Die Kritiken sind größtenteils wohlwollend und auch das Publikum scheint zufrieden zu sein. Nach jahrelanger Entwicklung und einer PR-Kampagne die auf extremes Anteasen und Geheimnisse setzte, nach Pressevorführungen die so knapp vor den Filmstart gelegt wurden, daß die Monatsmagazine meist keine Reviews mehr schreiben konnten, ist er jetzt endlich da.

Und wie ich in meinem Review schrieb, er ist lustig und unterhaltsam. Klar gelangweilt hab ich mich auch nicht unbedingt im Kino.

Was mich dennoch überrascht ist jene überschwengliche Begeisterung die derzeit überall zu vernehmen ist. Wenn die Simpsons für etwas bekannt waren, dann für ihren intelligenten, subversiven Humor, für ihren Mut unbequemes in 22min Episoden zu packen und es so zu verkaufen, daß die Leute es dennoch gucken. Was die Serie in ihren besten Zeiten immer von der Masse abgehioben hat, war ihr inspirierter Mix aus bitterer Satire, Popkultur-Referenzen und Slapstick-Momenten die auch die kleineren Zuschauer lustig fanden.

Während sich die Punkte zwei und drei auch im Film zur Genüge wiederfinden, sieht es mit satirischem Biss leider doch eher mau aus. Der Film geht dorthin wo es eben nicht wehtut. Er begnügt sich auf eine enttäuschende Weise damit, wiederzukäuen was die Serie schon x-mal durchexerziert hat. Homer macht etwas dummes, es gibt verheerende Konsequenzen, die Familie wird angefeindet, es gibt Spannungen zwischen Homer und den anderen Simpsons und zum Schluss besinnt er sich und erkennt seine Fehler und will sie wieder gut machen.
Das ist das Standard-Setup für viele der nicht ganz so großartigen Serienfolgen, ergibt aber meist solide unterhaltsame 22min. Aber reicht das wirklich für einen Kinofilm?

Noch dazu für einen der als Ereignis gepusht wird? Hat man sich vielleicht vom Erfolg der Simpsons immer zuviel versprochen? Waren die satirischen, kritischen, unbequemen Motive letztlich vielleicht für den Erfolg nicht so wichtig, weil die Leute eh “nur lachen” wollten?

Wenn einem etwas auffiel in den letzten Staffeln, dann das die Simpsons selten noch wirklich giftig wurden. Wo sich South Park in ungeahnte (und unvermutete) Höhen aufschwang um respektlos alles anzugreifen, was den Machern gegen den Strich geht, da dümpelten die Simpsons, von einzelnen Episoden abgesehen, in eher bekannten Gewässern.
Wenn South Park Scientology attackierte und dafür auch in Kauf nahm, daß einer der Stammsprecher deswegen ausstieg (und sie das sogar noch in einer eigenen Folge thematisierten), da meiden die Simpsons das heikle Thema bewusst, wohl aus Angst die Sprecherin von Bart könne sich ebenfalls verabschieden.

Dort wo sich der Film satirisch gibt, macht er das ohne wirklich wehzutun. President Schwarzenegger wählt per Abzählreim eine von fünf undenkbaren Problemlösungen, Lisa darf auf freundliche Weise Al Gore veralbern, Fox wird mit Samthandschuhen milde parodiert… – aber jeder Gag ist ein Selbstzitat von oft schärferen Angriffen die in früheren Serienfolgen schon besser gemacht wurde. Selbst die Szene mit Homers spiritueller Erleuchtung durch eine mysteriöse Frau kommt eher wie eine Variante seiner Chilli-induced-halluzination aus der Folge “El Viaje Misterioso de Nuestro Homer” daher, ist optisch aber nicht so originell umgesetzt wie damals, ganz zu schweigen davon, daß Johnny Cash als ratgebender Koyote mehr Stil hatte.

