flugzeug hinterherspringt, vorbeifliegt und zur Seitentür einsteigt…Tja, anscheinend sind solche Filme á la The Transporter, Drei Engel für Charlie und XXX nicht mehr totzubekommen und wachsen weiter wie ein Geschwür und verdrängen gute Ideen.
Das hat McClane doch eigentlich nicht nötig, oder?
“unphysikalische Action” war schon immer beliebt im Kino:
In James Bond – For your eyes only (1981) verfolgte ein Ski-Fahrer einen Bob im Eiskanal und wird dabei selber von einem Motorrad verfolgt.
In Dance of the Vampires (1967) laden sie eine Kanone mit Schnee, erhitzen diese und schiessen mit dem Dampfdruck eine Tür kaputt.
der film ist eigendlich gut aber die szenen mit der f35 und dem lkw war leider ein griff ins klo schade die verhaut den ganzen film
Ja die hatt den Film echt versaut die Sache mit dem Jet.Abgesehen davon ist der Stirb langsam 4.0 sowieso ein sehr unrealistischer Film und keineswegs ein würdiger Nachfolger der Die Hard Filme.Die vielen Special Efekte scheinen nur entstanden zu sein um die schlechte Story zu verbergen und der Hacker-Terrorist kann mit Hans Gruber und co nicht mithalten denn diese blieben mit ihren Plänen immer im Bereich des Möglichem,es fällt mir schon sehr schwer zu glauben das man mit ein paar Computrfreaks die ganze Ostküste der U.S.A Lahmlegen kann.Als ob man sich in Ampeln reinhacken und per Virus Häuser in die Luft jagen könnte. Für einen alten Die Hard Fan wie mich war dieser Film eine sehr schlechte Fortsetzung der Reihe,es bleibt nur zu hoffen dass das mit einem 5. Teil und ein paar bekannten Schauspielern wieder gut gemacht wird.
Ich neige zwar sonst zum stillen Mitlesen und nicht zum Leichenfleddern, aber das muss ich noch mal richtigstellen: Die Häuser flogen in die Luft wegen Sprengstoff der via Fernzündung (durch einen Virus getriggert) gezündet wurde. Lässt sich mit dem entsprechenden Sprengstoff, Conrad-Baumaterialien und etwas Netzwerksicherheitswissen nachvollziehen – wenn man physikalischen Zugriff auf den Opfer-PC hat. Ampeln werden zentral gesteuert, und wenn man sich in eine Verkehrsleitzentrale hacken kann, könnte man ähnliches Chaos anrichten, wie im Film gezeigt. Segen der Informationsvernetzung. ; )
Moin, Batzmann!
Die Actionszene (Bruce im Schacht am Seil), die es schon in “Jurassic Park 2″ gab, gab es so ähnlich auch schon in “True Lies” (Curtis im Auto, Schwarzenegger im Hubschrauber. Er zieht sie aus dem Schiebedach während das Auto abstürzt).
Das Prinzip dieser Szenen geht auf “The Goldrush” (1925!) von Chaplin zurück:
Chaplin entkommt am Seil durch die Tür des abstürzenden Hauses.
Die Frage wäre, wer da von den jüngeren bei wem abgekupfert hat, oder ob sie alle noch mal beim genialen Pionier genau hingeschaut haben.