Woher also diese Begeisterung, diese Euphorie, dieses ausrasten und “sich wegschmeissen” im Kino, für etwas das an keiner Stelle mehr ist als eine wirklich lange TV-Episode. Reicht “nur lustig” wirklich aus? Erwarten Simpsons-Fans nichts mehr als ein paar gelungene Lacher und Variation des Bekannten, wenn sie 7 Euro für eine Kinokarte hinlegen?

Ein Kritiker der Mercury News schreibt:

” The writers, who come breathtakingly close to outnumbering the animators in the closing credits, have lost none of their gift for self-mockery. Following the “Itchy & Scratchy” cartoon that opens the movie, Homer (Dan Castellaneta) quickly reminds us that they’re in on the joke.

“I can’t believe we’re paying to see something we get on TV for free,” he bellows. “If you ask me, everybody in this theater is a big sucker.” Then, pointing directly into the camera, he adds, “Especially you!”
Fortunately, this joke arrives at the beginning, when we can all still laugh at ourselves for doing exactly what he says we’re doing. By the end of the movie, it’s a lot less funny. ”

Ein weiterer von Soundtrack.net konstatiert:

“Unfortunately, The Simpsons Movie is more like a lengthy television episode, begging the question as to why it took so long to deliver something so ho-hum, and after all the hype and build up, is this really the best they could do? (…)
It’s been a long time coming, and with the advertising blitz in full force, you’d think that they would have delivered something worthwhile. Instead, The Simpsons Movie is good for a few laughs, but is probably best seen on DVD.”

Die Los Angelas Times schreibt:

“Unlike “South Park: Bigger, Longer, Uncut,” “The Simpsons Movie” doesn’t venture anything more transgressive than it usually does; it doesn’t take the gloves off. Sure, there are jokes equating the U.S. government with the only evil madmen capable of encasing a town in a giant cheese dome, but it’s nothing it hasn’t done before, and nothing we don’t hear every night on “The Daily Show With Jon Stewart.”

If anything, the movie feels a little safer (though I should say I stopped watching regularly years ago) than the show, focusing on the individual crisis and subsequent spiritual growth of each individual Simpson (with the exception of Lisa, who apparently didn’t need it).”

Die Frage für mich bleibt: Ist das genug für einen Kinofilm?

Und wenn es genug ist, hat man die Simpsons-Fans vielleicht all die Jahre einfach falsch eingeschätzt?

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  • http://kopfpropaganda.blogspot.com Der Mitch

    Ich war gestern drin und fand in gut. Nicht besonders klasse, nicht hervorragend einfach nur gut. Ich muss aber sagen, dass ich mir den Film ganz ganz schlimm vorgestellt habe und dadurch nicht enttäuscht wurde.
    Ich glaube aber, dass der Film für Leute die sich zu sehr drauf freuen eine Enttäuschung sein wird. So waren gestern auch meine Beobachtungen im Kino. Es waren absolute Fans im Saal die schon während der nervigen Werbung geklatscht haben…viele von denen sahen nach dem Film nicht mehr so Glücklich aus…

  • danield

    Ich hab gelacht. Mehr wollte ich nicht.
    Wobei…wäre der Film im Ganzen so gewesen, wie die ersten 15-20min, hätte ich definitiv noch mehr Spaß gehabt.

  • http://www.pinif.de pulmoll

    naja langweilen tut man sich wohl auch nicht in dem film, aber es ist eben doch alles recht fade…vielleicht hat man aber auch einfach die simpsons jahrelang falsch eingeschätzt *krr*

  • imYemeth

    Wirklich enttäuscht war ich über den enormen Fokus auf die Simpsons-Kernfamilie. Die Stärke der Serie war immer die enorme Anzahl an facettenreichen und interessanten Nebenfiguren: Mr Burns, Apu, Crusty, Skinner und der ganze Schulklüngel, Ned und die braven Kirchgänger… Im Film sieht man davon fast nichts. Ja, jede Figur läuft ein bis zweimal durchs Bild, aber zu sagen haben sie wenig, und zu handeln noch weniger. Schade, denn jede dieser Figuren hätte Potenzial für weitaus bissigere Plots geboten als Homers und sein Weg zur Erleuchtung…

    Nunja, man hat sich amüsiert und kann den Film problemlos irgendwo zwischen den übrigen Durschnittsfolgen einordnen, und das einzige was bleiben wird ist der “spider pig”-Gag.

  • Michael

    Dass die Simpsons immer mehr zum Lapstick werden und von den subtilen Beginnen abweichen ist keine Neuigkeit, das ist schon seit mehreren Staffeln so. Darum hab ich den Kinofilm auch nicht anders erwartet, saulustig war er trotzdem. Und hin und wieder sind dann doch die subtilen Seitehiebe durchgekommen, wie z.B. als Homer die Bibel durchblättert. “In diesem Buch sind keine Antworten!”

  • Michael

    Ah, mir ist ein S abhanden gekommen, seh ich gerade. Slapstick natürlich und nicht Lapstick. Weitere Tippfehler dürfen auch behalten werden.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    Ich denke, der Hype findet nicht so sehr wegen des Films selbst statt, sondern mehr alleine wegen der Tatsache, dass die Simpsons jetzt tatsächlich im Kino laufen. Die Qualität des Streifens ist da, denke ich, ziemlich Wurscht.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    Das kann gut sein, erklärt aber dennoch nicht warum allein die Tatsache das die Simpsons im Kino zu sehen sind schon bejubelnswert ist? So simpel können die Zuschauer doch nicht funktionieren, das sie ungeachtet der Qualität etwas nur dafür bejubeln, daß es auf großer Leinwand zu sehen ist.. oder?

  • http://cineasten.myblog.de Moviesteve

    Wegen meiner geradezu manischen Besessenheit von der Angst vor Spoilern, hab ich weder den Artikel noch die Kommentare vollständig durchgelesen, will aber trotzdem gern mal meinen Senf dazugeben. ;)

    Batz, hast Du schonmal überlegt, daß es Die Simpsons, wie Du sie im Film vermisst, auch in der Serie nie wirklich in solch extremer Form gab?!

    Ich habe ein wenig den Eindruck, daß viele – also durchaus nicht nur Du – die TV-Simpsons zu etwas erhoben haben, was sie in Wirklichkeit nie waren.
    Klar, gab’s gesellschaftskritische Seitenhiebe und in den Halloween-Specials ging’s manchmal ordentlich zur Sache. Ja, die Serie hat auch schon mal politisch Stellung bezogen. Aber so mordsmäßig bissig und unglaublich satirisch, waren sie doch ganz nüchtern betrachtet nur sehr selten.
    Richtig extrem merkt man das, wenn man Folgen der ersten Staffel sieht. Das, was heute als der typische subversive Simpsons-Humor angesehen wird, ist da noch nicht ansatzweise vorhanden. Episoden, wie die mit der bösen Babysitterin, haben viel mehr von einer reinen Kinderserie als von sarkastischer Erwachsenenunterhaltung.
    South Park war seit jeher viel fieser. Ebenso Beavis und Butthead oder Eine schrecklich nette Familie.
    Sooo bissig, böse und hintergründig sind die Simpsons nicht – Futurama war da weitaus deutlicher (und wurde abgesetzt).

    Nur deshalb konnten die Simpsons diesen Siegeszug antreten. Es war die weichgespülte Mainstream-Version von soziologisch kritischen Betrachtungen.

    Damit will ich die Serie nicht schlecht reden/schreiben. Im Gegenteil, ich bin seit jeher großer Fan. Der Humor und die Storystruktur ist im Verlauf der Staffeln erwachsen geworden – und ich parallel dazu auch.
    Noch habe ich den Film nicht gesehen (soll dieses Wochenende aber noch passieren), deshalb – das will ich noch mal betonen – ist das nur so ein Gedankengang, den ich noch mal selbst überdenken muß. Nicht ohne Grund, habe ich die These mit einem Fragezeichen begonnen.

    Aber man sollte wirklich mal diskutieren, ob seitens intellektueller Simpsons-Fans, die in der Serie ihre so lange vermisste hintergründige Popcorn-Fernsehunterhaltung gefunden und lieb gewonnen haben, nicht eine Erwartungshaltung aufgebaut haben, der das gesamte Simpsons-Universum gar nicht standhalten kann?
    So ähnlich, wie die Kids, die auf den Leserbriefseiten der Comicausgabe immer wieder Fragen dazu stellen, warum denn bestimmte Figuren, Institutionen und geografische Gegebenheiten in den Simpsons ständig wechseln, deuten auch die anspruchsvollen erwachsenen Zuschauer manchmal viel zu viel in die Serie hinein. Nur eben in die genau andere Richtung.

    Kinder verstehen nicht, daß manches nur dem simplen Gag dient und deshalb nicht den realistischen Gesetzen anderer Serien folgt.

    Erwachsene verstehen nicht, daß manches nur dem simplen Gag dient und deshalb mitunter gar nicht soooo viel Augenzwinkern dahinter steckt, sondern nur einfache Slapstickregeln befolgt werden.

    Mal sehen, was Ihr dazu meint
    und was ich dazu meine, wenn ich den Film endlich gesehen habe…

  • http://cineasten.myblog.de Moviesteve

    Sorry, ist zum Teil etwas arg wirr geraten. Aber ich denke (hoffe), meine Sichtweise habe ich trotzdem etwas näher bringen können.

    Ging im Grunde nur darum, mal zu überprüfen, ob Behauptungen wie in Kommentar 5 (“Dass die Simpsons immer mehr zum Slapstick werden und von den subtilen Beginnen abweichen…)” überhaupt haltbar sind. Gab es je diese im Nachinein behaupteten viel subtileren Staffeln? Die bissigen Anfänge? Ich zweifle…

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    Naja eigentlich reicht doch ein Blick in die Simpson-Capsules auf http://www.snpp.com/ um zu sehen wie Anspielungsreich und tiefergehend die Serie bisweilen (sicher nicht in allen, aber in vielen Folgen) war. Das von mir im Review verlinkte Buch “Subversion zur Primetime” analysiert die Serie recht gut und gibt viele Beispiele in der die Simpsons in der Tat sehr angriffslustig, satirisch und gesellschaftskritisch waren. Das Slapstick ein Element der Serie ist und war stimmt, aber es war eben nie das beherrschende.
    Und selbst die Comic-Hefte die du erwähnst verfügen oft über eine Referenzdichte und satirische Qualität, die über das hinausgeht, was die TV-Serie und der Film derzeit liefert. Nicht umsonst wird für die deutsche Ausgabe extra eine Addenum verfasst, das die wichtigsten Anspielungen erklärt.

    Und man muß die Serie nicht mit der ersten Staffel vergleichen – die eben noch viel vorsichtiges austarieren war, sondern eher mit den echten Highlights der späteren Staffeln. Qualitativ abgebaut haben die Simpsons eigentlich erst, als viele Autoren zu Futurama wechselten und auch Groening sein Augenmerk auf die neue Serie legte…

  • http://abfallkalender.wordpress.com Sebastian Sachse

    Ja, @Nr. 11, die erste Staffel taugt da wirklich nicht unbedingt als Vergleich, richtig losgelegt haben die Simpsons erst in Staffel 2. Davor war es tatsächlich eher eine Kinderserie. Und wurde es dann wieder so ab Staffel 11 oder so, halt eine Serie für erwachsene Kinder. Dazwischen: Wahnsinn pur.

    Aber der Vergleich von Batzman zu Southpark ist sehr schön. Der Southpark-Film bedeutete tatsächlich einen Wendepunkt im Southpark-Universum. Davor war es eine Serie, die aufgrund ihrer langweiligen Fäkal-Gags immer weniger Zuspruch fand. Dann gab es mit dem Film voll auf die Fresse und siehe da: Ab dann wurden auch die Episoden immer bissiger und besser, und bis heute konnte sich Southpark richtig gut halten. Der Film hatte insofern einen Sinn, da er ein Scharnier darstellt. Der Simpsons-Film ist nichtmal ein Abschluss, eigentlich ist er tatsächlich garnichts weiter als einfach ein Film, der zur derzeitigen Situation der Serie passt.

  • http://www.i-jeriko.de Jeriko

    Ich vertrete ja eigentlich auch die Ansicht, dass jetzt oder möglichst bald der beste Zeitpunkt wäre, mit den Simpsons aufzuhören, der Zenith wurde schon lange überschritten. Southpark reagiert wesentlich schneller auf aktuelle Ereignisse (spontan fällt mir die World of Warcraft Folge ein, die bei den Simpsons wirklich langweilig geraten ist), während Family Guy punktuellere Witze viel besser rüber bringt. Es gibt heute einfach bessere Alternativen. Mal ganz davon abgesehen, dass es nach über 400 Folgen mitunter schwer fällt, noch gute Geschichten zu erzählen.

    Zurück zum eigentlichen Thema, ich kann mir auch vorstellen, dass Fox da auch ziemlich reingeredet hat. Matt Groening selber lieferte dazu einen kleinen Anhaltspunkt bei der Daily Show, siehe dieses Video.

  • Koyaanisqatsi

    Es liegt doch klar auf der Hand: Popkulturreferenzen, wie etwa eine Anspielung auf den Omega Mann, die Erwähnung und Lesung aus dem Necronomicon oder psychedelische Traumsequenzen, müssen Gags weichen die der GROSSTEIL der Kinogänger auch versteht, sonst husten sich die Leute vor lauter Unverständnis in ihr Fäustchen.

    Ich fand es äußerst amüsant, auch wenn ich mir bei einer sehr wahrscheinlichen Fortsetzung eine Steigerung erwarte – eine “Verschlimmerung” aber nicht mehr tolerieren würde.

    Tja, leider wird es wohl nie die 90min. Version einer Folge in der selben Qualität wie die mit Hank Scorpio geben…

  • curie

    Ich habe ih auch gesehen.
    Ja passabel, der Hype der drum gemacht wird, ist zu viel des guten.
    War in Ordnung mehr, aber auch nicht.

  • http://dmay.net/blog David

    ICh fand den Film relativ langweilig. Es gibt zahlreiche Episoden, die selbst beim zehnten Mal noch mehr Lacher haben, als dieser Film. Er war nicht richtig schlecht, das sage ich nicht, er war genau so, wie ich es erwartet hatte. Das hätte man auch alles in eine Episode packen können.
    Die witzigsten Sachen kannte man leider aus den Trailern schon (Den Spider-Pig Trailer habe ich so oft gesehen, im Film war es leider nicht mehr komisch)
    War ganz okay, die DVD werde ich mir aber nicht holen, das lohnt sich nicht.

  • http://www.epenis.de Marcel

    reicht lustig? antwort: ja!

    simpsons habe ich immer vor allem als witzige familienserie mit referenzen an die popkultur/ reale welt empfunden. natürlich gab es auch immer wieder satirische elemente. aber im gegensatz zu southpark war das eben kein hauptelement der serie.

    generell gefällt mir der vergleich mit southpark ueberhaupt nicht. allein schon die prämisse ist eine andere. die simpsons sind eben für die ganze familie gedacht. sie sind mainstream, von vornherein. southpark ist speziell, in teilen zu speziell. das zeigt sich sehr schoen daran, dass simpsons seit jahren am vorabend auf einem großen sender laufen, southpark jedoch entweder nachts, oder auf einem spartensender.

    und beide serien haben ihre probleme. ist bei den simpsons im grunde alles schon einmal dagewesen, muss southpark sich regelmässig in der drastik selbst übertreffen, damit es ueberhaupt noch zuendet. und es mag ja sein, dass zb die WoW Folge von southpark mehr reingehauen hat, aber scherze über scheissen und fette nerds kann man eben nur so lange machen. das nutzt sich irgendwann ab.

    ich mochte den simpsons film sehr gerne und ich bin mir sicher, dass es dort auch nach dem 3. mal ansehen noch viele zitate und anspielungen zu entdecken gibt.

  • frank

    Interessante Meinungen hier. Ich fand den Film super und er hat sein soll erfüllt. Was ich aber ebenfalls gerne gesehen hätte wäre die schon erwähnte Zäsur. Irgendetwas in der Handlung was neues frisches Blut in die Serie bringen würde.

    *SPOILER*
    Und das ist nicht damit gegeben daß am Ende eine total unwichtige Figur stirbt.(Entweder Bauernopfer oder wird in der nächsten Staffel wieder vergessen sein, bzw was ist mit Collin?)
    *SPOILER ENDE*

    Was ich mir erhoft habe wäre irgendetwas, ein Abschluss zu den bisherigen 18 Staffeln. Hm durch die Möglichkeit eines anschließenden Zeitsprunges, die Charaktere wirklich altern zu lassen, z.B. um 8 Jahre, Bart wäre dann 18, auf der Highschool, könnte dauerhaft z.B. eine Beziehung zu jemandem aufbauen,richtige Jobs haben ect. da wär viel Stoff für neuen Geschichten drin.
    Natürlich könnte die Serie damit auch über den Hai springen. Mal schaun wie die neuen Futuramafolgen werden.
    Fazit:
    Simponsmovie top aber hätte durchaus bissiger sein können.

  • Pingback: Nerdcore — Von wegen gelb.

  • http://www.jaaablog.de/ diaet

    ‘tschuldige, Batz, aber: ja, reicht. Bei den Simpsons schon. So sehr sie auch über die Jahre Grenzen überschritten haben, so sehr sie auch zwischendurch bissiger wurden – es war auch bei der Serie schon nie der Selbstzweck, der es zwischendurch bei SouthPark wurde.

    Der Southpark-Film konnte dadurch schön punkten, dass er auf die Kacke gehauen hat. Wie die Serie auch schon. Der Simpsons-Film hat Charaktere und Storylines fortgeführt, auch wenn es es die ebenfalls nur rudimentär gab.

    Wenn Du die Simpsons nur an einem der Zuschauerprofile misst, scheiterst Du doch selbst bei den Episoden schon. Es ist nunmal eine Serie, die von vornherein Kinder, Erwachsene, Aushilfskellner, Multimillionäre, etc. anspricht – weil auch die besten Episoden dafür gesorgt haben, dass alle sich dabei amüsieren konnten. Dem Film jetzt vorzuhalten, dass er ein gewisses Klientel nicht restlos zufriedenstellen kann, hat für mich ein bisschen was vom Verlangen nach der eierlegenden Wollmilchsau…

  • http://www.breaking-news.de/blog B.N.

    Ohne den Film bereits gesehen zu haben, bringen mich schon die betrachteten Trailer, Teaser und Vorschauen zu einem – meiner Meinung nach schwerwiegendem – Argument, dem hier schüchtern angetäuschten Verriss etwas entgegen zu setzen:

    Die Produzenten um Matt Groening haben den Simpsons-Kinofilm um des Simpsons-Kinofilms willen gemacht! Hauptaugenmerk war ganz offensichtlich die (zeichen-)technische Herausforderung und nicht so sehr die dramaturgisch-inhaltliche – egal, was Groening auch auf den roten bzw. gelben Premieren-Teppichen sagt. Das erkennt man an den exzessiv gezeichneten “Kamerafahrten” durch Menschenmengen oder den aufwendigeren Hintergründen, die dem Film-Comic im Vergleich zur TV-Serie erstmals überhaupt sowas wie räumliche Tiefe geben. Schließlich muss man visuell gegen 3D-computeranimierte Streifen a lá Shrek antreten, ohne aber den geneigten Simpsons-Fan allzu sehr vor den Kopf zu stoßen. Die handwerklichen Extrawürste gehen dabei im Vergleich zu einer TV-Episode zwangsläufig zu Lasten des Inhalts.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    @ Jan: Nö, reicht nicht. Der Film sieht sich an, wie eine der neuen Folgen, nett, auch lustig, aber der Punk von früher ist weg.

    Vielleicht kommt der Film ganz einfach um Jahre zu spät. Der Southpark-Film kam nach 2? 3? 4? Staffeln und genau richtig und gab dem etwas auf der Stelle tretendem Projekt neuen Wind und lotete aus, was alles geht.

    Den Simpsons hätte der Film ebenfalls nach der vierten oder fünften Staffel gutgetan. Meiner Meinung nach der Höhepunkt der Serie.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    @B.N.

    Das Argument mag sich nach dem Trailer aufdrängen, aber ganz ehrlich: Optisch macht der Film jetzt nicht wirklich viel her. Weder misst er sich an 3D-animierten Computerfilmen, noch kann (oder will) er es wohl mit aufwendingen 2D-Zeichentrick-Sachen aufnehmen. Er hat ein paar optische Gags und Gimmicks eingebaut, experimentiert da aber nicht mehr rum, als z.B. Futurama.

    @Jan

    Die Frage die ich mir stelle ist eben: Gibt es, außer das Fox mehr Kohle im Kino als im TV verdient, irgendeinen Grund, warum es diesen Kinofilm gibt?

    Egal ob man ihn jetzt gut oder schlecht findet (ich find ihn wie gesagt unterhaltsam aber eher belanglos), wenn eine Serie auf die große Leinwand springt, sollte das doch irgendwie gerechtfertigt werden. Entweder erzählt man größere Stories, wird radikaler als es im TV war, kreiert einen völlig neuen, aufwendigeren Look oder macht irgendwas das eben im TV nicht möglich wäre. Irgendwas, bei dem man das Gefühl hat: Ja deswegen haben sie jetzt diesen Film gemacht.

    Und das fehlt mir hier einfach. Der Film ist eine lange Serienfolge der 18.Staffel. Vielleicht eine der besseren, aber eben kein Stück mehr. Und das wird als Event beworben und als Großereignis auf Augenhöhe mit Die Hard, Harry Potter, Spider-Man etc verkauft…

    Warum sollte ich jemand sagen: Geh dafür ins Kino und warte nicht auf die DVD oder TV-Ausstrahlung? Zahl dafür 8 Euro an der Kasse!

  • Micha

    Die Simpsons haben ihren Kinofilm nicht vermasselt. Er ist lustiger und besser als die meisten anderen Kinofilme. Er hat eine gute und stringente Story und ist nicht nur, wie manche Kritiker schreiben, zur Nummernrevue verkommen.

    Keine Ahnung, was Du erwartet hast, Batz, aber vielleicht solltest Du Deine Erwartungen ein wenig herunterschrauben. Dass die Simpsons-Macher, nachdem sie vor gut 20 Jahren das Rad neuerfunden haben, sich nochmal radikal erneuern, davon konnte man jetzt wirklich nicht ausgehen.

    Jetzt warte ich erstmal auf neue Futurama-Episoden.

  • http://www.jaaablog.de/ diaet

    @Batz und René: Okay – denke, ich verstehe langsam eure Kritiken. Da sind wir dann aber wohl wirklich mit schwer anderen Vorstellungen reingegegangen.

    Wahrscheinlich: der Film hätte, wenn er früher entstanden wäre, wesentlich bessere Chancen gehabt, absolute Spitzenklasse zu werden, Maßstäbe für die nächsten dreißig Jahre zu setzen, so richtig punk auf die Kacke zu hauen…

    aber wie Du selbst, René, schon schreibst: die Serie hatte diesen Zenith schon früher, sehr viel früher als bei den jetzigen Staffeln.

    Gab es eine Notwendigkeit für ihn? Vermutlich nur die Notwendigkeit, dass er endlich kommt. Und dass er nicht einreisst, was die Simpsons nun mal seit schon fast “zig” Staffeln schaffen: verflucht gute Unterhaltung mit einem gewissen Anspruch, mit einer Mehrschichtigkeit, die SouthPark so nie hatte (oder auch wollte). Ich finde, das hat er zum Glück spielend geschafft. Wenn auch ein wenig “mainstreamiger”, als er zu den richtigen Punk-Zeiten geworden wäre. Vielleicht hat Groening auch deshalb früher gesagt, dass der Film erst käme, wenn die Serie vorbei ist – weil er dachte, er müsse dann so einen Knaller abliefern, dass die Serie danach eh keiner mehr sehen wolle.

    (Und jetzt mal ein wenig Überinterpretation:: selbst die Erkenntnis finde ich im Film, bei Homer’s Bemerkung zum Publikum am Anfang – schließlich wussten wir doch alle, dass wir das auch umsonst im TV hätten bekommen können ;))

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    Den besten Kommentar zum Thema hat der SCHNITT in seiner Überschrift zum Simpsons Review verwendet: “Witze mit Bart”

    schnitt.de/filme/artikel/die_s...

  • ravenrob

    Meiner Meinung nach wurde die ganze “Moe’s Tavern”-Bande ziemlich vernachlässigt. Besonders Barney fehlte mir. Kein anständiger Rülps-Gag. :-)
    Und Disco-Stu ohne Sprechrolle …

  • http://www.breaking-news.de/blog B.N.

    So, ich hab ihn mir gerade angesehen. Ich kann die ambivalente Betrachtungsweise einiger nun durchaus nachvollziehen. Tatsächlich muss man mindestens zwei Ebenen abstrahieren, wenn man über den Film urteilen will. Ich fand ihn gut, weil er konstant und nahezu ohne größere Pausen zum lauthalsen Lachen animierte. Das kann heutzutage lange nicht mehr jeder Film aus dem Genre Komödie!!!
    In Sachen Story muss man wohl sagen, neuer Versuch mit “Simpsons II”. Der Plot ist einfach zu billig an den Haaren herbeigezogen und beraubt sich selbst der größten Simpsons-Stärken: Der (Möchtegern-)Bodenständigkeit und der Verwurzelung in der Springfield-Gemeinde. Vielleicht war das ja auch gerade die revolutionäre Intention der Macher – aber sie ging nach hinten los. Die Simpsons haben sich immer in Interaktion zu ihren Mitbürgern an einem gewissen Thema abgearbeitet. Hier waren sie im warsten Sinne des Wortes von den anderen isoliert. Zum Schaden des Films. Manch einzelner kleiner, charmanter Handlungsstrang, den man in 20min-Episoden locker zuende strickt, verharrte ohne Grund. Schade!
    Ich bin dennoch nicht enttäuscht, weil ich keine Sachen erwarte, die schon die Serie nicht leisten konnte. Die Simpsons an Southpark oder Daily Show zu messen, ist soweit daneben, dafür muss ne neue Maßeinheit geschaffen werden… Hält es dem Ami den Spiegel vor? Ganz sicher! Ist es schon Satire? Ohne humorwissenschaftliche Gutachten abzuwarten würde ich eher sagen noch nicht. Man sollte Simpsons auch mal Simpsons sein lassen: Kurzweiliges Entertainment – Ja, lustig reicht! ;-)